Warum "muss"? Der HSV hat diverse Trainer verschlissen, um am Ende doch in Liga 2 zu landen, weil nichts passte. Hat also nichts gebracht. Von daher könnte man alternativ in Betracht ziehen, die Saison zu Ende zu spielen und im Hintergrund Änderungen überlegen. Nicht zuletzt auch im Management, der Nachwuchsarbeit etc. Jetzt vielleicht per Trainerwechsel mit Strohfeuer-Effekt drin bleiben und dann weiter machen wie bisher bringt nichts.
Mal völlig unabhängig davon, dass Zeigler kaum als unabhängiger Beobachter der Situation bei Werder verstanden werden kann, da er Bestandteil der Werder-Familie ist, kann man natürlich die Frage stellen, ob Trainerwechsel erfolgreich sind oder nicht.
Dies ist eine Frage, die sich nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten lässt. In der Regel ist es aber so, dass ein neuer Trainer zumindest kurzfristig eine Art Strohfeuer entfacht, da neue Reizpunkte gesetzt werden. Es ist doch offensichtlich, dass dieser Kader bei all seinen Schwächen den Klassenerhalt hergeben würde. Von Europa ist er einiges entfernt, aber Platz 11 bis 15 sollten machbar sein. Wir haben in der Hinrunde durchaus ordentliche Spiele gezeigt, in denen ich in diesem Thread lediglich minimale Schwachpunkte ausgemacht habe, die es zu beheben galt. Insbesondere hohe Bälle in den Strafraum und die Effektivität beim Torabschluss. Schon damals sagte ich, dass sich FloKo daran messen lassen müsse, ob er dies abgestellt bekommt. Denn genau dies ist die Aufgabe des Trainers. Zu dem damaligen Zeitpunkt waren die meisten hier noch tiefenentspannt.
Fakt ist, dass er nicht nur nicht diese beiden Probleme hat abstellen können, sondern in meinen Augen die Mannschaft verloren hat. Diese haben zumindest unterbewusst kein Vertrauen mehr in seine Aussagen. Erschreckend ist, dass FloKo dies vor dem Union Spiel schon im Bus gespührt haben will, dass die Mannschaft nicht - zumindest unterbewusst - nicht mehr an sein System, seine Motivitation und an sich selbst glauben. Eine Mannschaft muss dabei nicht mal bewusst gegen einen Trainer spielen.
Zugleich vertreten sowohl Spieler, Trainer als auch der sog. GfSport nach Außen die Auffassung, dass die Leistungen doch zumindest in Teilen annehmbar oder gar gut gewesen sein. Wenn ich mich natürlich einer "Bubble" bewege, in der ich ständige Zustimmung erfahre, dann glaube ich dies. Dann nehme ich kritischere Töne mindestens als "falsch" wahr, wenn nicht sogar als feindlich. Ein Effekt, den wir durch die sog. sozialen Medien gerade in der Politik in den letzten Jahren zunehmend feststellen.
Man muss davon ausgehen, dass es nur sehr wenige Trainer gibt, die es schaffen über einen mittelfristigen bis sehr langen Zeitraum erfolgreich mit ein und dem selben Verein zu arbeiten. Bei den meisten Trainern ist nach zwei bis vier Jahren schluss, da irgendwann alles zur Routine wird und diese berühmten Reizpunkte fehlen. Die meisten Trainer schaffen nicht einmal das, wenn man sich anschaut wie häufig Trainer gewechselt werden. Das ist natürlich eine schwere Situation, aber es ist nun einmal so. FB und MB machen den Fehler zu glauben sie könnten einen zweiten TS oder gar OR aus dem eigenen Stall backen, wenn sie nur fest genug an ihm festhalten. Mit diesem Glauben liegen sie nun schon zu dritten Mal daneben. So funktioniert das einfach nicht. Und weil sie mittlerweile wissen, dass sie diesen Niedergang zu verantworten haben, wollen sie erst recht nicht mehr handeln, da sie schwerwiegendenste Fehler eingestehen müsste und sich damit eigentlich selbst hinterfragen müssten.
FloKo ist (leider) gescheitert. Aus, Ende und vorbei. Sollten wir mit ihm runtergehen, dann wir er spätesten am fünften Spieltag entlassen werden müssen, wenn wir mit einem Punkt und zwei-zu-zwölf Toren Tabellenletzter in Liga Zwei sind. Dann wird's aber richtig haarig, weil die Saisonvorbereitung mal wieder verschenkt wurde.