Es gibt dazu auch noch andere Beispiele. Viele Vereine in Bremen sind auch gesund.
Daß viele Vereine gesund sind, hat auch niemand bestritten. Nur hilft eine solche Relativierung den in Schwierigkeiten befindlichen Clubs nicht weiter bzw. leiden darunter auch die gesunden Vereine, wenn die sportlichen Wettbewerber ihre Teams aus finanziellen Gründen abmelden müssen.
Ganz abgesehen davon: diese Art der Relativierung übertragen auf das Thema Mehrkosten für Risikospiele würde bedeuten, daß darüber geführte Diskussionen obsolet wären; denn warum sollte eine dahingehende Weiterberechnung an Werder die Grün-Weißen so stark belasten und sogar die Zukunft des Bundesligastandorts Bremen gefährden, wenn Clubs wie Bayern, BVB, Leipzig, Gladbach, Leverkusen usw. doch gesund sind?
Das wir bei den Sportstätten allgmein mehr machen müssen, ist aber nicht abzustreiten.
Und das ist ein nicht unerheblicher Teil der Probleme der Clubs. Denn die Zeiten, in denen Sport- und auch andere Vereine die ersten Anlaufpunkte für die Freizeitgestaltung waren, sind schon lange vorbei, so daß die Clubs um die Gunst der Menschen buhlen müssen, was in Anbetracht der maroden Sportstätten kein leichtes Unterfangen ist - und diese Masse an Sanierungsstau ist für Vereine mittlerweile eine existenzielle Bedrohung:
Auf bundesweit rund 40 Milliarden Euro schätzt der Deutsche Olympische Sportbund den Sanierungsstau bei Sportstätten und Schwimmbädern. Wie hoch er in Bremen ist, bleibt indes seit Jahren unklar.
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Seit vielen Jahren fordern Sportbund und Vereine die Stadt beispielsweise auf, eine Liste zu erstellen, was an den rund 180 oft maroden Bremer Sporthallen saniert werden müsste und welche Kosten dabei entstünden. "Wir werden aber von Jahr zu Jahr nur vertröstet", sagt Müller. Mit einer Sanierung innerhalb weniger Jahre rechnet sie nicht. "Aber man muss einen Masterplan haben, der perspektivisch für die nächsten 20 bis 30 Jahre gilt. "Denn wenn zwei oder drei Turnhallen geschlossen würden, könnte das den Sportvereinen im Stadtgebiet das Genick brechen. "
Quelle
Den Polizisten hätte übrigens ein Sicherheitskonzept was einen geringeren Personaleinsatz bei den Fussballspielen notwendig gemacht hätte, deutlich mehr genutzt, denn dann würden bereits heute weniger Überstunden überhaupt entstehen.
Welches Sicherheitskonzept ist gemeint?
Das von der DFL? Falls ja, dann wäre es doch erst recht legitim, die DFL zur Kasse zu bitten... nein aufzufordern, oder? Besonders unter dem Aspekt, daß die Profivereine zu wenig dafür tun, um innerhalb ihres Verantwortungsbereiches wirksamere Mittel gegen Pyros und Randale im Stadion einzusetzen. Hier machen es sich die Cluboberen der Liga in ihren Ledersesseln zu einfach, indem sie einen großen Teil ihrer Eigenverantwortung (eines der bevorzugten Schlagwörter deiner Partei) in den Stadien auf die Polizei und somit auf die SteuerzahlerInnen abwälzen. In England dagegen bezahlen die Proficlubs die Polizeieinsätze innerhalb der Stadien zu 100% selbst, so daß sie schon aus eigenem Interesse in restriktivere Präventionmaßnahmen als hierzulande investieren.
Oder geht es um das Sicherheitskonzept der Innenbehörde? Wo würdest du denn dort Möglichkeiten zur signifikanten Reduzierung der Überstunden sehen? Daß bei einem nahe der Innenstadt gelegenen Weserstadion mit vielen Seitenstraßen in der Umgebung ggf. eine nominell höhere Präsenz der Polizei erforderlich ist als z.B. bei einem Stadion in einem Außenbezirk oder gar außerhalb auf der grünen Wiese, versteht sich wohl von selbst. Daß bei der Polizei bzw. den übergeordneten Behörden eine Menge (auch konzeptionelles) Verbesserungspotential zur Reduzierung der Überstunden vorhanden ist, wird wohl kaum jemand dementieren wollen. Jedoch ist für die Quantität der Polizeipräsenz bei Risikospielen in erster Linie entscheidend, über welches Gewaltpotential die jeweiligen Partien verfügen und hier tragen auch die Clubs einen Teil der Verantwortung.