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FatTony
Guest
Wurde unter Dutt übrigens auch schon teilweise so praktiziert. Nur haben da die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen nicht gestimmt.
Das hat eigentlich weniger mit den Abständen zu tun als mehr mit den Laufwegen. Das habe ich schon im Dutt-Thread versucht zu erklären, so richtig in Worte fassen kann ich es aber nicht. Kurz gesagt:
- Wenn der Gegner von ganz hinten kontrolliert den Spielaufbau betreibt, dann stehen wir in Grundformation und machen die Räume dicht, di Santo und Selke laufen die Innenverteidung an und zwingen den Gegner auf die Flügel.
- Im Falle eines Ballverlustes gehen wir direkt ins Pressing aus dem Mittelfeld. Das sieht dann so aus, dass einer unserer Spieler (für das Beispiel: Juno) seine Position in Richtung gegnerisches Tor auf den Ballführenden zu verlässt (so statisch ist ein Spiel natürlich nicht, aber für die Erklärung muss es halt mal reichen). Hierdurch entsteht automatisch ein freier Raum in seinem Rücken. Dieser freie Raum wird auf zwei Arten geschlossen: Der Spieler im Rücken des ballführenden Gegners (z.B. di Santo) geht nicht in den Zweikampf sondern sucht den längeren Weg. Also auf die Position die vorher Juno inne hatte. Gleichzeitig verschiebt der AV, in dem Fall Garcia, leicht nach vorne um den Passweg zuzustellen bis Junos Position wieder besetzt ist. Das restliche Mittelfeld verschiebt leicht in Richtung des Zweikampfes und verringert weiter den Raum.
Resultat: Selbst wenn nun Juno den Zweikampf verliert, sieht sich der gegnerische Spieler direkt wieder einem Gegenspieler gegenüber da kein Loch im Rücken Junos klafft. Der direkte Passweg sowohl quer als auch nach vorne ist geschlossen, oft kommt dann ein schneller, somit ungenauer, Pass um dem nächsten Zweikampf auszuweichen. Und dieser Pass landet dann bei z.B. Kroos oder vor zwei Wochen noch Bargfrede und ab geht die Post: Juno, um im Beispiel zu bleiben, steht auf Position, einer der beiden Stürmer ebenfalls. Durch das verschieben des Mittelfeldes ergeben sich auf der gegenüberliegenden Seite Räume, da auch der Gegner verschiebt (edit: Einmal konnte man in der Totalen sehen, das fast alle Feldspieler sich in einem Radius von max 15 Metern befunden haben. Bis auf einer von Werder ganz außen...). Solche Konter haben wir gegen Augsburg vier oder fünf mal gesehen, generell gehören die zweiten Bälle tendenziell uns.
Die Mannschaft steht nicht einfach kompakt, die Mannschaft denkt im Aufbauspiel und im Pressing an den Ballverlust. Und DAS macht uns derzeit so stark, wir entlasten die Abwehr indem wir irre viele Bälle direkt nach Ballverlust zurück gewinnen und indem wir keine Positionen unbesetzt lassen. Das kostet Kraft, konnte man zunehmend auch gegen Augsburg sehen und wir sind noch nicht so gut darin ein Spiel zu verwalten, also bei klarer Führung wie dem 3:1 den Ballbesitz zu erhöhen. Aber das wird schon noch.


Nichts für ungut 