WAS EIN GEILES SPIEL!
Braunschweig. 11490 Zuschauer verfolgten das heutige Tor-Festival an der Hamburger Straße. Die Gäste aus Sandhausen konnten zur keiner Zeit den Blau-Gelben das Wasser reichen.
"Mit einem Sieg können wir an Sandhausen vorbei ziehen", so war die Aussage von Torsten Lieberknecht vor der Partie. Seine Spieler schienen diese Worte zu beherzigen und starteten mit viel Elan in das Spiel gegen den SV Sandhausen.
Bereits nach fünf Minuten erspielten sich die Blau-Gelben ihre erste Torchance durch Mirko Boland. Nach einem Pass von Dennis Kruppke hinter die Sandhauser Abwehr kam der Braunschweiger Mittelfeldspieler an den Ball und setzte seinen Schuss nur knapp hinter das Tor. Die Löwen steckten nicht auf und erspielten sich weitere gute Möglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben oder vom guten Schiedsrichter Florian Steuer zurück gepfiffen wurden.
In der 20. Spielminute war es dann allerdings doch so weit und die Blau-Gelben erzielten den längst fälligen Führungstreffer durch Dennis Kruppke. Mit einem direkt verwandelten Freistoß ließ er Keeper Michael Gurski keine Chance im Tor der Gäste - 1:0. Der Jubel der 11490 Zuschauer war gerade verebbt, da zappelte das Leder erneut in den Maschen. Dieses Mal war es Kingsley Onuegbu, der sich als Torschütze feiern lassen konnte. Ausgangspunkt für den Konter war Dennis Brinkmann mit seinem Ballgewinn in der eigenen Abwehr. Der Abwehrspieler passte das Spielgerät zu Smail Morabit, der nach ein paar Schritten auf Dennis Kruppke ablegte. Seinen gut getimten Pass erreichte Kingsley Onuegbu und der daraufhin nur noch den Sandhauser Torwart vor sich sah. Diesen umspielte er gekonnt und vollendete zum 2:0 (23.)
Die Eintracht setzte weiterhin auf Offensive, was auch daran lag, dass Ihnen die Gäste das Leben heute nicht sonderlich schwer machten. Immer wieder trugen sie über den "King" gefährliche Konter vor, bei denen lediglich der gewinnbringende Torabschluss fehlte. Nach gut einer halben Stunde tauchten die Gäste aus dem Süden dann zum ersten Mal in aussichtsreicher Position vor Marjan Petkovic auf. Den Distanzschuss von Julian Schauerte parierte der Braunschweiger Keeper jedoch mit einem Reflex.
Zwar hatte Kingsley Onuegbu noch eine Möglichkeit nachdem er Michael Gurski zweimal aussteigen ließ, aber diese blieb ungenutzt (37.). Nur Sekunden vor dem Pausenpfiff ergab sich die letzte Chance auf Seiten der Blau-Gelben, als die Hausherren erneut einen Konter vortrugen. Bei dem finalen Pass von Tim Danneberg auf Marco Calamita hob der Linienrichter allerdings die Fahne und signalisierte somit eine Abseitsposition (45.).
Der zweite Durchgang begann gleich mit einem Paukenschlag. Mit seinem zweiten Treffer erhöhte Kingsley Onuegbu den Spielstand auf 3:0 (46.). Dennis Brinkmann hatte sich auf rechts durchgetankt und seinen Flankenlauf mit einem Zuspiel vor das Tor beendet. Dort brachte der Braunschweiger den Ball mit einer artistischen Einlage unter Kontrolle und köpfte ihn am Ende über die Linie.
In den Folgeminuten ging es imposant weiter, aber die Schüsse von Dennis Kruppke strichen nur knapp am Tor vorbei (48. und 52.). Ebenfalls Pech hatten Matthias Henn und Tim Danneberg als sie beide an einer Ecke von Mirko Boland vorbei segelten (50.). Die Spieler von Gerd Dais versuchten zwar noch den Anschlusstreffer zu erzielen, am Ende fehlte es häufig an der Präzision im Zuspiel.
Die Eintracht erkannte, dass heute mehr zu holen war und spielte weiterhin munter nach vorne. Die Gäste wussten sich in der 66. Minute nicht anders zu helfen und brachten Smail Morabit im Strafraum zu Fall. Da Dennis Kruppke kurz zuvor ausgewechselt wurde, schnappte sich Marc Pfitzner den Ball und markierte das 4:0.
73 Minuten waren gespielt, als Kingsley Onuegbu seinen dritten Treffer verbuchen konnte und einen feinen Pass von Mirko Boland zu nutzen wusste - 5:0. Aber dieses sollte noch nicht die letzte Chance gewesen sein. Eine weitere Großchance erspielte sich Marc Pfitzner kurz vorm Ende, aber sein Schuss von der Strafraumgrenze fand den Weg ins Tor nicht. Die Blau-Gelben waren jedoch weiterhin gewillt, dass halbe Dutzend voll zu machen. So sollte es schließlich in der 88. Spielminute den Gästen vorbehalten bleiben, den Schlusspunkt unter diese Partie zu setzen. Jan Schanda setzte sich im Strafraum durch und suchte die Möglichkeit Smail Morabit in Szene zu setzen. Dieses gelang zwar nicht, aber Denis Bindnagel drückte das Leder zum 6:0 über die Linie.
Gerd Dais zeigte sich nach der Partie von der Leistung seiner Mannschaft mehr als enttäuscht und attestierte, dass diese keineswegs drittligatauglich gewesen sei. Auf der anderen Seite freute sich Torsten Lieberknecht mit seinem Team über die gute Leistung, die gewonnen drei Punkte und den damit verbundenen dritten Tabellenplatz.