Politik und Fußball in Bremen

Wir können nicht auf der einen Seite mangelnde öffentliche Sicherheit beklagen, aber dann hinnehmen, daß jedes Wochenende die Polizei bei Gladiatorenkämpfen gebunden ist statt vernüftigen Sachen nachzugehen.
1899% Zustimmung :tnx::tnx::tnx:


Wenn es heißt "Risikospiel" und es eine Art Kommission gibt, die das beurteilen kann, dann gibt es eben einfach keine Auswärtsfans. Fertig aus!
So einfach ist das leider nicht, denn wer Bock auf Randale im Fokus der breiten Öffentlichkeit außerhalb des Stadions hat, der wird sich von einem Verbot für Auswärtsfans im Stadion auch nicht abhalten lassen.
 
So einfach ist das leider nicht, denn wer Bock auf Randale im Fokus der breiten Öffentlichkeit außerhalb des Stadions hat, der wird sich von einem Verbot für Auswärtsfans im Stadion auch nicht abhalten lassen.

Da hast du sicherlich recht. Aber diese Typen kannst du dann mit Sack und Pack wegsperren weil sie offensichtlich nur gekommen sind um Stress zu machen. Es ist ja dann ein Unterschied, ob 3000 Hamburger mit Eintrittskarten kommen, oder halt 300 Idioten. Unter den 3000 Hamburgern wären die meisten ja eigentlich friedlich und werden mitbestraft, aber die Vereine und Verbände müssen letztlich gezwungen werden aktiv zu werden. Nimm das aktuelle Urteil zu Frankfurt. Die spielen unter Bewährung, verstoßen gegen die Auflagen und erneut werden sie mit Samthandschuhen angefasst. Das geht so nicht.
 
Indem man sich von vornherein der gesellschaftlichen Verantwortung stellt. Also indem man nicht erwartet, daß bei Brot und Spielen die Polizei Gewehr bei Fuß zu stehen hat, sondern das es wichtigere Probleme im Land gibt und der Fußball mit all seinem Einfluss sich dessen bewusst ist. Und dann kann man sich nicht hinstellen und sagen "Tja, also wenn sich unsere Fans mit anderen prügeln, dann ist das ein Problem der öffentlichen Sicherheit und keines des Fußballs". Stell dir vor, das Derby Werder-HSV steht an und Bremen fordert keine Kräfte aus Nds, Nrw und Co an. Dann findet das Spiel schlicht und ergreifend nicht statt, dann wird das abgesagt. Und dann? Was ist eigentlich dann passiert, es ist doch nur Fußball? Aber diese Kräfte werden angefordert, die Polizei bewacht besoffene Asis und fehlt dann aber dummerweise an anderer Stelle. Und diesem Aspekt darf sich auch ein Verein mMn. ruhig mal widmen. Und sei es nur für die Diskussion. Und genau DIE wird es jetzt hoffentlich geben.
Vom Grundsatz her stimme ich Dir zu. Doch ob ein Erst- oder Zweitligist unabhängig von seinem Namen aus dem Hamsterrad heraus springt und die gesellschaftliche Verantwortung über die eigenen (wirtschaftlichen) Interessen stellt? Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen, daß auch nur einer 36 Hamster die Hand beißt, die sie füttert; selbst vom FC St. Pauli oder Union Berlin nicht.
 
Einerseits kann ich die Argumentation des Landes Bremen verstehen. Spiele wie gegen den HSV sind Ursache dafür, dass ein höherer Polizeieinsatz erforderlich ist.
Andererseits ist die Frage, ob man den Veranstalter dafür verantwortlich machen kann, wenn Leute im Vorfeld eines Spiels bewusst auf Randale aus sind. Dann ist nämlich in erster Linie der Polizeieinsatz erforderlich. Ist das nicht Sache der öffentlichen Sicherheit und Ordnung?
Von daher bin ich zwiespältig was das Urteil betrifft. Das Problem wird uns weiter befassen. Welche Höhe einer Gebühr ist angemessen?
Die Frage ist auch, wie solche Auswüchse zukünftig verhindert werden können. Ein schwieriges Thema. Härteres Durchgreifen des Staates durch Strafen für die Randalierer? Stadionverbote?
 
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Da hast du sicherlich recht. Aber diese Typen kannst du dann mit Sack und Pack wegsperren weil sie offensichtlich nur gekommen sind um Stress zu machen. Es ist ja dann ein Unterschied, ob 3000 Hamburger mit Eintrittskarten kommen, oder halt 300 Idioten. Unter den 3000 Hamburgern wären die meisten ja eigentlich friedlich und werden mitbestraft, aber die Vereine und Verbände müssen letztlich gezwungen werden aktiv zu werden. Nimm das aktuelle Urteil zu Frankfurt. Die spielen unter Bewährung, verstoßen gegen die Auflagen und erneut werden sie mit Samthandschuhen angefasst. Das geht so nicht.

Auch hier grundsätzliche Zustimmung. Doch wer hat so viel A... in der Hose dieses konsequent umzusetzen?

Innerhalb des deutschen Fußballs? Hier funktioniert das wohl kaum, weil hier keine Krähe der anderen die Augen aushacken will. ZB zahlen die Clubs Jahr für Jahr funf- teilweise sechsstellige Summen für das Abbrennen von Pyrotechnik durch einige Idioten in ihrem Fanblock, ohne daß sich signifikant etwas ändert. Warum? Weil für die Clubs diese von der DFB-Justiz verhängten Strafen immer noch billiger sind als präventiv in die Kontrollen zu investieren. Abgesehen davon ist das auch sehr unpopulär, denn viele Stadionbesucher verlangen einerseits zu Recht Sicherheit im Stadion, sind aber nicht bereit, deswegen strengere Kontrollen der eigenen Person und/oder höhere Ticketpreise in Kauf zu nehmen - ganz nach dem Motto "Wasch mich, aber mach mich dabei nicht nass."

Politisch? Ebenfalls wohl kaum, denn Millionen von Fußballfans bedeuten auch Millionen von Wählerstimmen und daher ist es nur schwer vorstellbar, daß sich eine Mehrheit der Abgeordnetern im Bundestag oder einem der Landesparlamente findet, die ihre Abgeordnetendiäten und sonstige Privilegien - auch bei ihren jeweiligen Lieblingsclub - wegen eines für Millionen für Fußballfans unpopulären Beschlusses aufs Spiel zu setzen.
 
Doch wer hat so viel A... in der Hose dieses konsequent umzusetzen?

Kein Politiker und mit Sicherheit kein Funktionär. Ein Gericht hingegen braucht keine Wählerstimmen...umso erstaunlicher, daß Mäurer die Nummer durchgezogen hat. Und was mich tatsächlich wundert ist das breite und positive Echo. Interessant aber auch, daß es diese positiven Stimmen VORHER kaum gab. Hose und so ;)
 
Korrekt, Mäurer hatte den A... in Hose und auch wenn er wegen auf mich so wirkende leicht arrogante Art keine Sympathiepunkte sammelt, so zolle ich ihm Respekt davor, daß er eine juristische Auseinandersetzungen gegen die ach so große DFL nicht scheute.

Das breite positive (Medien-)Echo wundert mich auch. In der FAZ sind wesentliche Punkte der Begründung des BVerwG sehr gut zusammengefasst:

https://www.faz.net/aktuell/sport/f...sball-liga-kuenftig-zahlen-muss-16115110.html
 
Die Bescheide für die Mehrkosten müssten entweder von der DFL, dem DFB oder den jeweiligen Gastmannschaften beglichen werden. Wenn bei 15 von 17 Heimspielen kein Risikospiel anberaumt wird aber bei zweien schon und die Heimfans mehr oder weniger die gleichen sind, dann muss die Ursache wohl bei den Gastvereinen und ihren Fans zu suchen sein.
 
HGW in der Hz dazu erneut nicht überzeugend. Er wirft dem Bremer Senat dieses Urteil vor, weil am Ende Werder wohl als Einzige bezahlen müssen? Völlig falscher Ansatz. Das die DFL sich nicht an einem Solidarfonds beteiligt, kann und darf keinen überraschen. Niedersachsen, Hessen, Bayern, BW scheren aus, RP wohl nicht. Außer Mainz haben die keinen mehr in der 1.Liga und Lautern scheint dauerhaft in der Versenkung zu verschwinden, was ich persönlich extrem schade finde.
Dieses Urteil sollte eigentlich für die DFL Ansporn sein, ihren Beitrag leisten zu wollen, zumal die Bevölkerung in breiter Mehrheit dies ebenso sieht. Aber da bin ich wohl zu naiv.
 
Gutes Urteil, nur sollte die DFL ein Fond zur Verfügung stellen von jährlich 80Mio! Geld ist bei der DFL genug da! Wenn Werder bezahlen sollte, müsste man vorher Mäurer fragen was ein Hochsicherheitsspiel ist, dann drauf reagieren und keine Gästefans zulassen.
 
HGW in der Hz dazu erneut nicht überzeugend. Er wirft dem Bremer Senat dieses Urteil vor, weil am Ende Werder wohl als Einzige bezahlen müssen?
Wo hat er das geäußert? Im Filmbeitrag beim ASS gestern erklärte HHG, daß darauf hinwirken möchte, daß die DFL bis zur Hälfte die Mehrkosten übernimmt. Dieser Ansatz ist grundsätzlich richtig, denn nicht nur die Vereine verdienen an den Bundesligaspielen, sondern auch die DFL, jedoch ist eher zu vermuten, daß die DFL-Führung wieder mit kruden Argumenten versucht, sich aus er Affäre zu ziehen; und anders als das Gericht besteht bei Werder eine Abhängigkeit von der DFL.
 
Wo hat er das geäußert? Im Filmbeitrag beim ASS gestern erklärte HHG, daß darauf hinwirken möchte, daß die DFL bis zur Hälfte die Mehrkosten übernimmt. Dieser Ansatz ist grundsätzlich richtig, denn nicht nur die Vereine verdienen an den Bundesligaspielen, sondern auch die DFL, jedoch ist eher zu vermuten, daß die DFL-Führung wieder mit kruden Argumenten versucht, sich aus er Affäre zu ziehen; und anders als das Gericht besteht bei Werder eine Abhängigkeit von der DFL.
Als einziger Bundesligist war gemeint. Ich sehe auch derzeit keinen anderen Innenminister, der das einem Club in Rechnung stellen will. Selbst die Genossen in Niedersachsen (Pistorius) wollen es nicht. Ob das so bleibt???
Die öffentliche Meinung ist Pro Beteiligung.
 
Die Änderungswilligen werden dies wahrscheinlich erst dann thematisieren, wenn die Nachbearbeitung des OVerwG Bremen erfolgt ist, ggf. auch damit Klarheit herrscht bzw. ein Muster vorhanden ist, wie eine solche Kostenrechnung aussehen könnte. Ob die Politik der breiten öffentlichen Mehrheitsmeinung folgt, steht jedoch auf einem anderen Blatt.
 
Dir ist schon bewusst, dass sich unsere Politiker immer nur an der öffentlichen Meinung orientieren, um Wahlen zu gewinnen? Sachfragen treten dort oft in den Hintergrund.
Immer? Dann erinnere Dich doch mal bitte z.B. an das umstrittene Meldegesetz von 2012, welches den Meldeämtern den Verkauf privater Daten an Werbetreibende gestattet und deshalb in der Mehrheit der Bevölkerung auf Ablehnung steiß, so daß dieses - trotz nicht vorhandener Beschlußfähigkeit - im Bundestag "heimlich" während des EM-Halbfinales Deutschland - Italien durchgeboxt wurde.
 
Wegen Polizeikosten: Kein neuer Vertrag für Kruse?
Die Kreiszeitung bringt in ihrem Artikel Aussagen von HHG, das evtl. die Weiterverpflichtung von Kruse scheitern könnte, wenn die DFL Zahlungen an Werder weitergeben würde. Auch Streichungen im sozialen Engagement wären möglich.
Lieber Herr HHG, lass sie doch erst einmal das Bonbon auspacken, bevor sie anfangen zu lutschen. Kam nicht der Vorschlag von Mäurer, sich erst einmal die Urteilsbegründung anzusehen, sich dann zusammenzusetzen und dann zu entscheiden?
 
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