Der Film-Rezensions-Thread

Es gibt einige gute deutsche Filme, wobei der Ausschuß wie überall aber natürlich überwiegt.

Und Das Boot ist der Beste. Würde auch die TV-Fassung dem Kinofilm vorziehen.
Folgende 20 deutschen Filme aus meiner Sammlung kann ich alle empfehlen.

Das Boot
Metropolis
Bang Boom Bang
Staplerfahrer Klaus (Kurzfilm :D)
M: Eine Stadt sucht einen Mörder
Der Untergang
Das Leben der Anderen
Lola Rennt
Das finstere Tal (AT/D)
Das weiße Band
Das Experiment
Knockin' on Heaven's Door
Der Baader Meinhof Komplex
Stalingrad
Die Brücke
Pappa ante Portas
Ödipussi
25 km/h
23 - Nicht ist wie es scheint
Soul Kitchen

Der Neue Deutsche Film ist bis auf wenige Klassiker weitestgehend an mir vorbeigegangen, genau wie die alten Horrorklassiker aus den 20ern.
Und deutsche Komödien sind (bis auf die oben genannten :D) euphemistisch ausgedrückt in der Regel gar nicht mal so gut.
Immerhin zwei Fritz Langs dabei. :top: Aber der Staplerfahrer vor M …? Ich bin erschüttert! :ueberrascht:
Tom Tykwer oder Ulrich Mühe gehen immer.

ich darf zwei „Klassiker“ ergänzen:
Eroica (AT 1949) und Es geschah am hellichten Tag (CH-D-ES 1958).
 
Zuletzt bearbeitet:
Lammbock, Knocking on Heavens Door, Agnes und seine Brüder, Goodbye Lenin, Die fetten Jahre sind vorbei, usw. Alles sehr gute Deutsche Filme. Wo bei Lammbock der absolute Kracher ist. Und dazu noch als Mehrteiler Unsere Mütter unsere Väter. Auch ein richtiges Brett.
 
... andrerseits, wer alle Winnetou-Filme, James Bonds und Status Quo oder Ben Hur geguckt hat (wie ich), der müsste auch etwas Offenheit für andere Klassiker haben, oder erkennt ihr ein Muster, was mich vom Boot abhält?
Das Muster wirst vermutlich nur du erkennen können. ;) Ich hatte Das Boot seinerzeit im Kino (ja, ich bin schon so alt) und später den von @HevyDevy bereits erwähnten TV-Mehrteiler gesehen. Letzterer ist übrigens einer der wenigen Kauf-DVD/Blue Rays, die ich zuhause habe. Was mich an diesem Anti-Kriegsfilm bis heute besonders beeindruckt ist, dass der lebensgefährliche, harte, entbehrungsreiche Alltag auf engem Raum sehr authentisch wirkend dargestellt wird. Auch deshalb, weil dieses Original anders als das gleichnamige Sky-Remake keine Hochglanz-Produktion ist und sich somit auf das Wesentliche fokussiert - welches v.a. bei den Unterwasserszenen mit einer 5.1-Soundsystem besonders gut zur Geltung kommt.
 
Stimmt, "Der Untergang", habe ich gesehen und fand den auch gut :)
:tnx:

"Baader Meinhof Komplex" ist der zweite Film aus deiner Liste, den ich gesehen hatte, fand ich mehr aus Geschichtsinteresse interessant (jaja, ist ein Film), aber als guter Film ist der mir trotzdem nicht unbedingt in Erinnerung geblieben, aber durchaus interessant.
Filmisch gehört BMK sicherlich nicht zu den Highlights des deutscher Kino-Produktionen. Um so mehr "punktet" der Streifen trotz so mancher künstlerischer Freiheit dadurch, dass die Handlungen sich sehr an den in dem Buch geschilderten zeitgeschichtlichen Ereignissen halten. Dem Film fehlt verständlicherweise der Tiefgang dieses sehr komplexen Themas, aber wer das Buch weder gelesen noch irgendwelche Dokus darüber gesehen hat, bekommt einen sehr guten Einblick über das Wirken der RAF - wenn auch nur bis einschließlich des "Heißen Herbst" 1977.
 
Herr Lehmann, Die Unendliche Geschichte, Otto(!), Das Wunder von Bern, Werner, Sonnenallee, Was nicht passt wird passend gemacht, Texas

Und natürlich noch alte Klassiker wie Nosferatu oder Die Brücke.

edit: Und weils ein Fußballforum ist: Fußball ist unser Leben fand ich irgendwie witzig :)
 
Für mich fehlt noch Goldene Zeiten als Abschluss der "Unna Trilogie"..sehr underrated mMn und Who am I fand ich auch sehr gut
 
Brawl in Cell Block 99

Ein großartiger Vince Vaughn als Antiheld in einem langsamen, dabei aber immer effizienten, düsterem, realistischem und brutalem Film, der auch als Charakterstudie durchgeht.
Sehr gut gefilmte handgemachte Action. Insgesamt viel besser als ein moderner "Blockbuster" mit einer hauchdünnen Handlung und CGI im Wert von hunderten Millionen Dollar...
Und aufpassen bei der Wahl der Filmversion, denn FSK 18 heißt in Deutschland nicht immer ungekürzt.

8/10
 
Ich habe kürzlich "The Flash" gesehen, den neuen Film über den gleichnamigen DC-Superhelden.

Insgesamt ein ganz unterhaltsamer Film. Viele nette Einzelszenen, der Humor stimmt, ein sehr guter Score und ich fand Miller in der Hauptrolle ziemlich passend für die Rolle besetzt und
Michael Keaton
macht als Batman auch eine bemerkenswert gute Figur. Trotzdem kommt der Film für mich über "ganz nett" nicht hinweg. Vieles passiert sehr schematisch und ohne überzeugende Motivation:
Sowohl Keaton-Batman als auch Supergirl weigern sich, den Flashes zu helfen, um dann aber wenige Minuten später natürlich doch zu helfen
. Dazu fand ich den ganzen dritten Akt eher schwach.
Das Ineinanderkrachen der Welten mit der Darstellung der Filmrollen und insgesamt auch die bemerkenswert schlechte CGI bei den Cameo-Einblendungen in dem Moment haben auch nicht gerade geholfen.
Und das Ende finde ich auch nicht überzeugend.
The Flash lässt seine Mutter bewusst sterben, weil er gelernt hat, welche Auswirkungen winzige Änderungen in der Vergangenheit auf die Zukunft haben können, aber ändert die Vergangenheit dann trotzdem, um seinen Dad zu entlasten? Und warum war der überhaupt im Knast, wenn die Kamerabilder ihn ja in der Timeline von Anfang an hätten entlasten können?
Vielleicht habe ich da etwas nicht oder falsch verstanden, aber sonst finde ich das irgendwie ein wenig billig.

6/10 - Nette Popcorn-Unterhaltung mit guten Momenten, aber einem schwachen Ende und einigen fragwürdigen Entscheidungen in der Inszenierung.

Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich bisher kaum Filme des neuen DC-Universums gesehen habe und daher vielleicht auch einige Anspielungen oder Szenen nicht voll auskosten konnte. Insgesamt reicht mir dieser ganze Multiversums-Ansatz langsam aber auch und wenn man mal den direkten Vergleich sucht haben mir die Multiversumsfilme von Tom Hollands Spiderman und der Zeichentrick-Spiderman-Film von Marvel jeweils deutlich besser gefallen.
 
können?[/spoiler] Vielleicht habe ich da etwas nicht oder falsch verstanden, aber sonst finde ich das irgendwie ein wenig billig.
SPOILER:
Sorry, weiß nicht wie man spoiler einfügt.



Sein Vater konnte nicht entlastet werden, weil er im original Video nie den Kopf hebt und so nicht einwandfrei auf Video erkennbar ist.
Barry stellt dann in der Vergangenheit die Tomaten von unten nach oben, wodurch sein vater auf dem video identifiziert wird...

Spoilertags reineditiert.
Gruß
CG
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Sein Vater konnte nicht entlastet werden, weil er im original Video nie den Kopf hebt und so nicht einwandfrei auf Video erkennbar ist.
Barry stellt dann in der Vergangenheit die Tomaten von unten nach oben, wodurch sein vater auf dem video identifiziert wird...
Das ist schon klar, aber er zieht im Film ja die Lehre, nichts in der Vergangenheit ändern zu können, weil das fatale Auswirkungen auf die Gegenwart haben könnte und tut letztlich doch genau das erneut.
Und ich editiere mal Spoilertags in deinen Beitrag. :)
 
Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil 1

Hatte sehr hohe Erwartungen und bin vielleicht deswegen leicht enttäuscht.

Wer hat die Schlüssel aus dem U-Boot geborgen, wenn nur eine Person weiß wo sich dieses befindet und warum ist diese so unachtsam um sich diese entwenden zu lassen? Wird vielleicht im nächsten Teil geklärt, ist aber so unbefriedigend.

Ilsa schiesst in der Sandsturmsequenz aus der Mitte eines Raumes ohne sich zu bewegen und hat dabei diverseste Ziele durch einen relativ kleinen Sichtbereich? Glaub auch kaum, das so ein Sandsturm einen Sniper beeinträchtigt.:denk:

Ebenfalls unbefriedigend ist die Hintergrundgeschichte zwischen Ethan und Gabriel. (Gabriel hat die Freundin von Ethan vor seiner Zeit beim IMF getötet, das wars.) Zu wenig Erklärungen, die möglicherweise auch im nächsten Teil weiter erläutert werden. Bin aber kein Freund davon, wichtige Inhalte auf einen zukünftigen Film auszulagern.

Der Tod von Ilsa kam dann doch recht überraschend und ist auch nicht zwingend nötig. Aber ist in diesem Teil auch die schwächste von den vielen starken Frauenrollen. Die Charaktere von Vanessa Kirby, mehr noch Pom Klementieff und gerade Hayley Atwel haben mir sehr gut gefallen.

Ein Glück auch, das am Ende der Zug nicht entgleist bei kurvenreicher Strecke und voller Geschwindigkeit. Wer schmeisst eigentlich die Kohle nach?

Der Sprung von Gabriel vom Zug ist einfach der lachhafste Moment im Film und unfassbarer Bullshit. Springt rückwarts bei voller Zuggeschwindigkeit vom Dach, weil er auf den Timer auf seiner Uhr schaut um dann genau auf der Ladefläche seines Fluchtwagens zu landen? :lol:

Die Actionsequenzen sind etwas unspektakulärer im direkten Vergleich zum Vorgänger, aber immer noch großartig. Auch die wenigen humorigen Einlagen funktionieren sehr gut.
Für mich auch aufgrund des (gewollt?) schwachen Bösewichts trotzdem der zweitschwächste Mission Impossible Film, was bei einer so starken Serie aber kein Verriss ist.

8/10
 
Oppenheimer

Wie zu erwarten gibt es keine tiefergehenden Details zum Bau einer Atombombe :D, aber der Film geht auch grundsätzlich nicht wirklich auf die Entwicklungsgeschichte ein.
Es geht im wesentlichen um das Manhattan-Projekt bis zum Trinity-Test und vor allem die Auswirkungen, seelischen Leiden und Folgen für Oppenheimer, dem die Führungselite seine liberalen Ansichten nicht verzeihen mag und der sich wohl auch selber nicht verzeihen konnte.
Die Atombombenabwürfe auf Japan werden nur am Rande erwähnt.
Leider wird einem der Charakter von Oppenheimer trotz einer Laufzeit von 3 Stunden aber nicht wirklich näher gebracht und bleibt mir zu sehr an der Oberfläche.
Der Film spielt auf mehreren Zeitebenen, zwischen denen fleissig gewechselt wird, besteht fast nur aus Dialogen und ist nicht einfach zu folgen. Definitiv kein Film für ein actionorientiertes Publikum, aber mit hervorragender Kameraarbeit und Dialogen, hervorragenden Darstellern und Matthias Schweighöfer :ugly:.

Insgesamt trotz seiner Überlänge nicht langweilig, aber hätte bestimmt noch packender umgesetzt werden können.

8/10
 

Der Critical Drinker hat sich hier ja ziemlich eindeutig zu positioniert und ich stimme ihm meistens (nicht immer) zu.


Andere Kritiken finden die erste Hälfte des Films ganz o.k. und kritisieren aber ebenfalls die Aussage des Films. Es soll auch definitiv kein Kinderfilm sein.
Wiederum andere loben den Film komplett.

Es ist auf jeden Fall kein Film, den ich mir im Kino geben würde. Bin da aber sowieso die falsche Zielgruppe.

Da würde mich deine Meinung mal zu interessieren. Ist es wirklich so ein männerverachtender woker Film?
 
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