Damit wären wir wieder bei dem Thema Kaderzusammenstellung. Warum haben wir trotz eines aufgeblähtem Kader zu wenige Spieler, die dorthin gehen, wo es auch mal schmerzhaft werden kann? Mit Kampf alleine gewinnt man sicherlich keine Spiele, aber wenn ca. 80 % des Kaders aus "Schönwetterspielern" besteht, wird es schwer, sich im Abstiegskampf zu behaupten. Mit diesem unausgewogenen Verhältnis zwischen Technik und Kampf ist es auch nicht verwunderlich, daß wir seit Jahren überwiegend im Abstiegssumpf stecken, denn mit dem Fokus auf Ballzauber - erst recht mit einem nur rudimentär funktionierenden - kann man den Gegner kaum vom Toreschießen abhalten, so daß wir als logische Konsequenz seit Jahren zu den Schießbuden der Liga gehören. In dieser Saison ist unsere Defensivschwäche besonders eklatant: Selbst wenn man nur die Spiele unter AN berückstichtigt, haben wir eine Gegentorquote von 2,14 / Spiel was auf eine Saison hochgerechnet 72,8 Gegentore und somit einen noch höheren Wert als in den 6 Spielzeiten davor ergibt.
Ein Grund für die im Vergleich zu den Vorjahren noch weitere Verschlechterung ist hierbei auch die Transferpolitik des Sommers. Trotz der unübersehbaren Defensivschwächen wurde für die Absicherung nach hinten gerade einmal 5,8 Mio € in 3 Spieler investiert (Bauer 2,5 Moisander 1,8 Digane 1,5), wobei Moisander und der ablösefreie Sané angeschlagen zum Kader stießen; im Kreativen/Offensiven, wo ohne Frage auch Handlungsbedarf bestand, hat schon mit Kruse allein 1 Spieler 7,5 Mio € Ablöse gekostet, hinzu kamen 3,5 Mio € für Kainz sowie als Folge der langwierigen Verletzung von Kruse weitere 5 Mio. € für Gnabry, summasumarum also 16 Mio.€. Mit anderen Worten: trotz der bekannten Defizite in der Defensivarbiet wurde in diesem Bereich gerade einmal etwas mehr als 1/4 der aufgewendeten Ablösesummen investiert. Unter der Berücksichtigung, daß die ablösefreien Neuzugänge in diesem Bereich auch keine Ausreißer nach oben suggerieren, ist das ist für eine solche Großbaustelle zu wenig.