Mein Eindruck damals war, dass Firmen sich grundsätzlich eher gescheut haben in Vorleistung zu gehen um erst mal zu helfen. Eben weil sie die Implikationen hinsichtlich Zertifizierung kennen. Und weil, so makaber es ist, kein Markt vorhanden war. Ein Beatmungsgerät entwickelst du nicht mal eben so, da geht es um Sauerstoffsättigung und -Überwachung. Wohl aber gab es einen Mangel zb an austauschbaren Mundstücken etc., da gab es die wildesten Ideen, wie Anschlussstücke an Schnorchelmasken die sich mit Beatmungsgeräten kombinieren lassen. Am Ende des Tages fehlte es zwar an allem, aber keine Firma konnte die improvisierten Ideen wirklich anbieten weil ein medizinisches Produkt nunmal eine Zertifizierung braucht. Da gab es dann zb überall Mails mit dem Inhalt, das egal was man macht, es nicht das Wort "Schutz" enthalten darf. Denn eine Schutzmaske impliziert einen Standard und eine Firma die sowas an den Markt bringt ohne den Standard halten zu können, ist mehr oder weniger direkt pleite wegen möglicher Klagen. Das war auch die Zeit, als Rechtsanwälte davor gewarnt haben selbst genähte Masken als Schutzmasken zu verkaufen. Die wurden dann direkt als Aasgeier und Kriegsgewinnler gebranntmarkt, obwohl sie genau wussten wovor sie warnen. Wir haben zb versucht aus flexiblen Materialen via 3D-Druck Masken zu bauen die austauschbare Filter beinhalten, hatten da auch diverse Prototypen gebaut. Aber dann geht es los: Wie ist die bioverträglichkeit des Grundmaterials, wie die des Filters, wie wirkt der Filter, wie misst du die Dichtigkeit, wie die Langzeitverträglichkeit, wie ist die Reproduzierbarkeit deines Prozesses, wie sieht deine Lieferkette für das Rohmaterial aus, wie viel kannst du garantieren. Keine Chance das "mal eben so" zu machen. Und manche Dinge haben dennoch geholfen denn wenn es an allem fehlt, dann ist fast alles besser als nichts zu haben.