Btw.: Ohne Investor kommt bisher der SC Freiburg gut klar. Warum? Weil man offensichtlich eine sehr gute sportliche und finanzielle
Strategie verfolgt. Anscheinend jammert da keiner über den schlechten Standort, Corona etc. sondern handelt so, dass Fehler minimiert
und nur das Machbare umgesetzt wird.
Das Thema Freiburg ist genauso ermüdend wie das Märchen vom Underdog Union.
Ich mag Freiburg echt gerne. Wäre vermutlich meine zweite Wahl nach Werder. Dort wird echt gute Arbeit geleistet, aber es ist ein Mythos, dass Freiburg so unendlich viel besser arbeitet als wir. Freiburg hat lediglich eine etwas andere Einstellung zum sportlichen Erfolg.
Dort ist man komplett damit zufrieden, wenn man die meiste Zeit zwischen Platz 8 und Platz 15 verbringt, solange es nicht eine Etage tiefer geht.
So wird der komplette Fokus auf diesen Mittelfeldplatz gelegt und hin und wieder springt dann halt mal Europa dabei heraus. Für Freiburg wird es weder längerfristig nach oben gehen, noch nach unten, auch wenn sicherlich zwischendurch mal Abstieg oder Europa drin sind. Und genau aus dem Grund gibt es dort auch kein finanziellen Probleme. Wer keine Risiken eingeht, wird auch keine großen Probleme kriegen. Aus diesem Grund wird Freiburg diese oder nächste Saison wieder abstürzen in den Abstiegskampf. Diese Achterbahnfahrt kann man sich wunderbar anschauen die letzten 15 Jahre.
Das ist legitim und macht Freiburg sympathisch, aber es ist nicht übertragbar auf Werder. Durch unsere Geschichte herrschen hier andere Ambitionen.
Man will dauerhaft oben mitspielen, denn dort gehören wir in den Augen von Verein, Fans und Medienlandschaft hin. Deswegen sind hier immer wieder Risiken eingegangen wurden. Dummerweise wurde hier nach 2009 versucht das sinkende Boot oben zu halten mit allen Mitteln. Das war ein Fehler. Wenn du einmal in der Abwärtsspirale bist als Verein und diesen Erfolgsgedanken nicht rauskriegst aus Fans, Verein und Medien, dann kommst du da auch nicht mehr aus dem Sumpf raus. Der Abstieg war so gesehen das beste, was uns hätte passieren können. Es hat uns zwar extrem viele Probleme finanzieller Natur eingebracht, aber das Leiden und die Lethargie ist aus den Köpfen verschwunden. Der Verein, die Fans und die Medien haben wieder Hunger und nicht nur bockiges "Ich will aber".
Jetzt gibt es zwei Wege für uns:
1. Der Freiburger Weg, der uns in erster Linie zu finanzieller Sorgenfreiheit führen würde, aber dafür auch ins Mittelfeld der Tabelle + vermutlich wieder Abstiegskampf und der Gefahr, dass wir wieder in eine Abwärtsspirale geraten.
2. Die Euphoriewelle nutzen und angreifen. Großes Risiko besteht hier vorerst keines, die möglichen Einnahmen werden lediglich ein Jahr verschoben.
Die Frage nach dem Weg stellt sich daher für mich auch gar nicht, sondern eher wie es danach weitergeht. Was machen wir, wenn wir es tatsächlich nach oben geschafft haben sollten? Wie hält man sich dort? Und genau hier kommen dann wohl die Investoren zum Tragen. Ohne geht es kaum. Sowas wie bei Union wäre aber wohl eher unser Weg, kleine Beträge in Häppchen und keine Unsummen auf einen Schlag. Letzteres führt zu Übermut, siehe Hertha z.B. oder Stuttgart. Das wäre der berühmt berüchtigte strategische Partner, von dem man schon lange redet.