Bremen
Moderator
@Bremen. Der Unterschied, den ich - wie Olli - sehe, ist der zwischen Desinteresse im Sinne von "ist mir egal, wo die Kohle für Neymar, Ronaldo & Co. herkommt oder ob Steuern hinterzogen werden oder schon Kinder in armen Ländern geködert werden" und Resignation - "ja, ich sehe das Thema, kann aber nichts machen." Und bei "ich kann aber nichts machen" widerspreche ich. Wer will, kann etwas machen. Natürlich nur im Kleinen, indem er z. B. keine CL, Premier League oder spanische Liga mehr guckt, keine überteuerten Trikots kauft, kein Bezahlfernsehen hat, etc. Wenn das wenige machen, wird nichts passieren, wenn es viele machen, vielleicht doch. Dazu wird es allerdings aus eben dem genannten Desinteresse leider nicht kommen, und dann passiert tatsächlich nichts.
Grundsätzlich stimme ich Dir zu. Jedoch ist beim Profifussball der Sumpf dermaßen tief, daß selbst viele kleine Änderungswillige mit ihren Konsequenzen nichts großartiges bewirken können - auch deshalb, weil im Elfenbeinturm des Profifussballtums keine einflußreiche Opposition existiert. Jüngtes Beispiel ist die bevorstehende Berufung von PSG-Präsident Al-Khelaifi ins UEFA-Exekutivkomitee: es wird in dieses Aufsichtsgremium der Präsident eines Clubs berufen, der wiederholt gegen das Financial Fairplay verstieß, das ist in etwa so, als wenn man einen hungrigen Dackel bittet, auf die Wurst aufzupassen - oder wie es die Süddeutsche in ihrer unnachahmlichen Art formulierte "Der Fuchs darf in den Hühnerstall" - und Reinhard Grindel als Präsident des in diesem korrupten Sumpf verstrickten größten Sporteinzelverbandes der Welt namens DFB befürwortet schon fast erwartungsgemäß diese Berufung. Daß unter solchen Voraussetzungen Fans trotz der eigenen Konsequenzen, dieses mit ihrem sauer verdienten Geld nicht weiter fördern, resignierend die Hoffnung aufgegeben haben, damit in der Summe auch etwas bewirken zu können, ist mMn keine große Überraschung.


Und wenn dann Bayern München anklopft, wer würde das ernsthafterweise ablehnen? Vielleicht ist das eine Chance, die du nie wieder bekommst. Wenn Arp so gut ist wie man behauptet (hat), dann werden ihm zwei Jahre Bayern (evtl. mit Leihe) nicht groß schaden. Im Gegenteil, Training mit Lewandowski und Co. dürfte schon ziemlich cool sein. Schlaudraff war damals bei seinem Wechsel ja "schon" 24 Jahre alt. Naja, und dann hat sich in Hannover ja auch gezeigt, daß er letztlich weder für Bayern, noch vermutlich für Werder gut genug war.