...Das Level, auf dem Werder sich noch 2002 befand, war wesentlich niedriger als heute, sodass es damals einfacher war Spieler zu finden, die günstig waren und uns sofort verstärkten.
Da hast Du sicherlich nicht unrecht. Damals war der Status Quo ein anderer als heutzutage. Man könnte sagen, die Kehrseite einer Medaille, die wir uns seit 2002 in etwa verdient haben. Aber genau diesen Status wollte man zurecht anstreben, was im grunde ja auch beeindruckend gelungen ist.
Heute ist der Anspruch und das Niveau bereits so hoch, dass wir es höchstens versuchen müssen, dieses zu halten, Steigerungsmöglichkeiten sind aber eher unwahrscheinlich. Aber selbst das Halten des Status stellt Werder vor eine Herausforderung, die finanziell eigentlich nicht zu bewältigen ist.
Auch diese Einschätzung kann ich durchaus teilen. Denn genau darin liegt ja die Schwierigkeit. Diesen Status zu erreichen ist das eine, diesen Status zu halten, die weit schwierigere Aufgabe.
Ob das finanziell nicht zu bewältigen ist, darf dabei allerdings angezweifelt werden, da durch die 5-malige CL-Teilnahme und die insgesamt steigenden Einnahmen (Sponsoring, Logen, Trikotwerbung, etc.) doch ein gewisser, finanzieller Handlungsspielraum da sein sollte, um den jetzigen Status zu halten.
Zudem waren die Personalien Joe und Diego, aber auch Klose, glückliche Zufälle, wo zu dem Zeitpunkt die Umstände für Werder sprachen.
Sicherlich wachsen diese Spieler nicht auf Bäumen, die nur KA kennt und derer er sich per se bedienen kann.
Nur sehe ich es nicht so, daß es ausschließlich "glückliche Zufälle" waren, die uns diese Spieler bescherten! Bei weitem nicht.
Bei einem Micoud beispw. hat man Wert auf die nötige Erfahrung gelegt, was sich auch absolut auszeichnete.
Mittlerweile hab ich das Gefühl, daß man sich kpl. einem absoluten Jugendwahn verschrieben hat. Grade durch den Weggang von Baumi wäre es in meinen Augen sinnvol eben jenen erfahrenen Spielertypus zu holen, der nicht um die 20 ist, von denen wir bereits unzählige haben.
Die Mischung (Alt/Jung) des Kaders macht mir Sorgen.
Wir sind 2004 nicht Meister geworden, weil wir mit Weltstars gesegnet waren, sondern weil die Mischung nahezu perfekt war. Reinke, Lisztes, Krstajic... Alles keine unerschwinglichen Virtuosen, aber mit der nötigen Erfahrung und Ruhe ausgestattet.
Diesen "Mut", ältere, fast vergessene Spieler zu holen, würde ich mir heute manchmal wünschen.
Daher bin ich auch nicht all zu traurig, daß der junge Argentinier nun zu Papa Hopp geht.
Und bei allem Respekt vor den Fähigkeiten von Özil und Marin, habe ich nicht das Gefühl, daß man mit diesen beiden Greenhorns um die Meisterschaft mitspielen würde. Mag mich täuschen.