Ich verfolge diese Diskussion besonders nach (schlimmen) Niederlagen immer sehr gerne. Besonders, wenn ich (wie dieses Wochende) Geld dafür bezahlt habe mich im Stadion derartig zu ärgern. Es war dann immer ein wenig Seelenbalsam zu sehen, dass andere schreiben, was ich in meinem Ärger denke!
Deswegen gleich vorweg: Ich bin auch nicht einverstanden mit der Leistung, der Außendarstellung und der Situation der letzen Wochen (und der ganzen Saison). Ich halte das alles sogar für katastrophal.
Aber es ist meiner Meinung nach jetzt vor allem auch mal wichtig, irgendwie zum Optimismus zurück zu finden. Auch auf die Gefahr hin, dass dieser Post entweder völlig untergeht oder aber mit Hähme und Kritik überzogen wird, möchte ich gerne einen Denkansatz geben.
Jeder hier fordert aktuell lauthals den Kopf des Cheftrainers. Das hat sicherlich auch einen ganzen Haufen sachliche Gründe, die ich zugestehe. Es wird jetzt aber, wohl vor allem auf das Betreiben der Mannschaft hin, an VS festgehalten. Und genau diese einmalige Tatsache, dass die Mannschaft hieran beteiligt war, erlaubt in gewisser Weise Hoffnung.
Der Effekt eines kurzfristigen Trainerwechsels wäre nicht gewesen, dass plötzlich die Mannschaft in der Lage ist viele tolle Systeme zu spielen, defensiv sicher zu stehen oder die Aufstellung eine gänzlich andere wäre. Ändern könnte sich durch einen Wechsel kurz vor Saisonende jedoch die Einstellung. Es könnte der berühmte und beschworene Ruck durch die Mannschaft gehen. Ein rein psychlogischer Effekt ausgelöst werden. All das ist aber natürlich hypothetisch.
Eine andere mögliche Hypothese ist es aber, dass genau der gewünschte psychologische Effekt nun dennoch und ohne Trainerwechsel ausgelöst wird. Die Mannschaft hat sich selbst nicht nur das Alibi genommen, den Trainer vorschieben zu können. Sie hat sich vielmehr dazu entschieden, dem Trainer den Rücken zu stärken. Diese Handlung erzeugt auf die Mannchaft einen unheimlichen Druck, es besser zu machen; Den Worten und Schwüren Taten folgen zu lassen.
Im Abstiegskampf braucht es erwiesenermaßen engen Zusammenhalt, Wagenburgmentalität, den Anreiz etwas gemeinsam erreichen zu wollen. Eine Mannschaft die zerfällt, eine Mannschaft die nicht an sich und an ihre Chance glaubt, die handelt nicht auf diese Weise.
Ja es ist frustirerend, dass es bei Werder wieder einmal alles anders ist, dass der Trainer nicht einfach gefeuert wird. Aber mal ganz ehrlich: Es ist genau das, was Werder (bei allem Niedergang) anderen 0815 Bundesligisten immernoch voraus hat. Werder KANN nur erfolgreich sein, wenn es nicht alles immer einfach nur so macht, wie die anderen.
Ich klammere mich an die Hoffnung, dass die Mannschaft, gerade nach dieser (in dieser Woche erstmalig ganz akuten) Krise in den folgenden Spielen brennt. Ich baue darauf, dass die Mannschaft zeigt, dass sie nicht nur gemütlich in den Sommerurlaub entlassen werden möchte, ohne vorher noch einen neuen Trainer und dessen Methoden kennen lernen zu müssen. Darauf, dass sie sich selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen möchte.
Auf diese Weise sind Wolfsburger, für die nur noch Champions-Leauge zählt, Hamburger Stuttgarter und Kölner, die sich zu sicher sind und erst recht die Stadtwälder aus FFM allemal schlagbar.
Nach der Saison gilt es ohnehin vieles zu überdenken, angefangen bei der Geschäftsführung, über das Trainerteam bis hin zu jeder einzelnen Spielerpersonalie.
Bis dahin gilt es, für den Verein noch einmal alles zu geben. Werder ist in den letzten Jahren z.T. auch wegen der Fans nicht abgestiegen. Bei noch 3 ausstehenden Heimspielen können wir als Nr. 12 durchaus noch einmal zum Faktor werden. Und das nicht durch murren und zetern und pfeifen bei jedem Fehlpass.
Auf gehts Werder(aner) - kämpfen und siegen!