@Bremen
Das war jetzt viel Text und im Grunde ist es nicht viel anders als das, was ich geschrieben habe. Freiburg ist kein Topclub und auch kein Underdog, keine Fahrstuhlmannschaft und kein Euroclub. Bei denen ist alles dabei, immer fröhlich im regelmäßigen Wechsel. Und da man dort exakt damit leben kann, braucht man kein finanzielles Risiko. Man baut mit guter Arbeit langsam ein Team auf, arbeitet sich langsam hoch, am Höhepunkt werden dann die rangezogenen Spieler verkauft und es geht wieder bergab.
Anschließend fängt das Spiel von vorne an. Das kann man kontinuierlich gute Arbeit nennen, denn dadurch spielt Freiburg immer eine Rolle und verschwindet nicht in Liga 3.
Aber: Wie schon gesagt, der Vergleich zu Werder hinkt. Hier würde dieses Konzept einfach nicht funktionieren. Unaufgeregt im Mittelfeld dümpeln funktioniert hier nicht lange. Es mag ruhig in Bremen sein, aber wir haben eine gewisse Erwartungshaltung und da nehme ich mich gar nicht raus. Werder ist ein Verein, über den wohl die meisten sagen würden, dass er dauerhaft unter die Top6 der Bundesliga gehört und genau daran müssen sich die Verantwortlichen messen. Übrigens ähnlich wie beim HSV oder Schalke, nur machen die halt alles viel schlechter als wir.
Werder und Freiburg sind sehr wohl zu vergleichen, denn die Rahmenbedingungen sind/waren gleich. Entscheidend ist was man daraus
macht und wie man den Weg beschreitet und nicht so wie du schreibst, man sich Gedanken machen soll was passiert wenn man da oben ist.
Dein letzter Satz im ersten Absatz spiegelt mMn eine gewisse "Arroganz" deinerseits was die konzeptionelle Arbeit der Freiburger betrifft.
Dies wurde von
@Bremen #600 eindrucksvoll dokumentiert. Auch
@werder Raupe hat sehr gute Argumente gegen deine Annahmen realistisch
und eben nicht an den Haaren herbei gezogen herausgestellt. Denn bis heute liefert Freiburg im Rahmen des Konzeptes. Deine Annahme bzgl.
eines zu erwartenden abrutschen ist hingegen hypothetisch.
Entscheidend in diesem gesamten Vergleich ist doch ein ersichtliches Konzept (Finanzen, Aufbau der Infrastruktur, Kaderwerterhöhung,
Nachwuchs, plus sportlicher Erfolg) = Handlungsfähigkeit.
Ich behaupte Freiburgs Arbeits- und Vorgehensweise ähnelt der von Verantwortlichen des SVW in den 80ern und 90ern bis in 2010/11.
Werder hatte in Rehhagel/Lemke sowie später mit Allofs/Schaaf besonnene und kompetente Verantwortliche. Die Transferpolitik bei Werder
war in diesen Zeiten nie mit Risiken belastet. Zielgebend war in jeglicher Hinsicht das außerordentlich ausgeprägte Gefühl für Ziel- und
Mehrwertspieler. Dazu zwei sehr gute Trainer, welche ein gutes Gespür für ein ausgeglichenes und erfolgsorientiertes Mannschaftsgefüge
hatten. Sobald einer der beiden ging, ging auch der Erfolg. Obwohl man die Ära Kats am Ende noch etwas anders bewerten muss, weil
da offensichtlich schon Fehler in der Transfer- und Finanzpolitik gemacht wurden.
Du stellst fest, dass das Konzept hier nicht funktionieren würde? Ich sage ja und zwar aus den vorgenannten Gründen.
Die Erwartungshaltung magst du, wie auch einige andere Fans haben, aber was ändert das? Eigentlich nichts, denn auf diesen Weg
muss man sich erst einmal machen. Wo er hinführen kann hat Werder ja gezeigt und Freiburg befindet sich am Anfang dieses Weges
mit sehr, sehr guten Grundlagen.
Betreffend deiner Einschätzung der Erwartungshaltung/Ambitionen wie auch ein paar anderer Werderfans und deren Auswirkung auf
die Arbeit der Verantwortlichen ist einfach grotesk.
Erstens ein guter und erfahrener Manager richtet sich in erster Linie nach den Gegebenheiten und somit nach dem Machbaren.
Zweitens kommt dann seine Kompetenz ins Spiel, nämlich was macht er daraus. Dies trifft eben nicht nur auf den Manager zu,
sondern im gleichen Maße auch auf den Trainer. Am Ende steht dann die Ambition und diese wird nicht durch Fans oder Medien gelenkt.
Was sich Fans wünschen oder wo sie glauben Werder sehen zu müssen spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle oder sollte keine
Rolle spielen. Selbst bei deinem Beispiel Bayern und Kane spielt es keine Rolle, denn hier richtet sich der FCB mMn ebenfalls nach
den Gegebenheiten, dem Machbaren sowie der Analyse nach der Ära Lewandowski und dem Ergebnis (scheitern auf europäischer Ebene)
Hier hat der FCB einen eigenen Anspruch, nämlich die Nr. 1 in Europa zu sein.
Was passiert, wenn man sich ohne Grundlagen, Einschätzung ein falsches Bild schafft oder Ambitionen falsch einschätzt, haben wir mit
dem Duo "Infernal" FB und FK erlebt. Übrigens, irgendwo hattest du geschrieben der SV Werder habe mit FK einen guten Trainer gehabt.
Kannst du das auch begründen? Ehrlich, in diesem Zusammenhang ihn mit TS zu benennen, hat schon was.