Das sehe ich ein wenig anders... Klar sind Profis keine Maschinen, aber von einem Profi muss man 20-25 gute Spiele im Ligabetrieb erwarten können (und nicht ein gutes Spiel alle paar Wochen)... Ansonsten hat man m.M. nach den Beruf verfehlt (wenn man meint, dass alle paar Wochen ein gutes Spiel reicht)...
Genau das ist ja der Fehler. Wer meint denn, dass das reicht? Denkst Du nicht, dass die mentale und/oder physische Verfassung entscheidend ist, wenn Du als Profisportler Woche für Woche an die Grenzen gehst? Genau dort forderst Du doch eine maschinenhafte Berufserfüllung. Denkst Du, z.B. Hunt oder Fritz hatten ihre Krisen, weil sie es so wollten?
Wie ich schonmal geschrieben habe: Zum Thema Einstellung schaut euch mal regelmäßig die englische Liga an... Da wird um jeden Ball gefightet und so muss das eigentlich auch sein... Und diese Einstellung fehlt mir bei einigen Spielern von uns... Da wird lang rumlamentiert, dass der Ball nicht angekommen ist oder nach verlorenem Ball einfach stehen geblieben...
Aha, in der englischen Liga ist also alles anders? Die englische Liga ist durchsetzt mit Ausländern. Vielmehr ist es so, dass bei einem Klub, wie z.B. Chelsea London, ein Spieler sehr schnell rausrotiert wird, wenn er ne schlechte Phase hat, weil dahinter ein gleichwertiger Ersatz steht. Das kann sich nicht jeder Verein leisten - auch nicht in England. Und so gibt es auch dort hinreichend Beispiele, für Leute, die im Kampf um den Klassenerhalt nicht immer alles abrufen können. Das Herumlamentieren, wenn der Ball nicht ankommt, ist typisch menschlich, nicht typisch deutsch.
Was ich mit dem Beispiel England sagen will: Da ist es egal, ob das Team auf Platz 1 oder auf Platz 18 steht, es geht ums Prestige... Selbst wenn man auf Platz 18 steht und vieles hoffnungslos zu sein scheint oder nicht viel auf dem Platz zusammenläuft, die Einstellung stimmt und es wird jedem Ball hinterher gejagt... Und eben jene Einstellung fehlt uns oft in den Spielen gegen kampfstarke Mannschaften... Man kann eben nicht immer "Hacke, Spitze, eins zwei drei" spielen, sondern muss sich auch mal mit kämpferischen Tugenden durchsetzen... Meiner Meinung nach haben wir zwar einige Profis mit Erfahrung, aber offensichtlich verfügen sie nicht über diese Abgezocktheit, die man bsp. braucht, um Spiele wie gegen Köln, Dortmund etc. zu
Das sehe ich anders. S.o. In der Buli wird ebenso gerannt und gegrätscht. Deswegen ist es auch so schwierig, gegen vermeintliche unterklassige Teams zu gewinnen. Nirgendwo ist die Liga so ausgeglichen, wie in Deutschland.
gewinnen... Um nochmal auf das Beispiel England zurückzukommen: Dort gibt es etliche Antikicker oder Spieler, die technisch nicht so versiert sind (bsp. Kuyt), aber sie machen diese Schwächen mit viel Einsatz weg... Eben jenen Einsatz, den ich bei einigen Spielern von uns vermisse... Oder nimm mal das Bsp. Wolfsburg letzte Saison: Die sind wie die Irren quer über den Platz gerannt... Und das über 90 Minuten... Die harten Trainingslager von FM haben sich also ausgezahlt (Grafite hatte sogar die Kotzerei beim Höhentrainingslager - was sich aber offensichtlich gelohnt hat, seine Torquote letzte Saison sagt alles)... Ich finde wir sollten wieder mal mehr in Sachen Fitness machen (wie zu Ottos Zeiten)... Die Schönspielerei und unser offensiver Fußball sind Klasse, solange alles funktioniert, aber das klappt eben nicht gegen alle Mannschaften...
Ja, mit Einsatz ist viel heraus zu holen. Aber das "an die Schmerzgrenze gehen", ist eben auch eine psychologische Sache.
Zum letzten Absatz: Ich glaube die Fitness ist durch gezieltes Training heute weitaus stärker ausgeprägt, wie zu Otto´s Zeiten. Die Anforderungen sind auch völlig Andere. Gerade hier arbeiten Vereine aus dem gesamten Bundesligaprofil weitaus effizienter und geschulter, als noch vor 20 Jahren und die Fitness ist eine der Grundvoraussetzungen, überhaupt am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Das moderne, heutige Spiel, in dem Stürmer auch am eigenen Sechzehner anzutreffen sind, in dem IV 10 Tore pro Saison schießen, ist weitaus laufintensiver, als damals.
Die Schönspielerei, wie Du es nennst, ist ja nicht ein Produkt ausgübter Lauffaulheit, sondern genau das Gegenteil.
Ein Stürmer, der wie früher der Brasilianer Bebeto oder meinetwegen Paolo Rossi bei den Italienern, nur vorne auf die Bälle wartet, hat heute keine Chance mehr, überhaupt aufgestellt zu werden.
Siehst Du, Karlotto, weil Du es so schön aufführst und es super in diesen Thread passt. Insbesondere das hier: 
......wir haben mit hunt,özil und marin ein mittelfeld, das perfekt auf konter spielen könnte....aber nö....immer schön das Spiel machen wollen und die dämlichsten Gegentore kassieren, weil wir dann in der Rückwärtsbewegung nur Spalier stehen, wie Özil beim Gegentor
