Ich halte alles, was Campino zu Petersen und Selke schreibt, für grundlegend falsch. Petersen ist ein brauchbarer Stürmer für einen ambitionierten Zweitligisten. Wie soll der da "drei Klassen über Selke" stehen? Selke hängt irgendwo zwischen vierter und erster Liga mit Luft nach oben. Das ist ein Duell auf Augenhöhe, wenn auch leider keines, bei dem einer der Protagonisten uns derzeit in der Startelf weiterhelfen kann. Deswegen würde ich lieber Selke über Jokereinsätze weiter aufbauen und Petersen so schnell wie möglich zu einem ambitionierten Zweitligisten abschieben.
Slebst in der Zeit, als er bei uns traf, war er technisch derart schwach, dasss ich mich fragte, was wir mit dem überhaupt wollen. Bälle verpflippern, seine Versuche, an einem Gegenspieler vorbeizukommen oder sich gegen einen Innenverteidiger im Kopfballduell zu behaupten, erregen bei mir nur Mitleid. Da ist einer durch eine gute Saison in Cottbus auf ein Niveau gehoben worden, dass er nicht im Ansatz spielen kann. Und nur, weil ihm hier in einem halben Jahr Offensivspektakel ohne jede defensive Stabilität einige Bälle vor die Füße und auf den Kopf gefallen sind, hat er hier doch keine brauchbare Torquote. Zumal diese Zeiten bei Werder auf absehbare Zeit nicht wiederkommen und ich Selke in dem unwahrscheinlichen Fall, dass es wieder offensiver wird, locker ebensoviele Buden zutraue aus einfachen Torchancen innerhalb des 16ers. Außerhalb des 16ers, beim Bällefestmachen oder im Kombinationsspiel, von Distanzschüssen ganz zu schweigen, ist Petersen ohnehin komplett unbrauchbar. Da rennt und ackert er, in einem Zeugnis würde man schreiben: Er hat sich stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.
Ich sehe es als eine der ersten Pflichten von Skripnik an, Petersen zu überzeugen, dass es für die Bundesliga nicht reicht, damit er nicht auf seinem recht üppigen Vertrag hocken bleibt, sondern im Winter den Verein wechselt. Werder hat an Petersen keinen Bedarf, was mir insofern Leid tut, als er ein positiver Typ ist. Aber genau deswegen bin ich auch überzeugt, dass er lieber in einem Team wie Düsseldorf oder Fürth spielt als hier draußen zu hocken.