Die Verantwortlichen sollen in meinen Augen schon ihren Job machen und nicht unbedingt das tun, was der "Mob" so fordert.
Das Problem bei Werder ist eben, dass die berühmte "Ruhe" zu einer "Betriebsblindheit" führt.
Das ist nicht das erste Mal in den letzten zehn Jahren, dass wir genau dieses Thema diskutieren. Als einer von Außen kam und die mal anfing den Dickicht zu lichten, war es aber auch nicht Recht. Ja, die sportlichen Erfolge waren noch nicht da, aber es stand zunächst einmal die Sanierung an. Ich erinnere hier gerne an das "bestellte Feld".
In der Folge wurde saniert. Der fette und teure CL-Kader, der aber nicht die entsprechende Qualität hatte, wurde nach und nach ausgemistet. Es wurden mit vielen Transfers angefangen Geld zu verdienen, das Gehaltsniveau sank. Der Vertrag mit TS sollte dann am Saisonende enden, dieser zog es aber vor den beleidigte Leberwurst Abgang hinzulegen. Es wurde ein Trainer geholt, der zunächst eine Idee davon hatte die Defensive zu stabilisieren, was er aber auch aufgegeben hat, da von Außen die alten Granden den Offensivfussball vermissten. Am Ende scheiterte dieser Trainer. Dann wurde eine interne Lösung gewählt, welche wohl nicht zwingend der Wunsch des damaligen GF Sport war. Dieser wollte wohl jemanden wieder von Außen.
Am Ende setzten sich die "Familie" durch. Die Entscheidung für VS überzeugte nicht. Nach gerade so geschafften Klassenerhalt wollte Eichin mit VS nicht weitermachen. Die "Familie" setzte sich wieder durch: Eichin wurde entlassen, Baumann installiert, der in einer seiner ersten Amsthandlungen zunächst einmal den Vertrag mit VS völlig unnötigt verlängerte, um ihn dann wenige Monate später doch zu entlassen. Es wurde wieder die interne Lösung gewählt. Mit Nouri kam ein Trainertalent von der U23 hoch, der zunächst mal gut startete, aber am Ende auch nichts Nachhaltiges bewirken könnten. Dann folgte wieder die Entlassung und dann wurde mit FloKo die nächste interne Lösung gewählt. Wieder ein Trainertalent und auch wenn man um seine Qualitäten weiss, scheinen ihm eben die Erfahrungen für solche Situationen zu fehlen.
Zwischenzeitlich ist der ziemlich strikte Sparkurs von der Vereinsführung aufgegeben worden. Es durfte wieder investiert werden. Wenn auch immernoch im Vergleich zu den formulierten Ansprüchen bescheidenen Rahmen. Am Ende stehen wir nun mehr eigentlich wieder dort wo wir schon am Ende der Ära KATS standen.
Die Situation ist im wirtschaftlichen Bereich sicher nicht ganz so prekär wie damals, aber es soll ja auch noch ein Leistungszentrum gebaut werden. Ist im übrigen zwingend notwendig, wenn man nur halbwegs wettbewerbsfähig bleiben möchte.
Es ist natülich bockschwer die gesamte sportliche Führung in der laufenden Saison zu wechseln. Und wer wirklich daran glaubt, dass dies bei Werder passieren könnte, der verkennt die Realität. Ich klammere mich ja auch immer wieder an die Hoffnung, dass man bei Werder irgendwann erkennt, dass man frisches Blut von Außen braucht. Persönlich würde ich FloKo gerne behalten. Sehe aber, dass er im Moment die Probleme einfach nicht in den Griff bekommt. FB habe ich von Beginn an skeptisch gesehen. Wie gesagt er hat viele finanzielle Freiheiten im Vergleich zu seinem Vorgänger gehabt und am Ende auch nicht mehr rausgeholt. Diese Bilanz spricht für sich.
Wenn ich was zu sagen hätte, würde ich einen Teammanager nach englischem Vorbild holen, der so denn FloKo das mitmachen würden, mit ihm das ganze Ding zusammen macht. Ansonsten würde ich dieser Person im sportlichen Bereich die größtmöglichen Freiheiten geben. Dies gilt dann auch für die Nachwuchsleistungsmannschaften. Mir sind die damit verbundenen Risiken wohl bewusst, aber ich denke wir brauchen jemanden mit unverstelltem Blick von Außen, der die sportlichen Zügel komplett in der Hand hält.