RIP .... Wir denken an...

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas ssjali
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Gestorben wird immer und überall.
(Ja, ich mache mich mal wieder unbeliebt. Isso.)
Es ist ein seltsames Schauspiel: Ein/e Prominente/r stirbt, und die sozialen Medien brechen in ein Meer aus Kerzen-Emojis und weinerlichen Smileys aus. Man trauert öffentlich, inszeniert Anteilnahme, als ob die Intensität der Trauer die Größe des Verlustes messen würde.

Doch wo ist diese Anteilnahme, wenn im Schatten dieser Schlagzeilen täglich tausende Menschen sterben? Wo sind die Kerzen für den Obdachlosen, der im Winter an einer Bushaltestelle erfriert? Wo die Rührung für die alte Dame, die einsam in ihrem verwahrlosten Zimmer stirbt, erst Tage später von der Nachbarin gefunden?
Und was ist mit den vielen Tausenden in armen Ländern? Jeden Tag sterben dort Kinder an Durchfall, weil sie kein sauberes Wasser haben. Mütter verbluten bei der Geburt, weil es keine Klinik gibt. Menschen ertrinken im Mittelmeer auf der Flucht vor Hunger und Gewalt – und ihre Namen bleiben ungenannt. Ganze Dörfer werden von Überschwemmungen weggespült, Ernten vernichtet - und die Welt schaut kurz hin, dann weg. Kein #RIP, keine emotionale Rede, kein Staatsakt.
Nur Schweigen.

Diese selektive Trauer ist bequem. Sie verlangt nichts von uns außer einem flüchtigen Klick. Sie scheint ein selbstverliebtes Ritual, das uns ein gutes Gefühl gibt, während wir die systematische Unwürde, die das Sterben so vieler Anderer begleitet, geflissentlich ignorieren. Es scheint, wiir trauern um ein Symbol, eine Projektionsfläche, nicht um das Leben. Wir weinen um den Ruhm, nicht um den Menschen. Wir messen den Wert eines Lebens an seiner Sichtbarkeit, nicht an seiner Einzigartigkeit.

Die eigentliche Tragödie ist nicht der Tod der Prominenten, sondern das Schweigen über das alltägliche, unwürdige Sterben der Namenlosen – ob bei uns um die Ecke oder auf einem anderen Kontinent. Dieses Schweigen ist eine kollektive Schuld. Es ist die Verweigerung, hinzusehen.
Es ist die bequeme Auslagerung von Empathie in den digitalen Raum, während die reale Welt voller Leid ist, das wir nicht sehen wollen...
 
Gestorben wird immer und überall.
(Ja, ich mache mich mal wieder unbeliebt. Isso.)
Es ist ein seltsames Schauspiel: Ein/e Prominente/r stirbt, und die sozialen Medien brechen in ein Meer aus Kerzen-Emojis und weinerlichen Smileys aus. Man trauert öffentlich, inszeniert Anteilnahme, als ob die Intensität der Trauer die Größe des Verlustes messen würde.

Doch wo ist diese Anteilnahme, wenn im Schatten dieser Schlagzeilen täglich tausende Menschen sterben? Wo sind die Kerzen für den Obdachlosen, der im Winter an einer Bushaltestelle erfriert? Wo die Rührung für die alte Dame, die einsam in ihrem verwahrlosten Zimmer stirbt, erst Tage später von der Nachbarin gefunden?
Und was ist mit den vielen Tausenden in armen Ländern? Jeden Tag sterben dort Kinder an Durchfall, weil sie kein sauberes Wasser haben. Mütter verbluten bei der Geburt, weil es keine Klinik gibt. Menschen ertrinken im Mittelmeer auf der Flucht vor Hunger und Gewalt – und ihre Namen bleiben ungenannt. Ganze Dörfer werden von Überschwemmungen weggespült, Ernten vernichtet - und die Welt schaut kurz hin, dann weg. Kein #RIP, keine emotionale Rede, kein Staatsakt.
Nur Schweigen.

Diese selektive Trauer ist bequem. Sie verlangt nichts von uns außer einem flüchtigen Klick. Sie scheint ein selbstverliebtes Ritual, das uns ein gutes Gefühl gibt, während wir die systematische Unwürde, die das Sterben so vieler Anderer begleitet, geflissentlich ignorieren. Es scheint, wiir trauern um ein Symbol, eine Projektionsfläche, nicht um das Leben. Wir weinen um den Ruhm, nicht um den Menschen. Wir messen den Wert eines Lebens an seiner Sichtbarkeit, nicht an seiner Einzigartigkeit.

Die eigentliche Tragödie ist nicht der Tod der Prominenten, sondern das Schweigen über das alltägliche, unwürdige Sterben der Namenlosen – ob bei uns um die Ecke oder auf einem anderen Kontinent. Dieses Schweigen ist eine kollektive Schuld. Es ist die Verweigerung, hinzusehen.
Es ist die bequeme Auslagerung von Empathie in den digitalen Raum, während die reale Welt voller Leid ist, das wir nicht sehen wollen...

Pro Stunde sterben weltweit 7200 bis 7500 (Deutschland ca. 115) Menschen. Viel Spaß beim Trauern.
 
Back
Top