Florian Kohfeldt (SV Darmstadt 98)

@neuegrünewelle bei tedesco war der fall letztlich aber ein anderer. schon in der saison als schalke vizemeister wurde, war klar, dass das was er da spielen lässt, keinen langfristigen erfolg bringen wird. das hatte ich damals hier auch schon geschrieben. das war rein reaktiver fußball, auf gnadenlose effizienz ausgelegt aber ohne jede idee das spiel selbst zu gestalten. in seiner ersten saison grenzten die spielverläufe ans absurder. während der gegner dicke chancen liegen ließ, ging schalke durch konter fast immer 1:0 in führung. in fast allen fällen in welchen man das spiel wirklich gestalten musste, der gegner sich also hinten rein stellen konnte, kam so gut wie gar nichts. das war fürchterlich anzusehender fußball durch und durch. da bist du eben auf effizienz angewiesen, nur bleibt die eben irgendwann auch mal aus. und dann hast du probleme. sehr vergleichbar mit nouri bei werder.
übrigens gabs da wirklich keinerlei freiheiten für die spieler. das war ganz biederer systemfußball. das sieht bei werder aktuell ganz anders aus. man kann das spiel gestalten, es gibt viele kreative momente. fast der gegenentwurf zum tedesco-fußball.

Der "Theoretiker" Tedesco ist letztlich (vorerst) gescheitert, das wollte ich ausdrücken. Er hat sein Team mit der vielen Theorie/Taktik quasi erstickt. FK Theorie ist anders gestrickt, nämlich offensiv-kreativ-denkend. Aber auch er ist ein Theorektiker, auch ihm fehlt noch die Erfahrung. Insofern weiß keiner, wie er die jetzige schwierige Situation meistern wird. Da können jetzt Komponenten kommen (wie Verunsicherung, Angst etc), die dazu führen können, das eine Abwärtsspirale entsteht. Hoffen wir es nicht!
 
Dieses Signal ist grundsätzlich nicht falsch, denn es ist nicht unüblich, zum Halten eines Ergebnisses die Defensive personell verstärkt wird. In dem besagten Beispiel Leipzig letztes Jahr hatte FK beim Stande von 2:2 einen Offensiv-Wechsel vorgenommen, um mit Ballbesitz das Remis über die Runden zu bringen mit der ähnlichen Folge wie beim Defensiv-Wechsel gestern...

Sehe ich anders... Leipzig war beim besagten Spiel am Schluß völlig platt und FK tat das mMn einzig richtige, nämlich mit dem Offensivwechsel zu versuchen, das Ding noch zu gewinnen. Unentschieden sind nunmal bei der 3-Punkte-Regel fast uninteressant geworden. Leider wurden wir dann nochmal ausgekontert. Da stehe ich aber hinter FK.

Allerdings nicht so gestern. Ähnlich wie beim Heimspiel gegen Nürnberg letzte Saison darf man gegen solche realativ harmlos agierende Gegner nicht mit einem Defensivwechsel ein so völlig falsches Zeichen an die Mannschaft senden. Das hieß dann nämlich -wenn auch im Unterbewußtsein- hinten dicht machen und den knappen Vorsprung über die Zeit bringen.
 
Dieses Signal ist grundsätzlich nicht falsch, denn es ist nicht unüblich, zum Halten eines Ergebnisses die Defensive personell verstärkt wird. In dem besagten Beispiel Leipzig letztes Jahr hatte FK beim Stande von 2:2 einen Offensiv-Wechsel vorgenommen, um mit Ballbesitz das Remis über die Runden zu bringen mit der ähnlichen Folge wie beim Defensiv-Wechsel gestern, daß wir ein spätes Tor kassierten. Unsere Schwierigkeiten, knappe Ergebnisse nicht halten zu können, scheint somit wohl weniger die Frage zu sein, ob ein defensiver oder offensiver Wechsel sinnvoller ist, sondern warum wir bei beiden Varianten anfällig für späte Tore sind. Bei der Suche nach der Antwort darauf erfolg zwangläufig ein Déjà vu mit unseren erheblichen Defiziten in Präzession und Konsequenz.

Was uns diese Schwächen in Präzession / Konsequenz an Punkte kostet, ist auch an nachstehenden Zahlen erkennbar: In 8 der 10 bisherigen Buli-Spiele sind wir in Führung gegangen, dabei 7x mit 1:0 - gewonnen haben wir davon jedoch nur 2.
Denke es ist schon wichtig die Spiele in der Form zu analysieren in welcher Lage sich die Mannschaft zum Zeitpunkt des angedachten Wechsels befindet, in Leipzig war es ein Spiel wo uns RB in den letzten 10 Minuten hinten reingedrängt hat, der Wechsel von Klaassen , der zu dem Zeitpunkt für defensive Stabilität gesorgt hat für einen Stürmer daher für mich unverständlich. Da hätte vielleicht eher ein Verteidiger für einen Offensivspieler kommen müssen.
Fazit: falsche Priorität beim Wechsel!
Gestern genau so, nur in die andere Richtung.
Rashica hat maßgeblich für Entlastung gesorgt und wir waren allgemein in der Phase offensiv sehr stark. Anstatt aber einen Goller etc. zu bringen wird ein IV gebracht der die Bälle nur hinten raus schlägt , sodass der Ball wie ein Bumerang zurück kommt.
 
Sehe ich anders... Leipzig war beim besagten Spiel am Schluß völlig platt und FK tat das mMn einzig richtige, nämlich mit dem Offensivwechsel zu versuchen, das Ding noch zu gewinnen. Unentschieden sind nunmal bei der 3-Punkte-Regel fast uninteressant geworden. Leider wurden wir dann nochmal ausgekontert. Da stehe ich aber hinter FK.

Allerdings nicht so gestern. Ähnlich wie beim Heimspiel gegen Nürnberg letzte Saison darf man gegen solche realativ harmlos agierende Gegner nicht mit einem Defensivwechsel ein so völlig falsches Zeichen an die Mannschaft senden. Das hieß dann nämlich -wenn auch im Unterbewußtsein- hinten dicht machen und den knappen Vorsprung über die Zeit bringen.
Zu 80 % gebe ich Dir recht. Nur in Leipzig darf man Klassen nicht auswechseln.
 
Denke es ist schon wichtig die Spiele in der Form zu analysieren in welcher Lage sich die Mannschaft zum Zeitpunkt des angedachten Wechsels befindet, in Leipzig war es ein Spiel wo uns RB in den letzten 10 Minuten hinten reingedrängt hat, der Wechsel von Klaassen , der zu dem Zeitpunkt für defensive Stabilität gesorgt hat für einen Stürmer daher für mich unverständlich. Da hätte vielleicht eher ein Verteidiger für einen Offensivspieler kommen müssen.
Fazit: falsche Priorität beim Wechsel!
Gestern genau so, nur in die andere Richtung.
Rashica hat maßgeblich für Entlastung gesorgt und wir waren allgemein in der Phase offensiv sehr stark. Anstatt aber einen Goller etc. zu bringen wird ein IV gebracht der die Bälle nur hinten raus schlägt , sodass der Ball wie ein Bumerang zurück kommt.

Über gestern gibts wohl keine zwei Meinungen.

Aber was Leipzig betrifft: Sorry, da streikt Deine Erinnerung. Nicht Leipzig hat uns da hinten reingedrängt am Schluß, im Gegenteil, die waren am Schluß völlig platt (haben sogar Leipziger Spieler nach dem Spiel gesagt!).
Insofern war der Offensivwechsel in der Situation absolut richtig, da man dann natürlich versuchen muß, noch zu gewinnen. Ich hätte allerdings ganz gewiß nicht Klaasen rausgeholt, da gabs andere Optionen...
 
Über gestern gibts wohl keine zwei Meinungen.

Aber was Leipzig betrifft: Sorry, da streikt Deine Erinnerung. Nicht Leipzig hat uns da hinten reingedrängt am Schluß, im Gegenteil, die waren am Schluß völlig platt (haben sogar Leipziger Spieler nach dem Spiel gesagt!).
Insofern war der Offensivwechsel in der Situation absolut richtig, da man dann natürlich versuchen muß, noch zu gewinnen. Ich hätte allerdings ganz gewiß nicht Klaasen rausgeholt, da gabs andere Optionen...
Wir wechseln mit Langkamp einen kopfballstarken Spieler ein und bekommen mit einem Mann mehr ein Kopfballtor. Das muss man erst einmal jemandem erklären.
 
Das ist richtig! Ich will mit meinem Beitrag aber schon etwas mehr in die Zukunft sehen. Es soll hoffentlich keiner glauben, das dieses gestrige Spiel ohne Spuren beim Team bleibt. Da könnte jetzt eine große Verunsicherung eintreten. Und angesichts der schweren nächsten drei Spiele könnten wir uns vielleicht schon bald in der Abstiegszone befinden.
Und ich glaube kaum, das man dann noch locker schönen Kreativfussball spielen kann. Dann ist nur noch eines gefragt, nämlich punkten. Sonst gerät man immer tiefer in eine gefährliche Spirale.

Das Thema Ingame-Couching habe ich bewußt bei meinem Beitrag ausgelassen. Denn das ist ganz klar eine Schwachstelle von FK. An der er aber unbedingt arbeiten muß! Er hat es ja gestern selbst gesagt, "wir müssen lernen". Hoffentlich schließt er sich da auch mit ein!

Der "Theoretiker" Tedesco ist letztlich (vorerst) gescheitert, das wollte ich ausdrücken. Er hat sein Team mit der vielen Theorie/Taktik quasi erstickt. FK Theorie ist anders gestrickt, nämlich offensiv-kreativ-denkend. Aber auch er ist ein Theorektiker, auch ihm fehlt noch die Erfahrung. Insofern weiß keiner, wie er die jetzige schwierige Situation meistern wird. Da können jetzt Komponenten kommen (wie Verunsicherung, Angst etc), die dazu führen können, das eine Abwärtsspirale entsteht. Hoffen wir es nicht!

ich stimme dir größtenteils zu, was die gefahren betrifft. insbesonder für unerfahrene trainer ist eine krise nochmal schwerer zu meistern. weil es eben an erfahrungswerten fehlt, wie man damit umgeht. skripnik bspw. verrante sich damals in aberwitzigen aktionismus, der im reinen chaos endete. jemand der noch nie eine handfeste krise auf diesem niveau hatte, weiß naturgemäß weniger was eher dienlich und was kontraproduktiv ist als jemand, der da seine erfahrungswerte einbringen kann. was mir mut macht: unter kohfeldt gabs auch schon kleinere krisen mit mehreren sieglosen spielen am stück und er hat das damals gut gemeistert. schauen wir mal.
der einzige punkt bei dem ich widersprechen würde, ist der, dass kohfeldts ingame-coaching schlecht wäre. für mich ist das gegenteil der fall. der eindruck entsteht allerdings wohl durch diese saison, was allerdings erklärbar ist. es fehlten verletzungbedingt die alternativen um im spiel wirklich umstellen zu können, um dem spielverlauf entsprechend neue spielertypen einzuwechseln. da war er einfach eingeschränkt in seinen möglichkeiten. ansonsten erinnere ich mich an spiele gegen hoffenheim letzte saison, gegen frankfurt vorletzte saison und und und, wo er durch wechselnde formationen immer wieder auf änderungen des gegners effektiv reagierte oder anfängliche probleme selbst direkt mit einer umstellung behob. auch gestern gabs eine systemänderung zur halbzeit, die dann spürbar direkt fruchtete. die ersten 30 minuten der zweiten halbzeit waren stark. dass dann auch mal etwas daneben geht, wie die einwechslung von langkamp, das ist vollkommen normal. kein trainer der welt liegt immer richtig. mir ist es eigentlich nur wichtig, dass ich die gründe nachvollziehen kann. der langkamp wechsel führte dazu, dass man den in der mitte noch unsicheren friedl wieder nach außen ziehen konnte ohne die grundformation abzuändern. friedl war zu dem zeitpunkt innen eine der größten schwachstellen überhaupt. dazu war freiburg zu dem zeitpunkt verständlicherweise rein auf standards um den 16er herum aus, weil ihnen aus dem spiel heraus gar nichts gelang. da war langkamp dann nachvollziehbar als jemand, der per kopf die standards mit wegverteidigen kann. dass das auch von der mannschaft als signal gewertet werden könnte, jetzt nur noch verteidigen zu wollen, wurde da wohl einfach unterschätzt.

zu dem thema, ob er sich beim lernbedarf mit einschließt, hatte ich gestern schon folgendes zitat von ihm nach dem spiel gepostet:
ich bin wirklich ein freund davon, dinge sachlich und taktisch zu analysieren. das werden wir auch tun aber wir müssen halt auch über faktoren reden, die im fußball genauso wichtig sind. nämlich "wann packe ich zu?", "wie bringe ich clever dann auch mal etwas über die zeit?". und das kriegen wir nicht hin und das müssen wir besprechen, da schließe ich uns ja mitein. diesen weg haben wir noch nicht gefunden. und das ist einfach fakt.
 
Über gestern gibts wohl keine zwei Meinungen.

Aber was Leipzig betrifft: Sorry, da streikt Deine Erinnerung. Nicht Leipzig hat uns da hinten reingedrängt am Schluß, im Gegenteil, die waren am Schluß völlig platt (haben sogar Leipziger Spieler nach dem Spiel gesagt!).
Insofern war der Offensivwechsel in der Situation absolut richtig, da man dann natürlich versuchen muß, noch zu gewinnen. Ich hätte allerdings ganz gewiß nicht Klaasen rausgeholt, da gabs andere Optionen...
Klaassen hätte ich nicht runter geholt und Piza hätte ich bei dem Spielstand auch nicht mehr gebracht, wenn man den damaligen Spielverlauf nach 2:0 Führung Leipzig betrachtet, hätte man mit dem Unentschieden Auswärts einfach zufrieden sein müssen.
Vielleicht wäre somit die Stärkung der Defensive kurz vor Schluss angebrachter gewesen, da wir immer wieder Probleme mit den schnellen Leipziger Aussen hatten.
 

ja, friedl war zu dem zeitpunkt liv und bittencourt linker wingback. dann wurde langkamp eingewechselt, friedl rückte wieder auf die position des linken wingbacks und bittencourt nahm wieder eine offensive position ein. es spielte da niemand durch den wechsel positionsfremd.
und rashica war in der tat vollkommen platt. der konnte vorne nicht mehr aggressiv pressen und nach hinten die wege nicht mehr mitgehen. das erhöhte verletzungsrisiko mal ganz außen vor. den musste er auswechseln. er entschied sich aus im beitrag über mir genannten gründen für langkamp.
 
Auch wenn ich jetzt ein paar Fragen in Richtung einer "heiligen Kuh" stelle, ich stelle sie trotzdem. Wohlgemerkt Fragen einer Person betreffend, KEIN INFRAGE STELLEN dieser Person als Trainer bei Werder Bremen! Mir reichen die Fälle Dutt, Skripnik und Nouri, wo man am Schluß hoffen mußte, das Werder vergeigt, damit man sich von diesen Trainern trennt um die Zukunft zu sichern. Das will ich eigentlich nie mehr erleben!

FK gehört zu der Generation Trainern, die durch eine hochqualifizierte Theorie und hervorragendem Umgang mit den Spielern glänzt. Trainern, die selbst als Profi aber entweder gar nicht oder in unbedeutender Weise aktiv waren.
Die bekanntesten dieser Generation sind außer ihm Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco.
In der Aufzählung hast du Tuchel und Klopp vergessen. Zusammen mit Rafael Benitez ist Klopp der einzige CL-Sieger-Coach in den letzten 25 Jahren, der als Aktiver nie ein Erstliga- oder Europapokalspiel bestritt. Und beide holten den Henkelpott mit dem Liverpool FC.
;)

BTT: Bei einer solcher Mißerfolgsseirie muß natürlich auch die Arbeit des Coaches hinterfragt werden, ohne ihn damit gleich infrage stellen zu wollen. FK ist nunmehr seit 2 Jahren Werder-Coach - Rekord seit 2013 - doch auch er hat es trotz einer erfreulichen Steigerung des spielerischen Niveaus nicht geschafft, die Häufung von mangelnder Präzession und Konsequenz, die er seit über einem Jahr predigt, signifikant wie nachhaltig einzudämmen. Im Gegenteil, diese Saison ist es besonders schlimm, besonders bei den Gegentoren; im Schnitt 2,1 eingefangene Gegentreffer pro Spiel, allein betrachtet ist das nicht erstligatauglich, Liegt es am Coach, der Qualität des vorhandenen Spielermaterials oder an beidem? Wie auch immer, am Ende ist stets der Coach der Depp, wenn es nicht läuft.

Im 2. bis 3. Jahr trennt sch in der Trainergilde bekanntermaßen die Spreu vom Weizen, sprich es kristallisiert sich heraus, ob ein Coach nur Strohfeuer entfachen kann oder in der Lage ist, nachhaltige Glut zu erzeugen - und exakt in dieser Phase befindet FK sich gerade. FK ist ein Coach, dem es zuzutrauen ist, auch nachhaltig erfolgreich arbeiten zu können, doch dazu muß er schnellstmöglich die Register ziehen, um den v.g. Schlendrian in der Truppe auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.
 
Wir wechseln mit Langkamp einen kopfballstarken Spieler ein und bekommen mit einem Mann mehr ein Kopfballtor. Das muss man erst einmal jemandem erklären.
Sicher, aber...
was kann ein Langkamp dafür, das ein Pavlenka und ein Toprak (jeder zu 50 %) so einen Slapstick veranstalten. Mir wird hier mittlerweile zu sehr auf anderes herumgeritten als DAS mal deutlicher zu sehen.
Der Defensivwechsel war ein falsches Zeichen, ganz klar. Aber den ganz großen Mist und das Tor verschuldet haben die oben genannten zwei! Auch noch zwei sehr erfahrene Spieler...:wall:
 
ja, friedl war zu dem zeitpunkt liv und bittencourt linker wingback. dann wurde langkamp eingewechselt, friedl rückte wieder auf die position des linken wingbacks und bittencourt nahm wieder eine offensive position ein. es spielte da niemand durch den wechsel positionsfremd.
und rashica war in der tat vollkommen platt. der konnte vorne nicht mehr aggressiv pressen und nach hinten die wege nicht mehr mitgehen. das erhöhte verletzungsrisiko mal ganz außen vor. den musste er auswechseln. er entschied sich aus im beitrag über mir genannten gründen für langkamp.
Also 5er Kette defensiv mit 3 Mittelfeldspielern davor (Bargi,Egge,Klaassen) und Sargent,Bittencourt in vorderster Front.
Dann find ich das viel zu defensiv gegen 10 Freiburger...
 
im Schnitt 2,1 eingefangene Gegentreffer pro Spiel, allein betrachtet ist das nicht erstligatauglich, Liegt es am Coach, der Qualität des vorhandenen Spielermaterials oder an beidem?

naja, zumindest spiel die qualität des vorhandenen spielermaterials diese saison eine große rolle. das liegt vorallem aber an den vielen verletzungen. ludde fehlt noch immer, friedl ist nur an wirklich guten tagen für das niveau bundesliga geeignet, es fehlten lange zeit veljkovic, langkamp, toprak (der dazu noch extrem spät dazustieß und keine vorbereitung hatte), moisander fehlt ebenfalls noch. groß, der allerhöchstens zweitligaformat hat, musste aushelfen, gebre positionsfremd innenverteidiger spielen. da hattest du erstmal qualitativ enorme probleme. nun kam der ein oder andere zurück. dabei fehlen langkamp, toprak, veljkovic die komplette sommervorbereitung inklusive der wichtigen spielpraxis. in 10 spielen musste die abwerhkette 7 (!) mal umgestellt werden -> 0,0 eingespieltheit + fehlende automatismen + fehlende abstimmung + spieler mit fehlender spielpraxis + teilweise spieler, die (noch) kein bundesliganiveau haben: es würde an ein wunder grenzen wenn man nicht ordentlich gegentore gefressen hätte. und trotzdem hat man es oft aus dem spiel heraus ganz ordentlich verteidigt bekommen, im verhältnis gesetzt zu eben oben genannten problemen sogar herausragend. grottenschlecht hingegen bei gegnerischen standards, bei welchen man sich dann eben jenes ordentliche verteidigen aus dem spiel heraus mit dem Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) wieder einriss.

Also 5er Kette defensiv mit 3 Mittelfeldspielern davor (Bargi,Egge,Klaassen) und Sargent,Bittencourt in vorderster Front.
Dann find ich das viel zu defensiv gegen 10 Freiburger...

zu dem zeitpunkt der einwechslung langkamps wars noch 11 gegen 11. die formation an sich war auch nicht das problem, sondern passte gut als gegenmittel zum freiburger spielsystem. das problem war, dass man sich immer weiter zurückfallen ließ, nicht mehr hoch presste und allen voran bälle panisch herausbolzte anstatt das clever auszuspielen. gerade letzter punkt ärgert mich am meisten. jeder verdammte ball wurde einfach nur noch blind rausgeschlagen. selbst ohne gegnerdruck. soetwas dummes einfach nur.
 
Onkel Vander hat bisher keinen Torhüter bei uns besser gemacht, eher das Gegenteil ist der Fall ... allerdings ist das bisher niemanden in der homogenen Werderfamilie aufgefallen. Warum ein eher im unteren Leistungsbereich angesiedelter Torhüter bei uns Torwarttrainer wurde und ist, bleibt mir ein Rätsel!
Das ist kein Argument. Wieviele Trainer gibt es, die unterklassig gespielt haben und heute hoch trainieren. FK gehört dazu.
 
Wir wechseln mit Langkamp einen kopfballstarken Spieler ein und bekommen mit einem Mann mehr ein Kopfballtor. Das muss man erst einmal jemandem erklären.

Ganz einfach: der Mann am Gegenspieler, der das 2:2 köpfte, war nicht Langkamp, sondern Toprak. Aber ich ahne, daß Du damit auf die generellen Defizite bei gegnerischen Standards von dem eigenen Tor hindeuten wolltest. Angefangen damit, daß ein Sahin Kopfball-Verlängerungen bei Ecken Standards verhindern soll, obwohl er es (kein Vorwurf gegen ihn) nicht kann bis hin zu der mangelnden Präzession / Konsequenz bei den Spielen, die im "Zentrum der Schlacht" solche Kopfballtore eigentlich verhindern sollten und es nur unzureichend hinbekommen, egal ob sie Friedl, Groß. Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Toprak oder wie auch immer heißen.
 
Der Trainer kann keine Abwehr aufbauen. Das Defensivverhalten und das Kopfballspiel sind eine Katastrophe. Wenn ich sehe, wie die Abwehrspieler bei Ecken und Freistößen zum Ball und zum Gegner stehen, wird mir immer ganz anders. Das kann man doch trainieren, andere Mannschaften tun es doch auch! Und den Namen Petersen hat wohl auch noch keiner gehört.
Das habe ich mir auch gedacht. Stellt der sich ganz einfach an den langen Pfosten, wo doch der Ball in der Mitte erwartet wird.
 
Auch wenn ich jetzt ein paar Fragen in Richtung einer "heiligen Kuh" stelle, ich stelle sie trotzdem. Wohlgemerkt Fragen einer Person betreffend, KEIN INFRAGE STELLEN dieser Person als Trainer bei Werder Bremen! Mir reichen die Fälle Dutt, Skripnik und Nouri, wo man am Schluß hoffen mußte, das Werder vergeigt, damit man sich von diesen Trainern trennt um die Zukunft zu sichern. Das will ich eigentlich nie mehr erleben!

FK gehört zu der Generation Trainern, die durch eine hochqualifizierte Theorie und hervorragendem Umgang mit den Spielern glänzt. Trainern, die selbst als Profi aber entweder gar nicht oder in unbedeutender Weise aktiv waren.
Die bekanntesten dieser Generation sind außer ihm Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco.

Tedesco ist nach überragendem Start (Vizemeister) gnadenlos gescheitert auf Schalke. Das lag sicher auch an den sich negativ verändernden schwierigen Charakteren, aber beileibe nicht nur. Ich hatte immer das Gefühl, das dort die Spieler sich wie in einer Zwangsjacke fühlten. Tedesco wollte das maximal mögliche rausholen, was mangels Qualität eben durch Berge von Taktik und Theorie erfolgen sollte. Irgendwann hat er die Spieler nicht mehr erreicht, schienen diese überfordert damit und verloren auch die Lust am Fußball "spielen". Das Ende ist bekannt, Tedesco gilt als vorerst gescheitert.

Gegenbeispiel Julian Nagelsmann: Seine Erfolgsserie seiner Art von Fußball, die auch höchstes taktisches Knowhow voraussetzt, war nahezu bis heute nahtlos. Leichte Anfangsprobleme jetzt bei Leipzig, die aber seit kurzem wie verflogen scheinen. Nagelsmann hat zweifellos zwar auch die mit Abstand beste Qualität von "Spielermaterial", aber er begann in Hoffenheim auch klein mit einer Truppe, die ohne ihn zu 99 % abgestiegen wäre.

Und nun zu FK:
Er steht meiner Meinung nach jetzt an einem ganz wichtigen Scheitelpunkt! Schafft er es, das Ruder wieder herumzureißen, das ihm vor allem wegen einer extremen Verletzungsserie entrissen war? Schafft er es, den Kopf der Spieler wieder frei zu bekommen? Spieler, deren Selbstbewußtsein am Boden liegt, die regelrecht Angst vor bestimmten Situationen (Führung verteidigen, Standards, hohe Bälle) haben.
Schaft er es, Werder wieder in höhere Tabellenregionen zu führen, die man bei diesem Kader (wenn halbwegs komplett) erwarten kann oder sogar erwarten muß?
Wenn diese Fragen mit ja beantwortet werden können, dann hat FK einen ganz wichtigen Schritt in seiner Trainerkarriere getan. Dann hat er eine ganz schwierige Situation gemeistert und geht gestärkt aus dieser hervor. Ich drücke ihm hierzu beide Daumen!
Und ich bin mir ganz sicher, das etliche größere Clubs jetzt ganz gespannt auf Werder und FK schauen. Für diese Clubs wird FK nur dann interessant werden, wenn er die jetzige Situation meistert.

Ich habe aber auch gewisse Bedenken! D. Tedesco hat mal gesagt, das er sich in dieser schweren Situation einen erfahrenen Mann an seiner Seite wünschte (hat da glaub ich auch einen erfahrenen neuen Co bekommen). Könnte FK jetzt ähnlich ergehen und sucht vielleicht auch gerade jetzt mehr als sonst den Kontakt und die Ratschläge des erfahrenen Thomas Schaaf. Davon wäre ich jetzt nicht so begeistert...

Und meine weiteren Bedenken sind die, das ich ein wenig befürchte, das FK taktisch zu viel von seinen Spielern verlangt. Verstehen die das auch komplett, was er will und beabsichtigt? Wenn ich FK über Taktik philosophieren in Interviews höre, dann klingt das ungemein fachkundig, aber ehrlich, richtig verstehen tue ich ihn dabei nicht.
Geht es vielleicht auch -zumindest einigen- Spielern so? Ist ein Beijmo nicht vielleicht daran gescheitert, das er FK taktische Anforderungen nicht erfüllte?
Kann es nicht vielleicht sein, das die Spieler soviel mit Taktik beschäftigt sind, das sie darüber die grundlegenden Dinge vernachlässigen? Grundlegende Dinge wie Stellungsspiel bei Standards z.B.?

Mir kommt es manchmal vor, das FK Fußball auf dem Schachbrett iniziert. Fußballer sind jedoch keine Schachfiguren, die man beliebig verschieben kann. Und da sind wir bei einem weiteren Punkt, den ich bei FK etwas kritisch sehe:
Zu viele Spieler spielen mMn auf Positionen, die nicht getreu ihrer Stärken sind. Das treffenste Beispiel ist fraglos Joh. Eggestein. Klar, das ist ein spielerisch sehr starker Spieler, der KANN deshalb auch auf der 8 oder auf den Außen spielen. Aber kommen dort seine eigentlichen großen Stärken zum Tragen? Definitiv NEIN! Joh. Eggestein ist ein klassischer Boxspieler, ist am stärksten, wenn er hängende Spitze (z.B. mit einem Füllkrug davor) in einem Zwei-Mann-Sturm spielt.
Ein weiteres Beispiel war Füllkrug. Dieser war ja selbst angefressen in der Vorbereitung, als er monierte, das er über die Außen kommen müßte. Recht hat(te) er, da kommen seine Stärken in der Tat nicht zum Tragen. Auch ein Sargent ist kein Außenstürmer.
Klaasen wird eine seiner größten Stärken genommen, wenn er zuviel defensive Aufgaben bekommt, wie oft geschehen. Ein Friedl ist kein AV, trotzdem wird er da als Back-Up für Augustinsson installiert und muß wegen seines Ausfalls dort jetzt monatelang agieren mit bekannten großen Problemen.
Ich will damit ausdrücken, das FK versuchen sollte, mehr aus den Stärken seiner Spieler herauszuholen, indem sie weitgehend da spielen, wo sie eben am stärksten und somit am wertvollsten für Werder sind.

Das wird jetzt eine ganz spannende Zeit, durch die FK geht. Er steht jetzt vor einer sehr schwierigen Aufgabe und im Sommer wohl nochmal, da dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein größerer Umbruch mit dem Verlust einiger Leistungsträger ansteht.

Ich hoffe und wünsche es ihm, Werder und den Fans, das er diese Zeit meistert. Er ist ein dermaßen sympathischer und authentischer Trainer, dem kann man eigentlich nur alles Gute wünschen. Aber auch er wird letztlich nur am Erfolg gemessen!
Sehr schöner Beitrag. Danke! :top:
 
Klaassen hätte ich nicht runter geholt und Piza hätte ich bei dem Spielstand auch nicht mehr gebracht, wenn man den damaligen Spielverlauf nach 2:0 Führung Leipzig betrachtet, hätte man mit dem Unentschieden Auswärts einfach zufrieden sein müssen.

Man kann nicht immer nur mit Unentschieden zufrieden sein. Der Spielverlauf damals sprach einfach für ein erhöhtes Risiko und dem Willen, noch zu gewinnen. Letztlich sind wir letzte Saison an zu vielen Unentschieden gescheitert, was die verpasste EL betraf.

Übrigens: Auch letzte Woche in Leverkusen hätte ich mir gewünscht, das Werder nach dem 2:1 auf Sieg weiter offensiv gespielt hätte. Leverkusen war zu dem Zeitpunkt am Boden und ein drittes Tor hätte deren Knochk Out bedeutet. Stattdessen ziehen wir uns zurück, bauen Leverkusen auf und stehen dann einem Powerplay gegenüber. Wobei ich in Leverkusen auch den Eindruck hatte, das wir körperlich nach einer Stunde platt waren. Was aber restlos unverständlich wäre, zumal Leverkusen unter der Woche noch ein schweres CL-Auswärtsspuel hatte.

Generell bin ich bekanntermaßen ein erbitterter Gegner von Unentschieden und würde mir viel mehr Risiko wünschen, um Spiele zu gewinnen. Die jetzt schon wieder vielen Unentschieden werden auch diesmal am Saisonende zum Bumerang werden.
 
naja, zumindest spiel die qualität des vorhandenen spielermaterials diese saison eine große rolle. das liegt vorallem aber an den vielen verletzungen. ludde fehlt noch immer, friedl ist nur an wirklich guten tagen für das niveau bundesliga geeignet, es fehlten lange zeit veljkovic, langkamp, toprak (der dazu noch extrem spät dazustieß und keine vorbereitung hatte), moisander fehlt ebenfalls noch. groß, der allerhöchstens zweitligaformat hat, musste aushelfen, gebre positionsfremd innenverteidiger spielen. da hattest du erstmal qualitativ enorme probleme. nun kam der ein oder andere zurück. dabei fehlen langkamp, toprak, veljkovic die komplette sommervorbereitung inklusive der wichtigen spielpraxis. in 10 spielen musste die abwerhkette 7 (!) mal umgestellt werden -> 0,0 eingespieltheit + fehlende automatismen + fehlende abstimmung + spieler mit fehlender spielpraxis + teilweise spieler, die (noch) kein bundesliganiveau haben: es würde an ein wunder grenzen wenn man nicht ordentlich gegentore gefressen hätte. und trotzdem hat man es oft aus dem spiel heraus ganz ordentlich verteidigt bekommen, im verhältnis gesetzt zu eben oben genannten problemen sogar herausragend. grottenschlecht hingegen bei gegnerischen standards, bei welchen man sich dann eben jenes ordentliche verteidigen aus dem spiel heraus mit dem Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) wieder einriss.

Alles Argumente, die einiges erklären, wenn natürlich auch längst nicht alles. Und gerade mit Deinen letzten Sätzen gehe ich absolut konform, im Spiel eigentlich größtenteils gut verteidigt, bei Standards aber -und dafür gibts keine Entschuldigungen- grottenschlecht.

Interessant in dem Zusammenhang (das Eingespieltsein betreffend) ist, das einige User hier für Gladbach jetzt Selassie auf links fordern und Lang dafür auf rechts. Das aber wiederum würde wieder erneute Umstellungen bedeuten und wäre dem Wunsch nach Einspielen einer Viererkette kontraproduktiv.
Klar ist für mich, das unsere linke Abwehrseite momentan unsere große Schwachstelle ist. Ich wäre aber eher dafür, diese Seite zu "doppeln", bspw. indem Moisander (der dann wohl wieder spielen wird) zur Unterstützung und Absicherung Friedl hilft.

Wie ist Deine Meinung dazu?
 
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