Daß das ein Paradigmenwechsel wäre, weiß ich ebenso wei um die Schwierigkeit einer Umsetzung bei Werder, gerade weil man hier zu oft nach den Methoden "Was gestern richtig war, kenn heute nicht verkehrt sein" bzw. "Es kann nicht sein, was nicht sein darf" verfährt, was sich nebenbei bemerkt u.a. in dem Schönreden der Situation widerspiegelt.
Andererseits: bevor es Anfang Mai 1999 zum "großen Knall" kam - Trainerwechel und Rücktritt des kompletten Vorstands mit der Ankündigung, den Profifußball auszugliedern - hätte man es auch nicht für möglich gehalten, daß ausgerechnet der damals sehr beschauliche SV Werder Bremen e.V. diesen Schritt überhaupt geht - zwar nicht als allererster Bundesligt, aber trotzdem vor vielen anderen. Es ist daher alles eine Frage des Willens, ob man wie vor 17 Jahren mit einem Paradigmenwechsel die Weichen auf Zukunft stellt oder man am Status Quo festhält, der, und dahingehend stimme ich Dir zu, einen ähnlichen Weg wie dem des KSC zur Folge haben kann.
Japp, ins Schwarze, da liegt doch genau der Hase im Pfeffer.
Vor Jahren schon sagte und schrieb man in der Öffentlichkeit, dass wir mal den Ton in der Liga mit neuen Konzepten angeführt hatten und jeder hinter uns dem "Modell Bremen" nacheiferte.
Und genau da hatten wir nicht mehr weiter gemacht sondern uns auf unseren Lorbeeren ausgeruht und vom zuvor Geschaffenen heruntergelebt.
Anders lässt sich das nicht beschreiben.
Wir hatten nicht mehr an unserer Weiterentwicklung weitergearbeitet.
Man hatte im AR gedacht, jaja, Schaaf und Allofs, die schaffen das schon. Ging ja in der Vergangenheit auch immer bis zu einem bestimmten(!) Punkt gut.^^
Pustekuchen.^^
Und das, mit dem Hang zum Traditionellen verbunden mit dem Verschieben des (unbequemen) Rationalen in den Hintergrund, führt mittel- bis langfristig gerne einmal in die Katastrophe.
In Form eines Abstiegs in Liga 2.
Und da stehen wir gerade fast.^^
Vor dem Abgrund.
Das Rationale hatte man bei uns in der Form in den Hintergrund geschoben, in dem man bei uns vom AR aus
nach der katastrophalen Hinrunde kein tabula rasa gemacht hatte.
Da hätte eine große Krisensitzung installiert werden müssen auf Basis eines professionellen Benchmarkings.
Und da hätten aber nahezu sämtliche Kennzahlen voll auf
ROT gezeigt.
Kein Spielraum mehr für verbales Gewäsch.
So, und dann hätte ich die Fragen an Skripnik und Eichin gestellt:
"Was gedenkt ihr konkret zu unternehmen, um diesen verheerenden Trend umzukehren?"
Und dann wäre ich auf die Antworten gespannt gewesen.
Und wehe, da käme mir nur ein Gestammel ohne was "Belastbarem" entgegen - ohne konkrete Vorschläge, die mit hoher Sicherheit(!) dienlich wären, da auch wieder aus dem Schlamassel herauszukommen.
Gut, hätte man sich zu der Zeit nach der Hinrunde (trotz der verheerenden Kennzahlen) überraschenderweise pro Skripnik entschieden, dann zumindest Folgendes:
Dann gehörten Ziele gesetzt, knallharte: Gegentorquote von 2,x pro Spiel auf 1,x pro Spiel senken, Punkte pro Spiel um x,x erhöhen usw. ...und das ab sofort.
Dann die nächsten Meetings nach x Spielen vereinbaren etc.
Beim Ausbleiben der angestrebten Verbesserungen, so leid es mir um die Person Skripnik auch täte, müssten dann die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.
Nur was hatte unser Aufsichtsrat seinerzeit gemacht?
Man hatte beschlossen, das Ganze doch tatsächlich mit diversen "Einzelgesprächen" zu lösen.

Unfassbar !!!
Hätten ja auch unschöne Worte fallen können, die einer Kuschel-Atmosphäre der Werder-Familie entgegenwirken könnten.
Mit Verlaub, so handelt kein professionelles Management, das ist einfach nur ein schlechter Witz !!!
Strategie: Hoffen und Beten. Ja wird schon...piep piep pep, wir haben uns alle lieb...
Und hätten sie danach zumindest durch ein einigermaßen effektives Benchmarking Monitoring betrieben, wonach auf dessen Grundlage auch zu handeln ist um Trends entgegenzuwirken, dann hätten sie da die Notbremse bereits x-fach ziehen müssen.
Stattdessen wird da einfach weiter in erschreckenden Dimensionen herumgestümpert.
Wir bekommen nach wie vor die Hütte voll, dass es nur so kracht - ohne jedwede Aussicht auf Besserung - und das ist nach wie vor der springende Punkt, warum wir da mit am ganz unteren Ende stehen.
Was uns da alles geboten wird, ist meiner Einschätzung nach von außen betrachtet, hochgradig unprofessionell.
Ganz großes Kino!

Von meinem Gefühl her werden wir da geführt wie ein Dorfverein...
Eigentlich müssten eigentlich WIR
Hoffenheim heißen und nicht dieses Kunstgebilde aus dem Kraichgau.
Die 1899 passt da ja schonmal sehr schön...
