Auch mit einem Tag Abstand betrachtet, muss ich sagen, dass ich noch gar nicht ganz glauben kann, was Werders Offizielle uns gestern verkündet haben.
Nach jahrelanger Suche, nach Zweifeln, nach Rückschlägen wurde gestern tatsächlich eine Investorengrupoe präsentiert, die bereit ist, in Werders Zukunft zu investieren und gleichzeitig offenbar sehr viele der sehr engen und strengen Anforderungen Werders erfüllt.
38 Mio Euro klingt erstmal nach sehr viel Geld. Angesichts der hohen Verbindlichkeiten Werders und des über Jahre angehäuft Refprmstaus könnte das Geld aber schnell unwiderruflich verschwunden sein. Hertha BSC lässt grüßen.
Als jemand, der einen Investoreneinstieg sehr zwiespältig sieht, habe ich gestern nicht unbedingt jubiliert Einerseits istces ein sehr positives Signal zu erfahren, dass Werder als Verein und Marke noch eine solche Strahlkraft hat, dass sich wichtige und einflussreiche regionale Persönlichkeiten finanziell beteiligen. Andererseits ist nun die Situation eingetroffen, dass Werder die ersten 18% seines Unternehmenswertes veräußert hat. Das kann man nicht allzu häufig machen.
Die Realisierung des langjährig diskutierten und kritisch abgewogenen Vorhabens gibt, wie oben erwähnt, nicht nur Anlass zur Freude. Vielmehr dürfte durch diesen Schritt, wenn noch nicht vorher geschehen, jedem Beobachter klar geworden sein, wie kritisch es finanziell um Werder tatsächlich gestanden hat und steht. Die Erkenntnis, dass es der Verein aus eigener Kraft wohl nicht mehr geschafft hätte, das angehäufte Defizit aus mehreren Millionen Euro wieder abzutragen, verursacht auch gewisse Schmerzen.
Nun gilt es, das frische Kapital zielführend und erfolgreich einzusetzen. Das vorgestellte Programm liest sich vielversprechend. Nur, ist es mit dem Budget auch zu realisieren? Es wird eine Herkulesaufgabe, für die ich den Verantwortlichen meines Herzensvereins natürlich alle erdenklichen Daumen drücke.
Die Zeitenwende ist spätestens seit gestern bei Werder angekommen. Hoffen und wünschen wir Werder lebenslang das Beste.
