Das Dach ist zu kurz und fertig.Das sind die Fakten die sich nicht leugnen lassen,und das ist wirklich typisch Bremen.
Das mit dem Dach kann man so stehen lassen - warum das aber typisch Bremen ist, erschließt sich mir nicht ganz. Vielleicht kannst Du ja mal drauf eingehen.
Andere Spielen schon seit 10 Jahren in Arenen die den Komfort haben den wir jetzt erst bekommen.
Wenn Du etwas differenzierter hinschaust, wirst Du vermutlich selbst feststellen, dass das Blödsinn ist. Woran machst Du diesen Komfort denn fest, abgesehen von nahen Hintertortribünen und einem Dach mit ausreichender Länge?
Richtig ist sicherlich, dass das Weserstadion stets bröckchenweise ausgebaut wurde und uns somit kein einheitliches Erscheinungsbild bietet, wie es bei den genannten Neubauten der Fall ist.
Diese einzelnen Bauabschnitte haben es aber ermöglicht, dass das Weserstadion in Sachen komfort eben
NICHT den anderen Spielstätten hinterherhinkt, sondern - im Gegenteil - gegenüber anderen Stadion teilweise sogar Vorreiter war.
Gehen wir die einzelnen Tribünen und deren Ausbaustufen ruhig mal chronologisch durch.
Westkurve: der Neubau Ende der 80er bescherte die neue Geschäftsstelle, Arztpraxen und Fanräume. Schonmal ein kleiner Fortschritt gegenüber den damals üblichen nackten Tribünen.
Südtribüne: Anfang der 90er war Werder absoluter Vorreiter in Sachen VIP-Logen. Hinzu kamen damals hochmoderne Pressebereiche, die Villa Verde, die Fankneipe und die Leichtathletikhalle unter der Tribüne.
Ostkurve: mit der Großraumloge hat Werder wieder ein neues Konzept etabliert. Dazu kommen großzügige Räumlichkeiten für das Internat, einen neuen Fanshop, dem OKS und weiteren Fan-Räumlichkeiten, einem modernen Kabinenbereich sowie selbstgenutzten Büroräumen.
Nordgerade: mit dem VIP-Bereich inklusive Außenplätzen und dem umfangreichen Catering wurde hier ein weiterer Entwicklungsschritt gemacht. Mit der vorangegangenen Tieferlegung des Spielfelds wurde man dem steigenden Zuschauer-Ansturm gerecht. Dazu kommen natürlich die Bürotürme, die großzügige Flächen für eigene Zwecke bieten, einen größeren Fanshop beherbergt, der Polizei Platz bietet, vielen Unternehmern Büroflächen mit Blick auf das Spielfeld anbietet und außerdem großzügige Flächen für das Catering bereitstellt, so dass hier für alle Plätze guter Komfort geboten wird. Das Wuseum ist ja auch nicht zu verachten.
Und jetzt werden die Catering-Möglichkeiten und die sanitären Anlagen in den Kurven optimiert. Es entsteht zusätzlicher Raum für die Fans in der Ostkurve, die Großraumloge wird komfortabler, eine Aufwärmhalle wird gebaut. In der Westkurve entstehen weitere attraktive Logen, ein Restaurant sowie eine Fankneipe. Nebenbei seien noch die modernen, größeren Videowände erwähnt.
Warum die Aufzählung der einzelnen Ausbaustufen?
Ganz einfach, um folgende Fragen zu stellen.
1.) Was hätte wohl ein Neubau gekostet, der ebenfalls all diese oben genannten Einrichtungen integriert hätte? Sowas hätten wir hier doch gar nicht realisiert bekommen. Alle, die das "Flickwerk" kritisieren oder neidisch nach Meinz oder Aachen schaun, sollten sich mal überlegen was diese Stadien außer langen Dächern und herangezogenen Kurven überhaupt so zu bieten haben. Und ich wage mal zu behaupten, dass wir in Bremen im Falle eines Neubaus nicht wesentlich mehr Komfort gesehen hätten.
2.) Ist das Weserstadion in den letzten 10 Jahren in Sachen Komfort wirklich schlechter gewesen als andere Stadien (auch komplette Neubauten), so wie von Bam Bam behauptet? Angesichts der permanenten Verbesserungen in den letzten Jahren behaupte ich: nein.
3.) Unabhängig von der obigen Aufzählung: welchen Standard hätte wohl jetzt ein Neubau, den man Anfang der 90er an irgendein Autobahnkreuz gebaut hätte? Und vor allem: welche Kapazität hätte man wohl bei einem damaligen Zuschauerschnitt von unter 20.000 gewählt?
Ich glaube einfach, dass in Bremen sehr viel aus den Möglichkeiten gemacht wurde, die das Stadion geboten hat. Die einzelnen, kleineren Baustufen haben bewirkt, dass inzwischen überhaupt der Komfort da ist den wir jetzt vorfinden.
Wer nun neidisch zu anderen Stadien hinaufschaut, der sollte auch bedenken dass München finanziell außer Konkurrenz ist. Hamburg, Schalke und Dortmund hatten zumindest zum Teil riskante Finanzierungen zur Realisierung der Pläne auf die Beine gestellt. Leverkusen hat einen großen Konzern im Rücken. Übrige Stadien wie in Mönchengladbach, Köln oder Aachen mögen von vielen als ansehnlich empfunden werden, sie dürften aber lange nicht die Möglichkeiten bieten, die das Weserstadion bietet. Denn das bietet nicht nur umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten, sondern gleichzeitig auch zusätzliche Einnahmemöglichkeiten, die zur schnelleren Amortisierung der Investitionen beitragen.
Man steckt sooooooooviel Geld in das Stadion und dann mancht man nur halbe sachen.Sei es die Kapazität oder das Dach.Da bekommt man in der West und Ost auch noch Pfeiler vor die Nase gesetzt und das Dach wird trotz allem nur knapp an die letzte Sitzreihe reichen.
Wenn man die Kosten mit unserem Geldbeutel vergleicht, ist das selbstverständlich eine Menge Geld. Aber welche Fakten sagen Dir, dass das überteuert ist? Welche Anhaltspunkte hast Du für die Einschätzung, ob es nun teuer oder günstig ist? Kannst Du die Mehrkosten beziffern, die für die Beseitigung der von Dir genannten Kompromisse hätten aufgewendet werden müssen? Ich finde, darüber sollte man sich schon Gedanken machen ehe man sich weit aus dem Fenster lehnt und von Fehlplanung, Peinlichkeit etc. spricht.
Oh Gott,einfach nur Peinlich und schade.Das kann oder muß keiner verstehen,außer ein paar Leute wie Du...
Diese paar Leute blenden aber wenigstens nicht die Hintergründe aus, warum so gehandelt wird wie gehandelt wird. Diese wenigen Leute haben zumindest ansatzweise schonmal Dinge wie Kalkulation, Amortisationsrechnung oder Kosten-Nutzen-Analyse gehört oder eben auch Risiko-Controlling gehört. Und sie stellen sich nicht als Laien hin und stellen Aussagen von ausgebildeten Planern in Frage. Oder sind es vielleicht doch nicht nur "ein paar Leute"?
Diesbezüglich hätte ich mal gerne eine Stellungsnahme von Herrn Müller dazu...
Wie viele Stellungnahmen willst Du denn noch haben? Es wird wohl auch in Zukunft keine Stellungnahme dabei sein, die Dir nach Ablauf eines Monats noch geläufig ist
