Was macht euch gerade traurig?

Um mal auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen. Ich kann mit der Gender-Diskussion absolut nichts anfangen. Wir haben in der deutschen Sprache nun mal verschiedene Artikel. Wo möchten denn die Vertreter des Gender-Gerechten anfangen und aufhören und vor allem, wem sollen die * oder : in der Anrede nützen? Es glaubt doch wohl keiner, das sich z.B. einer Frau anders gegenüber verhalten wird als vorher. Entweder der Einzelne ändert seine Einstellung zu den Menschen, die "anders" sind als er selber oder eben auch nicht. Daran ändert auch die Schreibweise nichts.
Zu der Frage des "anders" sein: Eine Lesbe sagte mal zu mir, "wir sind Normalen, ihr Heteros seid anders. Alles eine Frage des Standpunktes."
Und dem wollte ich nichts entgegen setzen.
Und wer einmal morgens um 3 Uhr vor dem "Pulverfass" (als es noch am Pulverteich in HH-St. Georg war, heute auf der Reeperbahn) auf die alten Transvestiten getroffen ist, die alt, faltig und nahezu mittellos waren, konnte feststellen, dass das die wirklich gebeutelten Menschen waren. Wenn man z.B. solchen Menschen mit dem nötigen Respekt gegenüber tritt, ist mehr gewonnen als * oder : in der Anrede.

So, genug vom Thema. Soll jeder machen, wie er möchte. Man muss ja nicht alles mitmachen.
 
Richtig!
Wenn man sich im alltäglichen Leben nicht mit Respekt begegnet bringen diese sprachlichen Kapriolen aber überhaupt nichts.
Gab es damals schon bei uns in der Schule vor 25 Jahren,wo sich einige nennen wir sie mal ruhig Emanzen an dem Neutrum "man" regelmäßig abgearbeitet haben.
 
Noch ein Nachsatz.
In erster Linie bin ich BREMER, ich lebe nur in der Schleswig-Holsteiner Diaspora Bremens.
Des Weiteren bin ich vor längerem aus Lübeck weg in ein Dorf am Stadtrand gezogen und lese mangels eigener Tageszeitung eben noch die aus Lübeck mit ihren "Problemen".
 
@Lübecker - 1899% Zustimmung. Überall, wo es ohne grossen Aufwand möglich ist, beide Formen zu verwenden, sollte man es tun, und damit sollte es auch gut sein. Mir als Frau wäre es deutlich lieber, die Gleichberechtigung manifestierte sich im Verhalten, nicht zuletzt im Job. Solange jedoch Männer in einer Besprechung gerne erwartungsvoll auf die einzige Frau gucken, die ja bestimmt das Protokoll führt, oder solange Männer im Team sich ohne deutliche Aufforderung bei der Postverteilung und Sortierung gerne ausklinken, sind wir davon weit entfernt.
 
Es glaubt doch wohl keiner, das sich z.B. einer Frau anders gegenüber verhalten wird als vorher.

Das hat ja nichts mit Mann/Frau zu tun. Sondern eben mit allem was darüber hinaus geht. Sprache ist kein starres Konstrukt sondern entwickelt sich. Ob man das nun gut findet oder nicht. Aber wie ich schon sagte, wenn man die geschriebene Sprache dummerweise nicht mehr aussprechen kann, dann sind wir irgendwie an einer Stelle angelangt die absurd wird. Und noch absurder wird es, wenn man im Versuch "korrekt" zu sein, grammatikalisch falsch wird. Die "Forschenden", mal als Beispiel. Das sind Menschen, die jetzt aktuell in diesem Moment an etwas erforschen. Gemeint ist aber Neudeutsch Forscher und Forscherinnen. Das ist dumm. Die "Laufenden" wäre noch so ein Beispiel. Ja wohin laufen sie denn? Ja jetzt gerade nirgendwohin aber morgen ist ein 10km-Lauf. Ah, sie meinen LäuferInnen. Nein nein, Laufende. Aaaargh!
 
Noch ein Nachsatz.
In erster Linie bin ich BREMER, ich lebe nur in der Schleswig-Holsteiner Diaspora Bremens.
Des Weiteren bin ich vor längerem aus Lübeck weg in ein Dorf am Stadtrand gezogen und lese mangels eigener Tageszeitung eben noch die aus Lübeck mit ihren "Problemen".
Betrifft es dich dort überhaupt? Also arbeitest du in der Stadtverwaltung oder ähnliches?
 
Mich betrifft es so gesehen gar nicht. Weder als arbeitendes Personal, noch als Bürger der Stadt. Ich nehme nur Anteil am Leben umzu und dazu gehören eben auch die Meldungen aus der Nachbarschaft.
Aha, und trotzdem bist du zutiefst betrübt darüber? Wtf

Es ändert sich in deinem Leben absolut gar nichts, dafür geht die Stadt Lübeck die strukturelle Diskriminierung von Frauen in der Sprache an und das betrübt dich zutiefst? Du als Mann (wovon ich zumindest stark ausgehe), und damit als nicht von der Diskriminierung betroffener, möchtest bewerten, dass das kein wahres Problem ist, dass die Politik angehen sollte? Wer ist denn eigentlich die Politik und welche wahren Probleme geht sie nicht an? Was hat dieser Beschluss der Stadt Lübeck damit zu tun, also denkst du, dass das so viel Zeit gebraucht hat, dass die Stadt sich um nichts anderes mehr kümmern könnte?
 
@dieeeter Wenn die Stadt das Thema in der Sache anginge, wäre den Frauen deutlich mehr geholfen.... Mich würde daher viel eher interessieren, wie es da mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit und Zahl der Frauen in höheren Positionen aussieht. Nur ein paar der Aspekte, die für mich - als Frau - sehr viel wichtiger sind als Sprache.... Die wahre Diskriminierung liegt für mich - als Frau - nicht in der Sprache....
 
@dieeeter Wenn die Stadt das Thema in der Sache anginge, wäre den Frauen deutlich mehr geholfen.... Mich würde daher viel eher interessieren, wie es da mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit und Zahl der Frauen in höheren Positionen aussieht. Nur ein paar der Aspekte, die für mich - als Frau - sehr viel wichtiger sind als Sprache....
Dass es noch wichtigere Aspekte als die Anpassung der Sprache gibt, will ich nicht bestreiten. Zu kritisieren wäre die Stadt dann in dem Fall, wenn sie denken würde, mit der Anpassung der Sprache wäre alles relevante soweit erledigt.
 
Back
Top