Genau in dieser Einstellung liegt das Problem. Hier versucht man immer alles zu werderisieren. Natürlich haben wir Verletzungen. Aber 7 Wochen Vorbereitung sollten zumindest einen kleinen Hinweis auf eine Spielidee geben.Ich denke, dass man gegen Augsburg mit z.B. einem fitten Garcia als LV, einem Max Kruse und einem Claudio Pizarro einen besseren Gesamteindruck hinterlassen hätte. Zumindest das sollte man schon bedenken, bevor man hier fortgesetzt auf den Trainer einprügelt.
Dass eine Ende letzter Saison zumeist ganz gut funktionierende IV Vestergaard / Djilobodji nicht adäquat ersetzt wurde (werden konnte) bzw. dass die hoffnungsfrohen neuen IV-Kandidaten einfach auch ein wenig Matchpraxis benötigen, um einen besseren Gesamteindruck zu hinterlassen, ist ebenfalls ein Umstand, mit dem man konfrontiert ist, unabhängig davon, wer die Mannschaft trainiert.
Hier wird aber inzwischen fast zu 100% unreflektiert auf Viktor Skripnik eingedroschen und er wird als völlig unfähig hingestellt - jedenfalls von den Vielschreibern hier im Forum. Und das ist in dieser überzogenen Form einfach unangemessen und hat mit sachlicher Kritik schon lange nichts mehr zu tun.
Auch dass im Zuge der allgemeinen Vergangenheitsverklärung Viktor Skripnik z.T. inzwischen auf eine Stufe mit dem völlig planlosen Robin Dutt gestellt wird, halte ich für absolut unangemessen. Ich jedenfalls habe die Erleichterung nicht vergessen, als der SV Werder nach einer so grausigen Phase endlich wieder anfing, Fußball zu spielen.
Dass Viktor Skripnik auch unter Berücksichtigung der beschränkten Möglichkeiten in Bremen dann längerfristig nicht eben Begeisterung entfachen konnte, sehe auch ich natürlich so. Von daher hätte ich es auch gut nachvollziehen können, wenn man direkt nach der letzten Saison die Fühler nach einem anderen Trainer ausgestreckt hätte. Das ist aber nunmal nicht passiert und ich denke, für das Festhalten am Trainer wird es schon gute sachliche Gründe geben (und eben nicht einzig dieses hier standardmäßig vorgebetete „Werder-Familien“ Bla Bla). Ein Grund könnte z.B. sein, dass ganz einfach kein Kandidat in Sicht war/ist, der bezahlbar wäre und realistische Hoffnung auf eine kurz- bis mittelfristige deutliche Verbesserung der Arbeit des Trainerteams macht(e) ?! Wenn ich mir die aktuell so geposteten Vorschläge für neue Trainer anschaue, kann ich da jedenfalls niemanden entdecken, bei dem ich direkt sagen würde: „Ja, der könnte auch unter den gegebenen Bedingungen tatsächlich etwas mehr bewegen, als man z.Zt. so erlebt.“
Auch wenn der „normale Fan“ hier nicht mehr recht vertreten zu sein scheint - es gibt immer noch sehr viele Fans, die eben nicht so unreflektiert auf den Trainer draufhauen, die durchaus auch die Rahmenbedingungen mit betrachten und sich darüber Gedanken machen. Auf dem Weg zum Spiel und nach dem Spiel heißt es in den Gesprächen nicht nur „Skripnik muss weg !“.
Viktor Skripnik ist „der zweite Versuch nach Thomas Schaaf“ - schon etwas besser gelungen als der völlig missratene erste „Trainerversuch“, aber auch ich denke inzwischen, dass da ggf. noch „Luft nach oben“ sein könnte. Dass man tatsächlich nochmal einen Rehagel oder Schaaf und eine ähnlich erfolgreiche Zeit wird erleben können, erscheint eher unwahrscheinlich, da die finanzielle Schere inzwischen viel zu weit auseinander klafft. Aber zumindest im Konzert der „Restvereine ohne fette Sponsoren“ sollte man in der Zukunft sicher auch wieder eine bessere Figur machen können. Ob mit oder ohne Viktor Skripnik, wird sich spätestens zeigen, wenn sich die Mannschaft nach und nach vervollständigt und miteinander eingespielt hat. Dann muss man natürlich mehr erwarten dürfen als die bislang angebotene Magerkost. Und wenn man dann weiter so daherkommt wie bislang, wird Frank Baumann sicher auch die Personalie Trainer anpacken.
VS ist nunmehr seit fast 2 Jahren Trainer hier und dann darf man bei allen mannschaftlichen Umstellungen schon eine Verbesserung erwarten. Er selber legt den Schwerpunkt auf die Defensive und das Ergebnis ist, dass diese (wie üblich) nicht funktioniert. Man sieht keinen richtigen Matchplan, die Kondition funktioniert nicht, bei Standards passen die Zuteilungen nicht usw. Natürlich haben wir Verletzte, was andere auch haben. Trotzdem kann man aus diesem Kader mehr herausholen als ein Massaker in München und eine desaströse Leistung in Lotte.
Das Herr Bode meint, dass dies nur diese Saison sei, ist falsch. Wir sehen diese Fehlentwicklungen unter VS seit März 2015. Von Ausnahmen abgesehen, fordert doch hier Keiner einen CL oder EL-Platz. Aber solche schwache Vorstellungen in Reihe sind leider mittlerweile Standard und Ergebnis des Werderweges. Man besetzt Schlüsselpositionen wie viele andere Traditionsvereine auch mit Ex-Spielern. Dagegen ist auch nichts zu sagen, aber eine Erfolgskontrolle ihres Arbeitsbereiches darf man schon erwarten. Auch dieses wollte man nicht. Man hat hier jahrelang zugeschaut und alles laufen lassen. Man ließ einen Allofs viel zu lange die lange Leine, obgleich auch aufgrund seiner damaligen schwierigen persönlichen Situation mit seiner Lebensgefährtin seine Performance (verständlicherweise!) schlechter wurde. Dann hielt man in Nibelungentreue zu TS, will dem auch noch einen lebenslangen Vertrag geben (???) und trennt sich viel zu spät von ihm.
Bei VS hofft man, dass er ein TS 2.0 werden wird. Man überfordert ihn damit gandenlos und die Ergebnisse und VS Außendarstellung mutet mir zumindest wie ein Hilferuf an. KDF hat in seinem Ínterview letzte Woche in der BILD schön dargestellt. Das ist Werder 1996 und 2016.
Dieses Totschlagargument dass es keinen besseren (=optimale Variante) Trainer als VS für Werder gebe, ist nicht stichhaltig. Natürlich gibt es immer Jemanden, der das übernehmen kann. Da dieser Verein sich aber darauf versteift, dass es ein Werderaner sein soll, dann welcome back TS. Möhlmann ist hier wohl nicht vermittelbar und Herzog ist in den USA. Mehr Alternativen gibt es nicht bei diesem Werder-Prinzip.


und 100 % die ganze Emotionalität dargestellt!!!
