Die Aufstellung von karlotto gefällt mir theoretisch ganz gut, alllerdings wird es sie unter Schaaf nicht geben, da er meinem Eindruck nach auf Viererkettte, Raute und zwei Stürmer festgelegt ist. Im Prinzip ist dagegen wenig einzuwenden, da es erfolgreich war und es gut ist, ein festes System zu haben. (Ob man das mal verändern kann, ist eine andere Frage).
Das Problem, das ich schon seit längerer Zeit sehe ist, dass Werders Spielsystem einen Überhang an offensiven Komponenten hat und es an defensiven fehlt.
Schon in der Meistersaison war es so, dass Ernst meiner Meinung nach nur bedingt geeignet war, die Halbposition zu bekleiden, da er nicht besonders gut abgesichert hat. Ähnliches galt für Borowski, während Lisztes taktisch hervorrragend war. Das war aber verleichweise ein Luxusproblem, denn sowohl Stalteri als auch Davala (oder Schulz) waren defensiv orientiert.
Mittlerweile ist es so, dass die Sicherheitshebel innerhalb der Aufstellung nahezu vollständig abgebaut worden sind. Die Außenverteidiger sind immer offensiver und defensivschwächer geworden. Im Mittelfeld spielt maximal ein Spieler, der defensiv orientiert ist. Wenn Baumann fit ist und Jensen und Frings auch ein bisschen dran denken, funktioniert das. Wenn aber Baumann Formprobleme hat oder ausfällt, haben wir eigentlich nur noch die Innenverteidigung, die im klassischen Sinne für die Defensive zuständig sind. Der Rest ist wohl angehalten, das bei Bedarf zu tun, das ist aber meiner Meinung nach ein Lotteriespiel. Relativ häufig sieht es so aus, dass die Außenverteidiger die Defensive vernachlässigen und auch nicht von den Halbpositionen unterstützt, d.h. abgesichert werden. Da verlässt man sich dann nur noch auf die individuelle Klasse von Naldo und Mertesacker.
Wie gesagt: Wenns läuft, dann klappt das einigermaßen, sei es, weil Mertesacker und Naldo hinten alles abräumen, sei es, weil der Druck so groß ist, dass der Gegner kaum dazu kommt, die entstehenden Lücken zu nutzen, oder sei es, weil das eine oder andere Gegentor verkraftet werden kann, weil
vorne mindestens eins mehr geschossen wird.
Aber mir fehlt da eine systematische Sicherung. Ein einzelner 6er ist da meiner Meinung nach zu wenig und überfordert. Erst recht, wenn es jemand ist, der wie Baumann nicht gerade schnell und agressiv in der Rückwärtsbewegung ist. Frings ist dies zwar eher, aber er neigt meinem Eindruck nach dazu, auf dieser Position ebenfalls seine Defensivaufgaben zu vernachlässigen, auérdem fehlt ihm die strategische Komponente etwas.
Diese systematische Sciherung könnte ein zweiter eher defensiv orientierter Mittelfeldspieler sein, das könnte darin bestehen, dass die Spieler auf den Halbpositionen wenigstens die Hälfte ihrer Anstrengungen auf die Defensive richten. Oder das könnte darin bestehen, dass die Außenverteidiger wieder eine defensivere Prägung bekommen.
Aber so wie es ist, sehe ich das Problem, dass Werder sich zu sehr auf das Glück und die Offensive verlässt und das geht halt regelmäßig mal schief.
Vor allem in Zeiten, wo das Offensivspiel zu schematisch und damit aurechenbar ist. Und auch gegen starke Gegner in der CL, die sich nicht von Werders offensivem Druck ins Bockshorn jagen lassen.
Ich sehe, dass Werder zuletzt bei seinem Wechselspielchen auf den Außenverteidigerpositionen immer stärker die Offensivqualitäten gefördert hat, indem man Spieler wie Boenisch, Tosic oder auch Fritz geholt hat, und die defensivstärkeren AVs wie Schulz und Stalteri abgesägt hat sowie Pasanen dort anscheinend nur als Notlösung betrachtet hat. Insofern fällt diese Option wohl flach. Obwohl ich sie nicht sinnlos finde, da Werders spiel ohnehin fast nur durch die Mitte geht und man auf den Außen daher defensiver agieren könnte. Die Absicherung auf den Halbpositionen hat mit einem Spieler wie Lisztes gut geklappt, Frings und Jensen könnten das auch. Aber faktisch ist es meist so, dass die Offensive im Vordergrund steht, zudem zeigt die Verpflichtung von CA, dass man sich bei Werder hier perspektivisch wohl vor allem offensive Impulse erwartet.
Als realistischste Option betrachte ich noch, im Mittelfeld zu einer Aufteilung mit zwei eher defensiven und zwei offensiven Mittelfeldspielern zu kommen. In der Defensive wären neben Baumann Frings und Jensen, vielleicht Niemeyer Optionen (Vranjes wäre m.E. auch eine, aber Schaaf scheint das leider anders zu sehen). In der Offensive könnten Özil, Hunt oder Jensen neben Diego spielen. Problem scheint mir zu sein, dass Diego möglicherweise auf die zentrale Position festgelegt ist, was vielleicht erklärt, dass kurze Versuche damit bisher nicht weiterverfolgt worden sind.
Was ich aber abgesehen von dem Systemgeplänkel wundert und ärgert, ist, dass so selten kurzfistig reagiert wird, wenn zu sehen ist, dass - weil zu schematisch nach vorne gespielt wird, weil keine Anspielstationen gefunden werden, weil vorne alles zu statisch ist, weil es daher zu Ballverlusten kommt -
hinten riesige Lücken sind. Da müsste man meiner Meinung nach tiefer stehen, sichere Ballpassagen bevorzugen (statt ständig auf gut Glück Risikopässe oder -dribblings zu machen). Da fehlt es an Flexibilität, sei es hinsichtlich Anweisungen von außen oder hinsichtlich Eigenverantwortung auf dem Platz. Das erste Tor gestern war dafür ein gutes Beispiel (wobei das weniger auf meinem Mist gewachsen ist, sondern gestern schön in der Spieltagsanalyse herausgearbeitet wurde): Die Viererkette bleibt nach dem Ballverust wie angewurzelt stehen und steht so, dass ein einziger Pass sie aushebeln kann, 10 meter weiter zurück und es gibt keinen Raum für ein so leichtes Tor. Zudem klebt Wiese beim Pass auf den Torschützen auf der Linie und hat so keine Chance. Das ist taktisch schlechtes Verhalten.
MFG dkbs
Das Problem, das ich schon seit längerer Zeit sehe ist, dass Werders Spielsystem einen Überhang an offensiven Komponenten hat und es an defensiven fehlt.
Schon in der Meistersaison war es so, dass Ernst meiner Meinung nach nur bedingt geeignet war, die Halbposition zu bekleiden, da er nicht besonders gut abgesichert hat. Ähnliches galt für Borowski, während Lisztes taktisch hervorrragend war. Das war aber verleichweise ein Luxusproblem, denn sowohl Stalteri als auch Davala (oder Schulz) waren defensiv orientiert.
Mittlerweile ist es so, dass die Sicherheitshebel innerhalb der Aufstellung nahezu vollständig abgebaut worden sind. Die Außenverteidiger sind immer offensiver und defensivschwächer geworden. Im Mittelfeld spielt maximal ein Spieler, der defensiv orientiert ist. Wenn Baumann fit ist und Jensen und Frings auch ein bisschen dran denken, funktioniert das. Wenn aber Baumann Formprobleme hat oder ausfällt, haben wir eigentlich nur noch die Innenverteidigung, die im klassischen Sinne für die Defensive zuständig sind. Der Rest ist wohl angehalten, das bei Bedarf zu tun, das ist aber meiner Meinung nach ein Lotteriespiel. Relativ häufig sieht es so aus, dass die Außenverteidiger die Defensive vernachlässigen und auch nicht von den Halbpositionen unterstützt, d.h. abgesichert werden. Da verlässt man sich dann nur noch auf die individuelle Klasse von Naldo und Mertesacker.
Wie gesagt: Wenns läuft, dann klappt das einigermaßen, sei es, weil Mertesacker und Naldo hinten alles abräumen, sei es, weil der Druck so groß ist, dass der Gegner kaum dazu kommt, die entstehenden Lücken zu nutzen, oder sei es, weil das eine oder andere Gegentor verkraftet werden kann, weil
vorne mindestens eins mehr geschossen wird.
Aber mir fehlt da eine systematische Sicherung. Ein einzelner 6er ist da meiner Meinung nach zu wenig und überfordert. Erst recht, wenn es jemand ist, der wie Baumann nicht gerade schnell und agressiv in der Rückwärtsbewegung ist. Frings ist dies zwar eher, aber er neigt meinem Eindruck nach dazu, auf dieser Position ebenfalls seine Defensivaufgaben zu vernachlässigen, auérdem fehlt ihm die strategische Komponente etwas.
Diese systematische Sciherung könnte ein zweiter eher defensiv orientierter Mittelfeldspieler sein, das könnte darin bestehen, dass die Spieler auf den Halbpositionen wenigstens die Hälfte ihrer Anstrengungen auf die Defensive richten. Oder das könnte darin bestehen, dass die Außenverteidiger wieder eine defensivere Prägung bekommen.
Aber so wie es ist, sehe ich das Problem, dass Werder sich zu sehr auf das Glück und die Offensive verlässt und das geht halt regelmäßig mal schief.
Vor allem in Zeiten, wo das Offensivspiel zu schematisch und damit aurechenbar ist. Und auch gegen starke Gegner in der CL, die sich nicht von Werders offensivem Druck ins Bockshorn jagen lassen.
Ich sehe, dass Werder zuletzt bei seinem Wechselspielchen auf den Außenverteidigerpositionen immer stärker die Offensivqualitäten gefördert hat, indem man Spieler wie Boenisch, Tosic oder auch Fritz geholt hat, und die defensivstärkeren AVs wie Schulz und Stalteri abgesägt hat sowie Pasanen dort anscheinend nur als Notlösung betrachtet hat. Insofern fällt diese Option wohl flach. Obwohl ich sie nicht sinnlos finde, da Werders spiel ohnehin fast nur durch die Mitte geht und man auf den Außen daher defensiver agieren könnte. Die Absicherung auf den Halbpositionen hat mit einem Spieler wie Lisztes gut geklappt, Frings und Jensen könnten das auch. Aber faktisch ist es meist so, dass die Offensive im Vordergrund steht, zudem zeigt die Verpflichtung von CA, dass man sich bei Werder hier perspektivisch wohl vor allem offensive Impulse erwartet.
Als realistischste Option betrachte ich noch, im Mittelfeld zu einer Aufteilung mit zwei eher defensiven und zwei offensiven Mittelfeldspielern zu kommen. In der Defensive wären neben Baumann Frings und Jensen, vielleicht Niemeyer Optionen (Vranjes wäre m.E. auch eine, aber Schaaf scheint das leider anders zu sehen). In der Offensive könnten Özil, Hunt oder Jensen neben Diego spielen. Problem scheint mir zu sein, dass Diego möglicherweise auf die zentrale Position festgelegt ist, was vielleicht erklärt, dass kurze Versuche damit bisher nicht weiterverfolgt worden sind.
Was ich aber abgesehen von dem Systemgeplänkel wundert und ärgert, ist, dass so selten kurzfistig reagiert wird, wenn zu sehen ist, dass - weil zu schematisch nach vorne gespielt wird, weil keine Anspielstationen gefunden werden, weil vorne alles zu statisch ist, weil es daher zu Ballverlusten kommt -
hinten riesige Lücken sind. Da müsste man meiner Meinung nach tiefer stehen, sichere Ballpassagen bevorzugen (statt ständig auf gut Glück Risikopässe oder -dribblings zu machen). Da fehlt es an Flexibilität, sei es hinsichtlich Anweisungen von außen oder hinsichtlich Eigenverantwortung auf dem Platz. Das erste Tor gestern war dafür ein gutes Beispiel (wobei das weniger auf meinem Mist gewachsen ist, sondern gestern schön in der Spieltagsanalyse herausgearbeitet wurde): Die Viererkette bleibt nach dem Ballverust wie angewurzelt stehen und steht so, dass ein einziger Pass sie aushebeln kann, 10 meter weiter zurück und es gibt keinen Raum für ein so leichtes Tor. Zudem klebt Wiese beim Pass auf den Torschützen auf der Linie und hat so keine Chance. Das ist taktisch schlechtes Verhalten.
MFG dkbs


