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Im Grunde muss sich Werder sich nun vom, wie sagte es
@Bremen gestern so schön, "Triumvirat des Grauens" trennen. Damit stünde der Klub an gleich drei entscheidenden Positionen Führungslos dar.
Anders ausgedrückt: Wir stecken so tief in der Sch***, dass schon so gut wie kein Tageslicht mehr zu erkennen ist.
Das ist keine Ohnmacht. Jeder hat es in der Hand seinen Unmut klar zu bekennen. Darf natürlich nicht wie in Lotte laufen, wo Gegenstände geflogen sind. Es ist eine devote Grundstimmung in Bremen.
Für mich sind die Aussagen von WL und KDF letzte Woche pathognomisch für diesen Verein. Was hat denn WL gesagt? Er beklagt zurecht die hohen Beraterhonorare und den Transferwahnsinn. Seine Conclusio aus der Gesamtentwicklung der Bundesliga ist aber, dass er dieses kategorisch ablehnt und es mit ihm nicht zu machen sei. Daraufhin wird er mit Strunz berechtigter Kritik konfrontiert, dass die Entwicklung längst da sei und es keinen Sinn macht, etwas versuchen aufzuhalten, was längst Usus ist. In dieser ganzen Diskussion hat er klar zum Ausdruck gebracht, dass er sich diesen Gegebenheiten verweigert. Und genau das haben er und seine Mitstreiter immer getan. Jedes Unternehmen muss seine Unternehmensstrategie den allgemeinen Geflogenheiten des Marktes anpassen, wenn es nicht eine USP besitzt, die das nicht benötigt. Bei Werder hat man immer entschieden, dass man seinen ureigenen Weg weiterverfolgen will. So eine Grundsatzdiskussion ist oft kontrovers, anstrengend, disharmonisch und zeitintensiv. Das widerspricht ihrem Mantra der Kontinuität.
Ich glaube
@DR AKR war es, der hier anführt, dass sie ihren Weg verlassen haben. Da meine ich, dass es zu kurz gesprungen ist sondern behaupte, dass sie versäumt haben, ihre vorhandenen Rahmenbedingungen ihrem Weg anzupassen.
WL hat auch im Dopa gefordert, dass nun Ergebnisse von VS kommen sollen. Eine nicht ganz unberechtigte Forderung. Sogleich kam von KDF der mediale Rückschlag, der diese Forderung relativierte und kritisch betrachtete. KDF hat noch die Vorzüge unseres Trainerteams dargestellt. Wo ist hier der Leistungsgedanke? Der wird klar gegenüber dem familiärem Umfeld hinten angestellt.
An diesen beiden Auftritten kann man evtl. die ganze Malaise des SVW festmachen. Dieser Club wird wie ein eV geführt und nicht wie ein mittelständisches Unternehmen, einer KG eben. Daher auch ihr Credo, dass man nicht mehr ausgeben darf, als man eingenommen hat. Das ist grundsätzlich zwar richtig, aber kommt immer auf die Situation an. Manchmal muss man investieren, um ein Unternehmen nachhaltig zu verbessern. Bezeichnenderweise waren es WL und KDF, die als Krisenmanager 1996-99 komplett versagt haben. Trainer wie Aad de Mos oder Magath haben ihnen damals bescheinigt, dass sie in der Vergangenheitsform leb(-t)en.
Auch die Bewertung von VS passt in diesen Duktus herein. Die sportliche Vita von TS und VS ist ähnlich. Auch TS Weg war von 1999 nicht immer steil bergauf, sondern von Ups und Downs geprägt. Daher glaubt man nun, dass VS diesen Weg auch beschreiten könnte. Nur TS ist TS und VS ist VS. VS ist mit der Gesamtsituation komplett überfordert, was man sich hier nicht eingestehen will/kann.
Bode und Baumann als Erben von WL und KDF sehen sich diesem Werderweg verpflichtet und dazu gehört, dass das Familienmitglied VS solange gehalten wird, wie es geht. Die einzige Chance auf Änderung besteht darin, dass die Fans sagen, dass es reicht und es nun genug sei mit der Werdertümelei. Aber bis dahin scheint es noch ein weiter Weg zu sein, wie man gestern im Stadion erleben konnte.