Bremen
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Morgen vor 25 Jahren erlebte das Bremer Weserstadion das 2. Wunder von der Weser, das 5:0 gegen Dynamo Ost-Berlin.
Zur Vorgeschichte: Damals hieß die Champions-League noch Europapokal der Landesmeister und wurde ausschließlich im K.O.-System austragen. Das Los wollte es, daß es zum Duell des Meisters der DDR gegen den Titelträger der BRD kam, und keiner konnte nach der Auslosung ahnen, daß diese Partien gleich doppelt in die Geschichte eingehen wird: denn diese 2 Begegnungen setzten nicht nur die Tradition großer und dramatischer deutsch-deutscher Duelle fort, sondern sie waren auch gleichzeitig das letzte Aufeinandertreffen der Meister der beiden deutschen Staaten, denn nur ein 1 Jahr, 11 Monate und 23 Tage später existierte die DDR nicht mehr.
Im Hinspiel im Ludwig-Jahn-Sportpark am 06.09.88 blamierte sich Werder Bremen bis auf Knochen, denn die Rehhagel-Truppe ging mit 0:3 unter. Bedingt durch die Olympischen Spiele in Seoul kam es zu einem Terminchaos: die meisten Rückspiele fanden erst vier statt zwei Wochen nach der Hinrunde statt und weil Werder mit Reck, Sauer und Riedle 3 Spieler abstellte, die mit der Olympia-Auswahl den 3. Platz erreichte und somit länger in Südkorea weilten, fand das Rückspiel im Bremer Weserstadion sogar noch eine Woche später statt. Aber noch vor dieser Partie wurde die 2. Runde ausgelost, so daß schon vor Anpfiff der Partie feststand, daß auf den Sieger des Duells der schottische Meister Celtic FC aus Glasgow wartete.
Fünf lange Wochen lastete die Schmach auf die Werder-Spieler, was sich auch in der Bundesliga bemerkbar machte. Beim späteren Absteiger Hannover 96 reichte es für den amtierenden Meister trotz einer zweimaliger Führung nur zu einem 2:2 (Ausgleich in der 90. Minute durch einen Elfer des späteren Werder-Spielers Stefan Kohn), gegen die Bayern verspielte Ottos Mannen eine 2:0-Führung (Endstand ebenfalls 2:2) und nach der Olympia-Pause verbreitete drei Tage vor dem Rückspiel ein vor allem spielerisch enttäuschendes 0:0 gegen den Aufsteiger FC St. Pauli nicht wirklich die Hoffnung, daß Werder nur 11 Monate nach dem 6:2 gegen Spartak Moskau ein erneutes Wunder von der Weser schaffen würde wie viele andere Werder-Fans auch habe ich auf dem Weg vom Stadion nach Hause auch nicht daran geglaubt, aber in den folgenden Tagen dachte ich immer mehr an die alte Theaterweisheit, daß eine verpatzte Generalprobe nicht die schlechtesten Voraussetzungen birgt...
Was man zu der Zeit nicht wissen konnte: Otto Rehhagel fragte Werder-Präsident Dr. Franz Böhmert, ob man unbedingt versuchen sollte, das Spiel gegen St. Pauli zu gewinnen, oder das Rückspiel gegen Ost-Berlin Priorität hätte. Der Doktor gab grünes Licht für Rehhagels-Plan, den beim Heimspiel gegen St. Pauli auf der Tribüne sitzenden Spionen (ohne Anführungszeichen, weil es bei dem damaligen Stasi-Club eh zutreffend war) vom BFC Dynamo irrezuführen, indem er seine Mannschaft mit angezogener Handbremse spielen ließ.
Aber auch Manager Willi Lemke überließ nichts dem Zufall: er veranlasste, daß die Berliner die selben Zimmer bekamen wie 11 Monate zuvor die Gäste aus Moskau, das Abendessen der Cluboberen fand zur gleichen Uhrzeit im selben Hotelrestaurant statt und es wurden auch die gleichen Gastgeschenke verteilt und er organisierte noch eine Shopping-Tour für die Gäste, um sie mit dem westlichen Überangebot an Konsumgütern ein wenig abzulenken...
Zur Vorgeschichte: Damals hieß die Champions-League noch Europapokal der Landesmeister und wurde ausschließlich im K.O.-System austragen. Das Los wollte es, daß es zum Duell des Meisters der DDR gegen den Titelträger der BRD kam, und keiner konnte nach der Auslosung ahnen, daß diese Partien gleich doppelt in die Geschichte eingehen wird: denn diese 2 Begegnungen setzten nicht nur die Tradition großer und dramatischer deutsch-deutscher Duelle fort, sondern sie waren auch gleichzeitig das letzte Aufeinandertreffen der Meister der beiden deutschen Staaten, denn nur ein 1 Jahr, 11 Monate und 23 Tage später existierte die DDR nicht mehr.
Im Hinspiel im Ludwig-Jahn-Sportpark am 06.09.88 blamierte sich Werder Bremen bis auf Knochen, denn die Rehhagel-Truppe ging mit 0:3 unter. Bedingt durch die Olympischen Spiele in Seoul kam es zu einem Terminchaos: die meisten Rückspiele fanden erst vier statt zwei Wochen nach der Hinrunde statt und weil Werder mit Reck, Sauer und Riedle 3 Spieler abstellte, die mit der Olympia-Auswahl den 3. Platz erreichte und somit länger in Südkorea weilten, fand das Rückspiel im Bremer Weserstadion sogar noch eine Woche später statt. Aber noch vor dieser Partie wurde die 2. Runde ausgelost, so daß schon vor Anpfiff der Partie feststand, daß auf den Sieger des Duells der schottische Meister Celtic FC aus Glasgow wartete.
Fünf lange Wochen lastete die Schmach auf die Werder-Spieler, was sich auch in der Bundesliga bemerkbar machte. Beim späteren Absteiger Hannover 96 reichte es für den amtierenden Meister trotz einer zweimaliger Führung nur zu einem 2:2 (Ausgleich in der 90. Minute durch einen Elfer des späteren Werder-Spielers Stefan Kohn), gegen die Bayern verspielte Ottos Mannen eine 2:0-Führung (Endstand ebenfalls 2:2) und nach der Olympia-Pause verbreitete drei Tage vor dem Rückspiel ein vor allem spielerisch enttäuschendes 0:0 gegen den Aufsteiger FC St. Pauli nicht wirklich die Hoffnung, daß Werder nur 11 Monate nach dem 6:2 gegen Spartak Moskau ein erneutes Wunder von der Weser schaffen würde wie viele andere Werder-Fans auch habe ich auf dem Weg vom Stadion nach Hause auch nicht daran geglaubt, aber in den folgenden Tagen dachte ich immer mehr an die alte Theaterweisheit, daß eine verpatzte Generalprobe nicht die schlechtesten Voraussetzungen birgt...
Was man zu der Zeit nicht wissen konnte: Otto Rehhagel fragte Werder-Präsident Dr. Franz Böhmert, ob man unbedingt versuchen sollte, das Spiel gegen St. Pauli zu gewinnen, oder das Rückspiel gegen Ost-Berlin Priorität hätte. Der Doktor gab grünes Licht für Rehhagels-Plan, den beim Heimspiel gegen St. Pauli auf der Tribüne sitzenden Spionen (ohne Anführungszeichen, weil es bei dem damaligen Stasi-Club eh zutreffend war) vom BFC Dynamo irrezuführen, indem er seine Mannschaft mit angezogener Handbremse spielen ließ.
Aber auch Manager Willi Lemke überließ nichts dem Zufall: er veranlasste, daß die Berliner die selben Zimmer bekamen wie 11 Monate zuvor die Gäste aus Moskau, das Abendessen der Cluboberen fand zur gleichen Uhrzeit im selben Hotelrestaurant statt und es wurden auch die gleichen Gastgeschenke verteilt und er organisierte noch eine Shopping-Tour für die Gäste, um sie mit dem westlichen Überangebot an Konsumgütern ein wenig abzulenken...
) selbst eine Entschuldigung geschrieben, um eine der bis heute größten Sternstunden in der Historie vom SV Werder Bremen noch einmal zu genießen.




