Dutt zu holen und so lange an Dutt festzuhalten war damals die jeweils beste Lösung. Er hat seine Lizenz und Lehrgänge mitgemacht und taktisch auf jeden Fall was drauf, zudem stellte er sich auch nach schlechten Partien immer schützend vor seine Mannschaft, die er auch als solche bezeichnete. Die Aussagen später von den Spielern und Eichin, als die Journalisten nachtraten, sprachen auch Bände für sein Standing innerhalb des Teams Werders. Das Fitnesslevel was diesen kleinen Höhenflug erlaubte, haben die Spieler ebenfalls ihm zu verdanken. Wenn man sich erinnert, wie platt die Spieler unter Schaaf bzw. in Dutts Anfängen bereits nach einer Halbzeit waren, konnte man sich schon fragen ob sie überhaupt Konditionstraining veranstalteten oder ob sie n bisschen durch den Park gewandert sind.
Er also durchaus was vorzuweisen, auch wenn er nicht erfolgreich war als Trainer, aber konnte durchaus was reißen mit den Stuttgarter Kickers und dem SC Freiburg. Seine Leverkusener Zeit war genauso geprägt von Missverständnissen wie seine Zeit hier.
Wer aber heute kritisiert, das es falsch gewesen sei, wird auch morgen kritisieren, was man heute doch hätte anders machen können und sich Schaaf als GF wünschen was vollkommen verklärt und surreal ist.
Ich finde den Artikel schon ganz gut getroffen, aber an manchen Punkten nervt er mich.
Eichin ist klar ein bisschen Narzist. Das sieht man allein schon daran, dass er immer erstklassig und immer anders aussieht und wie er sich selbst darstellt. ABER das ist in diesem Fall nichts verkehrtes, denn genauso wie er sich inszeniert, wie es da so heißt, setzt er auch einen klaren Kurs, mit klaren Worten. Und er lässt sich auch nicht auf ner PK auf der Nase rumtanzen in der 3 Journalisten eine Frage in 20 andere Fragestellungen bringen um irgendwie einen Infofetzen über Interna herauszukitzeln.
Und er haut auch mal auf den Tisch und schmeisst sich vor Leute die in der Schusslinie stehen. Ich erinnere mich da immer an eine PK (Ich glaube das war nach dem Stuttgart Spiel?), in der ein anwesender Journalist mal eine ziemlich blöd formulierte Frage an Skripnik über ihn und seine Spieler stellte, die so rüberkam als wolle er fragen warum sie eigentlich so dumm und untalentiert seien. Da war Skripnik etwas perplex und wollte gerade Luft holen und Eichin sprang schon dazwischen wie n Rudelführer und hat ihn nach vorn gelehnt angefaucht ob er noch alle beisammen hätte und er mal n bisschen vorsichtiger sein sollte.
Ein kleines Beispiel dafür, dass er eben nicht so "fremd" in der Identifikation mit dem Verein ist, die ihm so gern vorgeworfen wird.
Auch wenn er vielleicht ein wenig selbstdarstellerisch ist, ihm mangelnde Teamfähigkeiten vorzuwerfen ist weit am Thema vorbei, denn er sieht sich da auch in der Verantwortung. Was vollkommen richtig und notwendig ist.
Er darf auch nicht zu sehr "kuscheln", denn er muss zum Teil sehr unangenehme Entscheidungen treffen, wie eben Trainerentlassungen etc. pp.
Wo uns dieses klammern an die Vergangeheit hingeführt hat, müssten eigentlich alle Beteiligten die ihn kritisieren noch sehr präsent in der Erinnerung haben, nämlich an den Rand des Abgrunds der Existenz.
Ich hatte seit seinem Antritt auch unglaubliche Probleme mit seiner Art klarzukommen, da sie durchaus auch vor den Kopf stoßen kann und ich noch keine Linie erkennen konnte.
Aber das auch nur, weil die Realisierung der Pläne mehr Zeit in Anspruch nahm als ich zu den jeweiligen Zeitpunkten sehen konnte und ich ebenfalls in dieser Vorstellung gefangen war, dass er irgendwie nicht reinpassen würde, mit seiner Business-Art.
Je öfter ich ihn aber habe reden sehen/hören und je mehr sich seine Arbeit herauskristallisiert, desto mehr hab ich mich an ihn gewöhnt und versteh wohin er will.
Und selbst wenn er sich etwas gesträubt haben soll (wie es das Gerücht besagt) Skripnik zum Cheftrainer zu befördern, muss das nicht Nährboden für Kritik an ihm sein. Alle zur Zeit erfolgreichen Vereine haben Trainer von Aussen geholt, die sie dahin geführt haben wo sie stehen. Plus im Falle des Misserfolgs macht es es auch leichter diese Arbeit zu beenden.
Abgesehen davon hat die Beförderung von Skripnik ihm selbst aber auch gut getan, was auch er gesehen haben wird.
Dadurch hat die Öffentlichkeit und das Team die "Identifikationsfigur" zurück die sie brauchte. Denn mit ihm hat auch die Mannschaft ein komplett anderes Auftreten bekommen und sie bei Stolz und Ehre gepackt.
Und Schröder wird nie "Ersatz" für Eichin sein, aber er negiert die negative Wahrnehmung durch sein positives Auftreten - ähnlich Bode für den AR in der Aussenwirkung.
Schröder ist ein guter, aber ein Zuspieler und kein Nachfolger - ausser der AR ist so dumm und macht ihn dazu.
Das Eichin all das quasi ohne finanzielle Mittel bewerkstelligt hat, in der doch recht kurzen Zeit, hat meine Hochachtung. Und wer das einmal verstanden hat, findet auch die Begründung darin für sein Auftreten.
Da kann man sich durchaus auch mal auf selbst auf die Schulter klopfen.
Der AR und die GF eigentlich auch, denn sie haben offensichtlich damit dann alles richtig gemacht. Und das sollte man bei all dem ganzen Theater nicht vergessen und seinen Vertrag einfach verlängern, denn die positive Bilanz spricht für sich.
Und schroffen aber direkten Umgangston sollten wir Bremer eigentlich zu schätzen wissen. Oder muss man da erst auf einen Kultzitate Thread verweisen oder alte Ausschnitte von Ottos Umgang mit den Pressevertretern rausholen?
In diesem Sinne...
#EichinbleibtBremer
