Unterwegs... mit dem Flugzeug

...Was die Festlegung der Staatsanwaltschaft auf die Absturzursache angeht, so gehe ich schon davon aus, dass man sich ziemlich sicher gewesen sein muss, um so klare Aussagen zu machen, die ja auch nicht ohne Sprengkraft waren. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, welche Interessen ein Staatsanwalt haben könnte: da ist erst einmal, die fragende Öffentlichkeit mit Antworten zu versorgen, damit seine Behörde nicht der Unfähigkeit bezichtigt wird. Dann ist es natürlich sicher auch seiner Karriere zuträglich, wenn er einen solchen Fall so schnell aufklärt. Und dann sollte man nicht vergessen, dass Airbus zu großen Teilen in französischer Hand ist und dass eine Unfallursache, die eindeutig nicht auf technische Fehler zurück zu führen ist, keine schlechte Nachricht für Airbus ist. Ich würde nicht so weit gehen, dass ich behauptete, der Staatsanwalt könnte lügen (ganz bestimmt nicht), aber vielleicht reichen solche Gründe, auch eine "ziemlich sichere" Annahme als "gesicherte Erkenntnisse" zu bezeichnen.

:tnx: Eben!

Nicole hat ja auch ein sehr gutes Beispiel gebracht, das einen zumindest kritisch solchen Aussagen gegenüber sein sollte.

:tnx:
 
Die 2-Personen-Regel gilt nun also (vorerst) für alle deutschen Fluggesellschaften.

Ich bin da nach wie vor zwiegespalten:
Ob man damit dieses Unglück hätte verhindern können? Möglicherweise. Nicht mehr, nicht weniger.

Ein schöner Artikel dazu findet sich hier:
http://www.sueddeutsche.de/panorama...z-ich-sitze-im-gleichen-sitz-wie-er-1.2414206

Die für mich wichtigsten Aspekte:
Ein Pilot kann binnen Sekunden die Instrumente so schalten, dass ein Absturz unausweichlich ist, egal was andere Piloten da noch versuchen.
Ob ein Flugbegleiter erkennt, wenn der Pilot diese Einstellungen vornimmt? Das bezweifele ich sehr stark.
Wenn es nun Zwang sein wird, dass immer ein anderer Mitarbeiter noch vornr muss, wenn ein Pilot auf die Toilette muss - dann werden sich immer alle daran erinnern, was damals passiert ist. Und dieses mulmige Gefühl, das ansonsten wie nach jedem Unglück irgendwann verschwunden wäre, wird bleiben.
 
Was wohl eher daran liegt, dass du dich mit der Formulierung "psychisch krank" nicht schwer tust.

Könntest du das präzisieren?
Falls du meintest "psychisch krank" wäre abwertend ausgedrückt, so schlage einen besseren Begriff vor für psychische Erkrankungen wie Schizophrenie, schwere Depressionen oder Ähnliches... Es sind nun einmal anerkannte Krankheiten. Warum sollte man dann nicht auch jemanden der davon betroffen ist als krank bezeichnen? Wenn jemand eine Grippe hat, sagt man ja auch er sei krank und hätte die Grippe und nicht etwa er wäre von Viren befallen.

Solltest du etwas Anderes gemeint haben, dann bitte dem Wunsch im ersten Satz entsprechen.
 
Es ist für mich ein Phänomen,das jede News, die es derzeit gibt, zu kommentieren und zum Teil zu bewerten.

Ich frage mich warum Menschen, die Notwendigkeit sehen, dies hier tun.

Sorry an Alle, die meinem Kommentar konträr sehen.
 
Es ist für mich ein Phänomen,das jede News, die es derzeit gibt, zu kommentieren und zum Teil zu bewerten.

Ich frage mich warum Menschen, die Notwendigkeit sehen, dies hier tun.

Sorry an Alle, die meinem Kommentar konträr sehen.

Frag Bild, die kommentieren auch alles! Neugier-Geilheit! Befriedigung niedrigster Bedürfnisse! Wenn ich diese Schlagzeilen heute dort schon wieder (vor allem auch online) :kotz:
 
Mit dieser Formulierung tue ich mich schwer...
Wenn jemand psychisch krank ist, kann er sich da aussuchen ob er ein böswillig oder gutmütig Kranker ist?

Das ist ein extrem schwieriges Thema... Ich war bsp. über 5 Jahre mit einer manisch depressiven Frau zusammen, die eines Tages von heute auf morgen ohne Grund vom Erdboden verschwand (ich wusste zu Beginn nichts von dieser Krankheit).
Kann man bei einer manischen Depression jedes Verhalten entschuldigen? Diese Frage habe ich mir immer wieder gestellt, weil sich diese Frau total unmöglich mir und meiner Familie gegenüber benommen hat. Vor allem wurde man danach auch bei Freunden in Rechtfertigungsrollen gedrängt, weil sie Dinge komplett verzerrt und falsch dargestellt hat. Man weiß zwar, dass sie krank ist, aber kann man alleine eine Krankheit als Entschuldigung anführen, dass sie sich so unmöglich verhalten hat? Das Thema ist wirklich schwierig und komplex, aber irgendwie ist es mir auch zu einfach, wenn man sagt "Ja, sie war krank und dann kann das passieren...". Ist halt auch die Frage, ob man das aus der Sicht eines gesunden Menschen einfach so beurteilen kann. Diese Menschen wissen oft gar nicht, was sie anrichten, das ist das Schlimme... Man kann halt einfach nicht in den Kopf eines jeden Menschen schauen. Da nützen dir auch keine 1000 Studien was, letztlich ist jeder Mensch ein Einzelstück und genau das macht es dann auch so schwer, sowas Unfassbares wie auch jetzt zu erklären. Es ist auf alle Fälle eine schwerwiegende Krankheit, die z.T. ein Leben lang mit Medikamenten behandelt werden muss. Ich habe das Gefühl, dass dieses Thema nach wie vor nicht wirklich Beachtung in den Medien findet und dass viele gar nicht wissen, was diese Krankheit mit sich bringt, auch nach Enke. Da hätte mal viel offener über diese Krankheit sprechen müssen, aber das ist nur meine Meinung.
 
Kann man bei einer manischen Depression jedes Verhalten entschuldigen?

Jedes Verhalten sicher nicht, aber zumindest kann man solches Verhalten, das Symptom der Krankheit ist damit erklären. Auf solches haben die Erkrankten dann, so schwer das auch für alle anderen nachvollziehbar sein mag, keinen Einfluss.

Wenn jemand, der schwer erkältet ist, niest und hustet, dann liegt das an seiner Krankheit. Und unterdrücken kann er es auch im vollbesetzten Theater nicht vollständig - auch wenn es einem als Partner dort sicher peinlicher ist, wenn er sich so verhält.
 
Jedes Verhalten sicher nicht, aber zumindest kann man solches Verhalten, das Symptom der Krankheit ist damit erklären. Auf solches haben die Erkrankten dann, so schwer das auch für alle anderen nachvollziehbar sein mag, keinen Einfluss.

Wenn jemand, der schwer erkältet ist, niest und hustet, dann liegt das an seiner Krankheit. Und unterdrücken kann er es auch im vollbesetzten Theater nicht vollständig - auch wenn es einem als Partner dort sicher peinlicher ist, wenn er sich so verhält.
:tnx: Wir hatten im Psychologieunterricht damals ein Gespräch mit einer Betroffenen, die erklärt hat, dass die Medikamente "nur die Spitzen kappen". Was heißt, die Gefühlsschwankungen sind nicht mehr ganz so extrem.

Man kann sich das ganze wie eine Sinuskurve vorstellen, die etwas flacher wird (die peak-to-peak Amplitude wird also verringert). Trotzdem hat sie wohl mal in einem "Hoch" spontan ein One-Way Ticket in die Karibik gebucht und wollte dort ein neues Leben anfangen (innerhalb weniger Stunden). Das Verhalten ist in solchen Momenten schlicht und einfach nicht beeinflussbar.
 
Jedes Verhalten sicher nicht, aber zumindest kann man solches Verhalten, das Symptom der Krankheit ist damit erklären. Auf solches haben die Erkrankten dann, so schwer das auch für alle anderen nachvollziehbar sein mag, keinen Einfluss.

Wenn jemand, der schwer erkältet ist, niest und hustet, dann liegt das an seiner Krankheit. Und unterdrücken kann er es auch im vollbesetzten Theater nicht vollständig - auch wenn es einem als Partner dort sicher peinlicher ist, wenn er sich so verhält.

Ja genau, ich habe mich damals noch mit Menschen in einem Forum ausgetauscht, die selbst von dieser Krankheit betroffen sind. Einer meinte "Nur weil jemand Schuhgröße 50 hat, hat er nicht das Recht, jedem auf die Füße treten!". Eine solche Krankheit ist eine Erklärung, die man in gewisser Weise akzeptieren muss, aber keine Entschuldigung für alles.
 
Ja genau, ich habe mich damals noch mit Menschen in einem Forum ausgetauscht, die selbst von dieser Krankheit betroffen sind. Einer meinte "Nur weil jemand Schuhgröße 50 hat, hat er nicht das Recht, jedem auf die Füße treten!". Eine solche Krankheit ist eine Erklärung, die man in gewisser Weise akzeptieren muss, aber keine Entschuldigung.
Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Auch wenn man Schuhgröße 50 hat (und das habe ich zufällig), kann man noch kontrollieren, wo man seine Füße hinsetzt. Das ist bei einigen psychischen Krankheiten einfach nicht möglich. Deshalb dürfen ja Menschen mit Depressionen idR kein Flugzeug führen. Was aber nur dazu führt, dass Piloten, bei denen die Krankheit auftritt, diese verbergen.
 
Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Auch wenn man Schuhgröße 50 hat (und das habe ich zufällig), kann man noch kontrollieren, wo man seine Füße hinsetzt. Das ist bei einigen psychischen Krankheiten einfach nicht möglich. Deshalb dürfen ja Menschen mit Depressionen idR kein Flugzeug führen. Was aber nur dazu führt, dass Piloten, bei denen die Krankheit auftritt, diese verbergen.

Das hat halt damals ein Betroffener gesagt. Auch dass manche sich hinter dieser Krankheit "verstecken" würden, um sich dann eben all diese Rechte rauszunehmen. Aber letztlich bleibt es ein sehr komplexes Thema und die Krankheitsform kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Aber dass diese Menschen sich nach Außen hin oft völlig normal geben und ihr komplettes Umfeld manipulieren können, kann ich durchaus bestätigen.
 
Das hat halt damals ein Betroffener gesagt. Auch dass manche sich hinter dieser Krankheit "verstecken" würden, um sich dann eben all diese Rechte rauszunehmen.

"Betroffener" im Sinne von "Umfeld eines Betroffenen", oder jemand, der selbst erkrankt war und eingestanden hat, sich absichtlich mies zu verhalten und dafür seine Erkrankung vorzuschieben, obwohl die nicht ursächlich war?
 
Eine Ex-Freundin hat sich wohl inzwischen gemeldet - und zwar bei der BILD (oder hat sich zumindest nicht geweigert, nachdem sie ausfindig gemacht wurde).... Wie doof muss man eigentlich sein, um so was zu machen?! Oder aber BILD hat gesagt: "Entweder, du redest mit uns, dann zeigen wir nur deinen Hinterkopf. Oder aber..."

Wer lesen will, was sie gesagt hat, muss dafür bezahlen. Nur "Er drohte: Eines Tages wird jeder meinen Namen kennen" kann man der Überschrift entnehmen.


Toller Artikel übrigens im Postillion:

"Sensationsreporter bedauert, nicht live in der abgestürzten Maschine gewesen zu sein"

Ebenfalls lesenswert zum Thema "Witwenschütteln":

https://www.facebook.com/notes/sand...ollt-ihr-alle-nicht-erleben/10153118151585910

Er berichtet, dass er nun leider in Haltern arbeiten muss:
"Entschuldigen Sie, kannten Sie irgendwen von den Toten? Nein? Auch nicht für 75 Euro?"

http://www.der-postillon.com/2015/03/sensationsreporter-bedauert-nicht-live.html#more
 

Okay. Dann kann man zumindest den Einwand, er habe sich nicht in die Lage eines tatsächlich Erkrankten hineinversetzen können, nicht erheben.
Schwierig finde ich halt, dass auch ein Erkrankter ja kaum beurteilen kann, welche "Handlungsfreiheit" er denn tatsächlich hatte; ob also sein vermeintlich absichtliches mieses Handeln und Verstecken hinter der Krankheit wirklich frei war, oder ob es nicht doch die Krankheit war, die ihn zwang, sich so zu verhalten.
 
Okay. Dann kann man zumindest den Einwand, er habe sich nicht in die Lage eines tatsächlich Erkrankten hineinversetzen können, nicht erheben.
Schwierig finde ich halt, dass auch ein Erkrankter ja kaum beurteilen kann, welche "Handlungsfreiheit" er denn tatsächlich hatte; ob also sein vermeintlich absichtliches mieses Handeln und Verstecken hinter der Krankheit wirklich frei war, oder ob es nicht doch die Krankheit war, die ihn zwang, sich so zu verhalten.

Ja, das Ganze ist einfach sehr komplex. Ich kann halt nur aus meiner Erfahrung sagen, dass diese Menschen in gewissen Phasen unberechenbar sein können. Das war eine der schlimmsten Erfahrungen in meinem Leben, das wünsche ich keinem... Wenn man sich nachher fragt, neben wem man da eigentlich jahrelang nachts im Bett gelegen hat, das ist eines der schlimmsten Gefühle, die es gibt.
 
:lol:

Und ohne mich näher mit dem Thema beschäftigt zu haben: Könnte mir vorstellen, die LH würde sehr gerne mehr weibliche Piloten beschäftigen, was wohl aber an der mangelnden Bewerberanzahl scheitern dürfte.
 
Back
Top