Viktor Skripnik (Trainer Metalist Kharkiv/Ukraine)

Wenn Skripnik allerdings gezielt Stunden nimmt, um seine Aussprache und Grammatik zu verbessern, kann er das auch. Selbst wenn man im Alter langsamer lernt, kann man gerade daran mit viel Übung noch einiges drehen, wenn man sich gezielt trainieren und verbessern lässt.
 
Aha.
Und woher nimmst Du dieses Wissen?
Wenn Du hier guckst, wirst Du sehen, das Ukrainisch wie Russisch zu den Ostslavischen Sprachen gezählt wird, die sich sehr ähneln (Syntax, Wortschatz, Grammatik haben große Überschneidungen).
Polnisch, Tschechisch und Slowakisch werden zu den westslavischen Sprachen gezählt. Die Unterschiede zu den Ostslavischen Sprachen sind da größer.

In der Ukraine war/ist Russisch sehr weit verbreitet und war zu Zeiten der UdSSR (als Skribnik geboren und aufgewachsen ist), Amts- und Schulsprache.

Die Phonetik von Vokalen zu verändern, ist jedoch mitnichten eine Kleinigkeit, sondern erfordert - zumal, wenn man bereits seit vielen Jahren eine Sprache spricht - ein intensives Training. Dafür wird VS keine Zeit haben. Aber wozu auch?
Er ist ein "funktionaler Falschsprecher". Das mag vielleicht hier und da seltsam anmuten, ist aber völlig nebensächlich. Er versteht alles und kann alles sagen. Darauf kommt es an.

Ich denke aber, man sollte sich nicht zu sehr daran festhalten, wie Skribnik spricht. Ich denke, wesentlicher ist, was er sagt. Ob er das in geschliffenen Sätzen tut oder skripnisch, ist eher Symptom als Problem. Offensichtlich hat Dutt zuviel gedacht, zu viel gewollt. Und VS lässt "einfach Fußball spielen" - so wie er einfach spricht, ohne darüber nachzudenken, ob jener Artikel korrekt ist oder diese Endung übereinstimmt.
Die Einordnung in eine Sprach(-unter)familie sagt noch nicht soviel aus. Wenn Du schon Wikipedia bemühst: "Lexikalisch ist die Ukrainische Sprache nah zu Weißrussisch (84 % von gemeinsamer Lexik), dann Polnisch (70 %), Slowakisch (68 %) und Russisch (62 %).

Was den Wortschatz betrifft ist das Ukrainische dem Slowakischen und Polnischen tatsächlich näher als dem Russischen.

Witzig sind auch die vielen deutschen Lehnwörter im Ukrainischen. "Dach" heißt da zum Beispiel "Dach". Es gibt im Ukrainischen auch das Wort "Schlagbaum".

Richtig ist auf jeden Fall, dass fast alle Ukrainischmuttersprachler ausgezeichnet Russisch sprechen. Wenn Russen Ukrainisch hören, verstehen sie allerdings nicht viel mehr als der Durchschnittsdeutsche, wenn er Niederländisch hört. Aber irgendwie wird das jetzt zu "OT".
 
Herr Skripnik stammt allerdings aus der Ostukraine, der Gegend um Dnipropetrovsk. Dort sprechen ca. 90% der Bevölkerung Russisch als Alltagssprache.
 
@ Ammerländer
Wikipedia habe ich nur als schnellen Beleg herangezogen. Meiner Erfahrung nach, die ich in meinem Magisterstudium Ostslavistik mit slavischen Muttersprachlern und nun auch mit zahlreichen russischen, ukrainischen, polnischen und manchen tschechischen Kollegen machen durfte, fällt die Verständigung zwischen Ukrainern und Russen sehr viel leichter als zu westslavischen Muttersprachlern.
Ich selbst mit meinen Russisch-Kenntnissen kann Ukranisch lesend leidlich verstehen; beim Hören wird es schwieriger, läuft aber immer noch Welten besser als beim Tschechisch oder gar Polnisch.

(Das Wort Schlagbaum gibt es im Russischen auch. Und nun?)

Ich weiß nicht, wie Du zu Deiner Einschätzung kommst, aber nach meinen Erfahrungen kann ich das, was Du schreibst, keineswegs nachvollziehen.

Danke @ Maddin für den Hinweis bezüglich der Alltagssprache.#


Nachtrag:
Neben überschneidender Lexik ist eine sprachliche Verwandschaft (wie sie bei der Einteilung in ost-, west- und südslavische Sprachen vorgenommen wird) auch durch syntaktische Gemeinsamkeiten begründet, was den Zugang zu einer Sprache durchaus vereinfachen kann, wenn man z. B. den selben Satzbau übertragen kann.
 
@ Ammerländer
Wikipedia habe ich nur als schnellen Beleg herangezogen. Meiner Erfahrung nach, die ich in meinem Magisterstudium Ostslavistik mit slavischen Muttersprachlern und nun auch mit zahlreichen russischen, ukrainischen, polnischen und manchen tschechischen Kollegen machen durfte, fällt die Verständigung zwischen Ukrainern und Russen sehr viel leichter als zu westslavischen Muttersprachlern.
Ich selbst mit meinen Russisch-Kenntnissen kann Ukranisch lesend leidlich verstehen; beim Hören wird es schwieriger, läuft aber immer noch Welten besser als beim Tschechisch oder gar Polnisch.

(Das Wort Schlagbaum gibt es im Russischen auch. Und nun?)

Ich weiß nicht, wie Du zu Deiner Einschätzung kommst, aber nach meinen Erfahrungen kann ich das, was Du schreibst, keineswegs nachvollziehen.
Dass die Verständigung zwischen Russen und Ukainern problemlos ist, liegt schon mal daran, dass es kaum ein en Ukrainer gibt, der nicht Russisch spricht. Und dann unterhält man sich eben auf Russisch.

Dein Ansatz widerlegt meine Behauptung übrigens nicht. Dass Du als Russischsprecher Ukrainisch besser verstehst als zum Beispiel Slowakisch oder Polnisch, ist klar, weil Ukrainisch sozusagen zwischen Slowakisch und Russisch liegt. Ein Pole oder Slowake wird sich mit einem Ukrainer jedenfalls besser verständigen können als mit einem Russen (immer unter der Voraussetzung, dass alle Beteiligten jeweils nur ihre Muttersprache sprechen).

Neben der belegbaren, größeren lexikalischen Übereinstimmung zwischen z.B. Slowakisch und Ukrainisch gegenüber Ukrainisch und Russisch, stütze ich mich auch auf persönliche Beobachtungen und Aussagen von slawischen Muttersprachlern. Meine Frau war Ukrainerin und wir haben uns früher viel in einem Umfeld mit slawischen Muttersprachlern aus verschiedenen Ländern bewegt. Da musste meine Frau dann immer wieder als Dolmetscherin zwischen Polen und Russen oder Slowaken und Russen fungieren.
 
Ich denke, wir sollten das Thema Sprache mal in Ruhe lassen und uns darauf einigen, dass unser neuer Trainer, wie von R. Dase vorgeschlagen, ganz einfach skripnisch spricht. :daumen:
 
Die Art und Weise wie sich VS an der Seitenlinie gibt, besonders bei Toren, ist vorbildlich. Durch seinen anfangs stillen fast schon teilnahmslosen Jubel signalisiert er der Truppe seine Unzufriedenheit über Werders Tabellensituation und den Umstand das die Mannschaft da unten nicht hingehört. Also quasi: "Hört auf euch zu freuen und kommt erst mal da raus aus dem Keller dann sehen wir weiter". Man merkt, dass er und TF noch so einiges vorhaben bei Werder. Ich bin gespannt wie die kommenden Wochen verlaufen, bin aber frohen Mutes, dass man am Ende der Rückrunde auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen wird.
 
Wir sollten erst einmal ein paar Spiele abwarten was die Spiele so bringen.
Dann erst kann man sagen, ob das Konzept VS und TF auch greift.
Die drei letzten Spiele sagen darüber noch gar nichts aus.
Richtungsweisend sind die nächsten drei BL Spiele. Dann sehen wir weiter.
Vielleicht sieht es dann ja gut aus.
:schal:
 
Die Art und Weise wie sich VS an der Seitenlinie gibt, besonders bei Toren, ist vorbildlich. Durch seinen anfangs stillen fast schon teilnahmslosen Jubel signalisiert er der Truppe seine Unzufriedenheit über Werders Tabellensituation und den Umstand das die Mannschaft da unten nicht hingehört. Also quasi: "Hört auf euch zu freuen und kommt erst mal da raus aus dem Keller dann sehen wir weiter". Man merkt, dass er und TF noch so einiges vorhaben bei Werder. Ich bin gespannt wie die kommenden Wochen verlaufen, bin aber frohen Mutes, dass man am Ende der Rückrunde auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen wird.
Gewagte These
 
Wir sollten erst einmal ein paar Spiele abwarten was die Spiele so bringen.
Das ist klar.
Trotzdem siehst Du in so kurzer Zeit kleine, aber feine Dinge, die zumindest mir große Hoffnung machen und bereits einen Unterschied zu Skripnik`s beiden Vorgängern darstellt.

Für mich ist einfach wichtig, dass wir charakteristisch spielen. Schau Dir mal an, wie oft einer unserer Spieler mit Ball aus der Halbposition oder aus der Zentrale statt wie vorher den Ball blind ins Blaue zu löffeln oder hoch reinzuschlagen den flachen Pass sucht, und wenn diese erste Option fehlt, eben noch mal drauftritt und irgendeine andere Möglichkeit findet die Pille auf dem Rasen zu lassen, oder es wird eben die Linie entlang gepasst. Das ist eben was anderes als unter Dutt, wo Zufallsschläge die Regel waren, bis der oder die nächsten Mitspieler irgendwas damit anfangen und ein halbgares Ding unter Kontrolle bringen mussten. Es ist auch was anderes als vor Dutt, wo zwar eine abstrakte Spielidee und flaches Passpiel sichtlich angedacht war, aber letztlich sinnfreies Chaos regierte, ohne Zuteilungen und Ordnung, mit konfus durcheinanderlaufenden Spielern und Larifari-Pässen in die grobe Richtung abgeschenkt, bis der dazwischenspritzende Gegenspieler ein Dankeschön haucht und mit Tempo den Konter einleitet.

Du siehst eben ein System, welches die Spieler verstehen und relativ schnell umsetzen können. Raute, ohne Ball geschickt zum 4-3-3 formiertes Verschieben, mit klar definierten Abständen. Bei Ballgewinn der Versuch, stets flach in die Halbräume zu spielen und der Vertikalidee der Raute Sorge zu tragen. Die vorderen Drei rochieren viel, ohne dabei die Zuordnungen zu verlieren und arbeiten ordentlich gegen den Ball wie auch in der Rückwärtsbewegung und stets im Bemühen, das Zentrum zuzustellen und gegen zu pressen.
Vertikale mit Ballverteilung Sechs-Zehn, fleißiges Arbeiten der Halbpositionen, viel Einrücken. Du konntest deshalb auch in allen drei Spielen sehen, dass die Mannschaft zwar braucht, um Rhytmus und ins Spiel zu finden (Stichpunkt Selbstvertrauen), aber wenn sie einmal den Gegner ausgeguckt und das eigene System zurechtgelegt hat, eigentlich sowohl kaum noch was zulässt, als auch spielerisch zusetzen kann. Das ist eine Basis, auf der was entstehen kann, auch wenn fussballerisch noch so einiges fehlt und es spielerisch an vielen Ecken und Enden hakt. :schal:

Für mich reichen bereits drei Spiele, dass ich mit der Trainerarbeit zufrieden bin, wie seit Ewigkeiten nicht mehr.
 
*Mick 666*

Man sieht zwar kleine Veränderungen, aber wenn diesen ausgebaut werden und sich festigen und dann noch den gewünschten Erfolg bringen, dann kann man weitersehen.
Jetzt ist es viel zu Früh zu sagen, ob das Konzept VS und TF greift. Ich wäre froh, wenn es so wäre, denn diese, jetzt vier Spiele, geben Anlass zur Hoffnung.
Also laß und hoffen, daß dieses eintritt !

:schal::beer:
 
Ich bin da geneigt Mick zuzustimmen. Wir sehen einen Trainer, der ein Konzept hat, das sich zudem am Können der Spieler orientiert. Einmal versucht er, mehr Flachpassspiel zu etablieren. Andererseits verteidigen wir mit der gesamten Mannschaft tiefer - und nicht wie unter Dutt nur mit der Kette tief und mit dem Rest mittelhoch. Da waren wir einfach in keinster Weise kompakt genug.
 
Natürlich ist es nicht zu früh.

Wir sehen, dass bestimmte Maßnahmen bereits gegriffen haben. Und wir sehen, dass es ein Konzept gibt. Damit haben wir einen Instant-Fortschritt zu einem Zustand unter einem planlosen Ex-Trainer erzielen können, dessen weiteres Wirken uns unter Garantie nirgendwohin als in die zweite Liga gebracht hätte. Ohne die beiden Siege in den letzten beiden Spielen wäre es jetzt schon stockfinster.

Wofür es zu früh ist, das ist die Bewertung der Ära Skripnik als erfolgreich oder nicht erfolgreich und man kann jetzt noch nicht erkennen, ob er die Truppe wirklich weiterentwickelt. Das muss er noch beweisen. Dass er besser als sein Vorgänger versteht, was man mit der Truppe anfangen kann, steht bereits fest.

Und auf die Bezeichnung "glücklich" für unsere letzten beiden Siege gebe ich gar nichts. Unser Ex-Trainer hat auf dem Konzept "Himmel hilf" eine ganze Saison durchgehalten und durfte nach einigen der schlimmsten Pleiten der Vereinsgeschichte noch weiterwursteln. Jetzt haben wir immerhin mal einen Plan und etwas Glück, das wir aber auch nur haben, weil wir die schlimmsten Fehler unseres Ex-Trainers sofort abgestellt haben.
 
Back
Top