Ich habe da irgendwie gemischte Gefühle. Rein vom Kopf her sind die Argumente pro Chip natürlich nicht von der Hand zu weisen. Dass damit ja gewährleistet werden soll, dass das Regelwerk des Fußballs greift.
Aber ich merke in den letzten Monaten und Jahren, dass ich mehr und mehr zu einem dieser "konservativen" Fußballfans werde, die keine Änderungen möchten, die das Spiel selbst verändern würden. Ich kann mit der Marketinmaschinerie um den Fußball herum leben. Immer kürzere Transferintervalle bei den Spielern. Hohe Gehälter, Werbeverträge, Sponsoren - das alles kann ich verschmerzen, weil das, was da unten auf dem Rasen 90 Minuten lang stattfindet davon nicht unmittelbar verändert wird. Elf gegen Elf, zwei Tore, ein Ball, ein Schiri.
Technische Hilfsmittel jedweder Art würden das Spiel aber verändern. Kurze Unterbrechung für den Videobeweis, oder um am Monitor mittels Chip feststellen, ob Tor oder kein Tor - das würde mir nicht gefallen.
Ich kann wie gesagt die Argumente pro Chip gut nachvollziehen und verstehen. Ich kann auch verstehen, dass man damit die Schiedsrichter entlasten würde. Aber die rationalen Argumente können nicht verhindern, dass ich vom Bauch her gegen technische Hilfsmittel bin, weil sie wieder ein Stückchen Fußballromantik zerstören würden.
Wenn Ihr mich jetzt fragt, ob ich immer noch dieser Meinung wäre, wenn die Meisterschaft für Werder davon abhängen würde, ob ein Tor gegeben wird oder nicht, dann habe ich da keine Antwort drauf, die mich nicht in die Bredoullie bringen würde. Dann würde ich wahrscheinlich sagen, "ääähhhhmmmmm", und mich am Kopf kratzen. Aber im Allgemeinen sträube ich mich nach wie vor gegen den Chip - auch wenn er auf lange Sicht wohl nicht aufzuhalten sein wird, wenn jetzt selbst der Blattersepp "weich wird".