Wenn diese vielen Blackouts auch in einer Überbelastung begründet sind / sein sollen, dann ist/wäre das letztlich eine Indiz dafür, dass die Qualität des Kaders nur bedingt erstligatauglich ist. Denn z.B. den Erfolg in der Offensive überwiegend mit "langem Hafer" zu suchen, sollte taktisch keine so hoch anspruchsvolle Spielweise sein, die Erstligaspieler dermaßen (über)belastet, dass sich auch dadurch ihre Fehlerquoten signifikant erhöhen. Schon gar nicht bei gestandenen Profis wie z.B. Friedl und Veljkovic, die an den beiden Gegentoren vom Sonntag nicht unerhebliche Anteile hatten. Und die Äußerungen von OW, dass der Unterschied zu anderen Teams der ist, dass diese Situationen nicht in 19 von 20 Fällen, sondern in 20 von 20 Fällen verteidigen, ist auch ein deutliches Signal eines Qualitätsdefizits - welches sich auch in der mageren Ausbeute von 18 Punkten in den letzten 19 Ligaspielen widerspiegelt.
Generell richtig. Aber um den Faden von Antizipation und Ballgewinn seitens Gruev mal weiterzuspinnen: es geht ja nicht nur um den grundsätzlichen Vorteil eines Ballgewinns, sondern auch um das, was gesamtmannschaftlich darauf folgt. Denn wenn Gruev den Ball gewinnt wird er sich aller größter Wahrscheinlichkeit damit zumindest ein Stück nach vorne bewegen, um einen eröffnenden Pass zu spielen. Das ist aber auch mit Risiken verbunden, weil bei uns viele Ballverluste bei uns zur Tagesordnung gehören, so dass die Gefahr groß ist, dass Gruevs Adressat bzw. der darauf folgende den Ball gleich wieder verliert. Somit kann dann ein Gegner unmittelbar mit bzw. nach Balleroberung unsere Defizite im Umschalten von Offensive auf Defensive sowie dem zu geringen Tempo z.B. dazu nutzen, um einen Pass in den durch das Vorrücken von Gruev entstandenen Freiraum zwischen ihm und der Abwehrreihe zu spielen oder ggf. die vorrückende Abwehrreihe auszukontern.
Um ein solches Szenario zu verhindern, sind die Anforderungen an einer Mannschaft höher als mit einem defensiv ausgerichteten 6er. Oder anders formuliert: eine Mannschaft ist damit höheren Belastungen ausgesetzt. D.h. - nur mal so als Gedankenspiel - dass wenn du schreibt, das die vielen Blackouts unserer Truppe u.a. in einer Überlastung begründet sind dadurch auch taktische und individuelle Fehler entstehen, wäre es doch kontraproduktiv, mit einem offensiv ausgerichteten / mutigeren 6er zu agieren. weil damit die Mannschaft höheren Risiken von Gegentoren ausgesetzt ist - und somit auch die Gefahr steigt, dass durch Überlastung / Überforderung taktische und individuelle Blackouts entstehen. Und damit wären wir wieder beim Thema Qualität des Kaders.
Meine Vermutung ist die, dass OW deshalb mehr auf Groß als auf Gruev setzt, weil es ihm im Wissen um die gravierenden Defizite v.a. im Defensivverhalten des Kaders um Risikominimierung geht.
Zunächst geht es natürlich darum sich in Ballbesitz zu bringen, oder eben diesen zu erhalten. Dafür benötige ich aber grundsätzlich
Schlüsselspieler. Warum? Genau, um eben nicht das Spiel der langen Bälle zu spielen, welche oft im Ballbesitz des Gegners enden.
Die Spieler wieder in kraftraubende Zweikämpfe etc. zwingt und letztendlich den Gegner das Gesetz des Handelns überlässt.
Also mir ist ein funktionierender 6er lieber welcher besser die Räume schließt oder eben bei Ballbesitz einen adäquaten Pass spielen kann.
Deine Schilderung bzgl. der gesamtmannschaftlichen Folge nach einem durchaus gutem Passspiel sind mir dann zu theoretisch.
Natürlich haben wir hohe Ballverluste im Spielaufbau, oh Mann, dass kann aber nun kein Mittel sein das Passspiel im Spielaufbau zu
unterbinden, weil vielleicht die Gefahr besteht das die Abnehmer vorne blind sind. Damit müsste Ole Werner seinen Spielern tatsächlich
die Erstligatauglichkeit absprechen.
Also zunächst einmal spielt ein Gruev nicht offensiver und ein Groß nicht defensiver. Was ich meine ist einfach die Anforderung an einen modernen 6er und diese erfüllt ein Gruev halt und Groß nicht.
Basis meiner Denke ist immer die doppelte Besetzung im def. MF. Wenn Gruev in Ballbesitz kommt öffnet er nicht zwangsläufig den Raum hinter
sich sondern spielt im besten Fall den Pass in die Tiefe. Sollte er doch einmal aufrücken sichert der Zweite ab oder aus der Kette (Notfall) rückt einer vor. Wir aber überbrücken mit hohen und langen Bällen, in der Regel sind dieser schlechter zu kontrollieren, unser Mittelfeld läuft
praktisch durch die 50/50 Chance oftmals eben gerade in eine Kontersituation. Am Samstag habe ich diverse Situationen gesehen, wo wir nach
hohen und langen Bällen mit einer einfachen Kopfballabwehr am gegnerischen 16er mit 5/6 Spielern hinterm Ball waren und die Freiburger
mit Ball eine Möglichkeit der Überzahl schlampig verspielten. Also eben genau die Situationen die du oben mit Gruev aufgezeigt hast.
Nur da stand ein Groß, viel abgeräumt hat er mMn nicht, siehe auch seine Zweikampfquote. Oftmals stand er zu hoch, wie auch in der
Rückwärtsbewegung bei ihm zu sehen war, sind seine Schnelligkeitsdefizite auf dieser Position nicht tragbar. Einen solchen Spieler, nur auf anderer Position, leisteten wir uns vor Jahren mit Moisander.
Ich kann aber doch nicht einen Spieler, welcher einfach den besseren 6er repräsentiert draußen lassen, weil ich davon ausgehe, dass dieser
Spieler genau passt, aber evtl. ein Abnehmer den Ball gleich wieder verlieren könnte. Also wenn Werder mit Gruev, so verstehe ich deine Argumentation, ein noch höheres Risiko gehen würden Gegentore zu bekommen oder gefährlichen Kontersituationen ausgesetzt zu sein,
dann frage ich mich warum wir jetzt schon den zweitschlechtesten Abwehrverband haben.
Der Schlüssel liegt hier für mich in der doppelt besetzten zentralen Position im defensiven MF und bei Ballbesitz die besseren fußballerischen
Mittel auf meiner Seite sind. Sie stellen auch keine hohen Anforderungen an die anderen Spieler sondern im Gegenteil die Zentrale ist verdichtet
und selbst im Vorrücken immer mit einem 6er besetzt.
Um ein solches Szenario zu verhindern, sind die Anforderungen an einer Mannschaft höher als mit einem defensiv ausgerichteten 6er. Oder anders formuliert: eine Mannschaft ist damit höheren Belastungen ausgesetzt. D.h. - nur mal so als Gedankenspiel - dass wenn du schreibt, das die vielen Blackouts unserer Truppe u.a. in einer Überlastung begründet sind dadurch auch taktische und individuelle Fehler entstehen, wäre es doch kontraproduktiv, mit einem offensiv ausgerichteten / mutigeren 6er zu agieren. weil damit die Mannschaft höheren Risiken von Gegentoren ausgesetzt ist - und somit auch die Gefahr steigt, dass durch Überlastung / Überforderung taktische und individuelle Blackouts entstehen. Und damit wären wir wieder beim Thema Qualität des Kaders.
Warum ist ein spielstarker 6er (so möchte ich es mal ausdrücken) einem spielschwachen 6er unterlegen? Offensiv und defensiv ist
hier eher irreführend. Zudem hat der spielstarke 6er auch noch Vorteile im Stellungsspiel, Zweikampfführung und Schnelligkeit gegenüber dem spielschwachen 6er. Wo uns diese Denkweise bisher hingebracht hat haben wir doch vor Augen.
Die Zwangsläufigkeit die du in Punkto höhere Risiken herausstellst sehe ich da nicht, im Gegenteil. Ein kontrolliert gespielter Pass erhöht doch
die Möglichkeit einen Ball zu kontrollieren und ein erfolgversprechendes Kombinationsspiel aufzuziehen, als dieses Geholze, wo effektiv
eine 50 % Chance auf Ballgewinn oder Torchance besteht.
Du gehst in der Annahme das Ole Werner im Falle von Groß/Gruev von Risikominimierung ausgeht? Stimme ich dir zu, aber dann müssten
ihn die Fehler von Groß auch auffallen und eben auch sehen, wo wir mit ihm als 6er stehen und welche Auswirkungen es auf die 3er-Kette hat.




