Du redest am Thread-Thema vorbei. Kaum jemand hier bestreitet, dass Werder meist herausragend agiert, wenn es darum geht, langfristig sinnvoll zu planen, personell wie finanziell. Kalkulierten Ausschlägen zum Trotz, die immer mal passieren. Nur ist das nicht der Punkt.
Sondern den Kern des Thema`s beschäftigt allein die Frage, die Du oben selber stellst, was nun bei Werder passieren muss, welche Schritte der Verein gehen sollte, um Dinge ändern zu können, die sich stets wiederholen, wie z. Bsp.:
Warum brechen wir regelmäßig zu bestimmten Saisonzeitpunkten ein (wie nach der Winterpause), warum geschieht dies immer nach selben Mustern, warum wird das im Wissen um die Ursachen nicht korrigiert? Warum schaffen wir es nicht, bei gleichzeitiger Anhebung der Qualität und des Gehaltsniveaus besser als vorher zu sein? Eben die Frage:
Muss bei Werder ein Umdenken erfolgen?
Tut mir Leid, aber da sollte man sich fragen, wer hier im Moment am Threadthema vorbeiredet. Ich kann es sogar verstehen, da du dich schon seit einiger Zeit in diesem Beitrag engagierst.
Das Threadthema ist "Erfordert der Gang an die Spitze ein Umdenken bei Werder?". Dies ist eine Frage, die mit JA, erfordert sie! oder nein, nicht notwendig! beantwortet werden kann.
Du kannst hier aber keinen zwingen diesen Schritt zu überspringen, um darüber nachzudenken, warum Werder umdenken muss, wenn dies nicht seiner Meinung entspricht. Deswegen nochmal in short:
Nein, Werder braucht nicht umzudenken! Ja, Werder ist auf einem guten Weg!
Da sprichst Du wichtige Punkte an, ohne wichtige eventuelle Ursachen zu nennen. Du erörterst lediglich bekannte Tatsachen. Es ging nicht darum, Spieler zu verpflichten, die das Gehaltsgefüge sprengen.
Warum bringt denn die 2. Reihe gute Leistungen und geht es dann nicht besser, vor allem konstanter, wenn sogenannte Stammspieler zurückkehren? Die Spieler aus dem 2. Glied, die in der Hinrunde vergangene Saison teils über ihre Verhältnisse spielten und sogar konstant gute Ergebnisse erzielten - zumindest in der BL - brauchte niemand motivieren. Auf der anderen Seite zeigte sich da die eigentliche Qualität des Kaders. Erreichen wir nun wieder die gewünschte Klasse, wenn Leistungsträger zurückkehren, wie in der Rückrunde letzte Saison, schaffen wir es nicht, dies zu bestätigen. Warum?
1.) kehren die Spieler, die vorher zum Zuge kamen, vorbehaltlos auf die Ersatzbank zurück wegen ihres mannschaftsdienlichen Charakters. Eben so, wie es bei Werder jeder gerne hat.
2.) dürfen dann die sogenannten Stammspieler nach ihrer Verletzungspause wochenlang den grössten Müll zusammenkicken, werden aber weder von Vereinsseite in Frage gestellt, noch wollen (weil sie nicht dürfen) die Ersatzspieler Druck ausüben. Macht es dennoch einer wie Klasnic, oder Wome, als der wieder fit war, verschwinden die durch die Hintertür von der Bildfläche. Und dann diese ungewollt geförderte Genügsamkeit: Ein Jensen z. Bsp. hat ganz anders gespielt und war nur da nicht so oft verletzt, als es für ihn darum ging, sich für neue Vereine zu zeigen oder bei Werder zu verlängern. Wie auch Frings und Fritz, die seit ihren besser dotierten Verträgen selten wieder das zeigen, was sie einmal auszeichnete. Inzwischen gibt es sogar demonstrative Vertragsverlängerungen für durchschnittliche Leistungen wie bei Fritz.
3.) werden alle Anzeichen für etwaige Probleme der Mannschaft, die wegen fehlender Eingespieltheit nach der Sommer- und Winterpause normal sind, die aber z. Bsp. dennoch trotzig offensiv ohne Rücksicht auf Verluste ins Verderben rennt oder zunehmendem Phlegma innerhalb des Teams - aus welchen Gründen auch immer - von Vereinsseite wie auch vom Trainerstab in den Wind geschlagen, in keinster Weise gegengesteuert. Das geschieht so lange, bis die Mannschaft in einem tiefen Tal steckt, aus dem sie sehr schwer wieder rauskommt. Erst dann - und damit viel zu spät, weil da bereits psychologische Hemmungen und mentale Probleme reinspielen - fangen KATS an, so etwas wie Druck auszuüben - und auch da meist nur vergleichweise mit Drohungen etwa in Interviews, die am Ende nie vollzogen werden.
4.) wird die Tatsache ad acta gelegt oder will nicht wahrgenommen werden, dass Fussball eben ein Großteil auch Kopfsache ist. Werder glaubt, dass allein mit der grossen Ruhe im Verein erfolgreich gearbeitet werden kann. Jegliche möglicherweise harmoniestörende Einflüsse werden gezielt verhindert. Auf diese Weise kann ein Aussenseiter, der einmal (2004) eine Überraschungsmeisterschaft holt, durchaus erfolgreich sein.
Aber eine gestiegene Qualität - auch durch die Erfolge- , die sich zeigt im Respekt der anderen, die eben anders gegen uns spielen oder in den Leistungen der Ersatzspieler (die Vereinen einiges wert sind - Valdez, Zidan usw.), die können wir so nicht abrufen. Dazu kommt, dass grosse Ansprüche formuliert werden, aber die Konsequenzen höchst überschaubar bleiben, wenn diese Ziele - wie zuletzt oft - eindeutig verfehlt werden. Im Gegenteil, plötzlich wird dann am Saisonende das Erreichte als Optimum bezeichnet. So können sich Spieler und Trainer immer wieder auf`s Neue hinter alledem verstecken, bis die Dinge in der nächsten Saison wiederkehren. Wie der Butler bei ,,Dinner For One" (weil bald Silvester ist): The same procedure as every year.
Ich habe gleich zu Anfang die Ursachen genannt, wiederhole sie aber gerne nochmal:
Immerhin kann man davon ausgehen, dass Werder Bremen, als Gesellschaft, als ein personal-lastiges Unternehmen angesehen werden muss, welches, wie alle Unternehmen in diesem Segment von hunderten Variabeln beeinflusst wird, die nicht immer kontrollierbar sind.
Diese Faktoren können selbst bei einem 5mal so hohen Etat nicht ausgeklammert werden, einzig und allein die Frequenz der Fehler wird reduziert.
Auch, wenn dies einigen nicht passt, da Diskussionen dadurch ein jähes Ende nehmen, sollte man mal darüber nachdenken WAS ein Management wirklich kontrollieren kann und was nicht.
Der Faktor Personal kann unterstützt werden, aber niemals manipuliert werden.
Thema Gehalt: Geld ist ein extrinsischer Anreiz, der bei zu geringer Entlohnung demotivierend wirkt, ab einem adequaten Niveau allerdings nicht weiter leistungsfördernd agiert.
Wenn ich 100% gebe, kann man mir das 10-fache geben, meine Leistung wird dadurch nicht besser.
Wenn ich allerdings nur noch halb soviel verdiene, werde ich nicht mehr 100% geben. Gehaltsanpassung ist also wichtig, man kann aber nicht von a)mehr Geld auf b)mehr Leistung schliessen.
Thema Druck: Mal ganz davon abgesehen, dass du nicht andauernd versuchen solltest profane Interviews zu analysieren, frage ich mich, woher du ableitest, dass kein Druck aufgebaut wird. An der mangelnden Leistung? Sicher? Wir reden hier von Leistungssport, wenn du es auf Schule/Uni übertragen willst, reden wir von Leuten, die zwischen 1+, 1, 1- schwanken. Mal davon abgesehen, dass wir sehr hart arbeiten müssen, damit wir mal eine 1 schaffen, wieviel müssten wir dafür tun, damit wir von 1 auf 1+ steigen und dann auch noch konstant. Die Sportler werden dafür auch fürstlich entlohnt richtig, aber glaubst du nicht, dass jedes noch so kleine Merkmal von aussen diese Konstanz unterbrechen kann? War unser Lehrer dann schlecht? Hat das Schulsystem versagt?
Oder um auf den nächsten Punkt einzugehen, wird deine Note besser, wenn du in einer familiär schwierigen Situation, unter Druck gesetzt wirst?
Ein Trainer kann versuchen 60% aus einem Spieler rauszuholen, wenn ein Spieler in der Situation nicht in der Lage (nicht zu verwechseln mit nicht bereit) ist, mehr als 60% seines Könnens abzurufen. Für den Zuschauer wirklt das natürlich so, als hätte man den Spieler nicht genug herausgefordert und es fällt auf den Trainer zurück. Wer ist hier aber in der Lage zu bestimmen, wann der Spieler nicht mehr kann an diesem Tag und wann der Trainer nicht alles abgerufen hat? Niemand der Aussenstehenden...
Wenn nun Trainer/Manager im Interview verkünden, dass Fortschritte gemacht wurden, obwohl die Leistung auf dem Platz mittelmässig war, fasst das der Fan natürlich negativ auf. Wenn aber tatsächlich die Mannschaft von 60% auf 70% geklettert ist, ist das ein Fortschritt.
Bei Punkt 3 kann ich nur auf Punkt 1 verweisen. Wir reden hier von 30 verschiedenen Variabeln, aber falls wir wirklich eine brauchbare Statistik wollen, würde ich mich freuen, wenn sich irgendjemand zur Verfügung stellt und den Start in die Rückrunde seit Beginn der Bundesliga bei Werder Bremen analysiert. Die letzten 10 Jahre heranzuziehen ist mir zu plump. Auch zu sagen, dass unsere Leitung gerne die schlechte Leistung beibehalten möchte und deswegen nichts ändert, finde ich ziemlich anmassend.
Kurz: Wenn es darum geht, zu richtigen Zeitpunkten von aussen zu beeinflussen, um die Grundspannung zu halten oder Konsequenzen bei Nichterfolg zu ziehen, um Sanktionen zu reglementieren, bricht der Verein Werder ein.
Und genau das machen fast alle anderen besser - diese Behauptung stelle ich pauschal in den Raum.
Noch haben wir keinen anhaltenden Mißerfolg, noch ist vieles machbar. Doch andere Vereine schlafen nicht und werden uns überflügeln, wenn Werder weiter in der selben Soße schwimmt.
Soso, du meinst also Mannschaften, wie Schalke, Meister der Herzen und Quali-vernichter oder Vizekusen oder Zenit München?
Wenn es andere Teams soviel besser machen, warum haben sie es nicht schon vorher geschafft? Es sind 5 Jahre vergangen, Leute! Reden wir nun wirklich von Teams, die bisher nur dadurch geglänzt haben, viel Geld auszugeben?

Gut geschrieben Kugelblitz.
svw_applaus
....Jetzt wird's spannend - Auf und neben dem Rasen!
