Unterwegs... mit dem Flugzeug

Dass Bilder veröffentlicht wurden, finde ich in Ordnung, den Namen hätte man aus Rücksicht auf die Angehörigen sicherlich noch zurückhalten können.

Nach dem Artikel könnte man meinen, der Co-Pilot wäre Satan persönlich. Das klingt fast, als hätte er das ganze aus Spaß an der Freude gemacht! :crazy:

Naja, der Mann hat wohl 150 unschuldige Menschen auf dem Gewissen. Zu so einem Amokflug lässt man sich in meinen Augen ganz klar nicht allein durch eine normale psychische Erkrankung und Selbstmordgedanken treiben und ist schon gar nicht durch solche zu entschuldigen. Wer so eine Tat begeht, muss entweder extrem geisteskrank und durchtrieben von Menschenhass sein oder für irgendeine gestörte Überzeugung handeln. Von daher finde ich auch den Vergleich zu den Terroristen vom 11. September nicht komplett abwegig. Jedoch könnte man mit solchen Statements evtl. warten, bis der Fall zu 99,9% klar ist und nicht nur zu 97%...
 
Ich denke, es ist halt immer eine wackelige Geschichte, journalistisch wirklich sauber zu arbeiten. Um so wichtiger ist es deswegen, das auch immer als oberstes Ziel seiner Arbeit haben (so wie bei den Luftfahrtunternehmen immer wieder gepredigt wird, dass Sicherheit auf der absoluten #1 steht).

Medien sind ja nicht nur dazu da, Informationen 1:1 weiterzugeben, sondern auch diese Informationen sinnvoll zu filtern und evt. mit Hintergrundinformationen anzureichern, um sie so den Lesern/Hörern/Zuschauern besser verständlich zu machen und sie besser einordnen zu können (hier ist ja schon die Falle eingebaut, wie man Informationen sinnvoll filtert, ohne wichtige Informationen auszulassen). Da finde ich es auch legitim, wenn versucht wird, bisher vorhandene Informationen einzuordnen und evt. vorhandene Spekulationen mit den bekannten Informationen abzugleichen. Wichtig ist halt, dass immer klar ist, worum es sich jetzt handelt: Fakten, Gerüchte, Schlussfolgerungen oder Spekulationen. Und das wird mMn immer öfter miteinander vermischt und unklar, was man da eigentlich vor sich hat.

Guter Journalismus ist halt anscheinend nicht das, womit ein Medien sein Geld verdienen kann. Und das ist bei den aktuellen Problemen im Medienmarkt noch nicht einmal als Vorwurf zu verstehen.
 
Guter Journalismus ist halt anscheinend nicht das, womit ein Medien sein Geld verdienen kann. Und das ist bei den aktuellen Problemen im Medienmarkt noch nicht einmal als Vorwurf zu verstehen.
"Bad news are good news" ist leider auch so ziemlich das erste, was man als Journalist lernt. Ich kenne jemanden, der sich nach 10 Jahren neu orientiert hat, weil er das nicht mehr mitmachen wollte...
 
Oh Gott, mir wird schlecht. Die BILD gehört verboten!

Aber sowas von! Als ich davon gelesen habe, kam mir das Essen fast postwendend wieder hoch!

Wir leben hier in Deutschland. Das heißt, dass man unschuldig ist, bis das Gegenteil BEWIESEN (und nicht spekuliert) ist! Wurde die andere Blackbox schon gefunden? Laut meinem Kenntnisstand nicht! Das heißt, dass all unser derzeitiges Wissen auf ein Gerät basiert, das den Ton aufgenommen hat. Ein Gerät das lediglich beweist, dass der Copilot im Cockpit war und geatmet hat...

Nun mal ein anderes Szenario: der Kapitän verlässt das Cockpit, um etwas länger aufs Örtchen zu gehen. Plötzlich Probleme mit dem Druck in der Kabine. Der Copilot geht auf Senkflug, um den Druck auszugleichen. Atemmasken hängen runter. Der Copilot wird ohnmächtig. Der Pilot will zurück ins Cockpit. Die Tür ist verriegelt. Der Copilot hat den Hebel bedient, als er ohnmächtig zusammenklappte. Natürlich atmet er weiter. Es ist ja ne Ohnmacht und kein Atemstillstand. Das Flugzeug stürzt ab. Ende der Geschichte!

Wie gesagt, es bleibt wahrscheinlicher, dass es kein Unfall war. Doch blind alles ausschließen und voreilig den "Täter" beim Namen zu nennen und an den Pranger zu stellen gehört sich nicht!

Wie der Experte von der ARD / vom ZDF schön formulierte: der Grund für den Absturz wurde viel zu schnell bekannt! Das dauert sonst Wochen/Monate...

Solange kein Szenario ausgeschlossen ist und nichts feststeht, sollte man mit seinen Aussagen vorsichtig sein! Natürlich ist es wahrscheinlich, dass der Copilot das Flugzeug bewusst abstürzen ließ. Aber es bestehen immer noch genügend Möglichkeiten, die auch ein anderes Szenario zulassen.
Und solange dem so ist, sollte man sich mit seinen Aussagen zurückhalten. Ich bin auch wütend und traurig! Aber keiner von uns war dabei. Keiner kann genau sagen, was passiert ist. Und von daher sollte man eben auch nur so formulieren, statt den Namen so so an den Pranger zu stellen.

Außerdem wünsche ich mir in solchen Situationen mehr Menschlichkeit und Fingerspitzengefühl! Habt ihr nicht an die Familie gedacht, zu der Andreas gehört? Wahrscheinlich nicht, sonst hättet ihr die reißerisch-hetzenden Schlagzeilen nicht formuliert! Egal wie die Sache nun ausgeht, ob es wirklich ein bewusster Absturz war, er hatte Familie und die trauert genauso! Und die dürfen sich nun mit den Menschen rumplagen, die aufgrund Eurer Voreiligkeit dazu berufen fühlen, vor deren Haus Stress zu machen. Die haben auch einen Menschen verloren! Die müssen nun nen Spießrutenlauf mitmachen, neben der Trauer und den wahrscheinlich eigenen Vorwürfen. Die fragen sich sicher auch, wie das passieren konnte.

Menschlichkeit und Fingerspitzengefühl - beides wohl zuviel verlangt! Als wäre das Unglück nicht schon schlimm genug, Eure Schlagzeilen machen es noch schlimmer! Was wäre, wenn er Euer Sohn, Bruder oder sonst was wäre? Wie würdet ihr Euch fühlen?

Das ist Presse, wie sie sich nicht gehört!
 
Der Copilot wird ohnmächtig. Der Pilot will zurück ins Cockpit. Die Tür ist verriegelt. Der Copilot hat den Hebel bedient, als er ohnmächtig zusammenklappte.

funktioniert nicht. soweit ich weiß musst du den hebel hochziehen und kannst ihn erst dann umlegen.

außerdem hätte er bei einem druckverlust auch nicht den autopilot auf 100 fuß höhe gestellt. und ich könnte mir vorstellen, dass bei druckverlust auch akustische signale auf dem stimmrecorder zu hören wären, aber da bin ich mir nicht sicher.
 
funktioniert nicht. soweit ich weiß musst du den hebel hochziehen und kannst ihn erst dann umlegen.

Bestünde immernoch die Möglichkeit, dass der Pilot den Zweitcode vergessen/falsch eingetippt hatte. Die Möglichkeit wurde ja auch auf der PK gestern erwähnt.

Ich glaube allerdings auch nicht an dieses Szenario, da sicher schon beim Herabfallen der Sauerstoffmasken Panik aufgekommen wäre.
 
Oh man, als ob die Ermittler nicht auch erst sämtliche andere Szenarien in Betracht gezogen haben und diese Ausschließen konnten, bevor sie damit an die Öffentlichkeit gingen...
 
Oh man, als ob die Ermittler nicht auch erst sämtliche andere Szenarien in Betracht gezogen haben und diese Ausschließen konnten, bevor sie damit an die Öffentlichkeit gingen...

Jedoch kam die Meldung "Name und Fotos" vom Copiloten schon gestern und damit sehr früh. Außerdem wurde die Blackbox noch nicht gefunden, soweit ich weiß. Somit liegen mE viel zu wenig Daten/Fakten vor, um nun schon so klare Urteile zu fällen.

Wie gesagt, das Szenario "beabsichtigter Absturz" ist sehr wahrscheinlich. Aber es ist und bleibt nur ne Wahrscheinlichkeit!
 
natürlich sind die hintergründe des absturzes vor beendigung der untersuchung nicht 100% geklärt. aber es fällt nach betrachtung der bisher feststehenden daten ja anscheinend nicht nur uns laien, sondern auch leuten mit weitaus mehr ahnung schwer, einen, abseits eines absichtlich herbeigeführten absturzes, weiteren plausiblen hergang für das unglück zu finden.
 
Jedoch kam die Meldung "Name und Fotos" vom Copiloten schon gestern und damit sehr früh. Außerdem wurde die Blackbox noch nicht gefunden, soweit ich weiß. Somit liegen mE viel zu wenig Daten/Fakten vor, um nun schon so klare Urteile zu fällen.

Wie gesagt, das Szenario "beabsichtigter Absturz" ist sehr wahrscheinlich. Aber es ist und bleibt nur ne Wahrscheinlichkeit!

Anhand des Voice Rekorders kann aber schon sehr genau analysiert werden was im Cockpit und Umgebung passiert ist. Denn auch bei der Bedienung des Flugzeuges werden Geräusche abgegeben die man genau zuordnen kann, wenn ich die Experten nun nicht völlig falsch verstanden habe.
 
Und übrigens auch noch rechtfertigt, warum man Angehörige beim Trauern filmen, Kinder "interviewen" muss u.v.m.


Mir fällt da auch gerade der Name eines widerlichen Verbrechers ein (der sich auch dringend mal eingestehen sollte, dass er krank in der Birne ist):


KAI DIEKMANN!

Oha, ich schätze in der Regel Deine fundierten Beiträge. Hier ist Dir aber wohl ein wenig der Gaul durchgegangen. Wir dürfen uns wohl zu Recht über Pietätlosigkeit der Bildzeitung ärgern, aber meinst Du, einen etwaigen Prozess gegen DIEKMANN wegen übler Nachrede könntest Du irgendwie gewinnen? :confused:

Wie wäre es in dem Fall mit "Ignorieren"?
 
Anhand des Voice Rekorders kann aber schon sehr genau analysiert werden was im Cockpit und Umgebung passiert ist. Denn auch bei der Bedienung des Flugzeuges werden Geräusche abgegeben die man genau zuordnen kann, wenn ich die Experten nun nicht völlig falsch verstanden habe.

Was mich in dem Zusammenhang weiter wundert:

Angeblich soll der Pilot mit lautem Klopfen, Treten zuletzt gar mit der Axt versucht haben, ins Cockpit zurückzukehren. Diese Geräusche und Lautstärkeunterschiede will man klar wahrgenommen haben.

Andererseits sollen Stimmen/Reaktionen der Passagiere erst unmittelbar vor dem Aufprall registriert worden sein
Passt das zusammen? Haben die Passagiere die zunehmende Verzweiflung des ausgesperrten Piloten nicht wahrgenommen? :confused:
 
Ich denke, es ist halt immer eine wackelige Geschichte, journalistisch wirklich sauber zu arbeiten. Um so wichtiger ist es deswegen, das auch immer als oberstes Ziel seiner Arbeit haben (so wie bei den Luftfahrtunternehmen immer wieder gepredigt wird, dass Sicherheit auf der absoluten #1 steht).

Medien sind ja nicht nur dazu da, Informationen 1:1 weiterzugeben, sondern auch diese Informationen sinnvoll zu filtern und evt. mit Hintergrundinformationen anzureichern, um sie so den Lesern/Hörern/Zuschauern besser verständlich zu machen und sie besser einordnen zu können (hier ist ja schon die Falle eingebaut, wie man Informationen sinnvoll filtert, ohne wichtige Informationen auszulassen). Da finde ich es auch legitim, wenn versucht wird, bisher vorhandene Informationen einzuordnen und evt. vorhandene Spekulationen mit den bekannten Informationen abzugleichen. Wichtig ist halt, dass immer klar ist, worum es sich jetzt handelt: Fakten, Gerüchte, Schlussfolgerungen oder Spekulationen. Und das wird mMn immer öfter miteinander vermischt und unklar, was man da eigentlich vor sich hat.

Guter Journalismus ist halt anscheinend nicht das, womit ein Medien sein Geld verdienen kann. Und das ist bei den aktuellen Problemen im Medienmarkt noch nicht einmal als Vorwurf zu verstehen.

:tnx:

Insbesondere bei Online- Ticker- Nachrichten hat man zur Filterung gar keine Zeit. Der hier zuletzt dafür kritisierte Spiegel muss sich also entscheiden, ob er dieses Angebot aufrecht erhält, ohne den Anspruch auf Seriösitat einzubüßen.
 
Passt das zusammen? Haben die Passagiere die zunehmende Verzweiflung des ausgesperrten Piloten nicht wahrgenommen? :confused:

zum ende hin werden sie sicherlich mitbekommen haben, dass da was schief läuft. aber der pilot wird ja vermutlich nicht schon zu beginn wie ein wilder auf die tür eingehämmert, sondern es erstmal ruhiger versucht haben. und genaue zeitangaben, ab wann man welche stimmen von außerhalb auf der aufnahme hören kann, kennen wir ja auch nicht.
 
zum ende hin werden sie sicherlich mitbekommen haben, dass da was schief läuft. aber der pilot wird ja vermutlich nicht schon zu beginn wie ein wilder auf die tür eingehämmert, sondern es erstmal ruhig versucht haben. und genaue zeitangaben, ab wann man welche stimmen von außerhalb auf der aufnahme hören kann, kennen wir ja auch nicht.

Angeblich erst unmittelbar vor dem Aufschlag.
 
Angeblich erst unmittelbar vor dem Aufschlag.

Das kann ich einfach nicht glauben (obwohl ich es möchte). Der Airbus erreicht mal gerade seine Flughöhe. Schon kurze Zeit später wird ein Sinkflug eingeleitet. Da dieser nicht angekündigt war, werden viele Passagiere das wohl etwas später gemerkt haben. Wenn die Maschine innerhalb von 8 Minuten 10T Meter Flughöhe verliert, werden das die meisten vermutlich schon früher gemerkt haben. Vielleicht nicht sofort. Aber sicherlich nicht erst nach 7 Minuten, als der Flieger schon einige tausend Meter Flughöhe verloren hat. Ich fliege recht häufig und habe trotzdem immer noch ein flaues Gefühl in der Magengegend. Umso aufmerksamer ist man ja, wenn sich etwas subjektiv "Ungewöhnliches" tut. Und das ist dieser Sinkflug allemal.

Vllt. will man die Öffentlichkeit auch ganz bewusst wissen lassen, dass die Unfallopfer wirklich erst vor dem Aufprall gemerkt haben, was wirklich Sache ist. Und das ist vllt. auch gut so.
 
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