Von derzeit insgesamt 39 Gegentoren hat man sich 23, also ca. 60% in den ersten 9 Spielen geschluckt. In einer Phase absolut destruktiven Fußballs also, in der die Mannschaft nicht in der Lage war, nach vorn zu spielen, wodurch die Abwehr so gut wie nie entlastet wurde. In der gleichen Phase haben wir 10 von derzeit 26 eigenen Toren geschossen, also ca. 38%. Die damals erzielten 4 von derzeit insgesamt 19 erreichten Punkten entsprechen 21%.
Das zeigt, dass es sowohl für den eigenen Angriff als auch für die eigene Abwehr wichtig, notwendig und erfolgreich war, das desolate Defensiv-Konzept des Ex-Trainers aufzugeben und verstärkt nach vorn zu spielen.
Was die Statistiken angeht waren es exakt 59% der Gegentore und 38,5% der erzielten Tore. Das müsste zudem etwas korrigiert werden, weil 9 Spiele zu 8 Spiele verglichen werden.
So gesehen finde ich es eigentlich gar nicht nicht verwunderlich, dass Werder vergleichsweise
- in 8 Spielen in Berlin, in Leverkusen, in Augsburg, gegen Hoffenheim, gegen Schalke, in Wolfsburg, in München und gegen Köln
weniger Tore schoss und mehr Gegentore schluckte, als
- in 8 Spielen in Mainz, in Hamburg, in Frankfurt, in M`Gladbach, sowie daheim gegen Stuttgart, Paderborn, Hannover und Dortmund
Abgesehen von Gladbach, gegen die wir auch 4 Stück bekommen haben sowie eins erzielten und damit die Negativ-Quote der ersten 9 Spiele - 2,3 Gegentore bei 1 eigenem Tor pro Partie - problemlos übertrafen, mussten wir gegen 7 der ersten 8 Teams der Tabelle an den ersten 9 Spieltagen ran,
zusätzlich kam mit Köln die auswärts zweitstärkste Mannschaft der Liga.
Angesichts dieses Spielplans finde ich die Quote von 38% der gesamt erzielten Tore und knapp 60% der gesamt kassierten Tore im Vergleich keineswegs unnormal.
Aber schauen wir uns andere Statistiken an, die Werder zwischen dem 7. und 9. Spieltag - als Tabellenletzter - betrafen. Zu jenem Zeitpunkt ließ Werder die meisten Torschüsse zu, gemeinsam mit Frankfurt und Stuttgart, und die zweitmeisten klaren Torchancen nach Frankfurt, gleichzeitig lagen wir bei den kreierten Torchancen als Tabellenletzter zwischen Platz 10 und 11, während Mannschaften wie Köln, Frankfurt, Hannover oder Paderborn, die in der Tabelle deutlich vor Werder standen, 10 bis 15 Torchancen weniger zustande brachten und sich in dieser Statistik auf den letzten 6 Plätzen tummelten.
Soweit die Statistiken.
Werder ist
m. E. nicht daran gescheitert, dass "die Mannschaft in einer Phase absolut destruktiven Fußballs nicht in der Lage war, nach vorn zu spielen" (wie Hinrunde letzte Saison, wo wir allerdings Punkte sammelten), sondern am Fehlen eines spielerischen Konzeptes oder an der Umsetzung eines solchen. Die Mannschaft spielte nach vorn, nur völlig unstrukturiert, planlos und unter anderem dadurch ohne jede Balance. Wir haben den Gegner mit großem Ehrgeiz runtergezogen und Chancen sowie Tore erzwungen, ohne dass dabei in irgendeiner Form die klare Spielanlage zu erkennen war.
Und Skripnik hat danach keineswegs das "desolate Defensiv-Konzept des Ex-Trainers aufgegeben und verstärkt nach vorn spielen lassen". Sondern es gelang ihm in Kürze ein Konzept auf den Rasen zu bringen, welches in Form von simplen Anweisungen und Mechanismen klare Strukturen schuf, die der Mannschaft ein gewisses Flachpassspiel, Passwege ermöglichte sowie ein Korsett, innerhalb dem sich kalkuliertes Umschaltverhalten und Direktspiel zumindest im Ansatz entwickeln konnte.
Hätte Skripnik "verstärkter nach vor spielen lassen", wäre das Ding in Hamburg am Ende nicht verloren gegangen, mMn. Darum geht`s aber nicht. Werder braucht in der Situation eine Entwicklung und die sehe ich schon jetzt jedenfalls ansatzweise. Anders als im letzten halben Jahrzehnt.
Dutt hat 43 Punkte in 43 Spielen geholt, eigentlich eine schlimme Bilanz, wenngleich das 6 Punkte mehr waren als sein Vorgänger in dessen letzten 43 Spielen (mit stärkeren Kadern). Dutt hat in der letzten Saison einige Klatschen gegen die Teams der oberen Hälfte kassiert, dafür aber kein Spiel gegen die letzten Vier verloren, gegen die letzten Acht insgesamt nur 3 der 16 Partien, zehnmal zu Null gespielt und darüber hinaus alle 4 Derbys gegen Hannover und HSV gewonnen. Ganz klar die Basis für den letztlich sicheren Klassenerhalt.
Genau das ist aber Ausdruck kühlsten Pragmatismus. Als Werder Bremen und in der Situation wie Werder braucht man Innovation, die nicht gegeben war und bei ungünstigem Anfangsprogramm in dieser Saison wie ein brutaler Boomerang zurückkam. Bis die Negativerlebnisse die Mannschaft derart dramatisch verunsicherten, ehe Pragmatismus überhaupt greifen konnte und die Ablösung alternativlos war.
Dass wir weiterhin viele Gegentore kassieren, hat wenn man sich die Spiele und das Zustandekommen der Tore anschaut, eben sehr viel mit mangelnder Qualität in der hintersten Reihe zu tun. Du führst Selassie, Prödl, Galvez, Garcia, Lukimya, Caldirola, Hüsing, Sternberg, Busch an. Von denen hat einzig Galvez derzeit die Qualität und mit Abstrichen Prödl.
Fürs Umkehrspiel im mittleren und vorderen Spielfelddrittel haben wir trotz der Abgänge noch Bartels, di Santo, Aycicek, Lorenzen, Öztunali, Junuzovic und Selke sowie eigentlich in der Hinterhand von Haacke oder Eggestein und wenn Du so willst sogar noch Zander als Hybrid, die im Vergleich zu Hüsing, Sternberg, Busch die deutlich größeren Talente sind.
Für 4 bis 5 Positionen in der Elf. Wofür willst Du Ersatz für die anderen drei?
Unsere Probleme haben wir mMn hinten, auf den anderen 5 Positionen plus Torwart.
Ausserdem hat es Skripnik recht schnell geschafft, Aycicek oder von Haacke über die A-Jugend und Zweite sehr schnell zu strategisch denkenden Spielern zu entwickeln, was mich zuversichtlich stimmt, dass mit den Talenten da vorn noch viel passiert. Alleine wenn ich sehe, wie er es geschafft hat, dass Selke plötzlich 70- 80 Minuten aktiv mitarbeitet, brauche ich da keinen der Abgänge oder einen Ersatz.
Da Du aber dem hier ...
Ich sehe es etwas anders, ich glaube wir haben in der Abwehr auch deswegen große Probleme, da wir aufgrund sehr bescheidener spielerischer Mittel zu leichtfertig Bälle herschenken. Mit der Erstbesetzung Selassie, Prödl, Galvez, Garcia kann man in der Kette leben meiner Ansicht nach. Wir brauchen davor Leute, die Fußball spielen können. Kroos, Makiadi, Bargfrede - das ist spielerisch viel zu dünn. Auch Leute wie Junuzovic kommen da eher übers Rennen.
2x
im Transferpolitik- Thread zustimmst, erübrigt sich größtenteils Deine eigene Argumentation, denn wir brauchen
davor Leute die Fussball spielen (DM), zudem schrub maddin "
auch".