Krieg in Europa

Vermutlich ist dies tatsächlich gerade als Mitteleuropäer schwer zu begreifen, dass die Welt sich sonst weiterdreht (schließe mich da etwas mit ein). Jemand in Indonesien wird das vermutlich mit einem Achselzucken quittieren und einfach weiter machen.

Jemand in Afrika, den man mal wieder links hat liegen lassen (Corona) wird sich auch fragen, wieso er seine eigene Wirtschaft für einen Europäischen Konflikt schwächen soll. Das wurde glaube ich kürzlich so vom Präsidenten der Elfenbeinküste (bei G20 glaube ich) auch gesagt.
 
Das ist der Casus Knacktus, auf den ich letztlich hinauswollte: würde Russland bei Absetzung / Tod von Putin eine solche Chance wahrnehmen? Zweifel sind angebracht, denn auch wenn Putin wie ein Zar regiert, so findet seine Politik eine große Zustimmung, so dass zu vermuten ist, dass ein etwaiger Nachfolger kein "2. Chruschtschow" sein würde, der mit der Politik seines Vorgängers in vielen Teilen bräche.
Diktatoren halten sich so lange an der Macht, solange es deren Entourage gut geht, sicher, warm und wohlhabend. Erst wenn es dem Putin-Umfeld an den Kragen geht, derart, daß sie sich nicht mehr frei bewegen können und abgeschnitten sind von Ihren Konten, könnte eine Änderung eintreten. Wie und in welcher Form, darüber muss man spekulieren.
 
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Vermutlich ist dies tatsächlich gerade als Mitteleuropäer schwer zu begreifen, dass die Welt sich sonst weiterdreht (schließe mich da etwas mit ein). Jemand in Indonesien wird das vermutlich mit einem Achselzucken quittieren und einfach weiter machen.
So wie wir weitermachen, wenn irgendwo am anderen Ende der Welt Konflikte herrschen.
 
Warum tun sie dies?
Meinst du die USA, die auch gerade mit der höchsten Inflationsrate seit 40 Jahren struggeln

Vielleicht kurz zur Verdeutlichung meines Standpunktes: Die USA arbeiten seit einiger Zeit daran, ihren härtesten Konkurrenten auf dem Weltmarkt, die EU, in die Bedeutungslosigkeit zu befördern. Wenn sie dazu einen europäischen Konflikt befeuern müssen, dann tun sie das. Spätestens seit 2014 - und zwar nicht mal verdeckt. Und wenn dafür das BIP 6 Monate in den Keller muss, dann wird das gern mal in Kauf genommen. Man denkt eher langfristig in Washington (oder wo steht die Zentrale von Blackrock)?


In welche Einzelteile zerlegt sich Europa denn gerade?

Verstehe ich nicht.


Auch dazu kurz meine 5 Cent (die keine zwei mehr wert sind): Wenn Scholz und seine (nationalen und internationalen) Freunde uns alle wissentlich an den an den Rand eines kriegerischen Konflikts mit Europas Militärmacht Nr.1 manövrieren, dann finde ich "in Einzelteile zerlegen" eher euphemistisch formuliert. "Atomisieren" trifft es vielleicht noch besser.
 
Jemand in Afrika, den man mal wieder links hat liegen lassen (Corona) wird sich auch fragen, wieso er seine eigene Wirtschaft für einen Europäischen Konflikt schwächen soll. Das wurde glaube ich kürzlich so vom Präsidenten der Elfenbeinküste (bei G20 glaube ich) auch gesagt.
Ich weiß nicht wie es mit der Elfenbeinküste aussieht.
Jedoch z.B. der Sudan bezog zuletzt ca. 1/3 des Getreides aus Russland, sowie zusätzlich noch durch die Ukraine. Bisher ist der Bosporus nur für russisches Militär gesperrt. Es gab jedoch schon Gerüchte, dass russisches Kriegsmaterial durch Containerschiffe transportiert worden sei.
Wenn Russland durch Europa später noch komplett verwehrt werden soll den Sudan mit Nahrungsmitteln über Bosporus & Nil zu versorgen, so mag es den hungernden Menschen im Sudan doch interessieren.
 
Diktatoren halten sich so lange an der Macht, solange es deren Entourage gut geht, sicher, warm und wohlhabend. Erst wenn es dem Putin-Umfeld an den Kragen geht, derart, daß sie sich nicht mehr frei bewegen können und abgeschnitten sind von Ihren Konten, könnte eine Änderung eintreten. Wie und in welcher Form, darüber muss spekulieren.
Du übersiehst einen entscheidenden Aspekt: Putin ist nicht vom Wohlwollen der Oligarchen abhängig, sondern die Oligarchen von Putin. Denn als Putin an die Macht kam, wurden die politischen und politiknahen Strukturen Russlands bis dato nicht von Putins Vorgänger Jelzin kontrolliert, sondern von den Oligarchen, denen Jelzin aus Geldnot heraus die staatlichen Betriebe der gerade zugrunde gegangenen UdSSR zu Schleuderpreisen verkaufte.

Putin dagegen forderte unverblümt und öffentlich von den Oligarchen, seinen Führungsanspruch zu akzeptieren. Diesem Führungsanspruch folgte der damalige Vorstandsvorsitzender des Ölkonzern Yucon, Michail Chodorkowski, 2003 der reichste Russe, nicht. Im Gegenteil, er prangerte vor laufenden TV-Kameras und im Beisein von Putin die Korruption in Russland an. Daraufhin ließ Putin im Oktober 2003 Chodorkowski verhaften, der vor einem Strafgericht wegen Betrugs angeklagt und zu 9 Jahren Haft in einem Gulag verurteilt wurde. Zu Prozessbeginn wurde Chodorkowski medienwirksam vor TV-Kameras und Fotografen im Gerichtssaal in einem Käfig vorgeführt. Dies war - ob nun so gewollt oder nicht - eine eindeutige Botschaft in Richtung anderer Oligarchen: wenn selbst der reichste und mächtigste Unternehmer Russlands wegen fehlender Unterwürfigkeit gegenüber Putin vor einer Strafverfolgung nicht sicher ist, dann ist es keiner der Oligarchen.
 
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Russland stellt demnächst auf Kriegswirtschaft um :ugly::ugly:
während wir Windräder bauen (wollen).

Kann man damit auch Langstreckenraketen unschädlich machen. :denk:




Korrektur:
... während wir LNG-Terminals bauen müssen.
 
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Putin dagegen forderte unverblümt und öffentlich von den Oligarchen, seinen Führungsanspruch zu akzeptieren.

Nur zu meiner Orientierung: Ist das nicht der "demokratische" Weg, dass die Wirtschaftsbosse sich dem gewählten Vertreter des Volkes gegenüber nicht wie Fürsten, sondern wie Teile der übrigen Bevölkerung zu verhalten haben?
Von der Interpretation des Führungsanspruches durch Herrn Putin halte ich relativ wenig, aber die oben diagnostizierte Struktur unterstütze ich ausdrücklich.
Die amerikanische Version, bei der Bill, Besos, Branson, Bourla und Blackrock ihre Marionette Biden steuern, halte ich strukturell für problematischer – alles mit B. Da muss ich mal drüber nachdenken.
 
Was ist denn jetzt aus seinem Katardeal geworden?
Ich glaube man streitet/verhandelt noch. Ist eben alles nicht so easy ohne Gasprom wie sich das mancher Mensch her spinnt. Im Interview gibt es ein paar schöne Passagen dazu. Spannend fand ich z.B., dass Habeck die "Kanada-Turbine" als rein diplomatisches Spiel offen legt, welches aktuell alle mitspielen. Die Russen können jederzeit wieder/wieder mehr Gas liefern oder eben auch nicht völlig egal ob mit oder ohne Austausch der Turbine. Sagt der Minister zumindest. Eklig auch, dass die Gaskonzerne im Land aktuell nur dazu verpflichtet sind ihre Speicher bis zu X% (es war glaube ich von 80 die Rede) zu füllen, bzw. voll zu halten. Alles was sie momentan mehr haben wird egal wohin verscheuert weil schön teuer. Eine Verpflichtung die Speicher in Deutschland maximal zu befüllen gibt es nicht und das nun im Winter eine Notlage droht mag ja sein, Energiekonzerne operieren aber eben für Umsätze/Gewinn und nicht für das Allgemeinwohl.
 
Ich glaube man streitet/verhandelt noch. Ist eben alles nicht so easy ohne Gasprom wie sich das mancher Mensch her spinnt. Im Interview gibt es ein paar schöne Passagen dazu. Spannend fand ich z.B., dass Habeck die "Kanada-Turbine" als rein diplomatisches Spiel offen legt, welches aktuell alle mitspielen. Die Russen können jederzeit wieder/wieder mehr Gas liefern oder eben auch nicht völlig egal ob mit oder ohne Austausch der Turbine. Sagt der Minister zumindest. Eklig auch, dass die Gaskonzerne im Land aktuell nur dazu verpflichtet sind ihre Speicher bis zu X% (es war glaube ich von 80 die Rede) zu füllen, bzw. voll zu halten. Alles was sie momentan mehr haben wird egal wohin verscheuert weil schön teuer. Eine Verpflichtung die Speicher in Deutschland maximal zu befüllen gibt es nicht und das nun im Winter eine Notlage droht mag ja sein, Energiekonzerne operieren aber eben für Umsätze/Gewinn und nicht für das Allgemeinwohl.

80% bis Oktober und 90% bis November.

Die meisten haben die 80%+ schon erreicht, einige bereits 90%+. Wobei es aktuell fast nur noch um die Füllung der größten & wichtigsten Speicher von astora und Uniper geht. Alles andere ist dagegen fast Peanuts.

Und ja, damit wird natürlich auch gehandelt gerade. Es gibt bspw. Termingeschäfte für z.B. September oder Oktober die man bereits vor einem Jahr abgeschlossen hat, die aber einen günstigeren Preis beinhalten. Die vereinbarte Menge verkauft man dann jetzt halt ohne unter die gesetzlichen Vorgaben zu fallen und füllt dann entsprechend später mit der vereinbarten Menge wieder auf.

Für die meisten Versorger ging es in erster Linie darum schnell die 80%+ zu füllen (ggfs. an die 90% zu kommen) und dann zu schauen wie sich der Markt entwickelt.
 
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80% bis Oktober und 90% bis November.

Die meisten haben die 80%+ schon erreicht, einige bereits 90%+. Wobei es aktuell fast nur noch um die Füllung der größten & wichtigsten Speicher von astora und Juniper geht. Alles andere ist dagegen fast Peanuts.

Und ja, damit wird natürlich auch gehandelt gerade. Es gibt bspw. Termingeschäfte für z.B. September oder Oktober die man bereits vor einem Jahr abgeschlossen hat, die aber einen günstigeren Preis beinhalten. Die vereinbarte Menge verkauft man dann jetzt halt ohne unter die gesetzlichen Vorgaben zu fallen und füllt dann entsprechend später mit der vereinbarten Menge wieder auf.

Für die meisten Versorger ging es in erster Linie darum schnell die 80%+ zu füllen (ggfs. an die 90% zu kommen) und dann zu schauen wie sich der Markt entwickelt.
Exakt. Genau das hat Habeck ja auch kritisiert. Sehe ich genauso, Herr Lindner z.B. kriegt aber natürlich Schnappatmung nur bei dem Gedanken, schließlich wird unsere Wirtschaft ja bei den aktuellen Vorgaben schon vom Staat gegängelt.
 
Exakt. Genau das hat Habeck ja auch kritisiert. Sehe ich genauso, Herr Lindner z.B. kriegt aber natürlich Schnappatmung nur bei dem Gedanken, schließlich wird unsere Wirtschaft ja bei den aktuellen Vorgaben schon vom Staat gegängelt.

Das kann Habeck ja gerne kritisieren, kann er halt aber nicht besser machen bzw. er macht es sich in der Beziehung halt leicht. Ähnlich wie die CDU gerade mit der Atomkraft ;)

Was wäre denn die Alternative gewesen? Zu warten bis sämtliche Termingeschäfte zum Ende des Jahres abgewickelt sind, um dann festzustellen, dass noch 20% fehlen, weil die Russen zwischenzeitlich den Hahn komplett abgedreht haben oder andere Quellen ausgefallen sind? Da wäre das Geschrei auch wieder groß gewesen und jeder hätte es besser gewusst.

So hat man gerade den Spot Markt Gas leer gekauft. Die Speicher der meisten Anbieter sind schon voll und man kann jetzt den Markt beobachten.

Mir persönlich ist es so rum lieber als das man sich im November mit großen Augen verwundert anguckt und sich fragt warum die Speicher noch nicht voll sind.
 
Das kann Habeck ja gerne kritisieren, kann er halt aber nicht besser machen bzw. er macht es sich in der Beziehung halt leicht. Ähnlich wie die CDU gerade mit der Atomkraft ;)

Was wäre denn die Alternative gewesen? Zu warten bis sämtliche Termingeschäfte zum Ende des Jahres abgewickelt sind, um dann festzustellen, dass noch 20% fehlen, weil die Russen zwischenzeitlich den Hahn komplett abgedreht haben oder andere Quellen ausgefallen sind? Da wäre das Geschrei auch wieder groß gewesen und jeder hätte es besser gewusst.

So hat man gerade den Spot Markt Gas leer gekauft. Die Speicher der meisten Anbieter sind schon voll und man kann jetzt den Markt beobachten.

Mir persönlich ist es so rum lieber als das man sich im November mit großen Augen verwundert anguckt und sich fragt warum die Speicher noch nicht voll sind.
Hattest du nicht oben von Handel UND Termingeschäften gesprochen? Wieso sind die Speicher der meisten Anbieter jetzt VOLL wenn du oben von 80%+ sprichst? Habeck sagt ja, dass er keine Handhabe besitze die Industrie z.B. dazu zu zwingen die Speicher aktuell maximal voll zu machen statt frei verfügbare Mengen über dem 80% Füllstand auf dem freien Markt zu verkaufen. Hat er er die Wunderlösung für die potentiell nahende Katastrophe? Nein. Kann er Raffgier von Konzernen angesichts selbiger kritisieren? Ja klar.
 
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