Florian Kohfeldt (SV Darmstadt 98)

Wenn die Spieler das seit heute Abend wieder glauben, dann sind wir bereits heute abgestiegen.

Man könnte es vielleicht treffender formulieren: "Wenn jeder Spieler so wie heute alles aus sich raushaut, dann sind wir für Abstiegskampf zu stark!"
Natürlich...was ich absolut bestätigen würde. Allerdings, haben wir heute gesehen wozu die Mannschaft fähig ist. Heute hat die Mannschaft an sich selbst geglaubt. Das hat man mehr als gespürt. Und ich bin mir sicher dass das von Klaasen mit senem Statement auch so rüberkommen sollte.

Grüße
 
Es hat sich eine Menge bestätigt heute, einiges aber auch nicht.

Bestätigt hat sich:

Osako gehört auf die 10 und nicht auf die falsche 9

Mit echten Stürmern haben wir genug Tiefe im Spiel

Der Funke muss von der Mannschaft auf das Publikum überspringen und nicht andersrum

Scheinbar brauchen wir besondere Abende für eine vernünftige Einstellung. Das war nicht vergleichbar mit dem tristen Ligaaltag. So eine Grundstimmung muss häufiger kommen

Ein positionsgetreuer Wechsel war richtig, auch wenn Sargent noch sehr viel Luft nach oben hat. Aber wenigstens blieb die Statik bestehen

Nicht bestätigt hat sich:

Kohfeldt erreicht die Mannschaft nicht mehr. Das konnte man heute zumindestens nicht erkennen. Ich dachte auch schon das er keinen Zugang mehr zur Truppe hat, aber das sah zumindestens heute ganz anders aus

Bestätigt hat sich auch nicht das das Spiel heute nur einer weiteren Demütigung dient. Ich glaube @dieeeter hatte es geschrieben .....man kann sich dadurch auch Selbstvertrauen holen. Hoffentlich sehen wir das gegen Union.

Heute war ein geiler Werder Abend und es freut mich auch für Kohfeldt!
Sehe ich genauso, was ich aber auch sehe ist
- die falsche 9 ist einer der größten taktischen Fehler von FK, für mich der Knackpunkt, einfach mit 2 Stürmern spielen
- das Osako kein Stürmer ist und hinter die Spitzen gehört sollte man auch mit weniger Fußballsachverstand sehen können
Ansonsten wars ein geiler Abend
 
Wie Negativ kann man sein! Kann man sich nicht nach so einen Sieg mal freuen? Muss man immer wieder
hoffen das Werder das nächste Spiel verliert um sich wieder aus zu leben?

Falsch, es geht darum, dass Werder die letzten Jahre immer nach einer grandiosen Leistung im Folgespiel bitter enttäuscht hat. Ich freue mich auch über den Sieg und bin dennoch skeptisch ob wir das Momentum gegen Union mitnehmen können. Das Spiel gestern muss allen Verantwortlichen einen mega Schub gegeben haben. Konserviert die Leistung für die kommenden Wochen und alle Kritiker werden automatisch verstummen. Jetzt gilt es dies zu beweisen.
 
ich glaube nach wie vor, dass man mit kohfeldt die klasse halten kann. und ich bin dafür, dass man weiterhin auf ihn setzt.


nun denn. zuerstmal die beiträge, die ich hierzu schon geschrieben habe:

werder ist, so wie es bisher gelaufen ist (verletzungen wichtiger stammspieler + daraus resultierende uneingespieltheit), alleine in qualitativer hinsicht durch und durch abstiegskandidat. und sie wären das unter so gut wie jedem trainer. manch einer hätte die fast unausweichliche krise mit erfahrung vielleicht besser gehandhabt, ein absoluter ausnahmekönner wie nagelsmann vielleicht auch durch seine klasse. kohfeldt verfällt nicht in blinden aktionismus wie einst skripnik, verliert aber für mich zusehends an mut, versucht zu sehr auf den modus "abstiegskampf" umzustellen und wirft dabei mitunter das über den haufen, was werder unter ihm stark gemacht hat. das könnte eine heftige bruchlandung werden.
kohfeldt ist (noch) kein toptrainer. wie sollte er das auch schon sein? ihm fehlt nach wie vor einiges an erfahrung, soch eine situation wie diese gabs auf diesem niveau für ihn noch nicht. jeder trainer, besonders aber junge, unerfahrene lernen, machen neue fehler, wiederholen alte fehler, finden im besten fall irgendwann aber auch lösungen auf die sie dann in ähnlichen situationen wieder zurückgreifen können und werden dann entsprechend besser. kohfeldt ist ein trainertalent, für mich auch nach wie vor ein äußerst vielversprechendes. die letzte saison war in vielerlei hinsicht die beste seit ewigkeiten, nicht nur was die punkteausbeute und das abschneiden im pokal betrifft. spielerisch sowie taktisch. werder konnte gegner wieder dominieren, etwas was vor kohfeldt nahezu unvorstellbar schien. die taktik war auf den gegner zugeschnitten, umstellungen griffen häufig. es gab einen klaren plan im ballbesitzspiel. problem ist ein wenig, dass der spielstil unter kohfeldt umso mehr eine eingespieltheit verlangt, die diese saison aufgrund einer vergleichslosen verletztenproblematik nie greifen konnte. vom selbstverständnis im zusammenspiel ganz abgesehen, das zusätzlich noch durch die krise abhanden gekommen ist. dazu kommen dann von kohfeldt vorgegeben herangehensweisen, die sich in taktischer hinsicht als kontraproduktiv erweisen. auch von kohfeldt ist das keine gute saison. soetwas passiert jungen talenten. bei trainern ist das nicht anders als bei spielern. und trotzdem bedeutet solch eine saison nicht, dass demjenigen generell fähigkeiten fehlen von denen sie schon bewiesen haben, sie zu besitzen. es bedeutet lediglich, dass sie noch unfertig sind und noch keine topspieler respektive toptrainer. was letzteres betrifft, gibts für mich in der bundesliga aktuell ohnehin nur nagelsmann.
ich würde tatsächlich mit kohfeldt weitermachen, auch wenn er diese saison scheitert. weil mich das, was ich in den eineinhalb jahren zuvor von ihm gesehen habe, von seinen grundsätzlichen fähigkeiten überzeugt hat. einzig sollte er "die mannschaft verlieren", müsste man auch meiner meinung nach handeln. das sehe ich aber derzeit noch nicht.


dazu aus dem worum:

Zitat von tsubi;11545171:
ich bin schon immer wieder verwundert wenn leute von nicht erkennbarem offensiven konzept reden, oder von dem fehlen jeglicher struktur. genaugenommen gilt das nämlich für keine bundesligamannschaft. jede hat einen plan nach vorne und eine vorgegebene struktur. die ist mal weniger, mal mehr ausgereift, mal effektiver, mal weniger effektiv aber nun eigentlich immer erkennbar. zumindest wenn man die zeit hat, es über einen längeren zeitraum zu beobachten.
gerade noch zu beginn der saison, das heißt an den ersten spieltagen, inklusive der pokalspiele gabs bei werder hierhin klar erkennbare muster zu sehen, insbesondere in den ballfernen laufwegen. teilweise sogar beeindruckend wenn werder die gelegenheit bekam ein spiel zu machen, weil dann einstudierte spielzüge griffen. man bekam die zeit dafür. und da wo viele mannschaften probleme bekommen, nämlich bei rein reaktiven underdogs, die sich tief verbarrikadieren, war werder umso stärker. das gilt für die beiden pokalspiele aber sogar auch für das hinspiel gegen düsseldorf als man sich trotz defensiv eingestellter düsseldorfer mehr als ausreichend chancen (halbzeit 2) erspielte um zu gewinnen. leider tat man werder den gefallen nicht mehr und presste sie stattdessen immer höher. weil man bemerkte, dass werder einen guten plan zur hand hat wenn man sie machen lässt. wenn du bei tiefstehenden gegnern eher zu chancen kommst als bei hoch pressenden, ist das übrigens ein ganz gutes zeichen für einen besonders ausgereiften offensivplan. das zwingt den gegner dazu, die mannschaft nicht dazu kommen zu lassen, das einstudierte in ruhe praktizieren zu können. höheres, aggresiveres pressing mit dem risiko dass dieses überspielt wird und man hintendran räume anbietet. auch das hätte werder in die karten spielen können, hätte man in der zeit mehr als nur einen aufbaustarken, pressingsresistenten spieler hintendrin gehabt. moisander fiel nur fast die gesamte hinrunde aus, toprak und ludwig ebenso, vogts gabs noch nicht und dementsprechend musste man dann mit groß, veljikovic, gebre und friedl von hinten das pressing überspielen. problem nur, dass das alles spieler sind, deren stärke genau das überhaupt nicht ist. zweites problem, dass dann ein körperlich starker offensivmann fehlte, der auch lange bzw. gechippte bälle festmachen konnte, weil füllkrug ausfiel und osako ebenfalls erst ausfiel sowie danach in ein fettes formtief rutschte. und so war klar wie man gegen werder effektiv agieren musste und das klappte auch.

was das konzept an sich angeht: da gabs viele facetten. ob das nun gezielte asymetrie, überladen einer seite, klar erkennbare auslöser für tiefenläufe, abgestimmte gegenläufige bewegungen, chipbälle auf füllkrug usw. usf. waren. es wurde hier vieles eintrainiert und das sah man auch.
man sah nur leider ebenso, dass werder dann mit fortlaufender saisondauer und einigen negativerlebnissen kopfloser, verkrampfter und daraus resultierend uneinheitlicher in den abläufen wurde.

und nun noch ergänzend dazu, weil ich hierzu das dortmundspiel auch noch abwarten wollte. mit einem sieg hätte ich da nicht gerechnet, allerdings mit einer klar erkennbaren spielerischen leistungssteigerung. weil das problem mittlerweile von fehlendem rhythmus abgesehen vorallem mentaler natur ist. man verkrampft, ist verkopft und wer fußball verfolgt oder selbst schon gespielt hat, der weiß was für einen riesigen unterschied fehlendes selbstvertrauen ausmacht. nun kann man natürlich sagen, dass es auch trainersache ist, die mannschaft wieder aufzurichten. das ist aber deutlich schwieriger als man glaubt und die einflussmöglichkeiten ab einem gewissen zeitpunkt immer geringer. was werder diese saison widerfahren ist an rückschlägen, insbesondere die krasse verletzungsproblematik, die dann mit fehlenden automatismen und daraus resultierenden ausbleibenden ergebnissen einherging, ist für mich beispiellos. soetwas habe ich noch nicht erlebt. und das soll ausgerechnet ein talentierter trainer ohne große erfahrung handeln? das ist eine mammutaufgabe, wohlgemerkt mit einem durchschnittlichen kader, der durch verletzungen zeitweise zum kader eines klaren abstiegskandidaten wurde, der nicht einmal ein selbstverständnis für sich entwickeln konnte, da jede woche die mannschaft umgestellt werden musste. wer bei dem thema "verletzungen" übrigens wieder in versuchung kommt "ausrede" zu rufen, der begreift einfach nicht, dass es durch und durch fundamental ist, dass sich eine mannschaft finden und einen rhythmus für sich entwickeln kann. das ist das a und o des zusammenspiels. da geht es eben bei weitem nicht nur darum, dass dir qualitativ im hinblick auf einzelspieler etwas wegfällt.
das hat sich alles so dermaßen potentiert: von verletzungen, über das ausbleiben von automatismen, mentalen rückschlägen durch weitere verletzungen und dann ausbleibenden ergebnissen hin zur absoluten verunsicherung. gestern fiel das alles weg: kein abstiegskampf, kein krampf, nichts zu verlieren. und schon wird alles flüssiger, das selbsvertrauen ist da, die kombinationen sind da, das timing für die zweikämpfe, der klare blick nach balleroberung. und dann sieht man, was mit dieser mannschaft inklusive dieses trainers drin ist. übersteht kohfeldt diese phase, werden wir hier einen besseren trainer als zuvor an der seitenlinie haben. einen der eine beispiellose krise überwunden hat, dadurch einen enormen gewinn an erfahrung und know how für den umgang mit schwierigen situationen.
ich will übrigens kohfeldt mitnichten freisprechen von fehlern oder von einer mitschuld an der situation: ob da auch einiges an der belastungssteuerung im training lag, weiß ich nicht. allerdings zeigte sich kohfeldt von der krise auch nicht unberührt. warf die eigene spielidee für den abstiegskampf über bord als die ergebnisse ausblieben, weil er nicht mehr darin vertraute, dass das zu resultaten führen würde. man wurde in der spielanlage immer reakiver um dann vermeintlich kompakter zu stehen. man überlies dem gegner mehr und mehr das spiel und beschränkte sich auf vorsichtig geführte konter. nach vorne ging nun gar nichts mehr. nein: diese mannschaft hat sich bei kohfeldt über 1,5 jahre etwas erarbeitet, was sie immer noch am besten kann. vernünftiges ballbesitzspiel mit entsprechenden ballbesitzphasen, variierendes pressing, das zumeist nach vorne ausgerichtet ist. gibt man das auf, gibt man seine stärken auf. für mich auch nicht verwunderlich, dass die erste halbzeit gestern stärker war als die zweite. in der zweiten wurde mir der fokus wieder zu sehr auf schnelles konterspiel gelegt, als es doch immer mal wieder möglichkeiten gab, den ball in den eigenen reihen zirkulieren zu lassen. das hat werder in halbzeit eins so stark gemacht. für mich auch nicht verwunderlich, dass das 3:1 dann doch wieder aus einer ruhig geführten ballbesitzphase mit plötzlichem tempoanstieg resultierte. oder tor nummer 1 durch schnell und aggressiv geführtes gegenpressing am 16er der dortmunder. das ist es, was werder kann und das ist kohfeldts verdienst. genau da muss man wieder hinfinden.
ich schreibe das nun extra noch schnell vor dem spiel gegen union berlin, da ich mir gut vorstellen kann, dass man hier wieder mit dem abstiegsgespenst im kopf verkrampft, einfachste situationen kompliziert oder wackelig ausgeführt vermasselt. ich bin gespannt. es wird wahnsinnig wichtig sein, gut in dieses spiel hereinzukommen. am besten mit frühem tor um das gewonnene selbstvertrauen aus dem dortmundspiel aufblühen lassen zu können.

noch abschließend: will werder mal wieder einen herausragenden trainer an der seitenlinie stehen haben, ist der aktuelle weg mit einem bisher unerfahrenen, aber sehr talentierten trainer der wahrscheinlichste. da muss man aber in kauf nehmen, dass in der anfangsphase eben jene unerfahrenheit zum problem werden kann. wurde es unter ihm auch in phasen schon letzte saison, konfrontiert mit einer fast schon unwirklichen anreihung von nackenschlägen nun aber umso mehr. ja, werder muss spieler entwickeln, trainer aber ebenso. einen fertigen toptrainer, der dies auch schon auf niveau bundesliga nachgewiesen hat, wird man niemals bekommen. soviel ist klar. trainer, die erfahrungen in topligen gesammelt haben, bekommt man im besten fall auf dem niveau "solide". wundertrainer wie nagelsmann tauchen hingegen vielleicht einmal alle 10 jahre auf. sichtbar sehr talentierte trainer auch viel seltener als man vielleicht glaubt. solch einen hat werder aber gerade. zudem mit dem riesigen bonus, dass dieser fan vom verein ist und ihn daher auch bei erstem offensichtlich sichtbarem erfolg nicht in richtung größerer club verlassen würde. für mich ist das eine einmalige chance jemanden an der seitenlinie stehen zu haben, der mit steigender erfahrung ein herausragendes niveau erreichen und mit werder etwas aufbauen kann. und ich möchte nicht, dass man diese chance wegwirft, in der hoffnung auf einen kurzen, neuen impuls durch einen neuen trainer.
 
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Falsch, es geht darum, dass Werder die letzten Jahre immer nach einer grandiosen Leistung im Folgespiel bitter enttäuscht hat. Ich freue mich auch über den Sieg und bin dennoch skeptisch ob wir das Momentum gegen Union mitnehmen können. Das Spiel gestern muss allen Verantwortlichen einen mega Schub gegeben haben. Konserviert die Leistung für die kommenden Wochen und alle Kritiker werden automatisch verstummen. Jetzt gilt es dies zu beweisen.
Falsch! Nach dem Sieg gegen den BVB im DFB Pokal heute vor einem Jahr ging es auch schlagartig besser. Ich hoffe einfach auf eine Duplizität der Ereignisse.
 
nun denn. zuerstmal die beiträge, die ich hierzu schon geschrieben habe:




dazu aus dem worum:



und nun noch ergänzend dazu, weil ich hierzu das dortmundspiel auch noch abwarten wollte. mit einem sieg hätte ich da nicht gerechnet, allerdings mit einer klar erkennbaren spielerischen leistungssteigerung. weil das problem mittlerweile von fehlendem rhythmus abgesehen vorallem mentaler natur ist. man verkrampft, ist verkopft und wer fußball verfolgt oder selbst schon gespielt hat, der weiß was für einen riesigen unterschied fehlendes selbstvertrauen ausmacht. nun kann man natürlich sagen, dass es auch trainersache ist, die mannschaft wieder aufzurichten. das ist aber deutlich schwieriger als man glaubt und die einflussmöglichkeiten ab einem gewissen zeitpunkt immer geringer. was werder diese saison widerfahren ist an rückschlägen, insbesondere die krasse verletzungsproblematik, die dann mit fehlenden automatismen und daraus resultierenden ausbleibenden ergebnissen einherging, ist für mich beispiellos. soetwas habe ich noch nicht erlebt. und das soll ausgerechnet ein talentierter trainer ohne große erfahrung handeln? das ist eine mammutaufgabe, wohlgemerkt mit einem durchschnittlichen kader, der durch verletzungen zeitweise zum kader eines klaren abstiegskandidaten wurde, der nicht einmal ein selbstverständnis für sich entwickeln konnte, da jede woche die mannschaft umgestellt werden musste. wer bei dem thema "verletzungen" übrigens wieder in versuchung kommt "ausrede" zu rufen, der begreift einfach nicht, dass es durch und durch fundamental ist, dass sich eine mannschaft finden und einen rhythmus für sich entwickeln kann. das ist das a und o des zusammenspiels. da geht es eben bei weitem nicht nur darum, dass dir qualitativ im hinblick auf einzelspieler etwas wegfällt.
das hat sich alles so dermaßen potentiert: von verletzungen, über das ausbleiben von automatismen, mentalen rückschlägen durch weitere verletzungen und dann ausbleibenden ergebnissen hin zur absoluten verunsicherung. gestern fiel das alles weg: kein abstiegskampf, kein krampf, nichts zu verlieren. und schon wird alles flüssiger, das selbsvertrauen ist da, die kombinationen sind da, das timing für die zweikämpfe, der klare blick nach balleroberung. und dann sieht man, was mit dieser mannschaft inklusive dieses trainers drin ist. übersteht kohfeldt diese phase, werden wir hier einen besseren trainer als zuvor an der seitenlinie haben. einen der eine beispiellose krise überwunden hat, dadurch einen enormen gewinn an erfahrung und know how für den umgang mit schwierigen situationen.
ich will übrigens kohfeldt mitnichten freisprechen von fehlern oder von einer mitschuld an der situation: ob da auch einiges an der belastungssteuerung im training lag, weiß ich nicht. allerdings zeigte sich kohfeldt von der krise auch nicht unberührt. warf die eigene spielidee für den abstiegskampf über bord als die ergebnisse ausblieben, weil er nicht mehr darin vertraute, dass das zu resultaten führen würde. man wurde in der spielanlage immer reakiver um dann vermeintlich kompakter zu stehen. man überlies dem gegner mehr und mehr das spiel und beschränkte sich auf vorsichtig geführte konter. nach vorne ging nun gar nichts mehr. nein: diese mannschaft hat sich bei kohfeldt über 1,5 jahre etwas erarbeitet, was sie immer noch am besten kann. vernünftiges ballbesitzspiel mit entsprechenden ballbesitzphasen, variierendes pressing, das zumeist nach vorne ausgerichtet ist. gibt man das auf, gibt man seine stärken auf. für mich auch nicht verwunderlich, dass die erste halbzeit gestern stärker war als die zweite. in der zweiten wurde mir der fokus wieder zu sehr auf schnelles konterspiel gelegt, als es doch immer mal wieder möglichkeiten gab, den ball in den eigenen reihen zirkulieren zu lassen. das hat werder in halbzeit eins so stark gemacht. für mich auch nicht verwunderlich, dass das 3:1 dann doch wieder aus einer ruhig geführten ballbesitzphase mit plötzlichem tempoanstieg resultierte. oder tor nummer 1 durch schnell und aggressiv geführtes gegenpressing am 16er der dortmunder. das ist es, was werder kann und das ist kohfeldts verdienst. genau da muss man wieder hinfinden.
ich schreibe das nun extra noch schnell vor dem spiel gegen union berlin, da ich mir gut vorstellen kann, dass man hier wieder mit dem abstiegsgespenst im kopf verkrampft, einfachste situationen kompliziert oder wackelig ausgeführt vermasselt. ich bin gespannt. es wird wahnsinnig wichtig sein, gut in dieses spiel hereinzukommen. am besten mit frühem tor um das gewonnene selbstvertrauen aus dem dortmundspiel aufblühen lassen zu können.

noch abschließend: will werder mal wieder einen herausragenden trainer an der seitenlinie stehen haben, ist der aktuelle weg mit einem bisher unerfahrenen, aber sehr talentierten trainer der wahrscheinlichste. da muss man aber in kauf nehmen, dass in der anfangsphase eben jene unerfahrenheit zum problem werden kann. wurde es unter ihm auch in phasen schon letzte saison, konfrontiert mit einer fast schon unwirklichen anreihung von nackenschlägen nun aber umso mehr. ja, werder muss spieler entwickeln, trainer aber ebenso. einen fertigen toptrainer, der dies auch schon auf niveau bundesliga nachgewiesen hat, wird man niemals bekommen. soviel ist klar. trainer, die erfahrungen in topligen gesammelt haben, bekommt man im besten fall auf dem niveau "solide". wundertrainer wie nagelsmann tauchen hingegen vielleicht einmal alle 10 jahre auf. sichtbar sehr talentierte trainer auch viel seltener als man vielleicht glaubt. solch einen hat werder aber gerade. zudem mit dem riesigen bonus, dass dieser fan vom verein ist und ihn daher auch bei erstem offensichtlich sichtbarem erfolg nicht in richtung größerer club verlassen würde. für mich ist das eine einmalige chance jemanden an der seitenlinie stehen zu haben, der mit steigender erfahrung ein herausragendes niveau erreichen und mit werder etwas aufbauen kann. und ich möchte nicht, dass man diese chance wegwirft, in der hoffnung auf einen kurzen, neuen impuls durch einen neuen trainer.

der für mich beste Kommentar seit langem. Danke!
 
Gestern wirklich top eingestellt die Truppe und auch das 3 - 4 - 3 eine Taktik mit der die Mannschaft richtig gut klar gekommen ist. Osako braucht einen richtigen Zentrumsstürmer vor sich und ansonsten auch deutlich formverbessert. Das Selke vorne drin gestanden hat und vermutlich auch die Tatsache das er mal ein paar Spiele auf der Bank gesessen hat haben ihm gut getan.

3er / 5er Kette hat gestern richtig gut funktioniert. Gerade die Außen um Friedl! und Bittencourt haben richtig gebissen. Friedl für mich absolut herausragend gerade in der ersten Hälfte. Veljkovic bei hohen Bällen wirklich nur begrenzt brauchbar, dafür aber sonst sehr stabil.

Megge gestern deutlich spritziger und dominanter. Klaassen ebenfalls gut dabei gewesen.

Über Rashica und Selke müssen wir nicht sprechen. Wie ich oben schon schrieb tut Selke dem Spiel einfach enorm gut - bei der Auswechselung hätte ich mir eigentlich Woltemade gewünscht anstatt Sargent (das war gestern wirklich überhaupt gar nichts), nur stand der ja leider nicht im Kader.

Ich hoffe dass das jetzt allen den nötigen Schub in die richtige Richtung gibt und das man gegen Berlin weiß was die Stunde geschlagen hat. Das wird ein anderes Spiel als gegen Dortmund und da wird man sich wieder mehr auf die Grundtugenden besinnen müssen.
 
Schließe mich @CK82 an, bitte Woltemade mit in den Kader nehmen und nicht Bartels. Es waren zwar positionsgetreue Wechsel und das hat die Statik gehalten, aber Sargent als auch Bartels konnten nicht ansatzweise an die Leistungen von Selke und Rashica anknüpfen. Bitte nicht mehr Bartels bringen! Dann lieber Goller als ähnlich schnellen Konterspieler …..
 
Schließe mich @CK82 an, bitte Woltemade mit in den Kader nehmen und nicht Bartels. Es waren zwar positionsgetreue Wechsel und das hat die Statik gehalten, aber Sargent als auch Bartels konnten nicht ansatzweise an die Leistungen von Selke und Rashica anknüpfen. Bitte nicht mehr Bartels bringen! Dann lieber Goller als ähnlich schnellen Konterspieler …..

Ich glaube Sargent ist wirklich ein reiner Boxspieler der dort gefährlich werden kann. Abschlüsse rund um den 16er und Physis vorne in die gefährlichen Zonen bringen. Kontern, Mitspielen und ggfs. Wandspieler sein ist nicht sein Ding. Wir hatten Glück, dass uns die Bälle, die er teilweise horrend verloren hat, nicht um die Ohren geflogen sind.

Ist alles gut gegangen von daher Schwamm drüber.
 
Flo hat die Mannschaft gestern hervorragend personell und taktisch aufgestellt. Das Team steht hinter ihm. Das war deutlich zu erkennen. Ich denke, dass dieser Sieg uns auch in der Folge weiterhilft.
 
Kohfeldt hat die Mannschaft gestern super eingestellt. Hinzu kam, dass endlich mit Selke ein zweiter Stürmer auf dem Platz stand. Die vorherigen (zu langen) Versuche mit Osako waren falsch. Osako muss hinter den Spitzen spielen. Er war gestern endlich wieder der Alte. Rashica nicht nur torgefährlich sondern auch mit enormen Einsatz.
Sargent immer wieder zu bringen hat derzeit wenig Sinn. Warum nicht Goller oder J. Eggestein mal wieder vorne versuchen, wenn gewechselt wird?
Endlich auch wieder Klaassen und M. Eggestein deutlich verbessert, wobei M. Eggestein gleich nach der Pause gleich drei Fehlpässe fabrizierte. Zum Glück hat er sich dann wieder gefangen.
Die gesamte Defensive hat mir gut gefallen. Friedl hat mich sehr positiv überrascht!
Pavlenka wieder ein großer Rückhalt.
Hoffentlich gibt der Sieg auch für die BL-Spiele Rückenwind mit entsprechenden Siegen.
 
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