Ich finde es schon in meiner aktuellen Position nicht immer ganz einfach, wenn ich die Arbeit von neuen Kollegen oder alten Kollegen, mit denen ich mich seit Jahren gut verstehe, absolut objektiv bewerten soll.
Bayern: Ja, Hoeneß und Co. sind alles Ex-Bayern. Aber da hatte man eben jahrelang einen Hoeneß, der außergewöhnlich gut war. Bayern hat sich in den letzten 20 Jahren aber überwiegend Trainer von außen geholt, Trainer, die Uli und Kalle relativ neutral bewerten konnte. Da wurde Hitzfeld geholt, Magath, van Gaal, Pep und jetzt Ancelotti. Klinsmann ist hingegen gescheitert. Einzig Heynckes hatte Erfolg - aber ohne das externe Fundament von van Gaal wäre Bayern jetzt nicht da, wo sie stehen.
Und ja, Schaaf war vermutlich der beste Trainer, den Werder je hatte - zumindest sehe ich das so. Trotzdem war er a) viel zu lange da, hat b) viel zu wenig Erfolg bei der Jugendarbeit vorzuweisen und war c) in seinen ersten zwei Jahren deutlich besser als Skripnik es jetzt ist. VS ist kein zweiter Schaaf und wird es auch nicht mehr werden. Ob seine Arbeit jedes Jahr von der Chefetage absolut objektiv bewertet wurde? Schwer vorzustellen.
Ich möchte mal folgende Sichtweise darstellen:
OR war wohl der Ur-Vater der Bremer Erfolgslinie, auch in seiner Ära gab es schon leichte Niedergänge die einige nicht wahrhaben wollten.
Zum Ende seiner Zeit gingen die Ausschläge wieder nach oben. Otto war auch nicht gerade der Trainer, der groß taktische Sachen trainierte.
Das Training war überraschungsarm. Man frage da ein paar "Alt-Internationale". Das muss aber nicht verkehrt sein, dass haben seine Erfolge
ja gezeigt. Außerdem war der Fußball zu der Zeit noch einfacher "gestrickt".
Er hatte deutlich andere Stärken, deutlich integrative Fähigkeiten und ein ganz feines Näschen was Spielerverpflichtungen anbelangte.
Es passte in der Regel.
Es folgten diverse externe aber auch interne Lösungen (Sidka

). Was da rüberkam ist ja bekannt.
TS war im Prinzip der Ziehsohn von OR, allerdings mit einem entscheidenden Plus, TS entwickelte das was er von OR geerbt hatte weiter.
Er hatte eine deutliche Philosophie (kreierte u. a. in der Buli das One-Touch-Spiel) und dazu einen starken Partner im GS-Bereich KA.
Beide waren aus meiner Sicht über 4 Jahre ein "Segen" für Werder. Nur dann begann eigentlich der Abstieg.
Rund um beide herum erneuerte sich die Bundesliga sportlich, wie wirtschaftlich, nur in Bremen blieb alles beim Alten.
Dazu muss man feststellen, dass weiß man heute, hatte TS offensichtlich seine Lieblinge und mit dem Rest in der Mannschaft hat er eigentlich nur herumgrummelte.
VS könnte der Enkel sein, ist er aber nicht. Er versucht aus meiner Sicht TS und wohl auch seinem selbsternannten Idol Lobanowski nach zu kommen. Diese Sichtweise beziehe ich auf den Umgang mit der Mannschaft und den Medien.
Irgendwie ist er eine böse Kopie von OR und TS ohne die positiven Eigenschaften der beiden Erfolgstrainer. Es wirkt alles so sehr hilflos
Ein User schrieb hier, es sähe aus, als hätte man ihn genötigt diesen Posten anzunehmen.
Eine Sache noch zum Thema piep, piep, piep .... wir haben uns alle lieb. Auch unter TS gab es immer wieder Verlautbarungen aus der Führungsschiene, dass die "Chemie" zwischen Trainer und Mannschaft in Ordnung ist. Heute wissen wir deutlich mehr über den Wert solcher
Bekenntnisse.