Die Tabellensituation ist hervorragend, vor allem, wenn man guckt, wo Werder herkommt. Für den Klassenerhalt hat Werder eine vorzügliche Position; womöglich reicht es sogar jetzt schon. Jeder Punkt, der noch dazu kommt, ist eine Kirsche auf dem Kuchen. Und so, wie die Mannschaft sich in der Liga präsentiert, wird es noch Punkte geben.
Unter Skribnik hat Werder die drittmeisten Punkte geholt und sogar ein positives Torverhältnis (und nicht die meisten Gegentore):
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Mein Eindruck ist, dass die Mannschaft am Limit spielt. Insofern finde ich es nicht überraschend, dass jetzt drei Tage trainingsfrei sind.
In der ersten Zeit nach dem Trainerwechsel hat Werder vor allem durch die Spielfreude und -stärke überzeugt. So sind eine Reihe Tore entstanden, auch durch schnelle Angriffe und Konter. In diesem Punkt hat Werder sich zuletzt etwas schwer getan (in erinnere vor allem an das Spiel gegen Augsburg). Zuletzt war Werder für meinen Geschmack etwas zu abhängig von Standardtoren. Die Hereinnahme von Öztunali hat das spielerische Moment wieder etwas belebt (seine Torvorbereitungen in den letzten Spielen sind kein Zufall).
Die phantastische Tabellensituation darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Leistungen aber noch lange nicht gefestigt sind. Die Anfälligkeit in der Defensive hat sich zwar verringert, zeitweilige Rückfälle kommen jedoch immer wieder vor. Auch das spielerische Moment ist noch lange nicht immer abrufbar, wie das Spiel in Bielefeld leider bitter gezeigt hat. Aber der Dämpfer ist angekommen, wie das Auftreten in Freiburg gezeigt hat.
Sehr bezeichnend fand ich auch die TV-Bilder nach Abpfiff dort: zwei Werderaner (Bartels und Garcia?) haben Wolf sehr geherzt ob des Zu-Null-Spiels. Das sah überhaupt nicht nach einem schlechten Standing von Wolf aus. Gut so.
Bei den 15 Spielen unter Skripnik hat Werder 29 Punkte geholt - obwohl gegen die Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel gespielt wurde. Macht man die (Milchmädchen-)Rechnung auf, dass der Schnitt so bleibt, würde das am Ende der Saison 52 oder 53 Punkte bedeuten. Das hat in den letzte fünf Jahren immer für Platz 7, manchmal auch für Platz 6, gereicht. Das könnte einen EL-Platz bedeuten.
Fürs Portemonnaie und Renommée wäre das natürlich traumhaft und würde eventuell auch die ein oder andere Vetragsverhandlung erleichtern. Personell bedeutete es aber auch eine riesige Herausforderung. Es könnte schwierig werden, das zu meistern, denn schon jetzt wiegen manche Ausfälle sehr schwer. Derzeit ist es aber längst nicht so weit.
Für Sonntag gilt es, erhobenen Hauptes aus dem Spiel gehen zu können. Aber auch im schlimmsten Fall: die Mannschaft scheint - was das "Gute" an den schlechten Zeiten ist - mit Misserfolgen umgehen zu können. Deshalb freue ich mich auf die Spiele, die da noch kommen.
Werder macht wieder Spaß! Danke dafür.