Aktuelle Transferpolitik

Mir kommt das hier langsam vor wie das Aneinandervorbeireden zweier Fraktionen.

Das eine ist die Realo-Fraktion, die Werders wirtschaftliche Möglichkeiten im Blick hat, Werders Geschichte im Bewusstsein und eine Philosophie dahinter erkennt, auf hanseatisch-vernünftigem Weg eine Mannschaft zusammenzubauen, die für Werders Verhältnisse mit Mannschaften mithalten kann, die ungleich bessere Voraussetzungen haben: Stuttgart, HSV, Hoffenheim, Wolfsburg, Schalke, Dortmund (wenn man deren Investitionsvolumen, Infrastruktur und Stadien über die letzten zehn, 15 Jahre berücksichtigt).

Diese Fraktion unterstützt innerlich Werders Weg, Spieler zu entwickeln, sei es durch eigene Nachwuchsarbeit, durch den (manchmal auch kostspielig scheinenden) Einkauf von Spielern wie Marin, Özil oder zuvor Mertesacker in jungen Jahren. Und durch das langfristige Binden eines gewachsenen Stamms: Hunt verlängert, Özil soll verlängern, Mertesacker und Naldo sind ebenso lange gebunden wie nun auch Pizarro, Wiese soll auf Sicht eine feste Größe sein und bleiben, Frings ist eine Gallionsfigur, und davon abgesehen formt man junge Spieler und muss Schwachstellen nur punktuell stopfen, statt wie manche Mannschaften im Stil eines Durchlauferhitzers alle drei jahre eine komplett neue Stammelf zu haben.

Und dann gibt es die Fundi-Fraktion, die in Werder einen Verein sieht, der nach Erreichen der CL 2004 nun endlich teure Brasilianer kaufen, an Spielern wie Anelka rumbaggern, von Nilmar träumen und um Huntelaar mitbieten könnte. Darin erkennbar ist ein gewisser Stareinkauf-Hunger, der hier oft die Realität zu überstrahlen scheint. Weitere Kennzeichen sind: Verklärung ausländischer Namen, Verklärung der eigenen Vergangenheit, teilweise Diskreditierung eigener Spieler, weil man lieber Saison für Saison teures neues Fleisch möchte, statt mit Geduld darauf zu warten, dass ein Aaron Hunt sein Potenzial ausschöpft, ein verdienter Spieler wie Frings gebührend bewertet wird oder ein Fritz aus seinem Leistungsloch findet.

Weiter typisch ist dafür der ständig wiederkehrende, vorwurfsvolle Hinweis, wo denn eigentlich das ganze Geld geblieben sei. Oder warum bloß manche Spieler zu Wolfsburg oder Hoffenheim gehen, wo wir doch sicher locker hätten mehr zahlen können. Ergo wollen viele hier, dass Werder den Trend hin zum Söldner mitgeht, der hier spielt, weil wir einen anderen Verein mit Kohle ausgestochen haben. Dass Werder das a) nicht kann und b) oft nicht mitmacht, wird dann mit Wutgeheul begleitet. So wie vor einem Jahr, als Werder im Wettbieten um Moreno die Phantasiesummen nicht mehr zahlen wollte, die Donezk aufgerufen hat.

Neuester Trend (und auch auf das eben beschriebene Symptom zurückzuführen) ist die Forderung, den Kader zu verkleinern. Daraus spricht die schleichende Ahnung, Werder müsse vielllicht doch ein winziges bißchen aufs Geld schauen. Konsequenz ist, analog zu dem, was ich eben über den mangelnden Respekt vor eigenen Spielern geschrieben habe: Es wird so getan, als bräuchte man eigentlich nur fertige Spieler, als seien Leihgeschäfte wie bei Mosquera, Schindler oder vorher mal Zidan und Andreasen per sé völliger Blödsinn, als seien Spieler wie Vranjes und Prödl unnötig und als sei es Schwachsinn, Spieler wie Futacs oder Husejinovic zu verpflichten, die Werder "nicht sofort weiterhelfen".

Beide Fraktionen werden niemals zu einer Verständigung kommen. Ich will auch nicht pauschal schreiben, dass die eine Unrecht hat udn die andere Recht. Aber auffällig ist schon, dass die Realo-Fraktion sich weitaus mehr auf Fakten stützen kann als die Forderer, die sicher sind, dass wir viel mehr Geld ausgeben könnten, auch mit viel weniger Spielern klar kämen, dass man vorher schon weiß welcher Spieler es nicht bringt oder welcher bestimmt anderswo zur Vollgranate wird und dass man sicher ist, man hätte jede einzelnde personelle Änderung eher, schlauer oder besser hinbekommen. Kritik an derlei Populismus wird dann sofort mit mangelnder Kritikfähigkeit der Realismus-Fraktion gekontert: "Jaja, seht nur alles weiter durch eure rosarote Brille!"

Zur Kadergröße erlaubt mir folgenden abschließenden Hinweis: Es ist mir ehrlich gesagt unklar, wie man davon ausgehen kann, dass ein Kader von 20 Spielern völlig ausreichend sei, wenn wir bis jetzt alleine in der Liga schon 26 Spieler eingesetzt haben.
 
:tnx:

Hinzuzufügen wäre noch, dass die Realo-Fraktion gar nicht der Meinung ist, dass hier alles rund läuft und nie Fehler gemacht worden. Wir betrachten das einfach nur etwas nüchterner, da wir die Fakten und Werders Politik kennen.
Denn im Grunde machen KATS nichts anders als noch 2003. Verändert haben sich Ablösen, Gehälter, Werders Ruf und die Stärke der Konkurrenz. Und man darf nicht vergessen, dass auch zu früheren Zeiten nicht jeder Transfer ein Knaller war. Wir machen immer noch genauso viele Fehlgriffe und Knaller wie vorher.
 
Außerdem ist jedem hier klar, dass man einen Spieler nicht so einfach verkaufen kann! Darum geht es ja auch nicht. Warum hat man diese Spieler denn gekauft? Das waren fehleinkäufe die wahnsinnig viel Geld gekostet haben und Bremen nicht weitergebracht hat. Alleine das Missverständnis Moreno mit alleine 3,5 Mio Miese. Dazu Alberto, Tosi, etc, etc.

Das ist auch so eine Sache die mich an der ganzen Diskussion stört. Bewerten wir noch mal die drei "Fehleinkäufe" der jüngeren Vergangenheit:
Marcelo Moreno Martins: Er wurde 2007 und 2008 jeweils zu den besten Angreifern der Staatsmeisterschaft gewählt und hat nicht nur in der bilivianischen Liga sondern auch in der boliv. NM seinen Torriecher unter Beweis gestellt. Er hat gezeigt was er drauf hat, sonst wären 2008 nicht so viele europäische Vereine an ihm dran gewesen. Man hat bei ihm einfach das verlorene Jahr in Donezk unterschätzt.
Dusko Tosic: Er kam als frischgebackener Nationalspieler und Stammspieler bei Sochaux (fast 1 1/2 Jahre) mit mehr als überzeugenden Leistungen nach Bremen. Er hat Potential, was nicht nur KA sah, denn nicht nur Bremen war 2007 an ihm dran. Dass er seine Leistung nicht abrufen konnte war pech und auch seiner eigenen Einstellung zum Beruf geschuldet. MAnchmal passen Spieler und MAnnschaft auch einfach nicht zusammen.
Carlos Alberto: Dass er ein begnadeter Fussballer ist und mit seinen Fähigkeiten eigentlich optimal ins Bremer Offensivspiel passte, sollte jeder zugeben. Auch hier hing es wohl hauptsächlich an Einstellung und persönl. Krankheitsgeschichten, dass es hier einfach nicht geklappt hat. Zur Erinnerung: an ihm war auch der HSV mit seiner ach so tollen Transferpolitik dran. Auch bei ihm war es aber keineswegs zu erwarten, dass der Leistungsabfall so extrem sein wird.
Zusammengefasst haben wir alss drei Spieler, die fast alle anderen Buli-Manager, bewertet man die Situation des Spielers und von Bremen zum Zeitpunkt der Verpflichtung, wohl auch getätigt hätten. Einzig bei Moreno hätte man eine Angst haben können, dass seine Leistungs in diese Richtung geht. Daher hat KA ihn dann auch nur ausgeliehen. Wer hier behauptet, dass diese Transfers von vornherein zum Scheitern verurteilt waren, ist fern jeder Realität.

Dazu ein Vranjes, der als Musterprofi, wie ihn sowohl Spieler als auch Trainer bezeichnen, nach Bremen kam. Der ebenfalls wichtige Spiele gemacht hat, leider aber nie über den Status des Ersatzspielers hinaus kam. Aber auch solche Spieler braucht man: Back-Ups die ohne zu murren sich auch mal auf die Bank setzen, um ihn dann im Fall der Fälle einer Verletzung bringen zu können.


Die Einkaufspolitik in den letzten Jahren wird auch von objektiven Beobachtern kritisiert. Nur Leute wie du, die mit Werderbrille alles rosarot sehen wollen, denken das alles richtig läuft. Stimmt. Deswegen sind wir ja letzte Saison 10 geworden und schaffen es diese Saison auch wieder nicht in die CL. Aber das sind ja nur Ausrutscher!!!!!! Der Kader ist super! fehleinkäufe gibt es nicht. Und wenn dann ist es ja normal, dass man auch MAL daneben liegt.

Wenn die Fehleinkäufe seit Jahren die Zahl der Volltreffer übersteigt, sollte man sich mal Gedanken machen ob der Weg den man eingeschlagen hat der Richtige ist!

Aber stimmt. alles läuft super. Deswegen spielen wir ja auch nur noch um Platz 6 anstatt um die CL-Plätze....


Verschon mich bitte mit einer Antwort und fall über andere Beiträge her. Danke!


Keiner, aber auch keiner hier bewertet die Transferpolitik und die Entscheidungen (bspw. Transfer von Boro) der letzten Jahre als perfekt. Jeder weiss, dass es immer was zu verbessern gibt. Aber es ist ein Unterschied, ob ich fundierte Beiträge schreibe und diese mit Fakten belegen kann, oder ob ich einfach irgendwelche Stammtischparolen raushaue, so nach dem Motto wie konnte man Spieler x y holen, während Bayern/Hamburg oder wer auch immer so einen Kracher wie ... gekauft haben.

Gemessen an den Möglichkeiten, die Werder Bremen hat, sind die letzten zehn Jahre, diese und letzte Saison inbegriffen, ein Erfolg. Ebenso bin ich der festen Überzeugung, dass, gerade wenn man die Leistung der anderen Mannschaft in dieser Saison betrachtet, ein CL-Platz keineswegs utopisch gewesen wäre.... nun ist er natürlich in weiter Ferne, wenn cniht sogar unerreichbar!
 
Kritik an derlei Populismus wird dann sofort mit mangelnder Kritikfähigkeit der Realismus-Fraktion gekontert
Selten solch einen selbstherrlichen und vor überheblicher Arroganz nur so triefenden Post gesehen!
Ich will auch nicht pauschal schreiben, dass die eine Unrecht hat udn die andere Recht
Wäre auch überflüssig. Es reicht vollkommen, zu definieren wer was wie die "Realo"-Fraktion verkörpert. Der Rest ergibt sich anhand Deiner Schriften von selbst...
Besonders klasse ist das Festetzen und Einstufen der "Realo"(:lol:)Fraktion bei gleichzeitigem Vorwurf des "Populismus! Mehr zynischer Sarkasmus geht nicht...
Es wird so getan, als bräuchte man eigentlich nur fertige Spieler, als seien Leihgeschäfte wie bei Mosquera, Schindler oder vorher mal Zidan und Andreasen per sé völliger Blödsinn, als seien Spieler wie Vranjes und Prödl unnötig und als sei es Schwachsinn, Spieler wie Futacs oder Husejinovic zu verpflichten, die Werder "nicht sofort weiterhelfen".
Wird tatsächlich so getan, oder passt es so besser in Dein Schwarz-weiß-Raster. Ich kenne durchaus viele, denen die Farbe Grau in diesem Fall nicht fremd ist.
Eine ausgewogene Mischung aus alt/jung, bzw. fertig/unerfahren wäre eine Alternative.
Aber gucken wir noch kurz auf die von Dir genannten Leihgeschäfte und stellen kurz die Frage, welche dieser Personalien uns in irgendeiner Form half, sinnvoll war, oder in absehbarer Zeit noch helfen wird.
Mosquera, Schindler, Fuctas, Huseinov., Zidan, Andreasen - allesamt Spieler, die uns nicht mal im Ansatz helfen konnten, oder bei denen die Hoffnung, daß sie es irgendwann werden, recht überschaubar ist.
Da ist es nur logisch, daß man hierbei irgendwann zumiest die Frage in den Raum wirft, ob das alles so sinnvoll ist, wie gerne verkauft wird. Die nüchternen Nachweise der genannten Protagonisten lesen sich wenig euphorisch.

Ich erinner mich noch gut an die kontroverse Diskussion, als man MK seinerzeit aus Lautern für eine bis dato exorbitante Summe von 5Mio´s verpflichten wollte. Auf der einen Seite die "Realos" bzw. Bedenkenträger vom Dienst, um uns Willi, die per se zu hanseatischen Tugenden aufrief und nicht müde wurde, auf die Gefahren zu verweisen (obwohl diese Summe für einen Vize-Torschützenkönig einer WM bereits mehr als akzeptabel war). Auf der anderen Seite eben jene, die darin eine vetretbare Chance sahen, sich sportlich zu verbessern und dem Vorhaben sich entwickeln zu wollen, Taten folgen lassen wollten.
Es geht nicht darum, seine Transferbemühungen ausschließlich um Namen wie Anelka oder ähnliche Kaliber kreisen zu lassen, sondern vielmehr darum, die richtige Mischung zu finden, zwischen "jungen, hoffnunsvollen Talenten" und Spielern, die dazu beitragen können, den Staus Quo zu erhalten.
Das man dazu auch mal das ein oder andere überschaubare Risiko eingehen muß, um eine gewisse, sofort helfende Qualität zu erwerben, ist in meinen Augen unabdingbar.
Das wir einen gewissen finanziellen Rahmen haben, der so schlecht nicht ist, zeigt die Tatsache, daß man für einen jungen, noch unausgereiften Spieler wie Marin recht schmerzlos gute 8 Mio´s auf den Tisch legen konnten.
Letztlich muß KA sich an seinen Aussagen messen lassen, die Mannschaft verbessern zu wollen, wie von ihm vor rund 2 Jahren noch vollmundig zu hören war. Die letztjährige Platzierung, sowie der aktuelle tabellenstand ist nicht allein auf "unglückliche" Spiele zurückzuführen.
Mittlerweile wäre ich schon froh, wenn wir die Qualität der Truppe einfach nur halten könnten und wir uns im Sturm so aufstellen könnten, daß wir wieder mit einem 2-Mann-Sturm auftreten können.
 
Das wir einen gewissen finanziellen Rahmen haben, der so schlecht nicht ist, zeigt die Tatsache, daß man für einen jungen, noch unausgereiften Spieler wie Marin recht schmerzlos gute 8 Mio´s auf den Tisch legen konnten.
Letztlich muß KA sich an seinen Aussagen messen lassen, die Mannschaft verbessern zu wollen, wie von ihm vor rund 2 Jahren noch vollmundig zu hören war. Die letztjährige Platzierung, sowie der aktuelle tabellenstand ist nicht allein auf "unglückliche" Spiele zurückzuführen.

Da hast du ja nicht unrecht. Aber du widersprichst dir trotzdem in gewisser Weise selbst.
Klar zeigt die Verpflichtung von Marin, dass Werder keine arme Kirchenmaus mehr ist, die nur Talente verpflichten kann. Wie auch Wiese, Mertesacker, Frings, Borowski, Moreno, Carlos Alberto oder Pizarro. Das waren alles Spieler, die eine Menge Geld gekostet haben bzw. hätten, bei denen es andere hochkarätige Mitbieter gegeben haben wird und die unter dem Anspruch geholt werden, sich in der Spitze zu etablieren.
Von daher halte ich das immer wieder zu lesende Geheule, dass Werder diesen oder jenen Spieler nicht holt, für Quatsch. Und hart gesagt disqualifizieren sich die User, die zum Beispiel, nur weil der HSV grad mal vor Werder steht, selbst, wenn sie jeden Transfer des HSV in diesem Zusammenhang, und sei er noch so unrealistisch für Werder (van Niestelrooy) oder noch so fragwürdig (Rozhenal) feiern und umgekehrt jeden Transfer Werders infrage stellen.

Aber Werder ist auch ein Verein, der sich in sportlicher Konkurrenz mit Vereinen befindet, die in der Regel bessere finanzielle Möglichkeiten haben. Das ist aus meiner Sicht Fakt.
Daher ist es nachvollziehbar, dass man gleichzeitig versucht, parallel Talente zu holen, die noch nicht den Super Namen haben, aber vergleichsweise günstig sind, aber ein großes Potential haben.
Es sieht irgendwie doof aus, wenn man die Liste der Spieler ansieht, die irgendwohin verliehen sind. Aber was willst du machen? Würde Werder nicht das Potential in ihnen sehen, Werder eines Tages zu verstärken, würden Sie sicher nicht verliehen, sondern baldmöglichst verkauft. Aber so erhält man sich bei finanziell überschaubarem Aufwand die Chance, ihr Potential in der Zukunft zu nutzen.
Dass man sie nicht hier ins kalte Wasser wirft, zeigt doch, dass Werder aktuell einen starken Kader hat. Sicher kann man sich immer über einzelne Spieler streiten, sowohl unter den Talenten (vielleicht könnte der eine oder andere tatsächlich schon jetzt den Durchbruch schaffen), als auch unter den Stammspielern.
Klar ist auch, dass die letzte Saison hinsichtlich der Bundesligaplazierung nicht befriedigend war. Aber nicht klar ist, ob und in welchem Ausmaß das an der mangelnden Qualität im Kader lag. Es würde jetzt zu weit führen, an dieser Stelle eine Grundsatzdiskussion anzufangen. Aber ich sehe den Grund für das Abschneiden zuletzt nicht primär darin, dass falsch eingekauft wurde und der Kader zu schlecht für Werders Ansprüche wäre.

Wenn man so will, kritisiere ich Werder in einem Punkt: Aus den realistischen Möglichkeiten ergibt sich, dass der Anspruch, sich "verbessern", den Kader verstärken zu wollen und erfolgreicher abschneiden zu wollen, gewagt ist.
Jedenfalls was die Gesamtlage der letzten Jahre betrifft. Ich denke, dass es für Werder nur darum gehen kann, sich in der Spitzengruppe der Bundesliga zu etablieren bzw. zu halten. Wenn Vereine wie der HSV, Dortmund, Hoffenheim, Wolfsburg, Leverkusen oder Schalke nicht über ihre eigenen Beine stolpern und sich darin übertreffen, Geld zu verbrennen, sondern in seriöses Fahrwasser kommen und ihr Potential ausschöpfen, kann Weder nicht den Anspruch haben, maximal Bayern München vor sich zu sehen, sondern dann sind diese Vereine unmittelbare Konkurrenten. Stuttgart, Hertha sind perspektivisch auch noch da.
Auf der anderen Seite: Nach einer Saison wie der letzten ist der Anspruch, sich zu verbessern, natürlich schon gerechtfertigt und er ist ja auch dabei eingelöst zu werden. Auch wenn in der Rückrunde einiges verspielt wurde und man vielleicht die CL abschreiben muss und unsicher ist, ob man über die Bundesliga einen internationalen Wettbewerb erreicht: Man ist wieder im Geschäft dabei.

Sicher pauschalisiere ich an der Stelle: Aber ich gebe Linienrichter Jablonski mehr oder weniger recht. Ich bin ein großer Verfechter von Kritik. Aber auf der Seite der "Kritiker" in dieser und anderen Diskussionen fehlt es meiner Meinung nach tatsächlich an Relitätsbewusstsein, an Bewusstsein dafür, dass Fußball und das Fußballgeschäft kein Wunschkonzert ist, dass es Konkurrenz gibt, dass Formkrisen passieren, dass es Fehleinkäufe gibt, dass nicht jeder Spieler die Erwartungen erfüllt, dass nicht jedes gepriesene Talent umgehend ins kalte Wasser geschmissen und den Durchbruch schaffen kann.
Was sich hier teilweise (!!!) Kritik nennt, ist für mich eher Gezeter von verwöhnten Blagen, denen man ihre Wünsche nicht alle erfüllt hat. Und wenn Werder dann verliert, irgendein Spieler einen Fehler macht, van Niestelrooy tatsächlich ein Tor schießt oder einfach nur das Wetter schlecht ist, sehen sie es als Beweis dafür an, dass sie es schon immer gewusst haben.

Damit will ich wie erwähnt nicht sagen, dass ich finde, dass jede der Entscheidungen von Schaaf und Allofs richtig ist.
Ich würde mir jetzt natürlich wünschen, dass Diekmeier geblieben wäre. Ich glaube, dass Kruse sich bei Werder hätte gut entwickeln können. Wenn man Spieler wie Bargfrede oder jetzt Ayik spielen sieht, denkt man sich, warum nicht öfter? Aber ich sehe auch, dass ich weder die Kompetenz und eben vor allem nicht den Einblick bei Werder habe, das letztendlich so sicher beurteilen zu können, dass ich jetzt am Rad drehe.
Ich weiß doch gar nicht, was sich Diekmeier vorgestellt hat als Perspektive. Vielleicht hat ihn Werder unterschätzt. Vielleicht hat er aber auch Ansprüche gehabt, die aus Werders Sicht nicht erfüllbar waren.
Wollte Werder Kruse nicht halten?
Nur weil einer bei den Amateuren überragt, muss er noch kein fertiger Bundesligaspieler sein. Und wer soll das beurteilen können wenn nicht Schaaf und seine Mitarbeiter.
Eine andere Sache ist, dass ich ähnlich wie Mick_666 finde, dass Werder sich teilweise hinsichtlich des taktischen Verhaltens, des Defensivverhaltens und der Spielanlage falsch verhält. Diesbezüglich wäre ich immer mal wieder froh, wenn Werder sich bemühen würde, einen international erfahrenen, defensiv ausgerichteten Spieeler zu verpflichten, der die Defensive stabilisiert und einen Frings, dessen Stärken eher auf dem Gebiet des Kampfes und der Dynamik liegen, ergänzen und entlasten kann. Sozusagen ein Micoud für das defensive Mittelfeld. Erst recht, da Baumann seine Karriere beendet hat und meiner Meinung nach fehlt.
Aber auch hier gilt: Fußball ist kein Wunschkonzert. Ich habe keine Einblicke, was versucht wurde und vielleicht nicht geklappt hat.
Außerdem hat Werder mit Borowski einen Spieler geholt, der das Potential hätte, in dieser Hinsicht Werder weiterzubringen. Er entspricht zwar nicht ganz meinen Vorstellungen für eine Neuverpflichtung. Aber mit seiner Erfahrung und Polyvalenz kommt er dem schon recht nahe.
Dass er bisher nicht so überzeugt, ist dumm, aber davon konnte man nicht ausgehen. Außerdem mache ich das Niedermachen von Borowki sowieso nicht mit. Ich sehe ihn nicht so schlecht wie viele andere. Und vor allem weigere ich mich, nach einem guten halben Jahr ein endgültiges Urteil zu fällen.
Außerdem hat Werder auf dieser Position mit Bargfrede einen sehr vielversprechenden Spieler.

Tatsache ist aber natürlich, dass die Fehler bzw. die strukturellen Schwächen, die ich in Werders Spielweise sehe, immer wieder auftauchen bzw. nicht dauerhaft gelöst werden.
In diesem Zusammenhang muss man vielleicht einfach auch mal zugeben, dass es eben unterschiedliche Konzepte, Pläne usw. gibt.
Wenn Schaaf aus welchen Gründen auch immer findet, dass es effektiver ist, die Defensivarbeit den individuellen Qualitäten der Innenverteidiger bzw. dem Anspruch zu überlassen, dass jeder sich beteiligen muss, damit das Umschalten von Offensive auf Defensive klappt und Werder kompakt gegen den Ball steht, dann wird er platt gesagt seine Gründe haben. Und im Großen und Ganzen spricht das sportliche Abschneiden und vor allem auch die Attraktivität der Spielweise für ihn.
Ich werde mich immer wieder an den entsprechenden Diskussionen beteiligen. Aber ich kann damit leben, dass es unterschiedliche Vorstellungen gibt und vor allem maße ich mir nicht an, meine Sichtweise als die allein richtige anzusehen und hier mit entsprechenden Forderungen hausieren zu gehen.

MFG dkbs
 
Abgesehen von dem einleitenden Müll Deines Postings folgende Fakten, auch wenn Du jetzt wieder rumflennst, weil es wirklich welche sind:

Mosquera, Schindler, Fuctas, Huseinov., Zidan, Andreasen - allesamt Spieler, die uns nicht mal im Ansatz helfen konnten, oder bei denen die Hoffnung, daß sie es irgendwann werden, recht überschaubar ist.

Da ist es nur logisch, daß man hierbei irgendwann zumiest die Frage in den Raum wirft, ob das alles so sinnvoll ist, wie gerne verkauft wird. Die nüchternen Nachweise der genannten Protagonisten lesen sich wenig euphorisch.

Mosquera spielt eine überragende Saison bei Union Berlin. Er wird nach dieser Saison einen um einiges höheren Marktwert haben. Sollte er nicht für uns selbst interessant werden (was bei Werder wohl noch nicht entschieden ist), dann wird die Leihe seinen Marktwert deutlich vergrößert haben.

Sollte Kevin Schindler beim MSV Duisburg gut zurecht kommen, gilt für ihn das gleiche. In diesem Fall geben wir einem Eigengewächs die Chance, sich im Profibereich zu behaupten und so zu reifen. Als Alternative zu einem Pendeln zwischen Drittligamannschaft und Bundesligabank ist das absolut sinnvoll.

Fuctas, der übrigens Futacs heißt, darf erst seit dieser Saison in der 3. Liga spielen. Werder hat ihn seinerzeit Hoffenheim und Mönchengladbach weggeschnappt. Seine Entwicklung beginnt erst richtig. Sein Potenzial wird allgemein als sehr, sehr groß eingeschätzt.

Husejinovics Entwicklung lässt sich nicht abschließend einschätzen. Er ist im Bundesligakader, hat bisher nicht viel Glück gehabt und zeigt im Training immer wieder, was er kann. Dazu gehört Dribbelstärke und Schnelligkeit. Deshalb wurde er bei der Berufung in den Bundesligakader oft auch Spielern aus der U23 vorgezogen.

Mohamed Zidan haben wir für 500.000 € aus Dänemark gekauft und nach erfolgreicher Ausleihe nach Mainz für 2,78 Mio. € weiterverkauft.

Leon Andreasen haben wir für 1,5 Mio. € gekauft und nach erfolgreicher Ausleihe für 4,3 Mio. € nach Fulham weiterverkauft.

Und nun sei so nett und zeige mal ganz klar auf, in welcher dieser genannten Personalien auch nur EIN Fehler liegt?

Ich erinner mich noch gut an die kontroverse Diskussion, als man MK seinerzeit aus Lautern für eine bis dato exorbitante Summe von 5Mio´s verpflichten wollte. Auf der einen Seite die "Realos" bzw. Bedenkenträger vom Dienst, um uns Willi, die per se zu hanseatischen Tugenden aufrief und nicht müde wurde, auf die Gefahren zu verweisen (obwohl diese Summe für einen Vize-Torschützenkönig einer WM bereits mehr als akzeptabel war). Auf der anderen Seite eben jene, die darin eine vetretbare Chance sahen, sich sportlich zu verbessern und dem Vorhaben sich entwickeln zu wollen, Taten folgen lassen wollten.

Tolles Beispiel, leider nur nicht ganz richtig. Klose wurde als Vorgriff auf zu erwartende CL-Millionen verpflichtet, und mit seiner Verpflichtung hat Werder das seit Jahrzehnten geltende Grundprinzip außer Kraft gesetzt, einen Transfer nur dann zu tätigen, wenn er wirtschaftlich abgesichert ist. Es ging nicht um Kloses Marktwert, den nicht einmal der von Dir so gerne heruntergemachte Willi verkannt hat, sondern um die blanke Frage, ob ein solcher Transfer für Werder ausnahmsweise einmal auf Risiko durchführbar wäre. Dass der Aufsichtsrat in solch einem Fall genau nachschaut, ist Normalität. Und die dabei gezeigte Vorsicht ist nebenbei bemerkt auch einer der Gründe, weshalb Werder wirtschaftlich so gut dasteht und nicht derart vor die Wand gefahren ist, wie das Hertha BSC, Schalke, Dortmund oder viele andere Vereine hinter sich haben.

Es geht nicht darum, seine Transferbemühungen ausschließlich um Namen wie Anelka oder ähnliche Kaliber kreisen zu lassen, sondern vielmehr darum, die richtige Mischung zu finden, zwischen "jungen, hoffnunsvollen Talenten" und Spielern, die dazu beitragen können, den Staus Quo zu erhalten.
Das man dazu auch mal das ein oder andere überschaubare Risiko eingehen muß, um eine gewisse, sofort helfende Qualität zu erwerben, ist in meinen Augen unabdingbar.

Werder hat in der Vergangenheit wiederholt bewiesen, dass genau hier exakt so gehandelt wird, wie Du es forderst. Werder geht "überschaubares Risiko". Imemr wieder. "Überschaubares Risiko" bedeutet es zum Beispiel, einen Marin oder einen Özil zu holen, die beide viel Geld gekostet haben, aber eine Perspektive haben, dieses Geld wert zu sein und wieder einzuspielen. Zu den jungen Spielern kommen erfahrene Charaktere wie Frings, Fritz, Pizarro oder Mertesacker, die die Mischung ausmachen. Ein Fred, um mal ein anderes Beispiel zu nennen, wäre dagegen ein unkalkulierbares Risiko gewesen, weil er sich mit einem Netz aus höchst fragwürdigen Beratern umgeben und Forderungen gestellt hat, die nicht nur Werder glücklicherweise nicht erfüllt hat, sondern auch kein anderer seriöser europäische Verein.

Das wir einen gewissen finanziellen Rahmen haben, der so schlecht nicht ist, zeigt die Tatsache, daß man für einen jungen, noch unausgereiften Spieler wie Marin recht schmerzlos gute 8 Mio´s auf den Tisch legen konnten.
Letztlich muß KA sich an seinen Aussagen messen lassen, die Mannschaft verbessern zu wollen, wie von ihm vor rund 2 Jahren noch vollmundig zu hören war. Die letztjährige Platzierung, sowie der aktuelle tabellenstand ist nicht allein auf "unglückliche" Spiele zurückzuführen.
Mittlerweile wäre ich schon froh, wenn wir die Qualität der Truppe einfach nur halten könnten und wir uns im Sturm so aufstellen könnten, daß wir wieder mit einem 2-Mann-Sturm auftreten können.

Werder legt 8 Millionen nicht "schmerzlos" auf den Tisch, sondern nach langen Beratungen. Marin war nicht völlig unausgereift, sondern schon Nationalspieler. Klaus Allofs hat also "vollmundig versprochen", die Mannschaft zu verbessern? Vor zwei Jahren? Ich bin der Ansicht, dass wir seitdem in Tor und Abwehr gleichstark geblieben sind. Dort hat sich personell nichts geändert. Im Mittelfeld haben wir jetzt statt Frings, Baumann, Borowski, Jensen, Vranjes und Diego neben den Spielern die geblieben sind Özil, Marin, Bargfrede und Niemeyer für Vranjes, Diego und Baumann im engeren Kader. Damit haben wir uns trotz des Abschiedes eines Ausnahmespielers wie Diego zumindest nicht nenneswert verschlechtert.

Und im Angriff haben wir statt Rosenberg-Almeida-Klasnic nun Pizarro-Almeida-Rosenberg, was ich ehrlich gesagt schon für einen nenneswerte Verbesserung halte.

Die letztjährige und die aktuelle Platzierung sind möglicherweise nicht alleine auf Pech zurückzuführen. Ebensowenig sind allerdings auch die UEFA-Cup-Finalteilnahme, Pokalsieg und 23 Spiele ohne Niederlage auf einen schlecht zusammengestellten Kader zurückzuführen. Und, falls Dir das noch nicht aufgefallen sein sollte: Wir spielen jetzt mit Marin neben Pizarro, haben weiterhin einen der torgefährlichsten Angriffe der Liga und mit Pizarro einen der besten Stürmer, mit Özil den besten Vorbereiter der Liga, dazu noch Hunt und mit Almeida einen Spieler, der bei 15 anderen Bundesligisten fest spielen würde und bei uns derzeit nur wegen des von Schaaf gewählten (und scheinbar nach vorne gut funktionierenden) Systems nicht spielt.

Du hast recht: Es gibt auch grau.
 
...Und nun sei so nett und zeige mal ganz klar auf, in welcher dieser genannten Personalien auch nur EIN Fehler liegt?
Wenn man Deine Lobhudelei jeder einzelnen Personalie zugrunde legt und dabei meinen Einwurf völlig ignoriert, daß keiner dieser Spieler uns sportlich bis dato weiterhelfen konnte - hast Du natürlich recht.
Toll das Mosquera sich in Berlin so wohlfühlt. Und mit Sicherheit wird Schindler in Duisburg einschlagen, ähnlich wie in Augsburg. Futacs sicherlich auch irgendwann irgendwo. Huse dribbelt zumindest im Training doch so schön und Zidan und Andreasen haben zumindest, wenn es auch sportlich nicht reichte, ein bißchen Kohle eingespielt. Alles bella...
Das keiner dieser uns bisher sportlich weiterhelfen konnte und, da lehn ich mich mal ein wenig aus dem Fenster, wohl auch in absehbarer Zeit nicht wird, ist natürlich nicht so wichtig. Kostete ja alles nicht viel. Außer in der Summe vielleicht.
Wenn man diese einseitige Betrachtung der Dinge so sieht, geh ich mal davon aus, Du hättest auch einen Harvard Flo seinerzeit derart verteidigt und natürlich nicht als Fehleinkauf gelten lassen. Schließlich hat er mal ein Traumtor in den Winkel zu Hause gegen BMG geschossen und im Spiel zuvor am Betze einen herrlichen Kopfball versenkt. Genug Nahrung, um ihm eine Daseinsberechtigung auszustellen. Schließlich reicht dafür ja bereits der Verweis auf fragwürdiges Talent, oder zumindest gute Trainingseindrücke.
Nach der Vorgehensweise kann man natürlich alles und jeden mit der nötigen Phantasie rechtfertigen. Soweit, bis man es perfektioniert hat und es am Ende schafft, einen Haufen Sch... als Kaviar zu verkaufen.
Zitat von dkbs
Diesbezüglich wäre ich immer mal wieder froh, wenn Werder sich bemühen würde, einen international erfahrenen, defensiv ausgerichteten Spieeler zu verpflichten, der die Defensive stabilisiert und einen Frings, dessen Stärken eher auf dem Gebiet des Kampfes und der Dynamik liegen, ergänzen und entlasten kann. Sozusagen ein Micoud für das defensive Mittelfeld. Erst recht, da Baumann seine Karriere beendet hat und meiner Meinung nach fehlt.
Genau das ist bspw. seit langem einer meiner Kritikpunkte gewesen. Schon vor dieser Saison, als Baumann nicht grade kurzfristig seine schuhe an den Nagel hing.
Gott sei Dank haben wir mit Bargfrede riesiges Glück gehabt, was man allerdings so nicht vorhersehen konnte. ich hätte mir auch einen gestandenen def. Kämpen gewünscht, ähnlich wie Ze Roberto. Daher mein Verweis auf den HSV-Tansfer.
Es sieht irgendwie doof aus, wenn man die Liste der Spieler ansieht, die irgendwohin verliehen sind. Aber was willst du machen? Würde Werder nicht das Potential in ihnen sehen, Werder eines Tages zu verstärken, würden Sie sicher nicht verliehen, sondern baldmöglichst verkauft. Aber so erhält man sich bei finanziell überschaubarem Aufwand die Chance, ihr Potential in der Zukunft zu nutzen.
Wie bereits geschrieben, sehe ich das bis zu einem gewissen Punkt auch als sinnvole Aktivität an, neben einer Transferpolitik, die Spieler beinhaltet, die uns nicht erst mit Hoffnung gespickt, vielleicht man weiterhelfen können.
Denn unsere Erfolgsquote bei diesen Spielern ist doch sehr mau und leider hat es bis dato im Grunde noch keiner geschafft, die stets blumig verpackten Erwartungen, die man in ihn setzt, zu erfüllen. Andersen, Ikeng, Futacs, Mosq., Huse, Schindler - in letzter Zeit gibt es mir von der Sorte Spieler einfach zu viele Versuche, die bisher nie zu dem Ziel führten, der ersten Mannschaft dienlich zu sein.

Das man Leute wie Kruse oder Diekmeier nicht hielt, werfe ich KATS gar nicht mal vor. Ich hatte bei den beiden eher den Eindruck, daß sie sehr ungeduldig zu viel zu schnell wollten. Reisende...
Wobei ich einen Diekmeier teils verstehen kann, daß er sich über mangelnde Chancen beklagte, zu einem Zeitpunkt, als Fritz wirklich langanhaltend sehr schlecht spielte und er dennoch keine Chance erhielt.
Außerdem hat Werder mit Borowski einen Spieler geholt, der das Potential hätte, in dieser Hinsicht Werder weiterzubringen. Dass er bisher nicht so überzeugt, ist dumm, aber davon konnte man nicht ausgehen
Naja, ebenso wenig sind allerdings auf der anderen Seite nicht wenige davon ausgegangen, daß er seine Galaform der Jahre 04/05 wohl nicht mehr erreichen würde.
Es gab ja durchaus nicht wenige, die sich fragten, ob diese Rückholaktion eines Spielers, der bei uns zuletzt nicht mehr zu seiner Form fand und bei den Bayern fast ein Jahr auf der Bank saß, sein muß. Mich eingeschlossen.
Die Frage ist zumindest bis jetzt wohl beantwortet.

Das das sportliche Baschneiden nicht allein anhand der Transferaktivitäten festzumachen ist, ist zweifellos richtig. Die sportliche Ausrichtung, die TS für richtig hält sowie die generelle Berufsauffasssung der Profis ist mit Sicherheit genau so wichtig, wenn nicht entscheidender.
Es geht mir persönlich auch gar nicht darum, daß wir "Weltstars" verpflichten müssen, oder im Schnitt 30 neue Spieler pro Saison.
Nur bin ich der Meinung, daß wir gewisse Baustellen (zweiter Stürmer, DM, LV seit geraumer Zeit) nicht ausreichend bearbeitet haben. Das man sich sehr ziert Spieler zu verpflichten, die ein "gesetzteres" Alter haben, dafür aber Erfahrung, sondern man fast ausschließlich danach geht, daß sie möglichst jung sind und einen möglichst hohen Wiederverkaufswert generieren können.
Die mittlerweile zahlreichen Verpflichtungen der Spieler, die zunächst irgendwo geparkt werden seh ich ebenfalls skeptisch. Die Kritikpunkte halten sich aber im Grunde in überschaubaren Grenzen.
 
Wenn man Deine Lobhudelei jeder einzelnen Personalie zugrunde legt und dabei meinen Einwurf völlig ignoriert, daß keiner dieser Spieler uns sportlich bis dato weiterhelfen konnte - hast Du natürlich recht.
Toll das Mosquera sich in Berlin so wohlfühlt. Und mit Sicherheit wird Schindler in Duisburg einschlagen, ähnlich wie in Augsburg. Futacs sicherlich auch irgendwann irgendwo. Huse dribbelt zumindest im Training doch so schön und Zidan und Andreasen haben zumindest, wenn es auch sportlich nicht reichte, ein bißchen Kohle eingespielt. Alles bella...
Das keiner dieser uns bisher sportlich weiterhelfen konnte und, da lehn ich mich mal ein wenig aus dem Fenster, wohl auch in absehbarer Zeit nicht wird, ist natürlich nicht so wichtig. Kostete ja alles nicht viel. Außer in der Summe vielleicht.
Wenn man diese einseitige Betrachtung der Dinge so sieht, geh ich mal davon aus, Du hättest auch einen Harvard Flo seinerzeit derart verteidigt und natürlich nicht als Fehleinkauf gelten lassen. Schließlich hat er mal ein Traumtor in den Winkel zu Hause gegen BMG geschossen und im Spiel zuvor am Betze einen herrlichen Kopfball versenkt. Genug Nahrung, um ihm eine Daseinsberechtigung auszustellen. Schließlich reicht dafür ja bereits der Verweis auf fragwürdiges Talent, oder zumindest gute Trainingseindrücke.
Nach der Vorgehensweise kann man natürlich alles und jeden mit der nötigen Phantasie rechtfertigen. Soweit, bis man es perfektioniert hat und es am Ende schafft, einen Haufen Sch... als Kaviar zu verkaufen.

:lol: Herrlich, und absolut richtig... :tnx:
 
@5vor12
Das ist nun einmal Werders Philosophie. Man vertraut Spielern lange und hofft, dass sie es irgendwann schaffen, das Vertrauen zurückzuzahlen. Bei manchen klappt es schnell(Diego), bei manchen etwas länger(Özil), manche brauchen sehr lange(Hunt) und manche schaffen es gar nicht. Aber man muss auch sagen, dass Spieler wie Huse etc. auch in der Summe nicht wirklich viel kosten. Die dürften in etwa das Gehalt eines U23-Spielers haben, der gerade seinen ersten Profivertrag bekommt und keine Beträge jenseits der 100.000 im Jahr. Zusammen kosten 10 davon vielleicht soviel wie ein gestandener Profi. Man stürzt sich also sicher nicht in Unkosten. Und die, die teurer waren, haben hier auch meistens eingeschlagen, siehe Özil, Diego, Marin...
Diese Spieler werden normalerweise in eine intakte Mannschaft eingebunden und so fällt es nicht weiter auf, wenn sie nicht sofort einschlagen.
Schau mal, was der Magath immer macht. Der kauft 20 junge Spieler und schickt 18 davon nach der Saison wieder nach hause.^^

Im Moment haben wir leider eine Phase, wo die Mannschaft nicht 100% intakt ist und es sportlich eher mäßig läuft. Da kritisiert man dann gerne mal die seit Jahren bestens funktionierende Politik und schiebt die Misserfolge darauf. Dass es einfach kein rein sportliches Problem sein könnte, darüber wird gar nicht nachgedacht. Wäre einfach nur die Qualität zu schlecht, würde man in den Pokalen nicht so gut abschneiden und auch keinen FC Bayern zuhause mit 5:2 aus dem eigenen Stadion schießen. Ganz offensichtlich stimmt dort etwas mit der Einstellung nicht. Die Mannschaft kämpft zwar, aber irgendwie macht sie es sich im Spiel ganz schnell mal gemütlich. Da spielt man den Gegner an die Wand, zerstört alle Angriffe des Gegner und denkt, es klappt schon irgendwann mit dem Tor und vergisst dabei, dass die ja auch Tore schießen können und schwupps schießt einer von denen ein Traumtor(Enschede, Bayer), weil man dachte, der geht eh nicht rein. Sowas hat nichts mit Qualität zutun, sondern ist eine Kopfsache.
 
@5vor12
Das ist nun einmal Werders Philosophie. Man vertraut Spielern lange und hofft, dass sie es irgendwann schaffen, das Vertrauen zurückzuzahlen. Bei manchen klappt es schnell(Diego), bei manchen etwas länger(Özil), manche brauchen sehr lange(Hunt) und manche schaffen es gar nicht. Aber man muss auch sagen, dass Spieler wie Huse etc. auch in der Summe nicht wirklich viel kosten. Die dürften in etwa das Gehalt eines U23-Spielers haben, der gerade seinen ersten Profivertrag bekommt und keine Beträge jenseits der 100.000 im Jahr. Zusammen kosten 10 davon vielleicht soviel wie ein gestandener Profi. Man stürzt sich also sicher nicht in Unkosten. Und die, die teurer waren, haben hier auch meistens eingeschlagen, siehe Özil, Diego, Marin...
Diese Spieler werden normalerweise in eine intakte Mannschaft eingebunden und so fällt es nicht weiter auf, wenn sie nicht sofort einschlagen.
Schau mal, was der Magath immer macht. Der kauft 20 junge Spieler und schickt 18 davon nach der Saison wieder nach hause.^^

Im Moment haben wir leider eine Phase, wo die Mannschaft nicht 100% intakt ist und es sportlich eher mäßig läuft. Da kritisiert man dann gerne mal die seit Jahren bestens funktionierende Politik und schiebt die Misserfolge darauf. Dass es einfach kein rein sportliches Problem sein könnte, darüber wird gar nicht nachgedacht. Wäre einfach nur die Qualität zu schlecht, würde man in den Pokalen nicht so gut abschneiden und auch keinen FC Bayern zuhause mit 5:2 aus dem eigenen Stadion schießen. Ganz offensichtlich stimmt dort etwas mit der Einstellung nicht. Die Mannschaft kämpft zwar, aber irgendwie macht sie es sich im Spiel ganz schnell mal gemütlich. Da spielt man den Gegner an die Wand, zerstört alle Angriffe des Gegner und denkt, es klappt schon irgendwann mit dem Tor und vergisst dabei, dass die ja auch Tore schießen können und schwupps schießt einer von denen ein Traumtor(Enschede, Bayer), weil man dachte, der geht eh nicht rein. Sowas hat nichts mit Qualität zutun, sondern ist eine Kopfsache.

Wenn so etwas über einen längeren Zeitraum geht, hat es offensichtlich auch etwas mit der Qualität zu tun. Und selbst wenn nicht - wenn es bei einer Mannschaft über mehrere Jahre angeblich an der Einstellung liegen würde, wäre das auch nicht besser, eher noch schlimmer...
 
Wenn so etwas über einen längeren Zeitraum geht, hat es offensichtlich auch etwas mit der Qualität zu tun. Und selbst wenn nicht - wenn es bei einer Mannschaft über mehrere Jahre angeblich an der Einstellung liegen würde, wäre das auch nicht besser, eher noch schlimmer...
Längerer Zeitraum ist gut. Letzte Saison und diese Saison über den Zeitraum vom Schalkespiel bis zum Gladbachspiel. Davor waren wir CL und in der Hinrunde dieser Saison waren wir auch auf nem guten Weg. Ist ja nun nicht so, dass wir seit Jahren im Mittelfeld der Tabelle rumkrebsen.

Ansonsten stimmts schon. Das Einstellungsproblem ist noch schlimmer, da es auch auf neue Spieler abfärbt. Das hat dann aber nix mehr mit der Transferpolitik zutun.
 
Jein. Eine lasche Einstellung kann durch die Gruppendynamik schon forciert werden, aber wenn jmd. mit Kämpferherz verpflichtet wird, dann kann es sicherlich nicht verkehrt sein.
 
Wenn man Deine Lobhudelei jeder einzelnen Personalie zugrunde legt und dabei meinen Einwurf völlig ignoriert, daß keiner dieser Spieler uns sportlich bis dato weiterhelfen konnte - hast Du natürlich recht.
Toll das Mosquera sich in Berlin so wohlfühlt. Und mit Sicherheit wird Schindler in Duisburg einschlagen, ähnlich wie in Augsburg. Futacs sicherlich auch irgendwann irgendwo. Huse dribbelt zumindest im Training doch so schön und Zidan und Andreasen haben zumindest, wenn es auch sportlich nicht reichte, ein bißchen Kohle eingespielt. Alles bella...
Das keiner dieser uns bisher sportlich weiterhelfen konnte und, da lehn ich mich mal ein wenig aus dem Fenster, wohl auch in absehbarer Zeit nicht wird, ist natürlich nicht so wichtig. Kostete ja alles nicht viel. Außer in der Summe vielleicht.
Wenn man diese einseitige Betrachtung der Dinge so sieht, geh ich mal davon aus, Du hättest auch einen Harvard Flo seinerzeit derart verteidigt und natürlich nicht als Fehleinkauf gelten lassen. Schließlich hat er mal ein Traumtor in den Winkel zu Hause gegen BMG geschossen und im Spiel zuvor am Betze einen herrlichen Kopfball versenkt. Genug Nahrung, um ihm eine Daseinsberechtigung auszustellen. Schließlich reicht dafür ja bereits der Verweis auf fragwürdiges Talent, oder zumindest gute Trainingseindrücke.
Nach der Vorgehensweise kann man natürlich alles und jeden mit der nötigen Phantasie rechtfertigen. Soweit, bis man es perfektioniert hat und es am Ende schafft, einen Haufen Sch... als Kaviar zu verkaufen.

Dass Du unsere Spieler mit einem Haufen Scheiße vergleichst, spricht eigentlich schon ausreichend für sich.

Dass Du Schindler und Futacs offenbar nichts mehr zutraust, ist auch ziemlich vielsagend.

Dass Du aber zeitgleich nicht raffst, dass KEIN BUNDESLIGAVEREIN einen Kader hat, wie er Dir vorschwebt, das macht es etwas problematisch, Dich ernstnehmen zu können.

Ich habe sehr genau dargelegt, dass es sich bei dem von Dir mit einem Haufen Scheiße gleichgesetzten Kreis von Spielern ausnahmslos um Spieler handelt, deren sportlichen Wert für Werder man a) noch gar nicht absehen kann oder deren Ablösesummen (Andreasen, Zidan) z,B. dafür gesorgt haben, jemanden wie Özil kaufen zu können. Wenn Du das partout schlechtreden willst, tu' das für Dich privat, aber erwarte kein allzu großes Verständnis hier.

Es ist großartig, dass Du durch die Blume forderst, im Werder-Kader ausschließlich Spieler sehen zu wollen, die uns kurzfristig weiterhelfen. Leider reichlich weltfremd, aber bestimmt ein nett gemeinter Ansatz von Dir.

In diesem, Fall gehe ich davon aus, dass auch Bayern München für Dich einen Trümmerkader hat: Breno, Sosa und Ottl verliehen, Braafheid und Pranjic als teure Neueinkäufe auf der Bank, Contento wird beiden vorgezogen, Baumjohann ist schon wieder weg. Was für ein Dilettantenhaufen diesen Kader zusammengeschustert haben muss!

Wenn man es so darstellen will, kann man jeden Bundesligakader miesgelaunt kaputtreden. Das bleibt jedem selbst überlassen. Wenn Deine Theorien zwischen den Zeilen Posting für Posting durchblicken lassen, dass es Dir in vielen Fällen offenbar nicht nur schlicht an Respekt für unsere Spieler mangelt, sondern im Grunde sogar an Respekt für die Philosophie des ganzen Vereins, dann ist das auch eher Dein Problem als meins.

Ich klinke mich hier aus. Wer auf diesem Niveau diskutiert, kann auch mit Kühen über Fußball reden.
 
Ja, fand ich auch! :applaus::applaus:

Absolut herrlich und köstlich! So geil! :lol::lol:

Und so wahr! Und absolut richtig! :tnx::tnx:

Wahnsinn! Ich dreh' hier gleich durch, so herrlich, richtig, köstlich und wahr war das!!!

Hast du eigentlich schon einmal was sinnvolles zu einer Diskussion beigetragen? Das von dir vor Ironie strotzende Geschreibsel (z.T. nur Einzeiler) ist einfach nur lächerlich...
 
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