Hamburger SV - Die Wiederaufgestiegenen

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Was mich ganz allgemein interessieren würde: Welches sind eure persönlichen Beweggründe der Ablehnung bis hin zur ausgeprägten Feindschaft gegenüber dem HSV? Als Stichworte fallen mir da recht schnell ein: Großkotzigkeit bzw "Hamburger Arroganz", HSV-"Fans" und Hools, Adrian Maleika, generelle Stadtrivalität HH vs HB, Feindseligkeit gegenüber einzelnen Spielern / Funktionären beim HSV. Aber viele werden ganz persönliche Gründe haben.

Ich für meinen Teil empfinde keine "Feindschaft" gegenüber Werder, eher eine freundschaftliche Rivalität. Werder war lange in gewisser Weise ein Gegenkonzept zum HSV, mit wenig(er) Geld ähnlich viel Erfolg (oder mehr...), jedenfalls seit Otto Rehhagel. Es hat mich beispielsweise stets gefreut, wenn Werder gegen Bayern gewinnen konnte. Was wohl auch an meiner Animosität gegenüber Bayern liegt, vermutlich.

Falls es zu persönlich ist, bitte ich mein Interesse zu entschuldigen. Ansonsten freu ich mich auf eure Kommentare. :wink:
Ich bin ja nicht aus dem Norden und bei mir hat das schon fast einen witzigen Hintergrund. :D In der Volksschule war ich mit nem Jungen in der Klasse, das war so ein richtiger Angeber. Der trug immer ein blau-schwarz-weißes Schweißband am Handgelenk. Das war eins vom HSV. :D Und seit ich den kenne und das is seit der ersten Klasse, hab ich mich immer gefreut wenn der HSV verloren hat :D Das Witzige daran ist, dass ich erst später mein Herz an die Bremer verloren habe. Ich hege also schon länger ne Antipathie gegen den HSV, als ne Sympathie für Werder :D
Aber Hass würd ich das auf keinen Fall nennen. Ich find den HSV eigentlich richtig toll, weil sie uns immer wieder unterhalten, mit irgendwelchen Knalleraktionen wie das "DAZKE" - Banner bspw. :D
Da gibt es bei mir nen anderen Verein, den ich viel unsympathischer finde. Schwarz - gelbe Vereinsfarben. Alemannia Aachen is es nicht. :D

Das war jetzt sicher nicht die erwartete Antwort, aber ich denke mal du wirst auch noch was aus norddeutscher Sicht hören :beer:
 
Was mich ganz allgemein interessieren würde: Welches sind eure persönlichen Beweggründe der Ablehnung bis hin zur ausgeprägten Feindschaft gegenüber dem HSV? Als Stichworte fallen mir da recht schnell ein: Großkotzigkeit bzw "Hamburger Arroganz", HSV-"Fans" und Hools, Adrian Maleika, generelle Stadtrivalität HH vs HB, Feindseligkeit gegenüber einzelnen Spielern / Funktionären beim HSV. Aber viele werden ganz persönliche Gründe haben.

Ich für meinen Teil empfinde keine "Feindschaft" gegenüber Werder, eher eine freundschaftliche Rivalität. Werder war lange in gewisser Weise ein Gegenkonzept zum HSV, mit wenig(er) Geld ähnlich viel Erfolg (oder mehr...), jedenfalls seit Otto Rehhagel. Es hat mich beispielsweise stets gefreut, wenn Werder gegen Bayern gewinnen konnte. Was wohl auch an meiner Animosität gegenüber Bayern liegt, vermutlich.

Falls es zu persönlich ist, bitte ich mein Interesse zu entschuldigen. Ansonsten freu ich mich auf eure Kommentare. :wink:

Feindschaft empfinde ich nicht, denn diese hat im Fußball nun rein gar nichts verloren - denn diese führte zu dem tragischen Tod von Adrian Maleika. Was ich beim HSV jedoch ablehene, ist dessen Großmannssucht; nicht des HSV wegen, sondern weil ich Überheblichkeit generell für eine schlechte Eigenschaft halte, denn Arroganz ist die Perrücke geistiger Kahlheit. Auch deswegen war/ist es eine Genugtuung, daß Werder trotz geringerer finanzieller Möglichkeiten vom Ende der 1980er in Ende der 2000er Jahre erfolgreicher war. Die Rivlität HSV / Werder finde ich reizvoll, denn schließlich "lebt" der Fußball von der Brisanz der Derbys; besonders in den Zeiten, wo beide Clubs nicht mehr den sportlichen Glanz vergangener Jahre versprühen, war das Derby stets ein Highlight, auf das man sich unabhängig vom Tabellenplatz freuen konnte. Das ist mir zig mal lieber als Spiele gegen Augsburg, Mainz oder dgl., und dementsprechend vermisse ich das Derby - auch wenn ich mir eine gewisse Schadenfreude über den Abstieg des HSV bzw. dessen Zweitklassigkeit nicht verkneifen konnte/kann, aber das gehört zu einer solchen Rivalität dazu.

:beer:
 
Feindschaft empfinde ich nicht, denn diese hat im Fußball nun rein gar nichts verloren - denn diese führte zu dem tragischen Tod von Adrian Maleika. Was ich beim HSV jedoch ablehene, ist dessen Großmannssucht; nicht des HSV wegen, sondern weil ich Überheblichkeit generell für eine schlechte Eigenschaft halte, denn Arroganz ist die Perrücke geistiger Kahlheit. Auch deswegen war/ist es eine Genugtuung, daß Werder trotz geringerer finanzieller Möglichkeiten vom Ende der 1980er in Ende der 2000er Jahre erfolgreicher war. Die Rivlität HSV / Werder finde ich reizvoll, denn schließlich "lebt" der Fußball von der Brisanz der Derbys; besonders in den Zeiten, wo beide Clubs nicht mehr den sportlichen Glanz vergangener Jahre versprühen, war das Derby stets ein Highlight, auf das man sich unabhängig vom Tabellenplatz freuen konnte. Das ist mir zig mal lieber als Spiele gegen Augsburg, Mainz oder dgl., und dementsprechend vermisse ich das Derby - auch wenn ich mir eine gewisse Schadenfreude über den Abstieg des HSV bzw. dessen Zweitklassigkeit nicht verkneifen konnte/kann, aber das gehört zu einer solchen Rivalität dazu.

:beer:

Dem stimme ich bis auf den markierten Absatz zu.
Das ist mir da zu pauschal.
Sicher gibt es auch bei den Hamburgern den ein oder anderen der sich auf Augenhöhe mit den Bayern wähnt aber die dürften doch mittlerweile eher in der Minderheit sein....
 
Sicher gibt es auch bei den Hamburgern den ein oder anderen der sich auf Augenhöhe mit den Bayern wähnt aber die dürften doch mittlerweile eher in der Minderheit sein....
Seit dem Abstieg sind es vermutlich weniger geworden. Aber dennoch ist mir in Erinnerung gebleiben, daß aus Kreisen von HSV-Fans ohne es numerisch fixieren zu können/wollen, nach den Relegationsspielen zu vernehmen war, daß sie wieder nach Europa schielen. Dinge, in in 2020 auch von Werder-Fans geäußert wurden...
 
Seit dem Abstieg sind es vermutlich weniger geworden. Aber dennoch ist mir in Erinnerung gebleiben, daß aus Kreisen von HSV-Fans ohne es numerisch fixieren zu können/wollen, nach den Relegationsspielen zu vernehmen war, daß sie wieder nach Europa schielen. Dinge, in in 2020 auch von Werder-Fans geäußert wurden...

Ja aber die hast du doch bei den "größeren" Vereinen überall.
 
Was mich ganz allgemein interessieren würde: Welches sind eure persönlichen Beweggründe der Ablehnung bis hin zur ausgeprägten Feindschaft gegenüber dem HSV?

Also bei mir gibt es keine Feindschaft, gab es auch nie. Schon allein weil ich HSV-Fans kenne und die sind nett :) Für Maleika bin ich zu jung. Es war einfach immer so, dass der HSV der große Rivale ist. Der Norden halt. Aber es ist irgendwie auch nur deswegen so spannend mit dem HSV, weil er einem nicht gleichgültig ist. Wolfsburg oder Hannover, wenn ich da diesen Bullshit mit "Nordderby" höre. Wolfsburg gegen Braunschweig, das ja. Aber das echte Derby, das sind wir. Was mir wirklich auf den Zeiger geht, das ist die angesprochene Großkotzigkeit, dieses "Wir sind Hamburg und deswegen gehören wir als Naturrecht ganz nach oben". Das ist nicht nur HSV-Spezifisch, mit der Wende und dem Aufstieg Berlins habe ich so ein wenig das Gefühl, als wenn man in Hamburg in einer Art Midlifecrisis steckt und deswegen krampfhaft zeigen muss, dass man eine Weltstadt ist. Olympia, Internationale Gartenschau, G-20 und gefühlt wurde vor Corona jede Woche irgendeine Sau durchs Dorf getrieben, ob das die Zahnwälte auf ihren Choppern sind oder die ewigen Dom, Kirchschblüten, Radrennen, Marathons und und und. Bißchen Understatement fände ich besser (bekommt Hamburg von Bremen und Bremen wiederum fängt endlich mal an etwas größer zu denken), aber Hamburg sieht sich in Konkurrenz zu Berlin und anderen Weltstädten. Und ein wenig davon findet sich eben auch beim HSV.
 
HSV....puuuhh, das ist so eine Sache. Als ich anfing, mich für Fußball zu interessieren, gab es in Deutschland zwei Spitzenclubs, den FC Bayern und den HSV. Bayernfan zu werden ging gar nicht, komme aus den Niederungen des Elbe- Weser- Dreiecks, da war man entweder Werder- oder HSV- Fan, tendenziell eher HSV, weil es geographisch etwas näher und der HSV eben deutlich erfolgreicher war, Ende der 70er/ Anfang der 80er war das so. Meisterschaften, Pokalsieg, Pokal der Landesmeister....alles. Mein Vater, meine Onkel, meine Cousins waren alle HSV- Fans, aber durchaus auch pro Werder, das ging in der Generation auf dem Land noch. Hauptsache kontra Bayern. In der Zeit war ich HSV- "Fan" inklusive dem von der @OFW genannten Schweiß- und Stirnband, als Kind mein ganzer Stolz. Hatte auch so ein billiges HSV- Käppi aus Plastik und Gummiband, bin ich als Kind auch immer mit rumgerannt. Sah aus heutiger Sicht sicher total verboten aus, aber was will man machen. Meine Lieblingsspieler waren Uli Stein (der Keeper, nicht der gerade verstorbene Cartoonist) und Manni Kaltz. Geile Typen, alle beide und damals definitiv weltklasse.
Dann kam ein Underdog in die Liga zurück nach dem hoffentlich einmaligen Abstieg in der Vereinsgeschichte: der SV Werder aus Bremen. Ich hab mich den einfach an meinem Vater und den Onkeln orientiert und eine Zeitlang beiden Vereinen die Daumen gedrückt. Hauptsache gegen Bayern. Den HSV- Pokalsieg 1987 habe ich genauso innerlich gefeiert wie den Bremer Meistertitel 1988. Richtig einschneidend war für mkch 1986, als die mir äußerst sympathischen Bremer högscht unglücklich die sicher geglaubte Meisterschaft verspielten. Hatte riesiges Mitleid mit Kutzop und der ganzen Bremer Elf. Dann mutierte ich zum Erfolgsfan, wie das mit 14, 15 Jahren wohl eben so ist und da war der SV Werder dann einfach der geilere Verein mit unfassbaren EC- Abenden. Sparten Moskau, Dynamo Ostberlin, SSC Neapel, AC Milan, das waren unfassbar geile Spiele des SV Werder, der Ende der 80er durchaus den Gewinn des Pokals der Landesmeister oder den damals noch deutlich bedeutenderen UEFA- Cup einfach verdient gehabt hätte. 1993 kippte das Pendel endgültig Richtung Werder, als wir am letzten ST den Bayern den Titel abluchsten, die Rache für 1986 mE. Wirklich und endgültig ausschließlich Werderfan wurde ich 1995, als ich das erste Mal im Stadion war, 2:2 gegen Kaiserslautern. Ein geiles Spiel, mein Vater und ich in der Westkurve, mit Blick auf die noch unüberdachte alte Ostkurve. Alles war ein grün-weiße Fahnenmeer. Noch heute denke ich manchmal an dieses Spiel, auch aus persönlichen Gründen, weil ich mit damals 20 Jahren zum ersten Mal etwas allein mit meinem Vater gemacht habe, Kitt für eine doch recht verkorkste Vater- Sohn- Beziehung.
Was hat das mit dem HSV zu tun? Ab jetzt war ich für ein paar Jahre Werderultra, hab mir dann für Jahre mit Freunden eine Dauerkarte in der Ost gegönnt und in Kiel studiert, eine absolute HSV- Hochburg damals. Als Werderfan wurde ich damals oft und selbst von Kommilitonen richtiggehend angefeindet, das waren keine harmlosen Spöttereien. In Hamburg wurden wir als Werderfans in der U- Bahn übelst beschimpft und physisch angegangen, wenn man seinen Werderschal offen zeigte wie nirgendwo anders sonst. Richtig übles Pack war da im Volkspark unterwegs, sodass mir dieser Verein immer unsympathischer wurde. Hinzu kam nach dem Studium noch ein richtig arroganter Kollege, der dann aber 2009 zerstört wurde, was mich damals sehr freute nach den ganzen Sprüchen im Vorfeld wie hoch Werder doch in allen Wettbewerben verlieren werde. Andere HSV- Kollegen hätte ich auch, aber das war freundschaftliche Rivalität inklusive eines gemeinsamen Stadionbesuches in HH. Spätestens seit dem Hamburger Abstieg ist jedweder Hass verflogen, Schadenfreude über Hamburger Töffeligkeiten durchaus nicht (Sandhausen!!). Wünsche ihnen jetzt den Aufstieg und eine sportliche Rivalität der Hansestädte.
 
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