Alexander Nouri

dieter, Regime werden gestärkt wenn Clowns in Regierungsämtern ihnen Besuche abstatten und dabei Schwerttänze aufführen. Regime werden gestärkt, wenn sie in Berlin modernstes Gerät von Krauss Maffei oder Heckler und Koch bekommen, obendrei schöne Kriegsschiffe verstehen sich von selbst und alles was man sonst noch braucht um Angriffskriege zu führen. Regime werden gestärkt, wenn das eine gegen das andere vom "Westen" ausgespielt wird. Die Zivilgesellschaft wird zunächst mal gestärkt, indem man sie zur Kenntnis nimmt, kulturellen Austausch betreibt, überhaupt Präsenz zeigt. Kein Mensch auf dieser Welt, niemand, hat Bock auf Besserwisser aus dem Ausland die zu ihnen kommen und ihnen erzählen wie sie zu leben haben. Wenn diese Besserwisser auftauchen dann rotten sich nämlich selbst die intelligentesten Köpfe hinter "ihrer Nation" zusammen weil VON DEM lassen wir uns gar nichts sagen. Wenn unser Außenminister in Teheran ist, dann soll er gerne kritisch mit seinen Partnern reden die was von ihm erwarten (Quid pro quo). Aber wenn ein Nouri nach Teheran geht, dann soll er erzählen was er in Deutschland macht, wer er ist, wo er ist, was er ist, das reicht als Vorbild allemal um andere zu inspirieren und wenn das die Menschen mitnimmt und den Wunsch nach mehr Freiheit im eigenen Land weckt, dann hat Nouri etwas gutes getan. Und dann kann er sogar ein zweites, drittes, viertes mal kommen und Vorbild sein weil er ist was er ist und nicht weil er den Missionar gibt.

P.S.: Damit du mich nicht falsch verstehst: Würde sich Werder vom Ayatollah hofieren und einladen lassen, wie es mit Bayern in Katar ist, wäre auch für mich eine Grenze überschritten.
Soweit ist das ja auch OK, was Du anmerkst. Allerdings ist aufgrund der Aktualität der Zeitpunkt denkbar unglücklich. AN muss verdammt aufpassen, dass er nicht von dem iranischen Regime instrumentalisiert wird. Das ist meine Sorge.
Dann wird nämlich eine harmlose Reise plötzlich zum Politikum. AN ist als Cheftrainer ein Repräsentant des Vereins. Als Amateurtrainer war er nur ein kleines Licht, das ist jetzt anders.
 
Soweit ist das ja auch OK, was Du anmerkst. Allerdings ist aufgrund der Aktualität der Zeitpunkt denkbar unglücklich.

Inwiefern :confused:

AN muss verdammt aufpassen, dass er nicht von dem iranischen Regime instrumentalisiert wird. Das ist meine Sorge.
Dann wird nämlich eine harmlose Reise plötzlich zum Politikum.

Wir reden hier nicht von Pep Guardiola ;) Wem gegenüber soll denn das Regime unseren Trainer instrumentalisieren, dem Trumpeltier? Der weiß nicht mal, daß sowas wie Bremen oder Werder existiert ;)
 
Da braucht man jetzt auch nicht durchdrehen. Nouris Vater ist Iraner und natürlich kann er das Land besuchen.

Was Werder wiederum offiziell anstrebt, bzw. Nouri als offizieller Werder-Botschafter macht ist natürlich eine ganz andere Sache!!!

Siehe z.B. Bayern und deren Deal mit Katar und die Kritik daran. Was in Sachen Menschenrechte im Iran, Katar, Saudi-Arabien usw. los ist sollte ja jedem bewusst sein. An wen wir Panzer liefern weil offiziell Freund, wer ein Atomprogramm hat, wo die WM 2022 stattfindet etc. weiß auch jeder.

Wenn wir uns als Werder in welcher Form auch immer mit dem Iran ins Bett legen legitimieren wir auch jedes Mal ein bisschen deren Regime. Ist nun mal so. Siehe wie gesagt Bayern und Katar oder meinetwegen auch Real, die mal eben ihr Wappen ändern um in Nahost nicht anzuecken.

Kann man als Werder-Fan scheiße finden und entsprechend protestieren, siehe damals der Aufschrei bei sowas wie Wiesenhof oder eben nicht. Solange aber z.B. die FIFA munter mit Russland und Katar Business macht kann ich auch sehr gut verstehen wenn einen dann Nouris Tour nicht gerade zu einem Aufschrei der Entrüstung veranlasst.
 
Mir für meinen Teil ist jetzt gerade nicht danach, mich damit zu befassen, ob im Iran irgendwelche Leute an Kränen aufgehängt werden oder nicht. Und ich hab auch keinen Bock drauf, seitenlang irgendwas darüber oder über Waffenlieferungen in Konfliktregionen zu lesen, wenn ich im Forum meines Vereins den Trainerthread besuche.
 
Man wird aber doch sicherlich die Zustände, die solche Änderungen aus der eigenen Sicht heraus nötig machen, durchaus kritisieren oder verachten dürfen, nicht?

In meinen Augen darf man dies nicht nur, ich sehe es als zwingende Verantwortung eines zivilisierten Menschen an, dies zu tun. Ob dieser Thread hier der richtige Ort dafür ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt. In meinen Augen sollte hier der sportliche Aspekt im Vordergrund stehen und jene Dinge, die hier diskutiert werden, gehören mbAn eher ins Offtopic.
 
In meinen Augen darf man dies nicht nur, ich sehe es als zwingende Verantwortung eines zivilisierten Menschen an, dies zu tun. Ob dieser Thread hier der richtige Ort dafür ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt. In meinen Augen sollte hier der sportliche Aspekt im Vordergrund stehen und jene Dinge, die hier diskutiert werden, gehören mbAn eher ins Offtopic.
Richtig, @xxxHenne1981xxx hat schon Recht. Lasst uns das beenden.
 
Man wird aber doch sicherlich die Zustände, die solche Änderungen aus der eigenen Sicht heraus nötig machen, durchaus kritisieren oder verachten dürfen, nicht?

natürlich. und eben damit denjenigen iranern, die wirklich veränderungen im sinn haben, auch die eigene unterstützung deutlich machen und zeigen, dass sie in ihrem kampf nicht isoliert stehen. stattdessen in den iran zu fahren, alle unschönen sachen zu ignorieren, sich dadurch anzubiedern und eine zusammenarbeit zu arrangieren, wird wohl eher einen gegenteiligen effekt haben.

interessant auch, dass der von fattony so benannte erhobene zeigefinger (btw. 'lustiger' ausdruck wenn es darum gehen soll, schwule nicht hinzurichten und frauen nicht gewaltsam zu unterdrücken) gegenüber trump wohl von den allermeisten hier in ordnung gefunden wird.

@Henne: sorry, dass ich die vorher in diesem thread so intensiv geführte diskussion um sportliche aspekte gestört hab. lel.
 
Man wird aber doch sicherlich die Zustände, die solche Änderungen aus der eigenen Sicht heraus nötig machen, durchaus kritisieren oder verachten dürfen, nicht?
Doch, kann/muss man. Was aber in meinen Augen sinnfrei wäre, wenn Nouri sich im Iran hinstellen würde und Kritik an bestehendem Übel üben würde. Es wurde ihm ja indirekt vorgeworfen, durch seinen Besuch würde er das System der Herrschenden stützen. Je mehr Verbindungen zwischen den Ländern geschaffen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit zur Änderung, langsam aber stetig.
Damit soll´s genug sein!
 
Zuletzt bearbeitet:
Man wird aber doch sicherlich die Zustände, die solche Änderungen aus der eigenen Sicht heraus nötig machen, durchaus kritisieren oder verachten dürfen, nicht?

Man darf immer alles kritisieren. Nouri könnte zum Beispiel von seiner Terrasse aus ein Telefoninterview geben wo er über sportliche Aspekte auf der einen und Politische auf der anderen referiert. Allein, ob er damit etwas erreicht steht auf einem anderen Blatt. Und genau das ist der Punkt, was ist der Anspruch?
 
Doch, kann/muss man. Was aber in meinen Augen sinnfrei wäre, wenn Nouri sich im Iran hinstellen würde und Kritik an bestehendem Übel üben würde. Es wurde ihm ja indirekt vorgeworfen, durch seinen Besuch würde er das System der Herrschenden stützen. Je mehr Verbindungen zwischen den Ländern geschaffen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit zur Änderung, langsam aber stetig.
1899% Zustimmung :tnx:

Das Stützen der Herrschaftssysteme wurde Willy Brandt bei seiner Ostpolitik unter dem von Egon Bahr kreierten Slogan "Wandel durch Annäherung" auch vorgeworfen, doch die Geschichte hat gelehrt, daß dies der Stein war, der die Deutschte Einheit letzlich ins Rollen brachte. Nun wird der Besuch von AN im Iran nicht der Stein werden, der das Ajathollah-Regime zum Wanken bringt, aber Sportler sind ohne politische Zwänge durchaus in der Lage, noch so große ideologische Gräben zu überwinden (das dahingehend wohl deutlichste Beispiel sind Jesse Owens + Lutz Long während der Olympischen Spiele in Berlin 1936). Und selbst wenn es nur eine kleine Brücke ist, so verfügt sie doch einen großen symbolischen Charakter.
 
1899% Zustimmung :tnx:

Das Stützen der Herrschaftssysteme wurde Willy Brandt bei seiner Ostpolitik unter dem von Egon Bahr kreierten Slogan "Wandel durch Annäherung" auch vorgeworfen, doch die Geschichte hat gelehrt, daß dies der Stein war, der die Deutschte Einheit letzlich ins Rollen brachte. Nun wird der Besuch von AN im Iran nicht der Stein werden, der das Ajathollah-Regime zum Wanken bringt, aber Sportler sind ohne politische Zwänge durchaus in der Lage, noch so große ideologische Gräben zu überwinden (das dahingehend wohl deutlichste Beispiel sind Jesse Owens + Lutz Long während der Olympischen Spiele in Berlin 1936). Und selbst wenn es nur eine kleine Brücke ist, so verfügt sie doch einen großen symbolischen Charakter.

Kurz und bündig auf den Punkt gebracht! :tnx:

Ist natürlich auch ein Grat auf dem man wandert und hier muss man, wenn man als Verein einen Anspruch an sich selbst hat, vorsichtig sein. Bayern und Real z.B. lassen sich von den Herrscherhäusern hofieren, das ist für mich ein absolutes No-Go denn da stellt man wirklich ein Regime ins Rampenlicht. Sicherlich auch schwer zu sagen wo die Grenze ist. Hat Schalke sie mit Gazprom bereits gerissen? Oder der HSV mit Emirates? Oder wir alle falls wir mit Qatar oder Emirates fliegen (bin ich zum Glück noch nie, dafür aber Aeroflot :ugly: )? Das ist irgendwie diese alte Diskussion die in verschiedener Form immer geführt wird, gerade auch bei unseren Sponsoren. Darf man bei Primarck oder KiK einkaufen? Oder bei Wiesenhof? Dürfen wir dafür werben und wenn ja warum? Wann verrät der Verein Ideale oder unterstützt sie? Alles nicht so einfach, gerade wenn man "nur" ein Sportverein ist und sich keine Strategieabteilung leisten kann oder will, die diese Fragen beantwortet.
 
Man darf immer alles kritisieren. Nouri könnte zum Beispiel von seiner Terrasse aus ein Telefoninterview geben wo er über sportliche Aspekte auf der einen und Politische auf der anderen referiert. Allein, ob er damit etwas erreicht steht auf einem anderen Blatt. Und genau das ist der Punkt, was ist der Anspruch?

klarzumachen dass im iran unerträgliche zustände herrschen und man daher, wenn man denn in diesem land öffentlich auftritt inkl. medialer inszenierung, diese zustände nicht einfach ignorieren kann.

was genau wollte nouri denn eigentlich mit seiner kritik an trump erreichen?
 
was genau wollte nouri denn eigentlich mit seiner kritik an trump erreichen?

Das war erstens seine persönliche Meinung und zweitens ist es mMn. ein Unterschied ob ich versuche, wie @Bremen es nannte, eine Brücke zu einer Bevölkerung zu bauen die unter ihrem politischen System leidet oder ob ich die Politik einer liberalen Demokratie kritisiere. Das sind einfach zwei grundverschiedene Voraussetzungen. Bei einer liberalen Demokratie sage ich lappidar, daß sie mit Kritik gefälligst umzugehen hat (das ist auch mein Anspruch an uns selbst) bei einer fundamentalistischen Diktatur WEIß ich, daß sie mit Kritik nicht umgehen kann. Und wenn eine Situation tatsächlich gänzlich untragbar ist, dann bleibt tatsächlich nur ein Land 100%ig zu meiden, es nicht zu besuchen, keine Brücken zu bauen und aus der Ferne zu kommentieren. Ich bin mir nur nicht so wirklich sicher, ob DAS den unterdrückten Menschen mehr hilft.
 
Bei einer liberalen Demokratie sage ich lappidar, daß sie mit Kritik gefälligst umzugehen hat (das ist auch mein Anspruch an uns selbst) bei einer fundamentalistischen Diktatur WEIß ich, daß sie mit Kritik nicht umgehen kann.

und deswegen kritisiere ich sie dann nicht? ist nicht gerade dann umso heftigere kritik angebracht?

und inwiefern hilft es den unterdrückten menschen, wenn man ihnen die öffentliche solidarität verweigert, sich stattdessen fröhlich beim besuch im land inszenieren lässt und so tut, als sei alles in ordnung? wo genau wird da eine brücke zur leidenden bevölkerung gebaut?

wenn nouri bzgl. trump die einreiseverbote in die usa anspricht, wie siehts dann zum beispiel mal mit einer anmerkung der einreiseverbote für israelis in den iran aus?
 
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