Schwierig, das alles. Nach wie vor bin ich grundsätzluch dagegen, FK zu feuern, aber....
Das Problem ist doch, dass es bei Werder seit Jahren ein gewisses Muster gibt. Eine neue Saison startet, die Transfers klingen gut, man peilt Europa an, wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahr. Zu Beginn so gut wie jeder neuen Saison passieren dann folgende "Dinge": Werder holt deutlich weniger Punkte als erhofft, macht in großer Zahl nahezu unglaubliche Fehler in der Defensive, "frisst" Gegentore ohne Ende während man aber auch kaum ein Spiel dabei hat, ohne selber mindestens 1-2 Tore geschossen zu haben. Spielerisch sieht es oft ordentlich aus, man hat stets das Gefühl, dass das noch was werden kann mit ein bisschen Zeit. Wird dann hier auch gerne betont, oft mit dem Zusatz, dass ja ein 6er, ein IV, ein AV und/ oder eine "echte 9" fehlen würden. Man bewahrt die Ruhe, die Verantwortlichen wiederholen gebetsmühlenartig, dass irgendwann die Punkte schon kommen werden. Hinzu kommt auch oft eine grandiose Verletztenmisere, für die aber keine Erklärung gesucht wird, zumindest nicht öffentlich. Alle betonen den tollen Zusammenhalt im Team, dass man intensiv an den Schwächen arbeite und irgendwann die Ergebnisse schon wieder passen, man brauche nur ein Erfolgserlebnis. Das bleibt aus bis da ST 13-15, wo man dann bei 9- 15 Punkten in der Abstiegszone dümpelt. Nun müssen die Verantwortlichen auf den doch irgendwie einsetzenden Druck reagieren, wenn es gar nicht mehr geht, aber erst dann, wird der Trainer geschasst (Dutt, Skripnik, Nouri und wie sie heißen). Dann kommt ein neuer Trainer, der ziemlich schnell ziemliche Erfolge hat, man spielt die beste RR seit Otto Rehhagel und wenn, ja wenn, man bloß von Anfang an so gespielt hätte, dann wäre man in der CL etc und "nächste Saison greifen wir an" etc. Es kommen neue Offensivtransfers, der offensive Markenkern wird betont etc und die Grütze geht von vorne los.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich glaube, dass ein Trainerwechsel gar nichts bringt, zudem glaube ich, dass Kohfeldt wirklich ein Guter werden kann, wenn er nur endlich lernt, auch mal sauer auf das Team zu sein und sich mit den Vereinsgranden zu streiten. Von da stinkt der Fisch nämlich her, von Bode, Baumann, Schaaf, die den immer gleichen Trott zu verantworten haben. Keiner dieser Drei äußert sich jemals kritisch, baut Druck auf, fordert Ergebnisse, Punkte. Das geht immer ein Zeitlang gut, nach einer Weile kann man unser Kernproblem immer bei der Wohlfühloase verorten, kritisiert werden öffentlich aber stets einzelne Spieler, die gerade gepatzt haben und nach einiger Zeit der Trainer. Es kann aber schlicht kein Zufall mehr sein, dass wir immer vor die gleichen Probleme gestellt werden und eine andere Erklärung finde ich nicht. Andere Erklärungen sind mir sehr willkommen, v.a. weil das Thema hier seit Jahren durchgekaut wird, aber den Käse von den individuellen Fehlern, der Formschwächen Einzelner und der Verletztenmisere reicht mir nicht als Deutung für die ausbleibenden Ergebnisse aus, auch nicht in Kombination.