Wer liesst denn noch heutzutage?

Zu Football leaks, würde ich z.B., gerne mehr erfahren, opalo.

Besser spät als nie.... ;)

Vor der Lektüre war mir klar, dass die Unsummen, die speziell in der spanischen Liga und der Premier League gezahlt werden, nicht auf "rechten Dingen" beruhen können.... Aber dass die (Steuer)tricksereien / Geldverschiebereien etc. so krass sind, wie in dem Buch beschrieben, hätte ich nicht erwartet. Dass ich beruflich ab und an mit komplexen Eigentumsstrukturen zu tun habe, hat mir das Verstehen der Verschachtelungen zwischen den diversen beteiligten Firmen erleichtert, die Konstrukte sind abenteuerlich.

Aus dem Buch habe ich gelernt, wie stark der Einfluss der Berater(firmen) ist. Wie wenig so manche auch namhafte Spieler oder Vereine je nach Ausgestaltung der (Knebel)verträge beeinflussen können, ob ein Spieler bleibt oder wechselt, war mir nicht bewusst. Es kann sein, dass ein Verein es gar nicht in der Hand hat, ob ein Spieler bleibt, weil der Vertrag des Spielers beinhaltet, dass er wechseln muss, wenn ein anderer Verein einen Betrag X bietet. Und an jedem Wechsel verdienen die Berater üppig mit...

Das Buch ist über weite Strecken spannend geschrieben. Insbesondere im Gedächtnis geblieben ist mir die Beschreibung des Elfmeters, den Ronaldo im CL Finale 2016 verwandelt hat, und der seinem Trainer Zidane mal eben 13 Millionen Euro (!!!) extra an Gehalt/Bonus eingebracht hat. Überhaupt sind die Regelungen zu Ablösesummen und Spielergehältern in einigen Verträgen völlig abgehoben und schräg. Die Ablösesummen und Gehälter, die durch die Presse gehen, sind vielfach nur die halbe Wahrheit, weil es weitere, versteckte Zahlungen gibt. Und dass Stürmer gerne pro geschossenes Tor eine Extrazahlung bekommen, finde ich abenteuerlich. Dass ein Stürmer Tore schießt, ist seine Stellenbeschreibung, dafür wird er bereits - häufig fürstlich - bezahlt. Und dann nochmal üppig extra pro Treffer? Zu meinem Job gehört es, Rechnungen zu prüfen. Wenn ich mit meinem Stapel durch bin, bekomme ich dafür zu 1899 % keinen Cent zusätzlich zu meinem Gehalt.... Augen auf bei der Berufswahl.... ;)

Weitere spannende Themen sind die immensen Werbeeinnahmen, insbesondere der Spieler, und deren (Nicht)versteuerung sowie die Einflussnahme von Berater(firmen) und Vereinen schon im Nachwuchsbereich.

Auch interessant fand ich die Hintergründe über die Arbeit des Rechercheteams sowie die Beschreibung der Treffen mit Whistleblower John. Man muss als Journalist offenbar in bestimmten Projekten trinkfest und partyfähig sein ;)

Einige Kapitel waren etwas zäh, dazu wurden bestimmte Thematiken im Buch an mehreren Stellen behandelt, was ich überflüssig fand. Wenn jedoch jemand hinter den schönen Schein des Profifußballs gucken will, sollte er das Buch lesen. An manchen Stellen hab ich das Kotzen gekriegt. Premier League und spanische Liga wären, hätte ich mich vorher dafür interessiert, jetzt für mich tabu, und die Bundesliga geht auch in eine Richtung, die ich grenzwertig finde. Hierzu kam in dem Buch verhältnismäßig wenig, über Bayern z. B. so gut wie nichts. Da frage ich mich schon, ob die Bayern das Spiel nicht mitspielen, oder Football Leaks noch keine Unterlagen dazu hat.

Die Fortsetzung werde ich jedenfalls lesen, sobald sie erscheint.
 
:tnx: opalo.

DAs buch werde ich mir wohl auch noch mal zur Gemüte führen. Die Auswüchse in der PL kamen schon einmal in einem Artikel des SPIEGEL unter die Lupe (ca. 8-10 jahre her, glaube ich), damals wurde herausgefunden, daß Trainer, Manager der Vereine an den Transfers von Spielern massiv verdienen und diese sogar forcieren.

Dann gibt es in Deutschland als einzig - immer noch - relevantes "Skandalbuch" den "Anpfiff" vom "Tünn" Harald "Toni" Schuhmacher. bis heute - sagt er selber, habe er nicht eine einzige Bitte oder Klage oder einstweilige Verfügung bekommen, seine ausführungen aus dem buch zu revidieren. Sein Kommentar dazu (und der ist von vor zwei Monaten): "Hatt misch net jewundert. Is allet wahr, wat ich jeschrivve han!"

Dann gibts auch noch das Buch über geschobene Spiele, insbesondere aus Südostasien (Stand 2006/2007) wurden auf Spiele in Europa und auch bei der damaligen WM "geschoben". Das viertelfinalspiel der ghanaer stand unter massiven Beschuss. Aufgeklärt wurde da nie was.

Ebenso unaufgeklärt blieben die Behandlungsmethoden eines Baden-Württembergischen Arzt, der unter anderen Feiburg und Stuttgart in den (siebziger bis Neunziger ?) medizinisch beriet und betreute - was laut - wiederum - SPIEGEL eine klare kontrollierte Dopingmethode darstellte. Die sogar eine Todesfolge hatte/haben könnte, die Mitte der Achtziger beste Deutsche siebenkämpferin Birgit Dressel starb und ihr Arzt/einer ihrer Ärzte war eben jener Mediziner.

Der Fussball gilt "unter der Hand" als "ohne doping in dieser form kaum spielbar" - so aussagen die man abseits der Plätze aber gelegentlich in den medien mitbekommt, was Schenlligkeit und Athletik anbetrifft. Es wird - despektierlich oder nicht - auch gesagt, das die Dopinguntersuchungen "Urinprobe für je einen spieler jeder Mannschaft nur Sand streuen ist, das "Der Wettbewerb" bzw. "die Betreiber des Wettbewerbs" doping dadurch eher stützen und diese Dopingproben eher ein "Vademecum" sind. Unangekündigte Kontrollen gibt es nicht, es wird nie eine komplette mannschaft vo und nach einem Spiel kontrolliert und auch nicht mehrmals (so z.B. zwei Tage vor einem spiel und dann noch mal am spieltag).

Man muss schon mit blauen augen durch die Welt tapsen, um zu glauben "fussball" ist sauber.

die jüngsten Berichte aus Belgien bestätigen das wohl eher.
 
Das war doch wegen des Sexualskandals des einen Jurors im letzten Jahr - oder? :denk:

Jup. Und da dessen Ehegespons auch in dieser Jury sitzt und mehrere aus der Jury sich nicht dazu "hinreissen" lassen möchten diesen "busengrapscher" aus dem Komittee zu entfernen, beschloss man erstmal nicht zusammenzukommen um den Preis zu vergeben.
Abr das war nicht alles - er soll auch Geld bekommen haben um mitzuteilen "wer es wird" bzw. einfluss auf die Entscheidung genommen haben "wer es wird" - im grunde also ist das "rausgekommen" was man gerüchteweise schon des öfteren vernahm.


Was da rausbrät - ob das Komittee neu zusammengesetzt wird oder oder oder - wir werden es erfahren. Tendenz Stand jetzt ist, dass möglicherweise nächstes jahr auch der Litnopreis auch nicht vergeben wird.
 
ich kann "the road" von cormac mccarthy sehr empfehlen. nicht einmal wirklich inhaltlich, denn alleine darauf reduziert ist es nichts übermäßig besonderes, sondern vorallem sprachlich. dahingehend ist es einfach außergewöhnlich gut. es ist schon immer wieder erstaunlich wie man alleine durch einen meisterlichen umgang mit worten so sehr aufwühlen kann. die verwendete sprache ist hier ein durch und durch wirklungsvoller widerspruch in sich: karg, poetisch, schön, grausam.

ein weiteres buch, das alleine über die verwendete sprache einen intensiven sog entfaltet, war für mich "burn down the night" von craig kee strete.
 
"The Road" hat vielen Usern gefallen.
Vielen Ist Cormac Mc Carthy als Autor von "No Country For Old Man" oder "the Counselor" bekannt.
Der Mann hat tatsächlich ein unglaubliches Sprachgefühl - dahingehend, daß er damit eine bestimmte Stimmung erzeugen kann.
Oftmals ist diese Stimmung "Hoffnungslosigkeit" bzw. "Pragmatismus".
 
Ich mochte No Country For Old Man auch sehr. Wobei ich mich erst einmal daran gewöhnen musste, dass Mc Carthy keine Anführungszeichen mag...
 
"The Road" hat vielen Usern gefallen.
Vielen Ist Cormac Mc Carthy als Autor von "No Country For Old Man" oder "the Counselor" bekannt.
Der Mann hat tatsächlich ein unglaubliches Sprachgefühl - dahingehend, daß er damit eine bestimmte Stimmung erzeugen kann.
Oftmals ist diese Stimmung "Hoffnungslosigkeit" bzw. "Pragmatismus".

:tnx: "no country for old men" habe ich ebenfalls gelesen und war ganz froh, dass die verfilmung des stoffs von den coen-brüdern übernommen wurde.

zuletzt nochmal gelesen: "invitation to a beheading" von vladimir naboko. mag für manche etwas arg sperrig daher kommen mit seinen langen, verschachtelten sätzen, der verwendung fremdartiger wörter und der auch ansonsten eher eigentümlichen erzählweise. wer sich dennoch darauf einlässt, wird belohnt. sehr viel symbolik, ein betörendes spiel mit wirklichkeit und phantasie. das funktioniert obwohl es eigentlich auch durchaus kahl geschrieben ist.
 
Ich hab kürzlich mit “die Tyrannei des Schmetterlings“ von Frank Schätzing angefangen. Noch kann ich nicht wirklich was über das Buch sagen, bin aber echt gespannt. Laut Focus ist das Schätzings bislang bestes Buch. Und “der Schwarm“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Daran muss das neue sich jetzt messen lassen.
 
Während einer privaten Veranstaltung fand auch eine Lesung statt. Auszüge aus "Buddenbrooks" wurden gelesen. Alle amüsierten sich, nur ich konnte nicht mitreden.
Jetzt quäle ich mich durch! :D
In manchen Passagen wird textlich so geschwurbelt, das erinnert an manchen Foristen hier im Forum :)
 
Back
Top