Das ist für mich als Argument nicht wirklich belastbar denn wir sind der lebende Beweis dafür, dass so gut wie jedes Team gegen tiefstehende Mannschaften Probleme hat. Wir haben über weite Strecken der Saison nur sehr wenig gegnerische Torchancen zugelassen und auseinandergespielt haben uns auch nur wenig Mannschaften, wie Leipzig zb (wobei ich die letzten Spiele nicht gesehen habe). Und daher finde ich es eher nicht fair Probleme gegen tief stehende Mannschaften quasi als Argument gegen uns selbst zu verwenden. Jedenfalls so lange nicht, wie man nicht den Anspruch hat ganz oben mitzuspielen und den hatten wir ja auch 18/19 nicht.
Ich wollte mit dem Punkt vor allem darauf hinaus, dass wir keinen wirklichen Plan haben, wie wir Tore schießen wollen. Zumindest sehe ich da keinen und ich finde, dieses Problem haben wir schon länger. Das war dank Kruse stellenweise weg, aber hatter er einein schlechten Tag, wurde es schnell wieder zäh. Und das hat sich nicht verbessert. Ich fand es, mit Schmid in der Startelf stellenweise besser (nicht immer, auch Schmid hat grottige Spiele gemacht), aber der ist ja wieder seit ein paar Spieltagen unten durch, warum auch immer. Die Aufgabe des Trainers ist es doch, aus den Spielern eine Mannschaft zu formen, die das besser hinbekommt.
Zweierlei. Zum Punkt "wurden schlechter" muss ich dir klar widersprechen. Nehmen wir mal Eggestein als Beispiel, dann haben wir eine Bandbreite zwischen "Einladung zur Nationalelf" und "kaum wiederzuerkennen". Aber woran liegt das? Ist Eggestein schlechter geworden? Ne, ist er natürlich nicht. Wer ist sonst schlechter geworden? Milos spielt so konstant wie ich es bei ihm nicht mehr für möglich gehalten habe. Bei Friedl haben manche hier im Forum die Panik gehabt, Bayern München könne ihn zurück kaufen. Sargent ist von einem Stürmer der nicht weiß wo er steht zu einem Spieler geworden der mittlerweile alle aspekte modernen schnellen Fußballs beherrscht, leidet halt an der Ausrichtung von Werder. Wieso wurde das Team also dennoch schlechter, wenn ich anzweifle das Spieler schlechter geworden sind? Da sind wir wieder bei 19/20 und der von Kohfeldt verbockten Vorbereitung infolge dessen die vielen Verletzten zu beklagen waren.
Eine verbockte Vorbereitung kann die Spieler ja nicht dauerhaft schlechter machen, ich würde dann dort schon irgendwann wieder gerne eine Entwicklung sehen, wir müssen als Werder Bremen Spieler besser machen um sie teurer verkaufen zu können. Das gelingt uns mit FK seit 2 Jahren nicht mehr. Und ich sehe auch keinen Grund, wieso das nächste Saison unter FK auf einmal magischerweise anders werden sollte, zumal das Budget noch weniger wird.
Gesamtkader ist gar nicht so schlecht: eben. Ein Verein wie Werder wird sich nicht immer leisten können, dann die perfekte Schnittstelle zu kaufen (sonst hätten wir die ja auch schon längst) - aber das ist doch dann die Aufgabe des Trainers, da Lösungen zu finden, zu entwickeln, evtl. sogar einen Spieler konstant umzuschulen, damit dieses Problem nicht mehr da ist oder das System zu ändern. Das bekommt FK nicht ausreichend hin.
Ich kann grausam anzuschauenden Fußball eine gewisse Zeit ignorieren, wenn er denn wenigstens Ergebnisse bringt. Aber über die Saison betrachtet, tut er das nicht. Phasenweise war es von den Ergebnissen ok und dann wieder nicht.
Aber ganz ehrlich: wenn ich Bundesligafußball schaue, dann will ich auch Spaß daran haben. Das sind die besten Kicker in Deutschland und die bekommen dann nichts anderes hin, als sich hinten reinzustellen und denn Ball nach vorne zu hauen und zu hoffen, dass irgendwie der Wind den Ball ins Tor trägt? Dafür brauch ich doch keinen Superstartrainer FK an der Seite, das bekommt doch jeder Durchschnittstrainer mindestens genausogut hin.
Wir haben ein paar Punkte fahrlässig verschenkt, das ist zweifellos richtig und eigentlich müssten wir längst gerettet sein. In manchem Spiel war Kohfeldt viel zu vorsichtig, Köln war so ein Beispiel. Ob aber ein substanzieller Unterschied mit einem anderen Trainer bestehen würde bezweifle ich, aber das ist eh eine theoretische Diskussion zwischen uns, erfahren werden wir es nicht (mehr) weil Kohfeldt Trainer bleibt und die Mannschaft sich im Sommer verändern wird.
Punkte verschenken kann ich dem Anfängertrainer FK nachsehen, aber das ist seine dritte Saison. So langsam darf man dann auch mal nachhaltig aus den Fehlern lernen. Und selbst wenn die Spiele für uns gut gehen, verbreitet er viel zu oft die Stimmung, Unentschieden ist auch ok und das kritisiere ich. Ich würde immer eher die Lust auf den Sieg betonen als die Angst vor der Niederlage.
Ob FK wirklich bleibt, werden wir sehen. Ich hoffe es nicht, aber wir entscheiden ja auch nicht. In der nächsten Saison wird aus finanziellen Engpässen der Kader ja nicht besser mit den ganzen Veränderungen. Und dann würde ich lieber auch auf dem Trainer- (und Sportdirektor-) Posten jemanden sehen, der neuen frischen Wind reinbringt. Natürlich wissen wir beide nicht, ob es ein anderer Trainer besser machen würde. Aber ich glaube, wir beide würden übereinstimmen, dass es irgendwo da draußen einen Trainer geben wird, der es besser hinbekommt als FK. Und wahrscheinlich wird es viele Trainer geben, die es schlechter machen. Natürlich kann man jetzt das Risiko scheuen und bleibt bei FK - "Sie kennen mich" - oder die Lust darauf, einen Trainer zu finden, der es besser macht führt dazu, das Risiko einzugehen, dass es vielleicht auch nicht besser wird. Ich würde die letztere Entscheidung fällen...
Wenn man Kohfeldt feuern will weil er für 19/20 die Verantwortung trägt, dann ist das mMn. ein nachvollziehbare Forderung. Man kann ihn aber mMn. nicht für eine fehlende Entwicklung feuern wenn diese denn ob der Verletzten gar nicht möglich war. Denn dann würde man ihn für die Wirkung feuern, nicht aber für die Ursache.
Wieviel Zeit soll er denn haben? Widrige Umstände wird es immer geben. Zumal er diese ja auch noch selbst zu verantworten hat. Ich will ihn feuern wegen 19/20 und weil er es 20/21 nicht besser macht. Ich finde spielerisch sind wir sogar noch schwächer als letztes Jahr. Gerade mit den ganzen Verletzten haben wir stellenweise recht gut gespielt - aber dann kamen die Verletzten zurück und sofort wurde den Ersatzleuten das Vertrauen entzogen (wie es FK ja generell ja gerne macht) nur damit der klangvolle Namen noch nicht wieder wirklich fit spielt. Richtig schlecht haben wir vor allem MIT den ganzen Wiedergenesenen gespielt.
Weiß nicht wer ihm das Zeugnis ausstellt. Fakt ist sicherlich, dass Kohfeldts Spielideen seinen Spielern einiges abverlangt und ich kann mir vorstellen, dass das bei einem Topteam sehr gut aussehen würde. Ob er dann aber eher den Bosz macht und regelmäßig abstürzt oder den Nagelsmann und nachhaltig wirkt, das kann naturgemäß heute keiner sagen.
Ich weiß nicht, nur weil die Spielideen komplizierter sind, muss das ja nix Gutes sein. Und wenn ich komplizierten Fußball spielen lassen will, aber als Trainer nicht in der Lage bin, das meiner Mannschaft beizubringen spricht das ja auch nicht für den Trainer. Außer natürlich er hat bei Werder eine überaus dümmliche Mannschaft erwischt (was ich nicht glaube - wie gesagt, das sind trotzdem alles Erstligaspieler, stellenweise Nationalspieler, die fast alle auch schon besseren Fußball gezeigt haben).
Aber im Endeffekt kommt es für mich auf diesen Nenner: Florian Kohfeldt ist seit 3,5 Jahren verantwortlich für die Mannschaft. Er trägt maßgeblich Verantwortung für das, was wir Woche für Woche am Spieltag sehen. Er hat die schlechteste und die zweitschlechteste Saison der Werdergeschichte zu verantworten, wobei ja gerade diese Saison die Saison sein sollte, wo wir aus den Fehlern gelernt haben sollten und jeden Stein umgedreht haben. Im Endeffekt stehen wir nicht besser da als vor einem Jahr. Und wenn eine Abteilung so schlechte Leistungen wieder und wieder zeigt, dann muss der Verantwortliche dafür Gerade stehen. Ja, er hat es nicht leicht, aber das war ihm ja auch bewusst, als er seinen Vertrag unterschrieben oder verlängert hat.