Gesamtsituation der Mannschaft

Alles richtig. Nur am Ende reduziert es sich auf die Tatsache, dass Werder kein Geld hat. Woher nehmen? Spitzenspieler kosten nun einmal. Kein Nachwuchskicker oder Leihspieler würde hier sogleich Führungsqualitäten an den Tag legen. Insofern haben wir kommende Saison sehr flache Hierarchien innerhalb des Kaders. Muss nicht schlecht sein, allerdings in der Krise kann es sich als hochproblematisch erweisen. Deswegen u.a. zerlegt sich gerade S04.
Geld spielt sicherlich auch eine Rolle. Jedoch nicht alleine. Denn unter den zahlreichen Spielen mit auslaufenden Verträgen laufen sicherlich auch welche mit Führungsqualitäten herum. Ist eben auch eine Frage des Scoutings. Und vor allem auch des Wollens.
 
Passend dazu ist in der heutigen Kreiszeitung ist zu lesen:
Laut Filbry ist „eine gute Kader-Management-Politik die Basis für die nächsten Jahre“ – heißt: Baumann muss mit Transfers das Geld verdienen, das sich Werder Bremen im Moment leihen muss, um die Corona-getriebenen Mindereinnahmen zu kompensieren[...]Geht nicht? Filbry glaubt an eine „intelligente Kader-Politik“ von Sportchef Baumann sowie dessen Scoutingchef Clemens Fritz und unterfüttert den Optimismus mit dem Beispiel Thomas Delaney. Mit welchem auch sonst? Für zwei Millionen Euro gekauft, für 20 Millionen Euro eineinhalb Jahre später wieder verkauft
https://www.kreiszeitung.de/werder-...us-filbry-kader-zukunft-news-zr-90264755.html

Mal ganz abgesehen davon, dass KF das schon vor Corona existente dicke Transferminus der letzten Jahre nicht mit einer Silbe erwähnte, ist dies eine Kehrtwendung um 180°, denn bei der Jahreshauptversammlung im November 2018 schrieb KF noch selbstzufrieden auf die Werder-Fahnen:
„Wir sind sehr zufrieden mit den Zahlen, denn wir sind finanziell deutlich stärker geworden“, sagte Filbry im Vorgespräch mit der DeichStube: „Es ist schon ein ganz gutes Gefühl, dass man auf Transfererlöse nur noch bedingt angewiesen ist.“ [...] Das Ziel bleibe, Werder wieder auf die internationale Bühne zu bekommen. Denn das würde durch weitere Einnahmen die Abhängigkeit von Transfererlösen noch mehr verringern.
https://www.deichstube.de/news/tv-g...anders-zahlen-bilanzen-jsv-2018-10759598.html
Wohl wissend, um bei dem Beispiel Delaney zu bleiben, dass für diesen Mehrerlös i.H. von 18 Mio.€ 7-9 bessere Plätze von Nöten wären. Dass hieße, um diese Summe durch Tabellplatzprämien zu generieren, hätte Werder nach dem 11. Platz in 17/18 die Saison 18/19 auf den Plätzen 2-4 beenden müssen...

Mit anderen Worten: KF gibt indirekt zu verstehen, dass der von der Geschäftsführung ausgearbeitete Plan, Werder weniger von Transfererlösen abhängig zu machen, krachend gescheitert ist. Dass dieser Fehler erkannt und berichtigt wird, ist positiv.

Dennoch war dieser Fehler aus v.g. Gründen vermeidbar. Hierfür trägt KF als Vorsitzender der Geschäftsführung formell die Hauptverantwortung. Corona ist dabei "nur" ein Brandbeschleuniger, nicht der Zündfunken, hinter dem jedoch die eigene Verantwortung gerne versteckt wird. Und mit seinen jüngsten Worten über die Geldmehrung via Transfererlöse schiebt er den Ball der Verantwortung dafür auf FB. Was im Grundsatz ja auch richtig ist, aber dennoch bleibt das Gschmäckle, dass KF damit ggf. versucht, seine Hände in Unschuld zu waschen. Und gibt gemäß dem oben verlinkten Artikel seinem GF-Kollegen auch noch öffentliche Ratschläge:
Und Einkäufe? Nur abzugeben, wäre gewiss nicht die von Filbry erwartete „intelligente Kaderpolitik“, sondern schlicht sportlicher Selbstmord. Der Vorsitzende der Geschäftsführung empfiehlt, für Neuzugänge „in Märkte zu schauen, die nicht ganz so überhitzt sind“
aus denen die Kreiszeitung das Fazit zieht:
Schön gesagt. Aber welche Märkte können das sein? Ganz sicher keine in Mitteleuropa, schon gar nicht in den ersten Ligen. Eher in Osteuropa, in Asien, in Afrika. Regionen, in denen Werder Bremen in den vergangenen Jahren kaum aktiv war. In den jüngsten zwei Spielzeiten fischte Baumann fast ausschließlich in deutschen Gewässern, holte sieben Spieler aus der Bundesliga oder 2. Liga und nur Tahith Chong aus dem Ausland. Und auch in den Jahren zuvor kamen die Neuen entweder aus Deutschland oder der direkten Nachbarschaft. Dänemark, Niederlande, Österreich, England, Tschechien – bis dahin reichten die Bremer Arme.

Dies ist eines von mehreren elementaren Dingen, die sich für eine vor allem nachhaltig bessere Gesamtsituation der Mannschaft ändern müssen.
 
Passend dazu ist in der heutigen Kreiszeitung ist zu lesen:

https://www.kreiszeitung.de/werder-...us-filbry-kader-zukunft-news-zr-90264755.html

Mal ganz abgesehen davon, dass KF das schon vor Corona existente dicke Transferminus der letzten Jahre nicht mit einer Silbe erwähnte, ist dies eine Kehrtwendung um 180°, denn bei der Jahreshauptversammlung im November 2018 schrieb KF noch selbstzufrieden auf die Werder-Fahnen:

https://www.deichstube.de/news/tv-g...anders-zahlen-bilanzen-jsv-2018-10759598.html
Wohl wissend, um bei dem Beispiel Delaney zu bleiben, dass für diesen Mehrerlös i.H. von 18 Mio.€ 7-9 bessere Plätze von Nöten wären. Dass hieße, um diese Summe durch Tabellplatzprämien zu generieren, hätte Werder nach dem 11. Platz in 17/18 die Saison 18/19 auf den Plätzen 2-4 beenden müssen...

Mit anderen Worten: KF gibt indirekt zu verstehen, dass der von der Geschäftsführung ausgearbeitete Plan, Werder weniger von Transfererlösen abhängig zu machen, krachend gescheitert ist. Dass dieser Fehler erkannt und berichtigt wird, ist positiv.

Dennoch war dieser Fehler aus v.g. Gründen vermeidbar. Hierfür trägt KF als Vorsitzender der Geschäftsführung formell die Hauptverantwortung. Corona ist dabei "nur" ein Brandbeschleuniger, nicht der Zündfunken, hinter dem jedoch die eigene Verantwortung gerne versteckt wird. Und mit seinen jüngsten Worten über die Geldmehrung via Transfererlöse schiebt er den Ball der Verantwortung dafür auf FB. Was im Grundsatz ja auch richtig ist, aber dennoch bleibt das Gschmäckle, dass KF damit ggf. versucht, seine Hände in Unschuld zu waschen. Und gibt gemäß dem oben verlinkten Artikel seinem GF-Kollegen auch noch öffentliche Ratschläge:

aus denen die Kreiszeitung das Fazit zieht:


Dies ist eines von mehreren elementaren Dingen, die sich für eine vor allem nachhaltig bessere Gesamtsituation der Mannschaft ändern müssen.

Klingt ja sehr witzig Alles.
Wir werden sehen wie fantastisch unser Scouting funktionieren wird, ich denke es gibt Anlass zu Pessimismus.
 
Bisher war, wie von der Kreiszeitung und auch hier schon wiederholt konstatiert, dass Scouting wohlwollend formuliert überschaubar. Somit ist der derzeitige Pessimismus nicht gänzlich unbegründet ;)
 
Ein Führungsspieler allein reicht für eine Saison jedoch nicht. Denn dieser kann auch mal verletzt ausfallen (ÖT ist dahingehend ja auch oft und langzeitig vorbelastet) oder mal einen schlechten Tag bzw. gar Formkrise durchleben, so dass er verständlicherweise mehr mit sich als mit der Führung der Mannschaft beschäftigt ist. Mal ganz abgesehen davon, dass dem Kader wie jüngst von Martin Harnik angemerkt, eine Identifikationsfigur fehlt, die polarisiert, ohne dabei die Stimmung auf dem Platz oder in der Kabine vergiftet.
Aber es ist, finde ich, nicht so, dass mit Moisander und Gebre-Selassie zwei absolute Führungsspieler gehen, bzw. diese ein Vakuum hinterlassen. Beide sehr erfahren, aber Theo kein Lautsprecher und Moisander nur noch seltenst auf dem Platz. Mag sein, dass ein Führungsspieler nicht reicht, aber es kommt kein neues Problem dazu, wenn überhaupt ein bereits vorhandenes.
 
Aber es ist, finde ich, nicht so, dass mit Moisander und Gebre-Selassie zwei absolute Führungsspieler gehen, bzw. diese ein Vakuum hinterlassen. Beide sehr erfahren, aber Theo kein Lautsprecher und Moisander nur noch seltenst auf dem Platz. Mag sein, dass ein Führungsspieler nicht reicht, aber es kommt kein neues Problem dazu, wenn überhaupt ein bereits vorhandenes.
Ja und Nein. NM und TGS sind zumindest dahingehend ein Verlust, dass sie, dem Idealbild der Werder-Familie entsprechend, zwei integre Persönlichkeiten und somit wichtig für Harmonie, Zusammenhalt etc. in der Mannschaft sind. Auch teamintern polarisierend erscheinen sie jedoch weniger zu sein.
 
Ich finde es immer wieder faszinierend, dass die Leute schlechte Stimmung in der Mannschaft haben wollen.
Wenn man sich anschaut wo sich Schalke in den letzten zwei Jahren mit einem absolut zerstrittenem Team hingespielt hat, da möchte ich nicht hin.
Ja, auf dem Platz kann man gerne mal laut werden, aber daneben sollte es normal zugehen.
 
Das Gegenteil ist mMn der Fall, die Stimmung ist viel zu gut.
Ergo keine Reibung, ergo schnelle Selbstzufriedenheit, ergo kein richtiger Kampf um Stammplätze.
 
Deutschland ist in Brasilien nur deshalb Weltmeister geworden, weil Kevin Döner nicht gespielt hat.
Deutschland ist in erster Linie mal Weltmeister geworden, weil sie die stärkste Mannschaft hatte.
Da mögen sowas wie Teamgeist dann die letzten paar Prozent in so einem Turnier ausmachen, gut möglich aber ich möchte eine Weltmeistermannschaft auch nur äusserst ungern mit einem unterdurchschnittlichen Bundesligateam vergleichen.
 
Ich finde es immer wieder faszinierend, dass die Leute schlechte Stimmung in der Mannschaft haben wollen.
Wenn man sich anschaut wo sich Schalke in den letzten zwei Jahren mit einem absolut zerstrittenem Team hingespielt hat, da möchte ich nicht hin.
Ja, auf dem Platz kann man gerne mal laut werden, aber daneben sollte es normal zugehen.
Es geht nicht darum, schlechte Stimmung zu erzeugen, sondern darum, sich gegenseitig hochzupuschen. Das gelingt nicht, wenn alle sich in den Armen liegen.
 
kohfeld ist zu lange bei werder, als daß sich da noch groß was ändert - wenn die mannschaft gut drauf ist und den willen erzeugen kann, um den sieg zu KÄMPFEN, kann sie fast jeden in der liga schlagen, ebenso wie sie natürlich auch gegen jeden untergehen kann - alles haben wir erlebt und solange sie nicht absteigen, geht es immer so weiter, egal, wer kommt oder geht - war schon in alten oberligazeiten werder's markenzeichen - mal große klasse und dann wieder unter aller sau - beständigkeit gabs nur unter otto und eine zeit lang auch unter schaaf - also weiter so!
 
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