Corona - generelle Diskussion

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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Es MUSS aber doch auch in Deutschland niemand hungern. Wer Unterstützung sucht, bekommt diese auch.
"Kein Mensch muss müssen" hat schon Goethe gesagt.
So einfach ist es aber leider manchmal nicht, es soll Fälle geben, wo man unverschuldet in Armut gerät und aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr auf die Beine kommt aber das würde zu weit führen.
 
Im Grunde genommen war das genau so gemeint. Warum? Wir reden hier über Radikalisierung, oder wie es Nicole nennt: Der Weg ins Böse. Also zum Beispiel, wie im vorliegenden Fall, zur Waffe zu greifen und einen unschuldigen/unbeteiligten Menschen zu töten. Und dafür dann als Rechtfertigung auch noch äußere Umstände geltend machen.



Zwei von drei solchen Fällen kenne ich persönlich aus Familie bzw. Freundeskreis (2x). In einem Fall Veranstaltungsbranche mit einbrechenden Aufträgen, im Tourismusfall Arbeitsplatzverlust weil das Reisebüro nach über 20 Jahren schließen musste und im dritten Fall Kulturschaffende mit einem Jahr quasi keiner Arbeit mehr (aber halt drei mal staatliche Hilfe).
Ich würde diesen Spinner da anders bewerten, nach Allem was ich weiß sollte er sich schlicht nicht bevormunden lassen, das gepaart mit psychischen Unzulänglichkeiten reicht dann offenbar manchmal schon um einen jungen Menschen zu töten, will ich aber letztlich auch nicht abschliessend bewerten, ist nur meine Meinung.
 
Sicher?:facepalm:
Gott, ich hab Lessing immer gehasst.
Nathan der Weise, in jedem verdammten Satz gab es was unfassbar wertvolles für Alle.
Genau da kommt das zumindest vor, daher dachte ich das war sicher nicht Goethe, aber ist sicher auch eher eine häufigere Redewendung:

Nathan: "Muss? Derwisch muss? Kein Mensch muss müssen. Und ein Derwisch müsste? Was müsst er denn?"
Al-Hafi: "Worum man ihn recht bittet und er für gut erkennt. Das muss ein Derwisch!"
 
"Kein Mensch muss müssen" hat schon Goethe gesagt.
So einfach ist es aber leider manchmal nicht, es soll Fälle geben, wo man unverschuldet in Armut gerät und aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr auf die Beine kommt aber das würde zu weit führen.
Das ist richtig, aber man KANN immer Hilfe erhalten. Problem ist eher das manche das nicht (annehmen) möchten bzw. können.
 
Ich würde diesen Spinner da anders bewerten, nach Allem was ich weiß sollte er sich schlicht nicht bevormunden lassen, das gepaart mit psychischen Unzulänglichkeiten reicht dann offenbar manchmal schon um einen jungen Menschen zu töten, will ich aber letztlich auch nicht abschliessend bewerten, ist nur meine Meinung.

Mein ursprünglicher Kommentar ging insbesondere in die Richtung aus der all diese Dinge kommen. Der Kontext eben, die Blase die ihn nährt, der immer wieder gleiche Dunstkreis, der Applaus aus eben diesem Dunstkreis und seinem politischen Arm. Genau deswegen ist es eben nicht einfach nur irgendein Spinner dem die Sicherungen durchbrennen, es ist eben kein weiterer "bedauerlicher Einzelfall aus dem rechten Spektrum", wie das Innenministerium heute wieder geframed hat. Die ganze Ideologie, der Hass, die Verblendung, haben wir genau so auch in Hanau und Halle, in der Gewalt gegen Journalist*innen, im Auftreten auf Demonstrationen, vor dem Reichstag. Ja, dieser Terrorist (und nichts anderes ist es, er selbst sagt es wenn er da Zeichen setzen möchte) ist ein Einzeltäter, die dahinter stehenden Gruppen und die Ideologie ist es aber nicht. Das ist das Problem.
 
Mein ursprünglicher Kommentar ging insbesondere in die Richtung aus der all diese Dinge kommen. Der Kontext eben, die Blase die ihn nährt, der immer wieder gleiche Dunstkreis, der Applaus aus eben diesem Dunstkreis und seinem politischen Arm. Genau deswegen ist es eben nicht einfach nur irgendein Spinner dem die Sicherungen durchbrennen, es ist eben kein weiterer "bedauerlicher Einzelfall aus dem rechten Spektrum", wie das Innenministerium heute wieder geframed hat. Die ganze Ideologie, der Hass, die Verblendung, haben wir genau so auch in Hanau und Halle, in der Gewalt gegen Journalist*innen, im Auftreten auf Demonstrationen, vor dem Reichstag. Ja, dieser Terrorist (und nichts anderes ist es, er selbst sagt es wenn er da Zeichen setzen möchte) ist ein Einzeltäter, die dahinter stehenden Gruppen und die Ideologie ist es aber nicht. Das ist das Problem.
Kann ich nicht bestreiten, natürlich muss man die ganze Szene beobachten, mindestens.
 
Ich würde diesen Spinner da anders bewerten, nach Allem was ich weiß sollte er sich schlicht nicht bevormunden lassen, das gepaart mit psychischen Unzulänglichkeiten reicht dann offenbar manchmal schon um einen jungen Menschen zu töten, will ich aber letztlich auch nicht abschliessend bewerten, ist nur meine Meinung.
Ich habe gelesen, der Typ war angetrunken/betrunken gewesen. Soll jetzt die Tat nicht rechtfertigen. Es gibt Leute, können im angetrunken Zustand nicht rational denken.
Würde der nüchtern auch jemanden in den Kopf schießen?
 
Naja, zumindest hatte er illegal Waffen, was ich schon bemerkenswert finde.
Vielleicht war ich früher im falschen Milieu unterwegs aber ich kannte/kenne X Leute die illegale Waffen besitzen. Das ist nicht unbedingt etwas besonderes und hat erstmal nichts mit Gesinnung zu tun eigentlich. Eher mit krimineller Energie oder einfach Faszination von sowas.
 
Wer Unterstützung sucht, bekommt diese auch.
Dass diese Unterstützung nicht als solche wahrgenommen wird, hat viele verschiedene Ursachen.
Um nur mal drei oder vier aufzuzählen, die mir in meinem Berufsleben immer wieder begegnet sind, nicht erst seit Einführung des SGB II 2005:
Psychisch erkrankte ohne Krankheitseinsicht, ist ein ganz schwieriges Thema, fallen häufiger mal durch alle sozialen Netze;
artverwandt damit Alkohol- oder Drogenabhängige (die Unterscheidung ist hier: legale/illegale Substanzen), die noch nicht bereit sind, sich mit ihrer Sucht auseinanderzusetzen; dann kommen schon die, die mit staatlicher Unterstützung verbundene Mindestanforderungen nicht erfüllen können oder wollen und dann - und das ist kein sehr kleiner Prozentsatz, die, denen die verfügbare Unterstützung nicht ausreicht - auch ein schwieriges Thema (Verantwortungsabgabe einerseits/Anspruchshaltung andererseits versus niedrige staatliche Unterstützung wegen des Abstandsgebotes zu entlohnter Arbeit; welches seit der Installation des Niedriglohnsektors zunehmend pervertiert wird. Aber grundsätzlich sollte in DE niemand verhungern müssen; immerhin hat 'Gemeinsinn' (auch bekannt als Solidarität) die Tafeln quasi als Ersatz für staatliche Unterstützung begründet...

Das ließe sich noch fortführen - und um den Bogen wieder zu kriegen:
Diese Menschen mit ihren jeweils traurigen und/oder bemitleidenswerten Schicksalen gehören - ganz im Sinne einer neoliberalen Wirtschaftsordnung zum sogenannten Abschreckungspotential - die Botschaft ist klar: Geh' arbeiten, sei fleißig (schwimme mit dem Strom), soder willst du sein wie 'die da'? Ausgegrenzt, benachteiligt, verarmt, überschuldet, später evtl wohnungslos, dann obdachlos?!
Diese immer deutlich werdende wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeit ist eine der Triebfedern für junge Menschen sich z.B. bei FFF zu engagieren; wer die seit den frühen 80er Jahren schleichende Einschränkung von Bürgerrechten miterlebt und den Wandel hin zu einer wertkonservativen, neoliberalen,shareholder-value-orientierten Welt, die von Meßbarkeit, (ökonomischen) Zahlen, dem Wunsch nach weniger gut gebildeten verfügbaren Arbeitskräften und einer voranschreitenden sozialen Kälte geformt wird, engagiert sich möglicherweise in - hier oft pauschal als 'links' betitelten - Gruppen, die einfach andere Vorstellungen haben und andere Ziele.
Das ist legitim, schließlich haben wir dem Grunde nach eine freiheitlich-demokratische Grundordnung.
Alles, von 'links' wie von 'rechts', was auf die Abschaffung der FDGO abzielt, ist m.E. grundsätzlich verfassungswidrig. Und genau hier sehe ich zwischen dem, was linke Aktivist':innen wollen und den Zielen, die (Neo)Nationalsozialisten, Rechtsextreme, Reichsbürger, Rassisten, Antisemiten und teilweise Quer- bzw. Quatschdenkende verfolgen, erhebliche Unterschiede. Während in meiner Wahrnehmung viele politisch als 'links' eingeordnete 'Kräfte', Gruppen und Personen eine Änderung [innerhalb des 'Systems'] wünschen/wollen/verfolgen, kommt vor allem aus der 'rechtśbraunen' Ecke ganz klar das Signal: Abschaffung der Verfassung, Abschaffung der BRD, 'Machtübernahme'.
|Einschub|
Um es klar zu sagen: Meiner Meinung nach kann nichts eine Gewalttat gegen Menschen rechtfertigen [Ausnahme: Notwehr].
Ich kann keine Gewalttaten gegen Menschen gutheißen.
|Ende Einschub|
Was Quer- und Quatschdenkende m.E. von Anfang an versäumt haben: Sich von den politisch etablierten Sprachrohren des rechtsextremen Spektrums und vielen 'Schwurblern (Verschwörungsideologen, freiberuflichen Esoteriker:innen und anderen 'Spinnern' mit viel mehr Meinung als Ahnung) abzugrenzen, stattdessen haben sie die Unterwanderung der Corona-Maßnahmen-Kritiker hingenommen, teilweise sogar begrüßt.
Der schleichende Prozess, mit dem demokratiefeindliche Kräfte sich auch in dieser Bewegung nach und nach immer mehr in die bürgerliche Gesellschaft hineingedrängt, -gezwängt haben, verursacht mir Abscheu und Übelkeit - und das begann nicht erst mit den mörderischen (!) Tagen von Rostock-Lichtenhagen.

Was Quer- und Quatschdenkende ebenso wie etliche Wähler bestimmter Parteien aus drem rechten Spektrum nicht realisieren, teils auch nicht realisieren wollen: Seit Jahren gibt es einen informellen Feldzug bestimmter ausländischer 'Interessengruppen', denen sehr an einer Destabilisierung der demokratischen Gesellschaften in Mitteleuropa gelegen ist - und sie erzielen einen Erfolg nach dem anderen: Ungarn, Tschechien, Polen sind nur drei Beispiele dafür, wie junge Demokratien aus einer Vielzahl von Gründen und einer Vielzahl von vielen, vielen kleineren und größeren Einflussnahmen auf einen zunehmend undemokratischen Weg geraten sind.
Die EU zu schwächen, damit sie mehr mit sich selbst beschäftigt ist; Deutschland zu schwächen, indem es mit inneren gesellschaftlichen Konflikten beschäftigt ist - das dient ganz bestimmten Interessen.
Wer sich zu diesen Themen aus unterschiedlichen Quellen informiert (statt vielleicht Titelzeilen einer bekannten Boulevard-Zeitung zu inhalieren), wird nicht umhin können, da bin ich mir sicher, solche Abläufe/Strukturen/Absichten zu erkennen.
Und das ist der Punkt, an dem ich mit Leuten, die statt sich Ahnung (Wissen, Infos, Medienkompetenz) zu verschaffen, lieber ihre (oft egoistisch gefärbte) Einzelmeinung vor sich hertragen und sich emotionalisieren lassen (Wut, Empörung, Ärger - das ist viel 'sexier' als Wissen, Fakten, Sachlichkeit; es ist in Einzelfällen aber auch tödlicher!) nicht mehr diskutiere. Ich bin bei solchen Menschen einfach nur noch mütend (müde+wütend).

Keep calm, wash your hands - and trust science.
Ja, Wissenschaft ist oft auch mal widersprüchlich. Es gab zu Beginn der Pandemie so gut wie keine wissenschaftlichen/medizinischen Erkenntnisse; auch bekannt als 'schlechte oder fehlende Datenlage'. Das ändert(e) sich, manchmal von heute auf morgen. In vielerlei Hinsicht wird unter dem Deckmantel von Wissenschaft eindeutig Desinformation betrieben (bspw. Wodarg, Bakhdi).
Es ist an jedem/jeder Einzelnen, sich über die eigene Meinung hinaus, über das eigene, teilweise miese Gefühl (Empörung, Ärger, Ohnmacht, Wut) hinaus ein evidenz- und faktenbasiertes Bild der jeweils aktuellen Lage zu verschaffen. Das erfordert einerseits Vertrauen in bestimmte Informationsquellen und gleichzeitig ein gewisses Maß an Medienkompetenz sowie die Bereitschaft, sich selbst in seiner Haltung zu reflektieren.
Nicht, die eigene Meinung aufzugeben, aber sie über 'Das ist eben meine Meinung' hinaus zu fundieren. So funktioniert grundsätzlich gesellschaftlichr Diskurs.
Bewege ich mich dagegen lieber auf dem Niveau von 'Idiocracy', sollte ich vielleicht, nur ganz vielleicht, dem bekannten Motto von D. Nuhr folgen [den ich nicht wirklich gerne zitiere]: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten“.
So, meine 5 Cents zur Debatte.
 
@seargent_mumm Wenn man dann aber an den Punkt kommt wo man die Entscheidungen der Regierung aus eigenem Verständnis nicht mehr mittragen kann, und da gäbe es sicherlich einige Punkte, sich gleichzeitig aber nicht mit Coronaleugnern, Schwurblern oder Verschwörungstheoretikern gleichmachen möchte, weil es einfach um eine eigene begründete Ansicht geht, die dem was von der Politik beschlossen wird entgegenstrebt, dann ist man also trotzdem gebranntmarkt? Dann ist man so einer von diesen Leuten die ihre egoistische Einzelmeinung vor sich hertragen? Es geht ja nichtmal darum, dass man sich nicht an die Regeln die einem auferlegt werden hält, sondern dass man Kritik daran äußer und JA, das wird man ja wohl noch sagen dürfen. :D Es geht eben nicht darum eine andere Meinung zu tolerieren, sondern seine Meinung auch äußern zu dürfen, ohne in eine Schublade gesteckt zu werden. Das man eine eigene Meinung besitzt und diese äußert bedeutet zunächst erstmal nicht, dass man diese mit allen Mitteln durchsetzt und das wird mMn einfach zu oft suggeriert. Ich zum Beispiel war mit dem Punkt der Ausgangssperre hier in HH sehr unzufrieden. Das war der Punkt an dem ich mich Meinungstechnisch gegen das gestellt habe was beschlossen wurde. Aus verschiedenen Gründen. Und nun? Ich hab mich trotzdem daran gehalten. Gelitten haben dabei für mich allerdings der Hamburger Senat und ganz besonders Herr Grote indem wie er das ganze begründet und die Möglichen Probleme die das mit sich bringt abgebügelt hat. Das schlimmste was er von mir zu erwarten hat ist, dass er, bzw. seine Partei meine Stimme nicht bekommt bei der nächsten Hamburg-Wahl. Oder das ich in irgendeinem Fußball-Forum schreibe wie blöd ich ihn finde.

Was mir dann aber entgegenspringt ist teilweise, dass ich ein verdammter Schwurbler sei, ein Verschwörungstheoretiker, ein Querdenker etc. Dieses eingeordne in diverse Schubladen nervt mich echt mittlerweile so dermaßen, dass ich genauso wie du den Diskussionen ausweiche. Man muss Einzelmeinungen nicht mögen, aber auch nicht in eine Schublade stecken, denn eben die Individualität ist es was eine Einzelmeinung ausmacht. Und das halte ich für wichtig. Am Ende sind immer alle Teilnehmer einer Diskussion irgendwie emotional und es wird alles viel heißer gekocht als es gegessen wird, darum: Es gibt immer irgendwie einen Konsens.
 
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