Um sowas zu erreichen, müssten wir vor allem erstmal längerfristig erfolgreich sein. Wir sind jahrelang durch den Abstiegskampf gedümpelt. Da hat natürlich keiner unserer Spieler solche Werte erreicht. Und natürlich gilt das in erster Linie dann für junge Spieler, nicht unbedingt für Spieler jenseits der 30.
Warum sind wir denn jahrelang durch den Abstiegskampf gedümpelt? Auch bzw. vor allem deshalb, weil das Kaderwertmanagement = d.h. Spieler günstig zu verpflichten, diese so zu verbessern, dass die Mannschaft mehr Punkte holt und gewinnbringend zu verkaufen, um diese Erlöse in den Kader zu reinvestieren, nicht so ausreichend funktionierte, um zumindest dem Abstiegskampf fernzubleiben.
Und wo immer der SC Freiburg als positives Beispiel genannt wird, hier mal die Endplatzierungen von Freiburg seit 2010:
14, 9, 12, 5, 14, 17(Abstieg), 1(Aufstieg), 7, 15, 13, 8, 10, 6, 5.
Wäre das unsere Ambition?
Worauf möchtest du hiermit hinweisen? Unsere Platzierung seit 2010 waren 3, 13, 9, 14, 12, 10, 13, 8, 11, 8, 16 (Relegation), 17 (Abstieg), 2 (Aufstieg). D.h. in dem Zeitfenster sind wir von einem EC-Teilnehmer in die 2. Liga abgestürzt und fanden uns zuletzt im unteren Tabellenhälfte wieder. Freiburg stieg im selben Zeitraum nach einigen Jahren überwiegend in der unteren Tabellenhälfte ab, schaffte ebenfalls den sofortigen Wiederaufstieg und erreichte mit einem gut funktionierendem Kaderwertmanagement in den 3 der letzten 4 Jahre einstellige Tabellenplätze, davon zuletzt 2x mit Qualifikation für den Europapokal. Sollte ein gut funktionierendem Kaderwertmanagement als eines der Voraussetzungen für sportlichen Erfolg etwa nicht unsere Ambition sein?
Spieler gut verkaufen und dann so ein Auf und Ab? Die verkaufen nach guten Saisons ihre guten Spieler und müssen dann wieder neu aufbauen. Finanziell solide zu sein, ist ja super, aber das bedeutet leider auch sportliche Berg- und Talfahrt.
Wie soll sich denn deiner Ansicht nach ein Werder-Kader finanzieren, wenn nicht (auch) durch Transfererlöse? Wir sind kein Club mit irgendwelchen Scheichs, Weltkonzernen oder Sugar-Daddys im Rücken, so dass wir begehrte Spieler i.d.R. irgendwann verkaufen müssen. Erst recht bei 37 Mio. € Verbindlichkeiten gegenüber Kreditgebern und Anleihe-Investoren.
Wenn ein Kader in der Breite gut aufgestellt ist, dann kann dieser den Verlust von Leistungsträgern zumindest so weit kompensieren werden, dass nicht gleich eine akute Abstiegsgefahr daraus resultiert. Siehe Freiburg. Der SCF verkaufte vor den 3 letzten Saisons 4 Leistungsträger: 2020 Knoche (Leeds 13 Mio. €) + Waldschmidt (Benfica 15 Mio. €), 2021 Santamaria (Rennes 14 Mio. €) und 2022 N. Schlotterbeck (Dortmund 20 Mio. €) Bedeuteten diese Transfers für Freiburg den Automatismus eines Absturzes in den Tabellenkeller? Die Platzierungen der letzten 3 Jahre sprechen nicht wirklich dafür, oder?
Unser Kader ist in der Breite jedoch nicht gut aufgestellt. Auch bzw. vor allem wegen einem unzureichenden Kaderwertmanagement. Deswegen auch die Panik hier, dass mit einem Transfer von Lücke mit erhöhter Abstiegsgefahr gleichgesetzt wird. Unbegründet sind diese Ängste sicherlich nicht, denn die jüngere Vergangenheit hat uns diese Gefahren mit den Weggängen von Kruse 2019 und Klaassen 2020 sehr deutlich vor Augen geführt. - auch wegen einer zu schwachen Breite im verbliebenden Kader. Leider seit vielen Jahren ein Dauerthema bei uns. Freiburg hat seine dahingehenden Hausaufgaben besser gemacht - trotz Corona.