Gleichberechtigung / Genderneutrale Sprache

Erstaunlich, dass erst bei # 206 dieses Thema vorsichtig (in diesem Fall von dir) angekratzt wird. Oder habe ich es überlesen? Hier klinke ich mich auch nur ganz sporadisch ein und werde an keinerlei Diskussion hierzu teilnehmen - führt zu nichts, da wir diesbezüglich in Deutschland im falschen Jahrhundert (oder Jahrtausend ) leben.
Der Grund, warum dieser Punkt nicht früher aufgetaucht ist, ist eigentlich gar nicht so überraschend: Das Thema ist einfach viel zu heisssss und führt sehr schnell zur Polarisierung und zwar unabhängig davon wie vorsichtig sich jemand ausdrückt oder wie rechts- und pflichtbewußt jemand ist und auch handelt.

Denn oder nur (wie auch immer): Wie kann Gleichberechtigung in jeglicher und dabei meist einseitiger Form gefordert werden, wenn zeitgleich der Mann das zu nahezu 100 % diskriminierte Geschlecht in der gesamten Familiengesetzgebung ist. De facto gehört in unserem schönen zivilisierten Land grundsätzlich das Kind (so es denn klein genug ist und keine lebensbedrohenden Umstände dem zuwider laufen) ohne jegliche ernsthafte Prüfung zur Mutter. Der Vater ist quasi ohne Recht auf sein eigenes Kind. Und komme hier niemand mit dem gemeinsamen Sorgerecht, welches nur eine hohle Phrase darstellt und in den wesentlichen Dingen des Familienalltags nahezu wirkungslos bleibt.

Gegen Gleichberechtigung habe ich übrigens rein gar nichts - NUR WENN, dann bitte in allen wesentlichen Dingen des Lebens und nicht nur wenn es einem (sorry: einer) gerade paßt oder ausschließlich zum eigenen Vorteil ist.

Und ja: Ich weiss, wovon ich spreche. Ich kenne sowohl Mütter, die ohne jegliche Unterstützung und Unterhalt des Vaters auskommen müssen (was wirklich schlimm ist) und auch Väter, die sich und ihre Kinder (die Familie steht ja nur der Mutter zu) aufgegeben haben, weil der Staat es nicht anders vorlebt mit seiner unsäglichen Gesetzgebung.

Sehr passendes Thema auch und gerade alljährlich zur Weihnachtszeit - dieses Jahr nochmal verstärkt durch Corona etc.
Hier kann ich nur zustimmen. Ich habe gerade in dieser Zeit 2 Fälle in meinem Ehrenamt zu bearbeiten, wo genau diese Probleme behandelt werden. Hier sind die Väter die arg gebeutelten, da kommt
 
Bin ich als Chef eigentlich frauenfeindlich, wenn ich mich bei gleicher Qualifikation für einen Mann entscheide, da ich dadurch das betriebliche Risiko reduziere, diesen zu verlieren, wenn Nachwuchs ansteht, ich dafür dann keinen gleichwertigen, zeitlich befristeten Ersatz für diese Person suchen muss und ich diese Stelle nicht auch noch freihalten muss?
 
Bin ich als Chef eigentlich frauenfeindlich, wenn ich mich bei gleicher Qualifikation für einen Mann entscheide, da ich dadurch das betriebliche Risiko reduziere, diesen zu verlieren, wenn Nachwuchs ansteht, ich dafür dann keinen gleichwertigen, zeitlich befristeten Ersatz für diese Person suchen muss und ich diese Stelle nicht auch noch freihalten muss?
Betriebswirtschaftlich betrachtet, NEIN.
Erinnert mich an den Betriebsleiter, der einer Frau 3 Schwangerschaften nacheinander den Arbeitsplatz freihalten musste.
Das ging nicht gut aus.
 
Doch, genau das hat was mit Chancengerechtigkeit zu tun, denn ohne Quote wählen die Männer, die jetzt in den Führungspositionen sitzen eben bevorzugt wiederum Männer aus (vielleicht sagt dir ja der "Thomas-Kreislauf" was). Die Quote ist dazu da, eben dieses Prinzip aufzubrechen.

Du hast ja auch immer noch nicht gezeigt, wo jetzt anhand von Quotenregelungen Männer benachteiligt würden. Der Artikel, den du verlinkt hattest, hat ja, wie schon gesagt, eher das Gegenteil beschrieben: nämlich dass sich Männer nach wie vor eher auf ihre Karriere konzentrieren können, weil das Kümmern um die Familie immer noch eher als Frauensache angesehen wird.

Dass du mit keinem Wort auf die bewusste und unbewusste Diskriminierung von Jungs aufgrund ihres Geschlechtes eingehst spricht für sich.

Und natürlich werden Männer durch Quotenregelungen benachteiligt. Nimm diese Paritégesetze, die zum Glück ja noch von geistig vernünftigen Richterinnen und Richter wieder aufgehoben wurde. Wenn in einer Partei beispielsweise 90 Männer sind und nur 10 Frauen, dann haben es haben es Frauen natürlich viel einfacher einen guten Listenplatz zu bekommen. Völlig frei von der Qualifikation. Das Ergebnis dieses Auswahlprozesses sehen wir dann live, wenn Frau, die meint sie könne Kanzler, davon überzeugt sei, dass Strom im Netz gespeichert werden kann.
Gleiches sieht man dann auch bei Stellenbesetzungen. Denn dort wo es Quoten gibt, werden dann auch Frauen bevorzugt, selbst wenn sie - anders als es in den Stellenausschreibungen steht - geringfügig schlechter qualifiziert sind als ihre männlichen Mitbewerber.

Da du aber die mittlerweile völlig veränderte Realität ausblendest, bin ich hier jetzt raus. Du wirst sehen, dass die Zahl von Frauen in Führungspositionen ganz alleine zunehmen wird.
 
Frauen natürlich viel einfacher einen guten Listenplatz zu bekommen. Völlig frei von der Qualifikation

Ach, für den Listenplatz ist Qualifikation wichtig? Das halte ich für ein Gerücht :lol: Nenn mir mal gerade die Qualifikation von Scheuer oder seinen Vorgängern Dobrindt und Ramsauer. Also, abseits von Seilschaften und Altherrenklubs.

Du wirst sehen, dass die Zahl von Frauen in Führungspositionen ganz alleine zunehmen wird.

Jahrhunderte der Gleichberechtigung können nicht irren ;) Ich sach nur: Frau im Zimmer, Protokoll. Wie von Opalo hier zum besten gegeben.
 
Na klar. Aber das mit dem Protokoll muss doch nichts mit dem Geschlecht zu tun haben?

Das kommt ja auch nicht von mir sondern von @opalo , aber ich kann es mir bildlich vorstellen wie da nur Typen im Raum sitzen und die Arbeit auf die keiner Bock hat soll die Frau machen. Ich bin in einem Umfeld beruflich tätig, in dem es auch einen Männerüberschuss gibt, aber wir haben da eine relativ einfache Regelung: Wer zu einer Besprechung lädt, der hat gefälligst auch die MoM zu führen (und wer zu spät kommt muss beim nächsten mal Kuchen spendieren :D ). Und wenn die Person darauf keine Lust hat, dann ist die Besprechung relativ witzlos weil rein informativ, da wird also dann nichts festgehalten auf das man sich hinterher berufen könnte. Meine Beobachtung ist, dass dumme Witze auf Kosten von Frauen umso häufiger vorkommen, je älter eine Person ist. Die meinen das auch meist gar nicht böse, sind halt so sozialisiert worden, dumm bleibt es dennoch. Während je jünger die Leute sind, umso weniger ist das ein Thema. Was aber denke ich kein Selbstgänger ist, und hier sind wir ontopic, sondern jahrelange Arbeit und Sensibilisierung. Junge Menschen heute werden eben anders sozialisiert (eben NICHT läbbe und läbbe lasse). Und das ganze flankiert mit einer Quote hier und einer Regulierung dort, führt uns schon in die richtige Richtung. Denn die beste Quote bringt ja nichts, wenn es keine entsprechenden Kandidaten oder Kandidatinnen gibt. Da muss man früh ansetzen (nicht erst bei DAX Vorständen) aber egal wie früh man ansetzt, es braucht Vorbilder für Kinder, über die Familie hinaus. Ist halt auch ein iterativer Prozess.
 
Ach, für den Listenplatz ist Qualifikation wichtig? Das halte ich für ein Gerücht :lol: Nenn mir mal gerade die Qualifikation von Scheuer oder seinen Vorgängern Dobrindt und Ramsauer. Also, abseits von Seilschaften und Altherrenklubs.



Jahrhunderte der Gleichberechtigung können nicht irren ;) Ich sach nur: Frau im Zimmer, Protokoll. Wie von Opalo hier zum besten gegeben.

Und genau da liegt das Problem. Ihr richtet den Blick zur Rechtfertigung dieser diskriminierend wirkenden Quoten immer in die Vergangenheit. Dabei reicht der Blick auf die Gegenwart, dass sich da schon vieles umgekehrt hat. Und lass noch ein bisschen Zeit vergehen, dann werden die Frauen, die Anfang des Jahrtausends ihr Studium abgeschlossen haben, nach und nach auch in die Führungspositionen nachrücken werden. Da musst du in der Regel eben mindestens Ü50 sein.
 
Bin ich als Chef eigentlich frauenfeindlich, wenn ich mich bei gleicher Qualifikation für einen Mann entscheide, da ich dadurch das betriebliche Risiko reduziere, diesen zu verlieren, wenn Nachwuchs ansteht, ich dafür dann keinen gleichwertigen, zeitlich befristeten Ersatz für diese Person suchen muss und ich diese Stelle nicht auch noch freihalten muss?
Das ist ein interessanter Punkt. Die meisten Unternehmen versuchen sich ganz einfach nicht zu rechtfertigen für ihre Personalentscheidungen.
Im Idealfall findest Du eine Frau 50+ mit Behinderung und Migrationshintergrund mit jedoch gleicher bzw. besserer Eignung, die mit 50+ sehr wahrscheinlich nicht mehr schwanger wird.
Diskriminierung junger Frauen wird gegenüber Altersdiskriminierung nicht so stark verfolgt. Also kannst du als Unternehmer einfach die ältere einstellen und behaupten sie wurde wegen ihrer Erfahrung eingestellt.
 
Ihr richtet den Blick zur Rechtfertigung dieser diskriminierend wirkenden Quoten immer in die Vergangenheit.

Ja klar, auf was denn sonst? Wenn diese in der Gegenwart dann eine Steuerungswirkung erreicht haben, wie du es ja beschrieben hast, dann haben sie ihr Ziel erreicht und sollten aufgehoben werden. Es gibt ja auch keine Medizinerinnen-Quoten sondern da gibt es einfach ne Menge Frauen. Das war vor 50 Jahren auch noch nicht so. Oder in der Politik (wenn man nicht bei der FDP/AFD ist)
 
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