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CK82
Guest
Aber wer soll den Stein in Rollen bringen? Bisher haben nur einzelne Senatoren und (Ex-)Gouverneure sich kritisch geäußert, die meistens schon vor der Wahl als Trump-Gegner galten, wie zB Mitt Romney oder Jeb Bush, die jedoch nicht mehr über viel Einfluss in der Partei verfügen. Die wirklich Einflussreichen hüllen sich bisher in Schweigen. So sehr, dass sich die Söhne von Trump genötigt fühlten, die Partei um Unterstützung für ihren Vater aufzufordern. Doch wer hat die Eier in der Hose, als "Königsmörder" zu fungieren und somit möglicherweise seine politische Karriere aufs Spiel zu setzen?
Gestern wurde der sehr gut vernetzte Bob Woodward bei CNN interviewt. Dieser meinte, dass sich einige einflussreiche Senatoren das Schauspiel noch ein paar Tage angucken wollen und dann, ähnlich wie bei Nixon, reagieren. Er meinte auch, dass knapp 25 Senatoren mehr oder minder von Trump in "Geiselhaft" genommen wurden, die sich jetzt langsam wieder aus der Deckung wagen. Auch jetzt wird es schon merkbar einsam rund um den Trumpzirkel - anstatt eines Luxushotels müssen die in einem Hinterhof eine Pressekonferenz halten. Das war schon richtig hart.
Ich denke es wird nicht mehr lange dauern bis die reagieren (müssen). Es sind zwei Senatssitze zu vergeben und wenn die Demokraten rund im Biden jetzt bis Januar Tempo machen und einen guten Fahrplan für nach Trump vorlegen und die Republikaner sich weiterhin in aussichtslosen Grabenkämpfen aufreiben, sind die ihre Mehrheit im Senat auch los.
Harris und Biden haben gestern mit ihrer Antrittsrede einen guten Anfang gemacht. Biden ist zwar nur ein Übergangskandidat, aber mit seiner, fast schon väterlichen, Art könnte er die Gräben und Wunden vielleicht ein wenig zuschütten und heilen.


