Die Frage, die sich mir dabei stellt ist, wie kann es Werder schaffen solche Talente über die gesamte Saison hinweg zu motivieren und besser einbinden?
Ich denke über Spielzeit können sich weder Woltemade noch Njinmah beschweren. Gerade Woltemades Entwicklung verläuft zwar relativ langsam aber stetig, seine Spielzeit war angemessen und Werder ist im Winter sogar seinetwegen ins Risiko gegangen. Ich hätte Borré nicht gehen lassen ohne die Zusage von Woltemade, über die Saison hinaus zu bleiben. So war es mMn. eine strategische Fehlenscheidung, das Prinzip Hoffnung, der Spieler möge sich für den Heimatverein und gegen das Geld entscheiden.
Da eine Verpflichtung von Borré unwahrscheinlich war, hätte man ggf. auch mehr auf Woltemade und/oder Njinmah setzen können
Das wäre mMn. allerdings auch ein großes Risiko gewesen, jedenfalls wenn du das auf den Sommer beziehst. Dann wäre die Planung für die berühmte 2. Saison nach dem Aufstieg nämlich gewesen: Entweder bleibt Füllkrug weil kein Angebot rein kommt, dass für Spieler und Verein von Interesse ist, oder man geht mit Stürmern in die Saison die Erfahrung in der 2. und 3. Liga haben. Im Winter hat man dann ja beschlossen Borré gehen zu lassen und Woltemade mehr Spielzeit zu geben.
10-20 Minuten Einsätze sind da nicht unbedingt Aussagekräftig um einen Spieler im Wettbewerb einschätzen zu können.
Naja aber Njinmah hat sich auf genau diese Art in die Mannschaft gespielt und z.B. Kownacki verdrängt, der die S11-Position von Füllkrug bekommen hat. Manche (hier) sagen, damit habe man Kownackis gute Vorbereitung zunichte gemacht. Ich aber frage mich, wie man denn junge Spieler einbinden soll, ohne das jemand dafür auf die Bank muss. Einen Tod muss man sterben und hier hat es eben Kownacki "erwischt". Die Entwicklung von Njinmah gibt Werner hier recht, auch wenn bei ihm bei weitem noch nicht alles Gold ist was glänzt.
Woltemade und Borré sind ziemlich unterschiedliche Spieler. Kownacki passt eher zu Borré von der Spielweise her. Trotzdem hat Woltemade dann vom Trainer mehr Spielchancen als ein Kownacki bekommen, weil er sich offenbar übers Training etc. auch empfohlen hat, Taktische Veränderungen ausprobiert wurden und der Trainer dann doch irgendwann mehr Potenzial gesehen hat für die Zukunft.
Denke ich auch. Borré war ja nun ne Klasse besser was "arbeiten" angeht, und zwar sowohl besser als Kownacki als auch Njinmah und Woltemade. Deswegen war er dann auch direkt in der Mannschaft. Woltemade ist mehr der Typ Spielmacher, der aber sicher auch mit einem Kownacki vor sich hätte spielen können. Nur wie oben bereits angemerkt und wie ja auch unterschiedlichste Kommentare, u.A. auch bei der U21, beschrieben haben, fehlt es Woltemade an der Effektivität, daran im entscheidenden Moment den richtigen Pass oder Laufweg zu spielen. Wie er zum Beispiel gestern in den Kopfball gegangen ist war von ihm so noch nicht ein einziges mal zu sehen, genau das richtige Timing. Aber noch mal, für einen Trainer der die Vorgabe Klassenerhalt hat, kann es zu Saisonstart nicht primär darum gehen Spieler ins Kalte Wasser zu werfen. Das ist halt irgendwie auch unser Schicksal zur Zeit.
Ich will damit nur sagen, dass mir junge, hungrigere Spieler, die sich beweisen wollen besser gefallen, als eben Stars a la Keita und Borré der die Europaleague mit Frankfurt gewonnen hat.
Jein. Aus gegebenen Gründen. Dass das mit Keita am Ende auf diese Weise endet ist bitter, aber es war eben auch eine Chance. Und Borré hat uns schon sehr geholfen. Ich hätte jedenfalls nicht erleben wollen wie wir in den Abstiegskampf geraden, und dann müssen die "Nachwuchsspieler" die Kohlen aus dem Feuer holen. Das ist schon mal schief gegangen, damals als Füllkrug sich das Kreuzband gerissen hat und Sargent als 19-Jähriger alleine völlig überfordert war.
Ich bin gespannt wo wir Woltemade jetzt effektiv sehen. Wenn es Stuttgart wird (wonach es aussieht) bin ich gespannt was dort mit ihm passiert. Der Druck dort wird wesentlich höher werden und die Konkurrenz um einiges größer sein. Ich hätte ihn gerne noch ein Jahr mehr bei uns gesehen um zu schauen ob er einen Sprung macht. Der Spieler hat sich anders entschieden, sicherlich auch wegen der attraktiveren Möglichkeiten (sportlich und finanziell).
Ja ich bin auch gespannt. Was Woltemade weiterhin braucht ist Spielzeit und ob er die beim VfB so bekommen wird, das ist die spannende Frage. Finanziell und sportlich ist das natürlich einfach mal eine andere Hausnummer als Werder und so sehr strecken, um Stuttgart finanziell auszustechen, konnte man sich vermutlich schlicht und ergreifend nicht. Und es wäre mMn. auch unvernünftig.